Filmrolle

Unsere Kino-Highlights im Herbst 2019

Dienstag, 17. September 2019 / Lesedauer: ca. 7 Minuten

Unsere Kino-Highlights im Herbst 2019

Dienstag, 17. September 2019 / Lesedauer: ca. 7 Minuten

Alle Cineasten und Cineastinnen unter euch aufgepasst! Der Herbst lockt mit allerhand Kino-Highlights. Endlich ist es wieder soweit, das Regenwetter gerät in Vergessenheit, wenn der Kinosaal sich langsam abdunkelt und uns der Duft von warmen Popcorn in die Nase steigt. Wir haben für euch die Lieblingsfilme der Redaktion im Herbst gesammelt.

von Luisa Lutter & Pia Miller-Aichholz

Wenn draußen das Wetter allmählich grau und stürmisch wird, und wir uns nur noch für die Arbeit oder zur Lebensmittelbeschaffung hinaus wagen, dann ist endgültig der Herbst eingezogen. Doch dank der Kino-Highlights im Herbst gibt es ein paar gute Gründe, die dafür sprechen, die eigenen vier Wände zu verlassen und die heimische Couch gegen weiche Kinosessel einzutauschen. Da kann das Herbstwetter für ein paar Stunden getrost ausgeklammert und der Blick auf die bunte Leinwand statt in den düsteren Nebel gerichtet werden. In diesem Sinne: Film ab!

Nevrland

In Nevrland versucht der 17-jährige Jakob (Simon Frühwirth) mit seiner Angststörung fertig zu werden. Die Voraussetzungen dafür sind nicht gerade blendend. Er lebt zusammen mit seinem Vater (Josef Hader) und seinem Großvater (Wolfgang Hübsch) in einer kleinen Wohnung in Wien. Der Vater weiß nicht, wie er seinem Sohn helfen oder näherkommen kann. Um etwas Geld zu verdienen hilft Jakob in einem Schlachthaus aus. Er fühlt sich verloren und mit seinen Ängsten klarzukommen wird immer schwieriger. Abends ist er auf Gay-porn-Websites unterwegs. Dann lernt er in einem Sex-Cam-Chat den Kunststudenten Kristjan (Paul Forman) kennen. Durch seinen psychischen Zustand fällt es Jakob aber zunehmend schwer, Realität und Fantasie zu unterscheiden. Also organisiert er ein Treffen mit Kristjan.

Mit Nevrland macht der österreichische Drehbuchautor und Regisseur Gregor Schmidinger sein Spielfilmdebut. Nicht nur er, sondern auch der Hauptdarsteller Simon Frühwirth haben von Kritikern für den Film bereits Lob und Auszeichnungen erhalten.

Seit 13. September im Kino.

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Systemsprenger

Was machen wir mit Kindern, für deren Erziehung unsere Gesellschaft, unser System keine Lösung mehr weiß? Die neunjährige Bernadette, Benni genannt, ist so ein Fall. Sie ist ein intelligentes und interessiertes Mädchen. Aber wenn ihr etwas auf die Nerven geht oder sie aufregt – und das kann ganz plötzlich kommen –, wird sie extrem aggressiv. Von der Sonderschule wird sie ständig suspendiert, in Pflegefamilien oder Wohngruppen bleibt sie auch nicht lange. Bennis leibliche Mutter will sie nicht zurückhaben, denn sie hat Angst vor ihrem Kind. Benni sprengt das System, das versucht, sie einzugliedern. Dann wird der Sozialarbeiter Micha (Albrecht Schuch), der sonst mit straffälligen Jugendlichen zusammenarbeitet, zu ihrem Schulbegleiter. Als er wegen erneuter Gewaltausbrüche von Benni am Ende seines Lateins angelangt ist, hat er eine Idee: drei Wochen mit ihr im Wald zu verbringen, alleine. Tatsächlich findet er einen Zugang zu Benni und Benni fühlt sich endlich zugehörig, möchte bei Micha bleiben. Aber der hat eine eigene Familie.

Dieser Film drückt garantiert auf eure Tränendrüsen. Er ist außerdem der deutsche Vorschlag für die Oscars 2020 in der Kategorie Bester internationaler Film.

Ab 27. September im Kino.

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Chaos

Der Film folgt drei verschiedenen Frauen in drei verschiedenen Städten, die das Leben aufgegeben haben. Eine von ihnen lebt in Damaskus, wo sie sich vollkommen von anderen isoliert hat. Eine andere ist wegen des Syrien-Kriegs aus Damaskus nach Schweden geflohen, wo sie versucht, ihre Traumata durchs Malen loszuwerden. Eine dritte Frau ist in Wien gelandet, wo sie eine unsichere Zukunft erwartet.

Die Regisseurin Sara Fattahi betrachtet in dieser Dokumentation die seelischen Wunden, die Krieg hinterlässt. Sie stammt selbst aus Damaskus und arbeitet seit 2015 in Wien.

Ab 4. Oktober im Kino.

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Skin

Bryon Widner (Jamie Bell) möchte aus der Neo-Nazi-Szene aussteigen. Er hat sich in Julie Price (Danielle MscDonald) verliebt und will das Steuer seines Lebens herumreißen. Das gestaltet sich allerdings komplizierter, als einmal zu winken, sich umzudrehen und nie wieder zurückzuschauen. Als erstes sind da die Tätowierungen auf seinem Körper, auch in seinem Gesicht und auf seinem Kopf. Seine bisherige Ideologie steht ihm im wahrsten Sinne des Wortes ins Gesicht geschrieben, denn jedes Tattoo steht für ein von ihm begangenes Hassverbrechen. Um die Tattoos zu entfernen und mit Julie und ihren Kindern ein neues Leben beginnen zu können, kooperiert er mit dem FBI und verrät seine kriminelle ehemalige Gang. Die wiederum hat nicht vor, ihn so leicht davonkommen zu lassen.

Der Film basiert auf der MSNBC-Dokumentation über die reale Person Bryon Widner, der eine Zeit lang der vom FBI meistgesuchte Neo-Nazi war.

Ab 4. Oktober im Kino.

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Joker

Nachdem Heath Ledger im Jahr 2009 posthum einen Oscar für seine Joker-Performance in The Dark Knight gewonnen hat, ist bereits nach dem ersten Blick auf diesen Film klar: gut möglich, dass 2020 der nächste Oscar für einen Joker-Darsteller winkt. Der Scheinwerfer richtet sich dieses Mal auf die Origin-Story eines sonst schlicht als verrückter und psychopathischer Gegner Batmans bekannten Mannes: Joker. Grandios, herzzerreißend, mitleiderregend und furchteinflößend gespielt von Joaquin Phoenix. Joker heißt mit bürgerlichem Namen Arthur Fleck und lebt vor seiner Schurken-Karriere in einem weniger als bescheidenen Apartment, zusammen mit seiner pflegebedürftigen Mutter Penny (Frances Conroy). Vor der Tür liegt das ebenso trostlose und außerdem von Gewalt heimgesuchte Gotham City. Fleck ist stark psychisch krank, erhält aber schließlich keine Medikamente mehr. Er will die Menschen als Clown oder Stand-up-Comedian zum Lachen bringen, aber das möchte ihm nicht gelingen. Bei einem gescheiterten Auftritt formt er den Satz, der alles unterstreicht, was der gedemütigte, psychisch kranke Mann künftig anstellen wird: „Well, no one’s laughing now!“

Dieser Film tanzt auf die bestmögliche Art aus der Reihe der in den vergangenen Jahren haufenweise in die Kinos gebrachten DC- und Marvel-Blockbuster. Das Urteil der Redaktion:  unbedingt anschauen.

Ab 11. Oktober im Kino.

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The Addams Family

Ein bisschen Gruselspaß muss sein. Das könnte das Motto der Addams Family sein, die pünktlich zur Halloweensaison in einem neuen Animationsfilm wieder ins Kino kommt. Die seit Jahrzehnten bekannte und beliebte schräge Familie ist nach New Jersey gezogen. Alle Angehörigen tun ihr Bestes, um einen guten Eindruck zu hinterlassen, aber die kulturellen Unterschiede könnten größer kaum sein. Voilà, ein Rezept für Desaster, wenn auch sehr unterhaltsames.

Der Film erinnert uns auf liebenswerte Art und Weise daran, dass Anderssein erst einmal genau das heißt: Dass jemand anders ist. Entscheidend ist aber, was dahinter liegt.

Ab 11. Oktober im Kino.

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Maleficent – Mächte der Finsternis (Originaltitel: Maleficent: Mistress of Evil)

Das Märchen von Dornröschen kennen wir alle. 2014 brachte Disney die Kehrseite der Medaille ins Kino: Die Geschichte von Maleficent (Angelina Jolie) der verbitterten Fee, die Prinzessin Aurora (Elle Fanning) mit einem bösen Zauber belegte. Der Film mit seiner traumhaft animierten Märchenwelt und die komplexe Geschichte hinter dem allseits bekannten Märchen verzauberte wiederum das Publikum. Am Ende des ersten Teils wird der Fluch, der auf Aurora lastet, gebrochen und die Welt der Feen blüht neben dem Menschenreich wieder auf. Fünf Jahre später möchte Maleficents Schützling Aurora ihren geliebten Prinzen Philipp (Harris Dickinson) heiraten. Aber dessen Mutter Queen Ingrith of Ulstead (Michelle Pfeiffer) hat vor, die Welt der Menschen und die der Feen für immer voneinander zu trennen. Maleficent verbietet deshalb die Hochzeit und setzt alles daran, ihr Reich und die bestehende Weltordnung zu verteidigen. Es bricht ein Krieg los, in dem Aurora und ihre Taufpatin Maleficent auf zwei verschiedenen Seiten stehen und ihre innige Beziehung zu zerbrechen droht.

Ab 18. Oktober im Kino.

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Ab heute sind wir ehrlich (Originaltitel: L’ora legale)

Wir alle kennen das Vorurteil, das doch immer wieder bestätigt wird: im Süden Italiens herrscht latentes Chaos. Alles funktioniert irgendwie, aber irgendwie auch nicht. Und die Behörden haben dabei schon einmal gar nichts zu sagen oder scheren sich nur wenig darum. Nun wird im fiktiven sizilianischen Ort Pietrammare ein neuer Bürgermeister gewählt. Alle sind Feuer und Flamme für den politischen Newcomer Pierpaolo Natoli (Vincenzo Amato), der endlich den von der Mafia kontrollierten alten Bürgermeister ablöst. Endlich sitzt einer im Rathaus, der zu ihren Gunsten entscheidet. Die Begeisterung verfliegt allerdings schnell, denn der Neue im Rathaus nimmt seinen Job besonders ernst. Vorher stand die Stadt im Müll, nun sollen die Einheimischen recyceln. Vorher nahmen die Behörden das mit den Steuern nicht so ernst, jetzt flattern Steuerbescheide in doppelter Höhe ins Haus. Den Wählerinnen und Wählern schmeckt das gar nicht.

In Italien hat diese Komödie eingeschlagen. Nun kommt sie – in Originalsprache mit deutschem Untertitel – in die heimischen Kinos und erhellt unser Gemüt im düsteren Herbst.

Ab 25. Oktober im Kino.

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2040 – WIR RETTEN DIE WELT

Der Regisseur Damon Gameau stellt sich und auch dem Publikum eine simple Frage, die jedoch ein Gedankenanstoß für Großes ist: Wie könnte unsere Zukunft im Jahr 2040 aussehen? Der preisgekrönte Regisseur zeigt in seiner neuen Dokumentation, wie wir mit den uns bereits zur Verfügung stehenden Mitteln unser Leben auf dem Planeten nicht nur besser, sondern zugleich auch nachhaltiger gestalten könnten. Der Dokumentarfilm wurde bei der Berlinale 2019 gezeigt. Wir aus der Redaktion sind gespannt auf den Film und auch auf die Reaktionen und Diskussionen, die er hoffentlich anstößt.

Ab 7. November im Kino.

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Drei Engel für Charlie (Originaltitel: Charlie’s Angels)

Diese Neuauflage der gleichnamigen Action-Komödie von 2000 könnte ziemlich in die Hose gehen – oder aber sich als wunderbar lockere guilty pleasure-Unterhaltung erweisen. Dem Trailer nach zu urteilen wird‘s wohl Zweiteres – inklusive etwas Kitsch und teils vorhersehbarer Story. Das Detektivinnen-Trio setzt sich dieses Mal aus Sabina Wilson (Kristen Stewart), Elena Houghlin (Naomi Scott) und Jane Kano (Ella Balinska) zusammen. Unter der Führung von Susan Bosley (Elizabeth Banks) und natürlich dem mysteriösen Charlie müssen die drei im wahrsten Sinne des Wortes schlagfertigen Frauen verhindern, dass eine hochgefährliche Waffe in die falschen Hände gerät.

Ab 28. November im Kino.

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Aretha Franklin: Amazing Grace

1972 nahm die legendäre Soul-Sängerin Aretha Franklin zusammen mit einem Gospel-Chor ein Doppel-Album namens Amazing Grace auf, und zwar live in einer Kirche, vor Publikum. Der Regisseur Sydney Pollack wollte das Vorhaben verfilmen, machte aber einen technischen Fehler, der erst 2010 behoben werden konnte, womit das Material verwendbar wurde. Weil Aretha Franklin mehrmals rechtlich gegen die Veröffentlichung vorging wurde der Film bis nach ihrem Tod 2018 nicht gezeigt. Nun kommt er auch bei uns auf die Leinwand. Um es im Gospel-Spirit auszudrücken: Yes, loooord! Denn wenn die zwei Minuten Gänsehaut durch den Trailer ein Indikator auf das sind, was uns in den rund eineinhalb Stunden erwartet – und davon ist auszugehen, denn das Album wurde mit einem Grammy ausgezeichnet und ist bis heute das meistverkaufte Gospelalbum aller Zeiten –, wird das eine musikalisch-emotionale, fabelhaft belebende Achterbahnfahrt.

Ab 29. November im Kino.

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Falls ihr euch noch mehr Bildschirmstoff für den Herbst wünscht, werdet ihr bestimmt in unseren Serien-Highlights für den Herbst fündig. Für schöne Herbsttage empfehlen wir euch, Unternehmungs-Inspirationen in unseren To Dos für ganz Österreich zu sammeln.

(c) Beitragsbild | Denise Jans | Unsplash

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