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1000 Moments: Nürnberg

Sonntag, 8. Januar 2017 / Lesedauer: ca. 9 Minuten

1000 Moments: Nürnberg

Sonntag, 8. Januar 2017 / Lesedauer: ca. 9 Minuten

Nürnberg – was fällt jedem zu dieser Stadt ein? Nürnberger Bratwürstchen, der Christkindlmarkt und die Lebkuchen, doch die Stadt, so klein sie im Vergleich zu Wien oder München auch sein mag, hat noch einiges mehr zu bieten. Kommt mit auf eine kleine Erkundungstour durch die süße City.

von Nastja Jarkova und Luisa Lutter

Schon Martin Luther lobpreiste Nürnberg als eine besondere Stadt indem er sagte: „Nürnberg leuchtet unter den Städten wie die Sonne unter den Gestirnen“. Damit ist die Messlatte natürlich sehr hoch gelegt. Wir haben uns auf einen Streifzug mit unserer Autorin Nastja durch diese süße Stadt gemacht und hinter die alten Hausfassaden geschaut.

Eine gelungene Ankunft

Wer dieser feinen Stadt einen Besuch abstatten mag, kommt ganz entspannt mit dem HELLÖ-Bus für 23€ hin. Ich empfehle die Nachtfahrt, sie dauert ca. achteinhalb Stunden und wenn man frühmorgens ankommt, meldet sich bei den meistens wahrscheinlich gleich der erste Frühstückshunger. Der Körper verlangt Koffein und Nahrung: kein Problem, soll er bekommen. Die gemütlichsten Cafés findet man in den Stadtvierteln Johannis und Gostenhof.

Unterkommen

Geht gut im Five Reason Hotel & Hostel in der schönene Altstadt. Frühstück kann – muss man aber nicht dazu buchen. Zur Auswahl stehen gemütliche Vierbettzimmer für 22€ die Nacht und pro Person oder Sechs – sowie Achtbettzimmer für entweder 20€ bzw. 18€. Die Zimmer sind mit Pakett ausgelegt und es gibt Spinde, um die Wertsachen zu verschließen. In allen Räumen stehen Etagenbetten und es gibt extra dunkle Vorhänge für alle Langschläfer.

Erstmal brunchen

Wer Lust auf einen ausgedehnten, aber nicht allzu spontanen (Sonntags)-Brunch hat (man sollte nämlich reservieren), der ist im Café Fatal in der Jagdstraße richtig. Hier lümmelt man in Flohmarkt- Atmosphäre gemütlich drinnen, oder bei schönem Wetter in dem zugewucherten Biergärtchen draußen und kann sich vom reichhaltigen Büffet bedienen, das von warm bis kalt und herzhaft bis süß, keine Wünsche offen lässt.

Was darf es sein?

Wer es noch einen Tick alternativer mag, der wird sich im Balazzo Brozzi in der Hochstraße wie zu Hause fühlen. Hier gibt es ein ähnliches Angebot und auch einen Gastgarten, die Auswahl ist zwar etwas geringer, dafür sind es auch die Preise. Für Freunde des speziellen Geschmacks, eignet sich am besten der Salon Regina in der Fürther Straße. Hier passt (bewusst) kein Möbelstück zum anderen und die Dekoration ist derartig gewöhnungsbedürftig, dass man sie schon wieder als cool bezeichnen könnte. Allgemein ist der Bereich zwischen den U-Bahn Haltestellen Gostenhof und Bärenschanze zu empfehlen, wenn man shoppen oder essen gehen möchte. Schaut vor allem mal bei der Fachmarie rein, da gibt es handgemachten Schnickschnack und liebevoll Gestaltetes zum Verschenken.

Farbkullissen ahoi

Nürnberg hat zwar nicht so viele Grünflächen wie Wien, aber auch hier findet man diverse Parkanlagen, in denen man das Leben genießen – und die Seele baumeln lassen kann. Die Wöhrder Wiese ist ein Ort, an dem Schüler, Studenten und jeder andere, der Lust hat, abends bei ein paar Bierchen zusammensitzen. Wer gegen Abend nach dem Shoppen in der Altstadt ein wenig Ruhe und traute Zweisamkeit haben möchte – und das Ganze ohne die Altstadt zu verlassen – dem empfehle ich die mittlerweile sanierte Liebesinsel. Diese ist eine Art Terrasse, welche in die Pegnitz hineinragt, auf der, wie der Name es schon andeutet, sich oftmals Pärchen versammeln, um den Blick auf die Altstadt zu genießen.

Die letzten Sonnenstrahlen aufsaugen …

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We don’t need no Wifi – I already feel the connection

Schlechte Nachrichten übrigens für alle, die an freies WLAN an öffentlichen Plätzen gewöhnt sind: Sowas haben wir in Nürnberg leider (noch) nicht.

Wünsch dir was

Wer absolut tourimäßig unterwegs sein möchte, begibt sich dort zum Schönen Brunnen (ja, er heißt echt so!), der mit einer kitschig aber wirklich hübsch verzierten Einfassung versehen ist, in der sich zwei lose Ringe befinden. Viel Spaß beim Suchen! Der gewiefte Tourist dreht übrigens eben nicht am goldenen, sondern am besser versteckten schwarzen Ring und wünscht sich was. Ob es in Erfüllung geht, verrät der maulfaule Franke sowieso nicht, also lasst es drauf ankommen.

Nicht verpassen

Solltet ihr zum Ringlein-Drehen zufällig um 12 Uhr mittags am Hauptmarkt herumstehen, kann man sich auch noch das Männleinlaufen an der Frauenkirche ansehen. Ihr merkt, dass es losgeht, wenn neben euch die ganzen Asiaten anfangen, die Fotoapparate zu zücken. Da tanzen dann im Turm der Frauenkirche die sieben Kurfürsten um den Kaiser herum. Jaja, die glorreiche Vergangenheit Nürnbergs als Ort der Kaiserkrönung… Ein typisches Touristen-Ding, aber sicherlich ganz nett anzusehen.

Kulinarische Verlockungen 

Wenn mich abends der Hunger außer Haus treibt, besuche ich selten andere als meine sorgsam erprobten Stammlokale. Das Tiflis in der Bismarckstraße ist eines meiner Lieblingsrestaurants, hier gibt es das beste Schaschlik, das ich je in einem Lokal gegessen habe. Und nein, Schaschlik ist nicht das in Ketchup ersäufte zähe Zeug, das man von Imbissbuden kennt. Probiert es einfach mal aus, mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Davon abgesehen ist das Menü eine Mischung aus verschiedensten osteuropäischen Gerichten und die Preise sind äußerst studentenfreundlich. Der einzige Nachteil ist allerdings, dass Veganer in diesem Restaurant hungrig bleiben werden, da fast alle Speisen entweder Fleisch oder Käse beinhalten.

Omnomnom – Vegetarische Schmankerl 

Deutlich angenehmer für Veganer und Vegetarier sind dann schon das Crazy Nate’s in der Unteren Zwingerstraße und der Vegöner in der Poppenreuther Straße. Das Crazy Nate’s wurde mir von einer Freundin, die aus den USA kommt, empfohlen. Hier gibt es, ihrer Meinung nach, das authentischste Tex-Mex Essen in Nürnberg. Das Menü ist recht übersichtlich und besteht primär aus Burritos und Tacos, dafür gibt’s jedes Essen auch in einer vegetarischen und veganen Variante. Zudem ist der Laden ziemlich atmosphärisch, ein Großteil der Einrichtung und Deko besteht aus Skate-und Surfboards, selbst die Türgriffe sind aus Skateboard-Achsen gemacht. Ein weiterer, zumindest für mich nicht zu vernachlässigender Vorteil ist, dass man sich im Crazy Nate’s mit unter 10€ komplett satt essen kann.

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(c) Crazy Nate’s

Ähnlich verhält es sich mit dem Vegöner. Wie der Name schon andeutet, gibt es dort hauptsächlich vegane Döner aber auch vegane Burger und andere Kleinigkeiten. Wenn ein besonderer Anlass ansteht und ich mir zur Feier des Tages etwas gönnen möchte, also ausnahmsweise bereit bin, etwas mehr Geld auszugeben, dann gehe ich in das Weinstockwerk in der Glockendonstraße. Das Weinstockwerk serviert hauptsächlich Steaks sowie Burger und natürlich eine riesige Auswahl an verschiedensten leckeren Weinen.

Let’s go out tonight

Nürnbergs Club- und Feierszene ist zwar überschaubar, aber keine Frage, man kann auch hier sehr gut weggehen. Wer gemütlich ein wenig Trinken möchte, dem empfehle ich die Weinerei oder das Kloster – beide Lokale befinden sich in der Altstadt. Die Weinerei ist per se keine Bar, sondern ein Kunst- und Kulturverein und läuft auf Spendenbasis. Im Erdgeschoss ist die ‚Bar‘ und oben drüber befindet sich eine offene Galerie in der monatlich wechselnde Ausstellungen verschiedenster Künstler stattfinden. Das Prinzip der Weinerei ist recht simpel: Man mietet sich für zwei Euro ein Glas und bedient sich aus einer Auswahl von ca. zehn verschiedenen Weinen und am Ende hinterlässt man eine Spende. Die Weinerei ist in den letzten Jahren zu meinem zweiten Wohnzimmer geworden, unter anderem, weil man dort auch meistens die Künstler aus der Region antrifft. Außerdem ist nicht zu vernachlässigen, dass auch bei ehrlichem Spenden der studentische Geldbeutel nicht allzu sehr strapaziert wird.

Das Kloster ist eine recht kleine und makabre Bar: über der Eingangstür hängt ein Sarg, die Beleuchtung ist recht düster und an den Wänden hängen kitschige Heiligenbilder. Klingt erstmal ziemlich eigenartig, aber das Kloster hat auf jeden Fall seinen eigenen Charme. Das Publikum ist eher alternativ und offen, man kommt hier sicher auch ins Gespräch, wenn man zum ersten Mal da ist.
Für den späteren Abend sollte man als Douglas-Adams-Fan unbedingt mal in die Bar 42 schauen, um bei einem pangalaktischen Donnergurgler auf der kleinen Tanzfläche ein wenig vor sich hin zu wippen. Besonders schön ist, dass man hier keinen Eintritt zahlen muss.

3..,2..,1, weiter geht’s

Ein weiterer, alteingesessener Club mit einem recht breiten Musikrepertoire, vor allem auch Indie, was ja mittlerweile schon fast eine Seltenheit ist, ist der Club Stereo. Hier ist der Eintritt bis zwölf Uhr oftmals frei und danach auch preislich verkraftbar. Der bekannteste Club, in dem ein elektronisches Standardprogramm auch mit internationalen Stars geboten wird, ist die Rakete. Leider ist sie etwas abgelegener und vor allem auch (dem Programm entsprechend) ziemlich teuer. Ein Besuch lohnt sich trotzdem, vor allem wenn man ein Freund der elektronischen Tanzmusik ist. Die beste Zeit ist hier so ab eins, ab vier sollte man die Toiletten nur noch benutzen, wenn man einen robusten Magen hat und ab fünf ist leider Schluss. Nach einem Stündchen vor der Tür darf man oft, wenn man noch Puste hat, ab sechs wieder weitertanzen. Macht’s Sinn? Nein, aber wir sind ja auch Bayern.

Immer noch nicht genug?

Zwei weitere Discos, die sich auch um kulturelle Events bemühen, sind der Z-Bau und die Desi. Beide haben im Sommer auch Veranstaltungen im gemütlichen Außenbereich und bieten alles von Konzerten über Hiphop, Drum’n’Bass und Indie. Zusätzlich gibt es dort auch mal einen Flohmarkt im Z-Bau oder Openair-Kino im Desi.

Ohne knurrennden Magen durch die Nacht

Wenn ihr dann, vom vielen Feiern erschöpft, überraschend einen Mitternachtssnack möchtet, seien euch neben dem Standard Döner- und Fastfood-Programm rund um den Hauptbahnhof noch folgende zwei Läden ans Herz gelegt: Der Wurst-Durst in der Luitpoldstraße ist eine Currywurstbude der etwas anderen Art. Die Soßen sind hausgemacht und können in variierenden Schärfegraden bestellt werden. Und für die Vegetarier: Die scharfe Remoulade mit den dicken Pommes ist eine absolute Kater-Präventivmaßnahme! Daneben gibt es noch die Wacht am Rhein in der Klaragasse, eine echte Nürnberger Institution, die es gefühlt irgendwie schon immer gibt. Hier könnt ihr bis in die Morgenstunden fränkische Spezialitäten bestellen. Ambiente und Kundschaft werden mit fortschreitender Stunde im Übrigen auch immer „interessanter“.

Hunger auf Kultur

Abgesehen vom Feiern hat Nürnberg auch Kultur zu bieten: Die Blaue Nacht Anfang Mai ist ein Event, bei dem die Nürnberger Museen bis lang in die Nacht hinein offen haben und in der Altstadt ein Kunst- und Kulturprogramm stattfindet. Um die Museen zu besuchen, braucht man zwar ein Ticket, aber das gesamte restliche Programm ist kostenlos. Während der Blauen Nacht wird die ganze Altstadt mit verschiedensten blau leuchtenden Lichterarrangements dekoriert. Es ist also auf jeden Fall einen Besuch wert, auch wenn man sich kein Museumsticket holt. Sollte man die knapp 15 Euro dennoch investieren, darf man neben dem kostenlosen Besuchen in den Museen auch die ganze Nacht die Öffis nutzen. 

Die Stadt in 48 Stunden, dank der Nürnberg Card 

Sparfüchse aufgepasst: Durch dieses Angebot haben Touristen freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und außerdem kostenlosen Eintritt in alle Museen und Sehenswürdigkeiten. Man bezahlt einmalig 25€ und kann im Anschluss zwei aufeinanderfolgende Tage in Nürnberg und Fürth auf Entdeckungstour gehen.  Ansonsten gilt: Mit Bussen und Bahnen durch Nürnberg zu fahren, ist leider ein eher teurer Spaß. Deswegen empfiehlt es sich, wenn man zu zweit oder mit Kindern unterwegs ist, ein Tagesticket plus für 11,50€  zu kaufen. Das ist relativ erschwinglich und gilt am Wochenende sogar für Samstag und Sonntag.

Kultur einmal anders

Der Bierkultur wird in Nürnberg selbstverständlich auch mit Hingabe gehuldigt. Besser als das viel bekanntere Volksfest, ist das Fränkische Bierfest, das jeden Frühsommer im Burggraben stattfindet. Manchmal hat man fast das Bedürfnis, sich die dortige Live-Musik etwas schön zutrinken, aber dazu hat man mit über 40 verschiedenen Brauereien, die dort ihre Stände haben, auch reichlich Gelegenheit.

Musik in den Ohren 

Ein letztes Ereignis, das aufgrund seiner Einzigartigkeit Erwähnung finden sollte, ist das Bardentreffen. Hier gibt es in der ganzen Altstadt auf verschiedenen Bühnen kostenlose Konzerte und nahezu überall in der Stadt spielen Straßenmusiker live für ihr Publikum.

Unbedingt ausprobieren

Der sicherlich malerischste Ort, an dem man (nicht nur) beim Bardentreffen mal vorbeischauen sollte, ist der Platz am Tiergärtnertor mit seinem verunstalteten Dürer-Hasen. Zwischen Fachwerkhäuschen und der Burg sitzt man hier am Boden herum und trinkt am liebsten das Nürnberger Altstadthof-Bier, das man dort recht günstig direkt von der kleinen Brauerei in 1l Bügelflaschen kaufen kann. Hier gibt es übrigens auch einen kleinen Souvenir-Shop rund ums Bier und man kann Tickets für Stadtführungen aller Art, zum Beispiel in die Nürnberger Lochgefängnisse, kaufen. Da sich dort unterhalb der Burg auch das Haus des Malers Albrecht Dürer befindet, wird der Platz von den Nürnbergern auch einfach „Dürer“ genannt, obwohl der echte Dürer-Platz eigentlich ganz woanders ist. Die Franken mögen’s halt wenig speziell und wenn nicht, dann wenigstens kompliziert. Schaut es euch einfach selbst mal an.

Zur Autorin

Nastja ist Nürnbergerin durch und durch und seit dem sie sich entschieden hat in Wien Publizistik und Kommunikationswissenschaften zu studieren, vermisst sie ihre Lieblingsstadt auch gelegentlich richtig doll. Hin und wieder findet sie die Franken mit ihren verschrobenen Macken immernoch unglaublich seltsam… aber irgendwie trotzdem liebenswert. „Bassd scho!“, wie man in Nürnberg dazu sagen würde. 

Fotos
(c) By de:Benutzer:Stern /  Staatstheater Nürnberg/ Montage aus zwei Fotografien mit
unterschiedlicher Belichtungszeit / Creative Commons CC
(c) By Nastja Jarkova

Gesponserter Artikel von HELLÖ.

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