Wilder Kaiser

Die schönsten Hüttenwanderungen für den Herbst 2018

Sonntag, 30. September 2018 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Die schönsten Hüttenwanderungen für den Herbst 2018

Sonntag, 30. September 2018 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Die Bäume werden bunter, die Temperaturen kühler. Im Herbst packt uns immer das Wanderfieber. Und was wäre ein kräftiger Fußmarsch durch die Natur ohne einen Abstecher in die eine oder andere Hütte? Welche Hütte ihr mit euren Wanderschuhen im Herbst unbedingt noch einen Besuch abstatten müsst, erfahrt ihr hier.

von Viktoria Klimpfinger & Julia Wagner

Was ist das Beste am Wandern? Die Natur? Das Auspowern? Die abzippbaren Hosen, die ausschließlich in diesem Zusammenhang modisch akzeptabel sind? Von wegen: Das Beste ist immer noch der erschöpfte, ausgehungerte Abstecher in die urige Hütte am Berghang. Deshalb haben wir euch hier ein paar idyllische Hüttenwanderungen zusammengestellt, bei denen eure Füße und euer Sitzfleisch gleichermaßen auf ihre Kosten kommen.

Auf der Rax zum Habsburghaus

Als Hobbywanderer sind uns Wandertouren, bei denen bergauf Seilbahnen involviert sind, nicht unsympathisch. Peilt ihr das Habsburghaus am niederösterreichischen Bergmassiv Rax an, geht’s gleich mal mit der ältesten Seilbahn Österreichs hinauf zur Bergstation. Der wunderbare, gut ausgebaute Weg führt euch gleich mal in Richtung Ottohaus. Dort könnt ihr in einem 4000 Quadratmeter großen Alpengarten flanieren oder aus über 1000 Metern Seehöhe auf das Wiener Becken hinabstarren, bevor es durch den Latschenkieferwald zum Preinerwand-Kreuz geht. Kurz danach könnt ihr euch entscheiden, ob ihr links zur „Neuen Seehütte“ abbiegt oder lieber geradeaus euren Weg zum Habsburghaus fortsetzt. Von nun an wird’s ziemlich steil, lohnt sich aber für die herrliche Aussicht am Trinksteinsattel auf der Landesgrenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark allemal. Das Habsburghaus hat übrigens von Ende Mai bis Mitte Oktober geöffnet.

Die 3-Tage Hüttenwanderung am Wilden Kaiser

Majestätisch thront er im wunderschönen Tirol und begeistert jährlich viele Besucher mit seiner Schönheit. Die Rede ist vom Wilden Kaiser. Ganz klar, dass hier einige Hütten besucht werden wollen. Die 3-Tage Hüttenwanderung stellt die Südseite des Wilden Kaisers vor und besticht mit berühmten Gipfeln, urigen Berghütten und der unverwechselbaren Schönheit der Region. Die Wanderung führt euch 3 Tage lang von einer zauberhaften Hütte zur nächsten. Auch in der Kilometeranzahl, bleibt die Wanderung der 3 treu, da man nämlich genau 33 Kilometer an 3 Tagen zu 3 Hütten zurücklegt. Bei den Höhenmetern werden es rund 5000 Höhenmeter sein, die man zu bezwingen hat. Start der 3-Tage Hüttenwanderung ist in Going (Hüttling), besser bekannt auch als „die Sonnenseite des Wilden Kaisers“. Nach einem köstlichen Almfrühstück auf der Oberen Regalm geht es weiter Richtung Westen an den Südflanken des Wilden Kaisers zur höchstgelegenen Hütte – die Gruttenhütte. Auf 1620 Höhenmetern schmeckt euch hier das Abendessen bestimmt besonders gut.

Am Tag 2 wird es musikalisch! Es geht vorbei an etlichen „gstandenen“ Hüttenwirten, die immer gerne für ihre Gäste musizieren und so für gute Unterhaltung sorgen. Schließlich beeindruckt der atemberaubend schöne Hintersteiner See als Etappenziel. Tag 3 erfreut nochmals eure Augen mit einem herrlichen Panorama und der Blick reicht auf die Hohe Salve bis hinein ins Inntal. Beim Abstieg empfehlen wir, bei der Hinterschießling Alm einzukehren und euch mit der Spezialität des Hauses, dem Angusrind zu belohnen. Danach geht es über die Rehbachklamm hinab ins Dorfzentrum von Scheffau. Besonders cool: Mit dem kostenlosen Wanderbus „KaiserJet“ werdet ihr zum Ausgangspunkt zurück nach Going gebracht, wo ihr eure Wanderschuhe wieder gegen die Birkenstock-Schlapfen tauschen könnt. Eines sei noch erwähnt, begehbar ist die 3-Tage Hüttenwanderung, vorausgesetzt man ist trittsicher und schwindelfrei, je nach Schneelage von Anfang Juni bis Anfang Oktober.

Von der Klamm zu den Hütten in Spital am Pyhrn

In Spital am Pyhrn in der Steiermark bewandert ihr in fünf Stunden ganze drei Hütten. Ihr startet am besten vom ehemaligen Gasthaus Grünau im Ort in die Dr.-Vogelgesang-Klamm. Entlang eines sprudelnden Baches braucht ihr ungefähr eine Stunde und 15 Minuten bis zur Bocksruckhütte, die von Anfang Mai bis Ende Oktober und von Weihnachten bis Ostern bewirtschaftet ist. Noch nicht hungrig, durstig oder blasengefüllt? Dann können Übermotivierte von hier aus gleich noch eine Stunde dranhängen, bis sie im Rohrauerhaus und damit in Oberösterreich ankommen.

Klassisch-rustikal liegt die Hütte in den Ennstaler Alpen, die von Mitte Mai bis Ende Oktober hungrige Wanderer sättigt. Doch so bodenständig es hier zugeht, so modern ist man, wenn’s ums Zahlen geht: Die Bargeldverweigerer unter euch können hier praktischer Weise mit Bankomat- oder Kreditkarte zahlen. Vom Rohrauerhaus könntet ihr in zweieinhalb Stunden den sehr steilen Großen Pyhrgas erklimmen. Oder ihr folgt eurer Post-Mittagessen-Müdigkeit lieber direkt zu einem verdienten Kaffee auf der Hofalm (geöffnet von Mitte Mai bis Ende Oktober), die sich zehn Minuten unterhalb des Hofalmsattels befindet und von Mitte Mai bis Ende Oktober geöffnet hat. Am Hofalmsattel habt ihr übrigens einen herrlichen Ausblick auf das Tal und die Berggipfel des Toten Gebirges.

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Dr. Vogelgesang Klamm

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Ausgedehnter Wanderurlaub im Gesäuse

Zu viel Hüttenhopping an einem Tag? Dann macht doch gleich ein paar Wandertage daraus! Im Gesäuse in der Steiermark gibt es so viele Hütten, dass ihr hier wahrscheinlich wochenlang unterwegs sein könntet, ohne einmal verzweifelt im Freien übernachten zu müssen. Das würde sich hier aber übrigens durchaus lohnen, ist doch der dunkle, üppige Sternenhimmel über dem Gesäuse angeblich europaweit einzigartig. BERGFEX hat jedenfalls eine sieben- bis neuntägige Tour vom Gesäuse in die Haller Mauern und zurück zusammengestellt, bei der ihr vom Ausgangsort Admont aus an stolzen zehn Schutzhütten vorbeikommt.

Wenn euch das zu viel der Hüttengaudi ist, könnt ihr natürlich auch nach jeder der sechs Etappen abbrechen. Besonders günstig wäre es etwa, nach der dritten Tagesetappe. Sie führt euch ins Sulzkar und sogar an einem See vorbei. Folgt ihr der Forststraße, gelangt ihr irgendwann zum Parkplatz Hartelsgraben. Von dort aus könnt ihr mit dem Sammeltaxi nach Admont zurückfahren. Da würde euch allerdings ein besonderes Naturschauspiel entgehen: Wenn ihr euch aufrafft und den Hüttenrundwanderweg in Richtung Buchsteinhaus fortsetzt, erstrecken sich schließlich vor euch die Nordwände. Am Abend zieht sich die Sonne hinter die Spitzen des Bergmassivs zurück und tunkt sie in rötlich-gelbes Licht – das sogenannte „Alpenglühen“. Generell hat diese Tour so ziemlich alles zu bieten, was man sich von einem Ausflug in die Berge erwartet: Almen, Seen, Felswände, Bergmassive, Wälder und Felder.

Den KAT-Walk der Kitzbüheler Alpen rocken

Auch im Tiroler Kitzbühel könnt ihr gleich mehrere Tage in Hüttenfeeling schwelgen. Der Kitzbüheler Alpen Trail, kurz: KAT, ist das grüne Eldorado für Weitwanderer. Die Kompakt-Tour führt euch in fünf Tagen von Hopfgarten bis nach St. Ulrich. Ihr startet eure Tour in Hopfgarten, wo ihr von der Bergstation der Gondel aus auf die Hohe Salve steigt. Ein herrlicher Ausblick über das Gipfelmeer belohnt euch gleich zu Beginn eurer Fußreise. Übrigens steht hier auch Österreichs höchst gelegene Wallfahrtskirche. Über idyllische Steige und an Seen vorbei kommt ihr schließlich in Brixen an. Von dort führt die zweite Etappe nach Kirchberg. Durch Wald und Wiese kommt ihr an der Wiegalm vorbei, die noch bis 7. Oktober jedes Wochenende bewirtschaftet ist. Dann erklimmt ihr den Gaisberg bis zur Brixenbachalm. Ihr seid hier so hoch oben, dass die Vegetation langsam Kalkgestein, Karst und Latschenkiefern Platz macht. Ein 360-Grad-Panorama erstreckt sich vor euch, das jede Ansichtskarte aussehen lässt wie die Kritzelei eines Vorschulkindes.

Am dritten Tag geht’s von Kirchberg nach Kitzbühel und damit zum höchsten Punkt der Tour auf der Ehrenbachhöhe. Entlang des Hahnenkamm-Bergrückens wandert ihr auf Feldern, die im Winter von allerhand Bretteln bewedelt werden. Schließlich geht’s sogar auf der berühmten Streif-Rennstrecke bergab ins schöne Kitzbühel. Wenn am vierten Tag die Füße schon müde sind, könnt ihr die Etappe von Kitzbühel nach St. Johann mit einigen Bergbahnen etwas abkürzen. Die herrliche Aussicht mindert das nicht. Besonders auf diesem Weg warten einige Hütten auf euren leeren Magen. Von St. Johann geht’s schließlich durch Karstgebilde und Almweiden nach St. Ulrich am Pillersee. Ein Pauschalangebot der Kitzbüheler Alpen ermöglicht euch für stolze 499 Euro sechs Übernachtungen vom Gasthof bis zum Sternehotel.

Wo ihr sonst noch durch herrlich buntes Laub wandern könnt, zeigen euch unsere traumhaften Herbstwanderungen. Und was ihr in Österreich sonst noch alles anstellen könnt, verraten euch unsere To Do’s.

Beitragsbild: (c) TVB Wilder Kaiser

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