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1000 Moments Madeira

Freitag, 13. September 2019 / Lesedauer: ca. 7 Minuten

1000 Moments Madeira

Freitag, 13. September 2019 / Lesedauer: ca. 7 Minuten

Madeira hat sich in den letzten Jahren vom Insel-Insidertipp zu DEM Hotspot im Atlantik gemausert – und das zurecht! Neben malerischen Landschaften und abenteuerlichen Wanderrouten bietet Madeira Reisevergnügen mit Fernweh-Feeling – und das nur 967 Kilometer von Lissabon. Wir haben uns auf Entdeckungsreise auf den Archipel begeben und die Inseln des ewigen Frühlings mit hilfe unserer Locals von ihrer ganz persönlichen Seite entdeckt.

von Alina Johnston

Ein paar hundert Meilen vor der westafrikanischen Küste gelegen, eröffnet der kleine, portugiesische Archipel von Madeira eine atemberaubende Kulisse für den nächsten Urlaub. Ob für eine entspannte Auszeit zu zweit, den Familienurlaub oder als Abenteuer für Solo-Reisende: auf der Insel des ewigen Frühlings erwarten einen nicht nur das ganze Jahr über angenehme Temperaturen sondern auch vielfältige Naturschutzgebiete und unglaubliche Ausblicke, die jeden Besuch unvergesslich machen.

Madeira: Europas geheimes Inselparadies

Die Inselgruppe Madeira, bestehend aus den kleineren Nebeninseln Porto Santo und Ilhas Desertas sowie der Hauptinsel Madeira, wird von Insidern auch das „Hawaii Europas“ genannt. Und ein genauerer Blick verrät auch schnell, warum: Abenteuerliche Steilklippen, eine vielfältige Flora und Fauna sowie beeindruckende Vulkanlandschaften eröffnen schon beim ersten Anblick völlig neue Welten.

Wanderung Madeira

Wanderung in außergewöhnlicher Landschaft, eine von zahlreichen Aktivitäten auf Madeira (c) Madeira Promotion Bureau

Nach einer Flugzeit von nur 1 Stunde und 40 Minuten von der portugiesischen Hauptstadt lohnt sich schon vor der Landung der Blick aus dem Fenster: Immerhin sind die Nachbarinseln der Kanaren ebenfalls vulkanischen Ursprungs und verzaubern mit einer atemberaubend schönen Landschaft bereits beim Landeanflug. Trotzdem wird einem beim Anblick der Rollbahn gleich einmal ein wenig mulmig – immerhin beginnt sie nur wenige Meter nach der Küste und zählt unter anderem wegen ihrer Kürze zu den anspruchsvollsten Landebahnen der Welt. Kein Wunder also, dass der Flughafen Madeira nur von den erfahrensten Piloten mit spezieller Prüfung angeflogen werden darf. Aber keine Sorge, der internationale Flughafen von Madeira gilt trotzdem – oder vor allem deswegen – als einer der sichersten weltweit. Über diesen Umstand wird wohl auch dessen Namenspatron Cristiano Ronaldo glücklich sein, denn der Flughafen trägt seit 2017 als Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo seine berühmten Initialen. Damit gesellt sich dieser als eine weitere Ehrung des wohl berühmtesten Exports der Insel zu dem Cristiano-Ronaldo-Hotel, der Statue und dem Museum. Als ersten Stopp geht es für die meisten Urlaubenden auch in dessen Heimatort: die blühende (Kultur)-Hauptstadt Funchal. Dort warten bereits unsere Local-Freunde Isabell und Sergio mit vielen Insider-Tipps im Gepäck.

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Wo das Abenteuer beginnt: Funchal

Funchal ist die Hauptstadt der Insel und mit 112.000 Einwohnern eine lebendige Metropole, in der es so Einiges zu entdecken gibt. Und wo beginnt man so einen taufrischen Tag? Ganz klar: im besten Café der Stadt! Local Sergio verrät uns hierfür seinen Favoriten – das Grand Central Café. Es ist sowohl das älteste, als auch das teuerste Kaffeehaus in Funchal, bietet dafür aber eine unglaublich charmante Atmosphäre, bei der der Start ins Abenteuer Madeira gebührend beginnen kann. Funchal ist nicht nur als Hauptstadt der Insel, sondern auch als touristische Hochburg bekannt. Vor allem um die Mittagszeit, wenn die vielen Kreuzfahrtschiffe anlegen, kann es schon mal etwas eng werden in den kleinen Gassen der Altstadt.

Windsurfen Madeira

Windsurfen vor der Küste von Funchal (c) Madeira Promotion Bureau

Die meisten Besucher zieht es hierbei magisch zum berühmten „Mercado dos Lavradores“. Der vielseitige Blumen-, Obst-, Gemüse- und Fischmarkt ist auf jeden Fall ein Muss – Entspannung sieht aber trotzdem anders aus. Dafür entfliehen wir in die kleinen Gassen rund um die Rua de Santa Maria, die uns zu wahren Kunstschätzen führen. Das öffentliche Kunstprogramm „Arte de Portas Abertas“ – also die Kunst der offenen Türen – hat es geschafft, ein altes, verträumtes Viertel in ein farbenfrohes Freiluftmuseum zu verwandeln. Es zeigt heute über 200 Kunstwerke, die größtenteils an den Türen der Häuser der Rua de Santa Maria gemalt sind und diese zu einem farbenprächtigen Geheimtipp machen. Bunt geht es auch bei den vielen Festivitäten zu, die Funchal so lebensfroh machen: Ob zum berühmten Karneval im Februar, dem Blumenfest im April, dem Atlantikfestival im Juni, dem Weinfest im August oder zum berühmt-berüchtigten Silvesterfeuerwerk – hier ist immer etwas los. Aber die Insel des ewigen Frühlings bietet sogar noch viel mehr.

Mehr Flower Power geht nicht

Madeira ist bekannt für die Fruchtbarkeit seiner vulkanischen Böden. Nirgendwo wird das klarer, als bei einem Abstecher in den Naturhimmel namens Monte. Nach einer 10-minütigen Gondelfahrt (die für sich schon ein kleines Highlight ist), zeigt sich ein Bild einer Stadt im Einklang mit der Natur. Der Palast und der tropische Garten von Monte sind ein seltenes, künstliches Wahrzeichen unter den Naturwundern Madeiras, den Sergio überaus treffend als „breathtaking“ beschreibt.

Monte Palace Tropical Garden (c) Sergio-Luis Recalde

Madeiras Schönheit wahrnehmen bei einem Spaziergang durch den Monte Palace Tropical Garden (c) Sergio-Luis Recalde, www.madeira-portugal.guide

In die Tropical Gardens of Monte werden Pflanzen aus allen Ländern der Welt gebracht und präsentiert: Heidekraut aus Schottland, Azaleen aus Belgien, Lorbeeren von den Kanarischen Inseln und vieles mehr findet hier ein neues Zuhause. Wer danach aus den grünen Träumen wachgerüttelt werden möchte, sollte sich eine haarsträubende Fahrt auf einem Monte Sledge nicht entgehen lassen. Angetrieben durch die Kraft von zwei „Fahrern“ wird man hier nämlich in einem Weidenkorb ohne Räder einen Hügel hinunter geschubst. Klingt lustig? Ist es auch!

Ab auf die Straße

Madeira lässt sich jedoch auch mit weniger gefährlichen Fortbewegungsmitteln erkunden: Am besten ist die Insel mit einem Mietwagen zu bereisen – aber auch Tagesausflüge ab Funchal sind ein beliebter Weg, die ganze Schönheit der Insel auszukosten. Bei der Routenplanung verlassen wir uns ganz auf die Expertise unserer madeirischen Freunde Sergio und Isabell – aber in Sachen Reiseplanung gehen wir auf Nummer sicher. Das einzige Problem: es gibt so unglaublich viel zu entdecken!

Vom Gipfelstürmen und Wolkentanzen

Es gibt wohl kaum eine Insel auf dieser Welt, die so vielfältige Szenerien für ihre Besucher bereit hält. Auf 740 km² können weite Täler bewandert und verzauberte Eukalyptus- und Lorbeerwälder sowie schroffe Felsküsten erklommen werden. Das macht Madeira auch zu einem Paradies für Wanderer. Sowohl für erfahrene Bergfüchse als auch für Wanderanfänger gibt es die richtige Strecke inmitten der von der UNESCO geschützten Nationalparks.

Als Must-See schwärmt Sergio vom Pico do Arieiro, dem dritthöchsten Berg der Insel inmitten des Weltnaturerbes. Wer eine ganz besondere Erfahrung genießen möchte, sollte sich den Wecker schmerzlich früh stellen und noch in der Dunkelheit auf den Weg zum Pico do Arieiro machen. Der Sonnenaufgang auf 1.818 Metern Seehöhe ist nämlich unvergesslich. Ein weiterer, atemberaubender Aussichtspunkt befindet sich drei Wander-Stunden weiter östlich. Immerhin ist Madeiras höchster Berg Pico Ruivo mit einer Höhe von 1.862 Metern ebenfalls einen Besuch wert. An einem klaren Tag kann man hier – inmitten der Wolken – einen Rundblick auf das gesamte Archipel genießen.

Genuss auf Portugiesisch: Espada und Espetada

Wer nach so viel Aufregung frischluft- und abenteuertrunken ist, dem sei eine Auszeit vergönnt. Eine Stärkung muss her! Zum Glück ist Madeira bekannt für die eine oder andere Spezialität, die Gourmetherzen höher schlagen lässt. Woran es kein Vorbeikommen gibt, sind zarter Fisch und aufregende Meeresfrüchte. So frisch wie hier können Kabeljau (Bacalhau), Thunfisch (Atum) oder schwarzer Schwertfisch (Espada) wohl selten genossen werden. Isabell schwärmt von ihrer liebsten, lokalen Spezialität: „Bife de Atum de Cebolada“ (Thunfischsteak mit Zwiebelsauce) mit Milho Frito (frittiertes Maismehl), während Sergio uns den „Espada“ ans Herz legt.

Worin sich beide einig sind? Madeiras Wein, der weltberühmt ist, verzaubert nicht nur unsere Locals. Aufgrund des einzigartigen Herstellungsprozesses gewinnt man in Madeira einen äußerst robusten, intensiven Tropfen. Das zweite Nationalgetränk ist Poncha (ein Brand aus frischem Zuckerrohrsaft, Bienenhonig und Zitronen), der sich übrigens auch hervorragend als Mitbringsel eignet.

Eine Runde abschalten

Nichts rundet einen Urlaub mehr ab, als ein wenig Entspannung am Meer. Madeira ist keine klassische „Badeinsel“, bietet aber trotzdem die ein oder andere raffinierte Möglichkeit, das milde Klima ganzjährig auch planschend auszunutzen. Der subtropische Süden ist dabei etwas wärmer und trockener als im Norden und es gibt einige schöne Strände, die zum Verweilen einladen. Wie zum Beispiel Isabells Lieblingsstrand, der bekannte „Prainha“. Sie liebt den kleinen Sandstrand mit seinem kristallklaren Wasser und schätzt vor allem den Schutz vor den aufbrausenden Atlantik-Böen in der kleinen Bucht. Wer das klassische Sandstrand-Feeling vermisst, dem verschafft die eine Viertelstunde mit einem Propellerflugzeug oder etwa 2,5 Stunden mit der Fähre entfernte Nachbarinsel Porto Santo Abhilfe.

Surfen Madeira

Wer nicht nur Entspannung am Strand sucht, findet auf Madeira auch herrliche Surfspots (c) Madeira Promotion Bureau

Mit gerade einmal 5.500 Bewohnern ticken die Uhren hier ein wenig langsamer und der 9 Kilometer lange Strand lädt ebenfalls zum Entspannen ein. Ein kleiner Fun Fact am Rande: Christopher Columbus lebte hier mehrere Jahre. Auf Madeira selbst gibt es ein weiteres, natürliches Badevergnügen, das man sich ebenfalls nicht entgehen lassen sollte. Die Schwimmbäder von Porto Moniz, die vor Jahrhunderten aus Lava entstanden, sind auf jeden Fall einen Abstecher wert! Heute füllt  kristallklares Meerwasser die Becken auf natürliche Weise mit Salzwasser und während der Sommermonate gibt es sogar zusätzliche Annehmlichkeiten wie Liegen, Sonnenschirme und Duschen.

So much to do, so little time

Ob das Bestaunen der beeindruckenden Landschaft im Curral des Freiras, dem Tal der Nonnen, einer Seilbahn-Fahrt zur abgelegenen Klippe Achadas da Cruz oder eine Fahrt zur höchsten Steilklippe Europas am Cabo Girão, dem Kap der Umkehr: Madeira bietet noch so viel mehr, als auf den ersten Blick möglich erscheint. Eine Variante, mehr über die Geschichte hinter der wilden Natur der portugiesischen Blumeninsel zu erfahren, ist ein geführter Spaziergang durch die Levadas, Madeiras einzigartiges Bewässerungssystem.

Levada do Furado Madeira

Willkommen in der Levada do Furado, eine der spannendsten Wanderungen Madeiras (c) Madeira Promotion Bureau

Dieses umfasst Kanäle in einer Gesamtlänge von 2.150 Kilometer – es lohnt sich also auch auf diesen Pfaden die Vielfalt der Insel zu erkunden.

Vielfältiger Urlaub leicht gemacht

Die perfekte Reise sieht für die sportlichen Wanderinnen und Wanderer, die abenteuerhungrigen Taucherinnen und Taucher oder die entspannten Sonnenanbeterinnen und Sonnenanbeter wohl gänzlich unterschiedlich aus. Aber: Madeira bietet für jeden von ihnen das passende Programm. Für mehr Inspiration schaut doch einmal auf der offiziellen Seite des Tourismusverbandes Madeiras vorbei – dort findet ihr bestimmt den ein oder anderen weiteren Geheimtipp für euren Traumurlaub. Denn egal zu welcher Jahreszeit – auf der Blumeninsel Madeira ist ein ewiger Frühling garantiert.

Ihr wollt noch mehr schöne Urlaubs-Destinationen entdecken? Dann schaut doch mal bei unserer 1000-Moments-Reihe über MaltaVerona, Venedig, Budweis, Mailand, Genua und Nürnberg vorbei.

*Dieser Artikel ist in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Madeira entstanden.

(c) Beitragsbild Adam Śmigielski | Unsplash

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