Dinge, für die man in Österreich lieber nix zahlt

Dienstag, 22. November 2016 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Dinge, für die man in Österreich lieber nix zahlt

Dienstag, 22. November 2016 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Hallo, ich bin von der GIS. Sie haben unangemeldete Geräte hier – wir sehen das. Sie müssen GIS bezahlen. Diese Sätze hören viele der Österreicher so gar nicht gerne, denn die GIS gehört garantiert zu den Dingen, für die wir in unserem Land lieber nix bezahlen. Vor welchen Kosten wir uns sonst noch gerne drücken? Hier erfahrt ihr es.

von Lisa Panzenböck

Am Sonntag die Zeitung aus dem „Klaubeutel“ nehmen, Schwarzfahren, oder sich vor der Kirchensteuer drücken. Wir fassen zusammen, wofür man in Österreich nur sehr ungern (beziehungsweise gar nicht) bereit ist zu bezahlen.

1.) Sonntagszeitung

Am Sonntag hängen die Zeitungen immer in so schönen, durchsichtigen Beuteln, im Gauner-Jargon auch ganz frech als „Klaubeutel“ bezeichnet, auf den Straßen Österreichs. Den Klaubeutel ersichtet, ein schneller Blick nach links und rechts geworfen, und schon ist die Zeitung in die Tasche gewandert, ohne dafür bezahlt zu haben. Gebt es zu – jeder hat schon einmal eine Sonntagszeitung „quasi gestohlen“. An dieser Stelle muss ich leider Gottes sagen: Das ist nicht nur „quasi Diebstahl“, sondern wirklicher Diebstahl, der eigentlich strafbar ist. Es gab sogar eine Zeit, zu der Tageszeitungen Beobachter engagiert haben, um die Täter in flagranti zu erwischen. Deshalb sollte man definitiv für seine Sonntagszeitung bezahlen (oder ganz besonders gut aufpassen).

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2.) Kirchensteuer

„Sobald die Kirche bei mir anruft und Geld will, trete ich aus!“ Hätte ich jedes Mal beim Hören dieser Aussage einen Cent bekommen… Ihr wisst ja wie der Spruch endet. Ab dem Zeitpunkt, wo man ein eigenes Einkommen hat, wird man von der katholischen oder evangelischen Kirche in Österreich zur Kasse gebeten. Einige betrachten sie als total sinnlos und sehen nicht ein, für ihren Glauben Geld zu bezahlen, andere hingegen finden das vollkommen in Ordnung. Kirchensteuer ist ein international relativ selten auftretendes Phänomen, denn in den meisten Ländern wird Religion durch ein eigenes Vermögen selbst finanziert.

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(c) https://www.instagram.com/fabolus_vienna/

3.) Parkeintritt

Sonntagsspaziergang im Park. Mega schön, oder? „Das macht dann 2€ Eintritt pro Person und 1€ für den Hund.“ Im Ernst jetzt? Für einen Park Eintritt zu bezahlen ist ärgerlich, noch ärgerlicher ist allerdings, dass man hier (im Vergleich zu den Zeitungs-Klaubeuteln, oder dem unbewachten Blumenfeld) nicht drum herumkommt, wenn man den Park betreten möchte. So schön unsere Parks in Österreich auch sind und ja, sie müssen in Stand gehalten werden, aber Eintritt für einen Park bezahlen müssen? Total uncool.

4.) Öffentliche Verkehrsmittel

Am Bahnsteig wartend, der Zug hält in der Station, die Türen gehen auf. Man wartet. Ein Mann in dunkelblauem Anzug mit einem umgehängten Gerät steigt 50 Meter entfernt von einem aus. Verdammt – ich muss schnell (unauffällig, versteht sich) an das hintere Ende des Zuges gelangen. Das sind Gedankengänge eines Schwarzfahrers unmittelbar bevor er in den Zug einsteigt (vermute ich einmal, mir ging es natürlich selbst nie so). Für Zug, Bus und Bim geben wir echt sehr ungerne Geld aus, da man hier, sofern man kein oftmals sehr teures Monats- oder Wochenticket hat, jedes einzelne Mal bezahlen muss, beziehungsweise sollte, und ebenso jedes einzelne Mal vor dem Ticketautomaten steht und sich innerlich über die Preise ärgert. Und das schlimmste? Zweifelsfrei wenn man sich als braver Bürger guten Gewissens ein Ticket kauft und dann kein Schaffner kontrollieren kommt. Fast so als hätte man das Zusatzbeispiel im Mathe-Unterricht in der Schule gerechnet und die Lehrerin kontrolliert dies nicht (und du bekommst kein Mitarbeitsplus. Autsch!).

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(c) https://www.instagram.com/janpoeltner/

5.) Blumen selber schneiden

„Blumen schneiden, das ist fein, auf Günthers Blumenäckerlein.“ An solch einem Blumenfeld, wo man Blumen gegen eine kleine (freiwillige) Spende unüberwacht selbst schneiden kann, bin ich letztens vorbeigefahren. Ich selbst habe zwar noch nie auf so einem Feld Blumen geschnitten, kann mir jedoch gut vorstellen, dass es sehr verlockend ist den Acker wieder zu verlassen, ohne für die frisch geschnittenen Blumen Geld einzuwerfen.

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6.) GIS

Meine Eltern haben mir immer beigebracht: Lass’ niemanden herein, den du nicht kennst. Kaum ausgezogen in die erste, eigene Wohnung klingelt es nach ungefähr zwei Monaten an der Türe. Niemand in der WG dachte, mal wieder irgendwo online geshoppt zu haben, Besuch wurde auch keiner erwartet, doch die Neugierde war dennoch größer als der alte Lehrsatz von Mama und Papa. „Hallo, ich bin von der GIS. Sie haben unangemeldete Geräte“ … „Ähhh…“ (zwei verdutzt blickende Mädels, zu verlegen für eine spontane Lüge) „Wir sehen das genau. Sie müssen GIS bezahlen.“ Nach reichlichem Googlen, ob wir denn hier irgendwie rauskommen – zumal wir den Fernseher bloß für Netflix verwenden – war unser Fazit lieber die ungefähr 25€ im Monat zu bezahlen, bevor wir nach ein paar Monaten den Kuckuck an der Türe klingeln haben und nachbezahlen müssen. Dass uns früher oder später diese monatliche Belastung droht, dessen waren wir uns bewusst. Nichtsdestotrotz hätte der gute Gerhard von der GIS auch gerne erst ein paar Monate später bei uns vorbeischauen können.

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(c) https://www.facebook.com/oeleiwand/

7.) Das Glas Leitungswasser

Zum Ärger vieler Menschen ist es mittlerweile nicht mehr selbstverständlich, ein gratis Glas Leitungswasser zu bekommen. Dies bleibt einem oftmals nicht nur als Nicht-Konsument verwehrt, was ja noch irgendwie verständlich ist, zumal dies mit extra Aufwand, der kein Geld bringt, verbunden ist. Aber für ein Glas Wasser zum Kaffee zu bezahlen? Ich weiß ja nicht.

8.) 50 Cent Klo-Gebühr

Wer in Österreich mal eben in ein Lokal gehen möchte, um ein stilles Örtchen aufzusuchen, der wird meist zur Kasse gebeten. Auch die großen Fastfood-Ketten, die früher als „Insider-Tipps“ für gratis Klogehen gehandhabt wurden, lassen mittlerweile großteils niemanden mehr ohne Konsumation, oder eine Klo-Gebühr von 50 Cent die Toilette aufsuchen. In manchen dieser Ketten muss man ja sogar den Rechnungsbon einscannen, um durch ein Drehkreuz zur Toilette zu gelangen. Ein Lichtblick hier: Während diese „Klo-Steuer“ bei uns schon fast gang und gäbe ist, darf man zum Beispiel in weiten Teilen der USA einfach so das stille Örtchen aufsuchen. Man wird oft sogar verdutzt angeschaut, wenn man in einem Lokal nachfragt, ob man gratis auf’s Klo gehen darf. „What else?“ So lobe ich mir das.

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Auch wenn es manchmal ärgerlich ist, so kommt man dennoch nicht um’s Zahlen herum. Um euch das Leben dennoch etwas leichter zu machen, haben wir hier Tipps für euch, wie man im Alltag ganz leicht Geld spart.

Für noch mehr Tipps solltet ihr unseren WhatsApp Service nützen, hier findet ihr eine genaue Anleitung.

 

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