Die Zukunft der Stadt – Teil 1

Montag, 21. November 2016 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die Zukunft der Stadt – Teil 1

Montag, 21. November 2016 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Zu Besuch im Technischen Musuem Wien haben wir uns im Zuge der laufenden Sonderausstellung der Frage gewidmet, wie denn das Leben in der Stadt in Zukunft aussehen wird.  Welche Erfindungen und Innovationen werden unser aller täglich Leben begleiten? Wie soll und kann dem aufkommenden Platzmangel entgegengewirkt werden? Welche innovativen Ideen zur Energieversorgung gibt es? Begleitet uns auf einer spannenden Entdeckungstour und erfahrt, wie unser Leben zukünftig aussehen könnte.

von Marie Amenitsch & Jan Pöltner

Mit der dreiteiligen Ausstellungsreihe mit 6- jähriger Laufzeit „weiter_gedacht_“ widmet sich das Technische Museum Wien den Innovationsprozessen der Stadt der Gegenwart und der Zukunft. Der Trend der Urbanisierung lässt sich nicht leugnen und so ist die Stadt ohne Zweifel der Lebensraum der Zukunft: Bis zum Jahr 2050 werden die Städte höchstwahrscheinlich mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung beherbergen, obwohl diese nur zwei Prozent der Weltoberfläche einnehmen. Stellt sich folglich die Frage, wie das Leben in Zukunft funktionieren soll. Wie wollen wir wohnen? Wie können wir bauen, uns fortbewegen und uns mit Energie versorgen? Wie wollen wir uns ernähren und unsere Städte organisieren?

All diesen Fragen wird in der aktuellen Sonderausstellung im Technischen Museum Wien nachgegangen und auf eindrucksvolle, interaktive Art und Weise dargestellt. Anregungen zum eigenen Ausprobieren, Testen und zur Reflexion stehen im Mittelpunkt und führen weg vom rein musealen „Anschauen“. Der Name der Ausstellung ist auch im Museum selbst Programm und so wurde das Technische Museum um einen Einbau erweitert und extra ein flexibler „Werkzeugkoffer“ entwickelt, der in die Museumsräumlichkeiten integriert wurde. Dieser Einbau präsentiert auf mehreren Ebenen verschiedenste Exponate und zeigt auch wie aufkommenden Schwierigkeiten wie zunehmendem Platzmangel mit cleveren architektonischen Ideen entgegen gewirkt werden kann. Die wesentlichen Grundpfeiler der Ausstellung bilden die Schlagworte urban life, urban innovations, urban energy, urban mobility und urban power. Um nicht zu viel vorweg zu nehmen, werden wir uns darauf beschränken, euch einige Highlights, die wir im Zuge der Führung in der Ausstellung bestaunen durften, zu präsentieren.

Gärten an Häuserfassaden

Ein Projekt, das uns besonders gut im Gedächtnis geblieben ist und viel Potential zu tragen scheint, um mangelnden Grün- und Gartenflächen entgegen zu wirken, ist die Hydroponikanlage. In der vertikalen Gartenanlage wachsen dank einem geschlossenen Wasserkreislauf 150 Pflanzen und Kräuter wie beispielsweise Oregano, aber auch Salat oder Mangold, die auf kleinem Raum übereinandergestapelt  sogar indoor dank der LED-Beleuchtung gedeihen können. Das Objekt ist aber kein reines Schauexemplar sondern dient zeitgleich auch der Universität für Bodenkultur zur Forschung um diverse Fragen zu klären: Wie wachsen die Pflanzen in diesem Raum? Wie viel Licht brauchen sie, und welches? Wir durften uns sogar als Testesser zur Verfügung stellen und von dem Grünzeug kosten und können garantieren: Man schmeckt keinen Unterschied und auch in Japan sind solche Gartenanlagen an Häuserfassaden schon in Verwendung.

Mit der Gondel durch die Stadt!

Eine Idee, um dem stetig ansteigendem Verkehrsaufkommen entgegenzuwirken, ist die Installation einer Gondel, wie es in La Paz, der Hauptstadt Boliviens, der Fall ist. Diese ist dort fix in das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel integriert und verbindet auf verschiedenen Routen die Stadtteile miteinander. Eine dieser 10-Personen-Kabinen konnte auch für das Technische Museum erfolgreich organisiert werden und ermöglicht es gemeinsam mit einer Videopräsentation den BesucherInnen auf der sogenannten „Linea Roja“  über La Paz zu schweben.

Mit Luftseilbahnen, wie sie in La Paz unterwegs sind, können je nach Bauart bis zu 5.000 Personen pro Stunde und Richtung transportiert werden. Für die gleiche Transportzahl würde man 100 Busse oder 2.000 Automobile benötigen. Die Fahrgeschwindigkeit liegt zwischen 21 und 27 km/h. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Geschwindigkeit, mit der die Straßenbahnen in Wien unterwegs sind, beläuft sich auf 15,4 km/h.

La Paz

Vom sprechenden Fahrradhelm zum Löffel für Schnellesser

Wie groß die Dominanz von Technik im Alltag bereits fortgeschritten ist, zeigen einige – zum Teil recht außergewöhnliche – Ausstellungsobjekte im Bereich urban life. Da wäre zum Beispiel der sprechende Fahhrradhelm, der durch Synchronisierung mit Autos im Straßenverkehr an unübersichtlichen Stellen Hinweise und Warnungen erteilt. Besonders fasziniert hat uns auch eine automatisierte Plüschrobbe, die in Altersheimen gerne als Katzenersatz verwendet wird und mit ihrer real wirkenden Mimik Abhilfe gegen Einsamkeit verschaffen soll, sowie eine Gabel, die bei zu schnellem Essen Signale aussendet und bremsen soll. Was bei all diesen Erfindungen jedoch mit dem eigenständigen Denken der Menschheit passiert und ob all diese technsichen Erneuerungen gut geheißen werden können, sei mal so dahin gestellt. Oder was haltet ihr von einer Babywindel, die, wenn sie gewechselt gehört, laute Signale ausschickt?

Diese innovativen Geräten repräsentieren zum einen die Sehnsüchte der Menschen und zeigen anderseits die teils widersprüchlichen Bedürfnisse nach gesellschaftlicher Sicherheit, nach Schutz vor Krankheiten, Kriminalität, sozialen Problemen, Unfällen, Katastrophen und Ähnlichem.

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Aus Alt mach Neu!

Dass Rohstoffwiederverwertung und Recycling als wesentliche Schlagworte im Bezug auf die Zukunft von besonderer Bedeutung sind, wird auch im Technischen Museum deutlich gemacht. So zeigt beispielsweise ein Straßenlampenmodell aus Mokattam in Kairo, wie die dort lebenden rund 60.000 Müllsammler Lampen aus gesammeltem Recyclingmaterial gebaut haben, die sogar mit Solarstrom betrieben werden. Nachhaltige Straßenbeleuchtung wird so mit Verschönerung des Stadtteils verbunden und den Müllsammlern Möglichkeit zur kreativen Gestaltung gegeben.

Auch ein ausgestelltes Ringelspiel aus Zaatari21, einem der weltweit größten Flüchtlingslager in Jordanien, zeigt, wie die ursprünglichen Baumaterialien der Zelte wiedereingesetzt und Strukturen geschaffen werden können, die es ermöglichen an diesem Ort länger zu leben.

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Na, neugierig geworden wie unser aller Leben in der Stadt in der Zukunft aussehen könnte? Noch viele weitere spannende Exponate und Geschichten warten im Technsichen Museum darauf, von euch entdeckt zu werden. Schaut vorbei und taucht ab in die Welt von Technik, Energie und Innovation – ein interaktives Abenteuer für die ganze Familie ist garantiert.

Teil 2 unserer Blogreihe folgt in Kürze, in dem wir uns den Stadtentwicklungen in Wien sowie innovativen Energiekonzepten widmen werden.

Dieser Artikel wurde gesponsert vom Technischen Museum Wien

Fotos: 

(c) Technisches Museum Wien/APA-Fotoservice/Preiss

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