Der Ausstellungs-Guide für Wien 2019

Freitag, 12. April 2019 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Der Ausstellungs-Guide für Wien 2019

Freitag, 12. April 2019 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Auch 2019 locken euch zahlreiche Wiener Museen in ihre Räumlichkeiten. Lasst euch spannende Geschichten erzählen, erfahrt gut recherchierte Hintergrundinfos zu beeindruckenden Persönlichkeiten und bleibt mit euren Blicken an vielen Bildern hängen. Ein Besuch der vielfältigen Museen lohnt sich immer und damit ihr den Überblick behaltet, haben wir hier für euch den passenden Ausstellungs-Guide für die kommenden Monate.

von Luisa Lutter

Lasst euch mitnehmen in eine Welt voller Kunst, Architektur und inspirierenden Gedankengängen. Die Wiener Museen sind voller Kuriositäten, spannender Geschichten und besonderer Werke von großen und kleinen Künstlern. Wir präsentieren euch hier eine Vorschau für kommende Ausstellungen in Wien. Viel Vergnügen beim Lesen und hoffentlich mögen euch die Zeilen zum Besuch der jeweiligen Museen inspirieren. Denn wir sind der Meinung: Museen gehören einfach viel mehr besucht!

MAK – Koloman Moser

Zu Ehren des Künstlers und zu seinem 100. Todesjahr hat das MAK eine besondere Ausstellung für Koloman Moser (1868-1918) in Auftrag gegeben. Es ist die bisher umfangreichste Ausstellung über das Ausnahmetalent. Sie zeigt auf mit welchem Ehrgeiz und mit wie viel Passion Koloman Moser versuchte sich einer modernen Formensprache zu bedienen – und diese in weiterer Folge auch stark prägte. Ihr könnt rund 500 Exponate, großteils aus der MAK-Sammlung bestaunen und ergänzend dazu gibt es zahlreiche nationale und internationale Leihgaben, welche erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ihr begleitet seinen Werdegang vom Maler hin zum Allround-Künstler. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 22. April 2019. Der Eintritt kostet 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren kommen kostenlos hinein. Pssst, an alle die es noch nicht wissen: Jeden Dienstag zwischen 18 und 22 Uhr kommt jeder um 5 Euro ins MAK.

Stubenring 5, 1010

Mozarthaus Vienna – Mozart: Reisender in Europa

Kultur-, Klassik- und Wien-Fans sollten jetzt die Ohren spitzen: Denn seit dem Frühjahr 2019 wartet das Mozarthaus Vienna – übrigens einstiger Wohnsitz von Wolfgang Amadeus Mozart – mit einer ganz neuen Sonderausstellung auf. Und zwar mit der Ausstellung „Mozart: Reisender in Europa“. Eine Ausstellung des Archivs der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien im Mozarthaus Vienna. Wie der Name schon erahnen lässt, dreht sich hier alles um die Reisen des Komponisten durch Europa. Warum die so interessant sind? Zum einen war es zu damaligen Zeiten noch sehr unüblich – und meist auch noch unerschwinglich – dass Menschen, geschweige denn Kinder, durch Europa reisen. Zum anderen wird in der Ausstellung spannend und ausführlich dargelegt, wie Mozart – und damit auch ein großes Stück österreichische Kultur – durch diese Reisen durch Europa geprägt wurde. Immerhin geht man heute davon aus, dass das Wunderkind erst durch diese Reisen in den Jahren als Kind und Jugendlicher so erfolgreich wurde. So lernte er neue Sprachen, fremde Kulturen und Musik sowie den richtigen Umgang mit Regenten auf dem ganzen Kontinent kennen. Das öffnete nicht nur Mozarts künstlerischen Horizont, sondern steigerte auch seine Bekanntheit und brachte ihm so unzählige Aufträge ein. Es wurde also schon hier der Grundstein für die Legende Mozart gelegt. Wer es jetzt aber – so wie wir – ganz genau wissen möchte, der sollte sich die Sonderausstellung im Mozarthaus Vienna am besten zu Gemüte führen. Die könnt ihr übrigens täglich zwischen 10 und 19 Uhr um 11 € besuchen. Rabatte gibt’s für Studis, SeniorInnen und mit Wien Karte.

Domgasse 5, 1010

Foto Wien

Das Wiener Fotografiefestival „Eyes On“ bekommt heuer einen neuen Anstrich und nennt sich fortan „Foto Wien„. Vom 20. März bis 20. April 2019 steht Wien ganz im Zeichen der Fotografie und so wird das neue Festival einen Monat lang mit einem kuratierten Programm vom Kunsthaus ausgerichtet. Es werden neben dem Kunsthaus über 100 Programmpartner, wie Museen, Ausstellungshäuser, Galerien, Kunstuniversitäten, Künstlerinitiativen und Offspaces bestückt und es wird ein breites Spektrum mit richtungsweisenden Positionen in der Fotogeschichte zu sehen sein.
Euch erwarten spannende Fotoprojekte und um noch tiefer in die Materie der Fotografie eintauchen zu können, wird erstmals eine Festivalzentrale eingerichtet: Die Otto Wagner Postsparkasse im ersten Bezirk. Sie wird für die Dauer von 19 Tagen zur Drehscheibe der Wiener Fotoszene. Neben Platz für Fotoausstellungen und einen Photobook Market gibt es einen Ort für internationalen Diskurs rund um das vielseitige Thema Fotografie. Geöffnet wird täglich zwischen 10 bis 18 Uhr sein.

Untere Weißgerberstraße 13, 1030

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© SAVE THE DATE #fotowien #fotowien2019

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Jüdisches Museum – Arik Brauer

Das Jüdische Museum konnte sich bereits Ende 2018 gleich über zwei Nachrichten freuen: Zum einen ist das Haus 30 Jahre alt geworden und feierte dies gebührend, zum anderen konnte im vergangenen Jahr ein neuer Besucherrekord verzeichnet werden. Auch heuer wird dieses rege Interesse für das Museum mit zwei Standorten hoffentlich anhalten. Mit der kommenden Ausstellung über Arik Brauer wird es definitiv spannend im Museum. Vom 3. April bis 22. Oktober 2019 werdet ihr allerlei von seiner Schaffenskraft in der Malerei, Architektur, Musik bis hin zum Tanz und der Bildhauerei sehen. Arik Brauer kann auf ein turbulentes Leben zurückblicken: von einer sorglosen Kindheit, die durch den Nationalsozialismus abrupt beendet wurde, hin zur Ermordung des Vaters im Holocaust, über die Studienjahre an der Akademie der Bildenden Künste, wo er zu einem Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus wurde. Später trat er eine Reisen mit dem Fahrrad an und erkundete so Europa und Afrika. Wer sich vorab einen Eindruck über seinen Einfallsreichtum machen möchte, kann zum Beispiel in der Gumpendorfer Straße 134-136 im 6. Bezirk vorbei schauen und das auffällige Mehrfamilienhaus, welches ganz nach seinen Vorstellungen gebaut wurde, bestaunen.

Dorotheergasse 11, 1010

Unteres Belvedere – Stadt der Frauen

Absolut sehenswert und sehr vielseitig: Die neue Ausstellung im Unteren Belvedere zum Thema „Stadt der Frauen“ ist ein tolles Statement und beschäftigt sich mit Künstlerinnen zwischen 1900 und 1938. Seit dem 25. Jänner könnt ihr bemerkenswerte Beiträge zur Epoche der Wiener Moderne sehen. Es sind diverse Arbeiten von rund 60 Künstlerinnen ausgestellt, die sich mit Stilrichtungen wie Stimmungsimpressionen, Sezessionismus, Expressionismus und Kinetismus beschäftigen. Zu Beginn des 20. Jahrhundert waren Frauen in der Kunstszene fest verankert und gleichgestellt mit Egon Schiele und Gustav Klimt. Nach 1938 wurden sie größtenteils durch das NS-Regimen ausgeschlossen, verbannt und vergessen. Das Museum nimmt sich diesen Perlen der Kunst wieder an und führt uns in einer wunderbar aufbereiteten Ausstellung vor Augen, was die Frauen schon damals in der Kunstszene hervorgebracht haben. Zu sehen sind diese besonderen Seiten der Kunstgeschichte noch bis zum 19. Mai 2019.

MAK – Chinese Whispers

Eintauchen in ferne Regionen? Kein Problem im MAK. Hier werdet ihr in die chinesische Gegenwartskunst eingeführt und bekommt Einblicke in die Sigg Collection. Diese stellt eine umfassende Sammlung dar, welche Mitte der 1990er begonnen wurde und mittlerweile zu den repräsentativsten Sammlungen der chinesischen Kunst zählt. Uli Sigg, bekannter Wirtschaftsjournalist, Unternehmer und Schweizer Botschafter in China, Nordkorea und der Mongolei, ist der Mann hinter der Sammlung. Das MAK hat sie zeitgleich in einen Diskurs gestellt und beleuchtet, in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bern und dem Zentrum Paul Klee, die Kulissen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Zu sehen ist die Ausstellung bis 25. Mai 2019.

Stubenring 5, 1010

Belvedere 21 – Christian Ludwig Attersee

Vom 1. Februar 2019 bis zum 18. August 2019 könnt ihr nun in die Welt des Künstlers Attersees eintauchen. Die oberste Etage des 21er Haus gehört für den Zeitraum ganz ihm. Zum 80. Geburtstag widmet ihm das Belvedere eine Großausstellung unter dem Namen „Moderne-Dependance“. Zu sehen gibt es eine sehr wilde Mischung aus unterschiedlichen Werken. Der Künstler mit seinen Eigenarten und dem Hang zur Sexualisierung kann auf ein Gesamtwerk von rund 10.000 Werken zurückblicken. Natürlich sind nicht alle ausgestellt, aber die Mischung macht es bekanntlich aus. Größtenteils bezieht sich die Ausstellung auf seine Frühwerke. Mittwoch und Freitag sind stets die langen Abende und ihr könnt an diesen zwei Tagen bis 21 Uhr in das Museum.

Arsenalstraße 1, 1030

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В венском Бельведере открывается выставка Кристиана Людвига Аттерзее «Feuerstelle» («Огнище»). Художник, музыкант, поэт, сценограф, профессор живописи и яхтсмен — словом, настоящий «огонь», Аттерзее уже более пятидесяти лет является одним из самых активных художников Австрии. «Аттерзее — великий одинокий волк австрийского искусства, противопоставивший свое творчество венскому акционизму», — именно так художник представлен на его персональном сайте. Когда Аттерзее начинал свой путь в искусстве, живопись уже считалась анахронизмом. Передовые силы Вены были заняты кровавыми акциями. Впрочем, сам «одинокий волк» не обошел акционизм стороной. В 1962 году он отыграл концерт для шестисот альпийских коров, любил шокировать публику, позируя обнаженным для фотографий, а чтобы изучить его «Протезный алфавит», зрители должны были примерять на себя протезы в виде букв. Но главное, чем знаменит Аттерзее, — это его живопись. В юности он был увлечен Кандинским, но его собственный стиль завис где-то между экспрессионизмом и сюрреализмом. В его почти барочных композициях жизнь бьет ключом: смешались рыбы, люди, а также птицы, паруса, волны, бокалы и еда. Всё летит, бежит и скачет, всё кажется сплошной импровизацией, странным сновидением. Стихийная живопись в полной мере соответствует его псевдониму — Аттерзее, взятому по названию бурного австрийского озера. #вена #vienna На фото: #ChristianLudwigAttersee «Feuerstelle», «Ansichtskarten», #КристианЛюдвигАттерзее, «Fingerimbiss» Мероприятие проходит с 01.02.2019 по 18.08.2019 @belvedere21wien #belvedere21wien

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Österreichische Nationalbibliothek – Wien. Eine Stadt im Spiegel der Literatur

Zwischen dem 12. April 2019 und 16 .Februar 2020 wird in dem schönen Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek die Stadt als Traumlandschaft und Erinnerungsraum, als Utopie und Tatort erweckt. In vielen Werken der österreichischen Literatur ist Wien Ausgangspunkt des Geschehens. Genau da setzt die Ausstellung an und nimmt uns Besucher mit zu den Rändern, zu abgelegenen Orten und in den Untergrund der Stadt.

Johannesgasse 6, 1010

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Wer Zeit übrig hat, der sollte unbedingt für ein paar Stunden ins Literaturmuseum in Wien gehen. . Ich habe noch nie ein so gut gemachtes Museum für Literatur besucht. Man erfährt dort alles über die österreichische Literatur und die Orte des literarischen Lebens in Wien, wie die Kaffeehäuser oder den Wiener Wurstelprater. . Man findet in diesem Museum wertvolle Handschriften und Erstausgaben von Johann Nestroy, Franz Kafka, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Stefan Zweig und vielen anderen, sowie das originalgetreu erhaltene Arbeitszimmer von Franz Grillpanzer. . Eine gemütliche Leseecke lädt ein, sich ein Buch zu nehmen und einfach loszulesen. . Ja, so stelle ich mir einen gelungenen Kurzurlaub vor 😄

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Wenn ihr noch mehr über die schönsten Bücher in und über Wien erfahren möchtet, schaut doch einmal im zugehörigen Blogartikel vorbei. Viele weitere tolle Highlights könnt ihr in unseren To Do’s vorfinden.

(c) Beitragsbild | 1000things.at | Luisa Lutter
(c) Facebook-Beitragsbild | MAK/Katrin Wißkirchen

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