12 Stunden Wien mit nur 10 Euro – Teil 2 – Nacht

Donnerstag, 3. März 2016 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

12 Stunden Wien mit nur 10 Euro – Teil 2 – Nacht

Donnerstag, 3. März 2016 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wir lieben Wien und uns dabei in diversen Locations die Nächte beim Tanzen, Karaokesingen mit jeder Menge Spaß um die Ohren zu schlagen – am besten natürlich mit möglichst kleinen Ausgaben. Man glaubt es kaum, aber auch im Nachtleben hat man mit 10 € die Möglichkeit so einiges zu erleben.

von Marie-Dorothée Amenitsch

Nachdem wir uns schon selbst davon überzeugen konnten, dass man mit nur 10 € – 1000 Cent – in Wien einen so ereignisreichen Tag erleben kann, haben wir uns dieses Mal ins Nachtleben gestürzt. Wie es uns mit dem Versuch, auch hier mit 10€ so viel wie möglich zu erleben ergangen ist, lest ihr hier.

Jeder gute Abend beginnt für uns mit einem mindestens genau so gutem Abendessen. Deshalb haben wir uns auf die Suche nach einer Location mit einem möglichst leckeren, sättigenden Low-Budget-Abendessen gemacht, um gestärkt in die Nacht starten zu können. Unsere Wahl fällt hierbei schließlich auf die Pizzeria Mafiosi (Reindorfgasse 15, 1150) im allseits bekannten Rudolfscrime – das jedoch mit einem Blick auf die Speisekarte alles andere als kriminelle Preise verspricht: Pizza, Pasta und Salate kosten zwischen 3 und 5 Euro. Wir genießen bei Kerzenlicht unsere köstliche Pizza Margherita, sind begeistert von den großen Portionen und froh darüber, reserviert zu haben.  Denn der Andrang ist enorm und fröhliches Stimmengewirr und Lachen erfüllen den Raum. Obwohl der Spritzer hier nur 1,20 kostet, heben wir uns den Alkohol für später auf und leisten uns um 50 Cent ein großes Glas Leitungswasser. Satt und glücklich machen wir uns nach dem Verputzen unserer Pizza auf den Weg Richtung Travel Shack. (Zwischenstand 3,70€)

 

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Das Travel Shack ist der Ort, an dem sich nicht nur Austauschstudenten und Backpacker absolut wohl und zuhause fühlen. Egal ob beim Beer-Pong, an der Karaokebar, beim Tischfußball oder gemütlichen Zusammensitzen – das Travel Shack ist wohl im wahrsten Sinne des Wortes der Ort, wo nichts unmöglich zu sein scheint (Man beachte die Bardeko aus BHs und das kuriose Angebot an Shots). Der Eintritt ist gratis, bestellt wird hier auf englisch und das internationale Flair und die jungen, hippen Leute und auch Barkeeper sorgen für Partylaune der Superlative. Mit unserem Gutschein bestellen wir uns einen „Sangria Bucket“ um 2,90€ und mit jedem Schluck und den klirrenden Eiswürfeln fühlen wir uns dem letzten Sommerurlaub gleich wieder viel näher.

Mariahilfer Gürtel 21, 1060

 

Die Zeit scheint hier ihren eigenen Gesetzen zu folgen, denn ehe wir uns versehen, ist es auch schon kurz vor Mitternacht. Mit einem Zwischenstand von 6,60€ geht’s zur U6 und in Richtung Floridsdorf bis zur Station… Nussdorfer Straße, was sonst.

Man kann über das Loco denken, was man will und es gibt wohl so schnell auch keine andere Bar, die mehr polarisiert als diese. Trotzdem, wenn man auf der Suche nach preiswerten Locations im Wiener Nachtleben ist, kommt man irgendwie nicht drumherum, sich hier einzufinden. So stehen auch wir in der buntgemischten Schlange – der Meute aus kichernden Mädls und Biertrinkenden Erasmusstudenten – werden zweimal nach einer Tschick und einmal lallend nach der Nightline gefragt und warten auf den Einlass. Drinnen angelangt, werden wir fast schon automatisch in Richtung Karaoke-Bar geschoben, können uns lediglich kurz retten, um uns für 2 Euro einen Spritzer zu gönnen. (8,60€) Berühmt und berüchtigt ist das Loco vor allem mit seinen Angeboten unter der Woche: zwischen 19 und 20 Uhr gibt es ausgesuchte Longdrinks und Cocktails für sage und schreibe 50 Cent .

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Danach erhöht sich der Preis jede Stunde um einen Euro, ab 22 Uhr geht’s dann mit 3,50€ durch die restliche Nacht. Ja, dass es darum nicht unbedingt den vorzüglichsten Alkohol gibt ist auch irgendwie klar, also – Hangover-Alarm, vorprogrammiert! Nach dem wir unser Singtalent mit Klassikern wie „I will survive“ und „Wannabe“ unter Beweis gestellt haben, brechen wir zu unserer nächsten Location auf. Also nix wie raus.

 

Mit der Nightline geht es dann gemeinsam mit vielen anderen in Richtung Schwedenplatz. Dort schlendern wir etwas durch das berüchtigte Bermuda Dreieck. Woher dieses seinen Namen hat, wird klar, wenn man einen Blick auf die Preise der unterschiedlichen Pubs und Lokale wirft. Bei diesen Spottpreisen kann es dann schon mal passieren, dass man vielleicht ein Gläschen zu viel erwischt und sich oder seine Erinnerungen in den kleinen Gassen verliert.

Bei uns steht noch die Look Bar am Salzgries am Programm. Die zweistöckige Bar lädt mit den gemütlichen Sitzmöbeln sowohl zum „Absacken“ aber dank der lässigen Klänge der DJs auch immer wieder zum Tanzen ein. Wir entscheiden uns für zweiteres und investieren unser letztes Geld in einen Tequila um 1,40€.

 

Nach so viel Musik, Menschen, stickiger Luft und Spaß, legen wir dann noch einen kurzen Abendspaziergang am Donaukanal ein, bewundern die Lichtspiegelungen im Wasser und werden von all der Frischluft schnell auch ganz schön müde. Höchste Zeit also, um nach einem durchaus gelungen Abend, viel Spaß und Gelächter und Ausgaben von exakt 10€ den Heimweg anzutreten.

PS: Kleiner Zusatz an alle Skeptiker, die sich fragen, wie wir die Garderobe im Travel Shack und Loco finanziert haben: angesichts unseres begrenzten Budgets haben wir  auf diese verzichtet, sie in mit uns herumgetragen, um die Hüften gebunden oder sie auf diverse Sitzmöbel gelegt…. Vertrauen in die Welt muss man bei einem so kleinen Budget doch ein bisserl haben.

Wer nicht nur trinken möchte, kann als Student auch um 2,50 Euro in diverse Theater, wie das funktioniert findest du hier raus. Teil eins unserer 10 Euro Serie findest du hier.

Wir sind ständig auf der Suche nach trendigen Cafés, nützlichen Tipps und neuen Lieblingsplätzen, die hier im Blog laufend für euch festgehalten, upgedatet und erweitert werden. Nehmt euch die Zeit, stöbert herum und entdeckt gemeinsam mit uns immer wieder neue Seiten an unserer Lieblingsstadt.

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Fotos:

(c) Beitragsbild / instagram.com/damngoodcherrypie
(c) Pizzeria Mafiosi / facebook
(c) Travelshack / facebook
(c) Loco / facebook
(c) lookbar / paddys-co.at/lookbar
(c) Donaukanal / wikimedia

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