Viennale 2016 – Programmvorschau

Donnerstag, 20. Oktober 2016 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Viennale 2016 – Programmvorschau

Donnerstag, 20. Oktober 2016 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Schon seit 1960 begeistert das zweiwöchige Filmfestival Jahr für Jahr mit einem so facettenreichen Programm aus allen Genres und Herren Länder. Auch heuer verspricht die Viennale einen bunten Mix aus ästhetischen und künstlerischen Produktionen, spannenden Dokumentationen und Arthouse Filmen. Wir haben für euch das Programm näher unter die Lupe genommen und präsentieren unsere persönlichen Highlights und Favoriten. Film ab!

von Luisa Lutter & Marie Amenitsch

Nach prominentem Vorbild der Biennale in Venedig gibt es auch in Wien Jahr für Jahr das großartige Filmfestival, das heuer von 20. Oktober bis 2. November über die Bühne geht. Im Mittelpunkt stehen auch heuer Produktionen aus allen Länder und so zählen auch nationale und internationale Premieren zum Programm. Ästhetik und Kunst aber auch politische und gesellschaftliche Aktualität sollen gleichermaßen beachtet werden. Ebenso finden auch abwechslungsreiche Spielfilmproduktion in allen ihren Formen, Genres und Erzählweisen im Zuge des Festivals eine Plattform. Die Viennale will mehr sein als ein bloßes Filmfestival und genau diesem Anspruch wird sie auch heuer garantiert wieder gerecht. Hier geht’s zum vollständigen Programm und den Tickets. Wir präsentieren euch unsere persönlichen Highlights.

Nichts für schwache Nerven – Elle

Wen ein Film als vertracktes und ironisches Gegenstück zu Basic Instinct betitelt wird, sind wir natürlich hellhörig. Der Film spielt mit einer gekonnten und frostigen Mischung aus Vergewaltigungsdrama, Thriller und Komödie. Wie das möglich ist, seht ihr am Besten selber am 25. Oktober um 23 Uhr oder am 27. Oktober  um 20.30 Uhr. Ihr werdet in die Welt der Villenbesitzerin Michèle eingeführt, welche den Kopf eines Videospielunternehmens darstellt und zu hause von einem mysteriösen Unbekannten angegriffen wird.

gartenbaukino

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Komisch – La Loi de la Jungle

Hier gehts rund: eine Komödie, deren Geschichte schon alleine so bizarr ist, das es nur amüsant werden kann. Der Losertyp Marc Chataigne wird nach Guyana geschickt von einem Ministerium. Dort angekommen soll er die erste Ski-Piste des tropischen Landes nach europäischen Standards in die Wege leiten. Aberwitzige Höhepunkte sind quasi vorprogrammiert. Nebenbei geht der Protagonist auch noch lost into the Jungle. Ein munteres Filmvergnügen, bei dem man sich entspannt im Sessel zurück lehnen kann. Für Freitag, den 21. Oktober  um 20.30 Uhr und Dienstag, den 1. November um 13 Uhr in der Urania sind jeweils noch Restkarten verfügbar.

Geschichtsträchtig – American Anarchist

William Powell verfasste 1970 eine Gewaltenzyklopädie mit dem Namen „The Anarchist Cookbook“ – er wünschte sich eine Ausgeglichenheit zwischen dem grausamen Staat und der Protestbewegung. In seinem Buch ging es aus diesem Grunde vorwiegend um Bombenbau, Napalm Gemische oder auch allerlei andere Dinge, die das FBI nicht sehr lustig einstufte. Bis heute wird das Buch verkauft und schaffte es zu einem Bestseller. In dieser  filmischen Dokumentation sucht Charlie Siskel den Autor in seinem französischen Exil auf und kommt mit ihm in spannende Gespräche über Themen aus seinem Buche und der Gewalt, die es enthält. Siskel inszenierte zudem 2013 den Oscar-nominierten Film „Finding Vivian Maier“ zusammen mit John Maloof. Zusehen am 23.Oktober um 18.30 Uhr im Stadtkino im Künstlerhaus und am 24.Oktober um 23 Uhr in der Urania.

Dokumentarisch – Au nom du père, du fils et du Djihad

In Anwesenheit von Stéphane Malterre wird der Dokumentarfilm präsentiert, an dem er drei Jahre lang arbeitete. Ein einzigartiges Porträt einer salafistischen Familie, die dem Brüssler Stadtteil „Molenbeek“ entspringt, welches sehr berüchtigt ist. Man folgt der Familie bei der Erfahrung schmerzlicher Verluste und sieht auf Super 8-Aufnahmen allerhand Bedrückendes und Bröckelndes.Wir wollen nicht zu viel vorweg nehmen, ansehen und ergreifen lassen. Zu sehen am 29. Oktober um 23 Uhr im Metro Kino und am 31.10. um 20:30 Uhr in der Urania. Für beide Vorstellungen gibt es noch Restkarten.

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Unser persönlicher Liebling – Kater

Das Drehbuch stammt von dem Tiroler Klaus Händl und verspricht schon mal eines vorab: definitiv kein schmusiger Katzenfilm zu werden. Auch wenn das possierliche Tier im ersten Moment euer Herz erweichen mag. Wir schleichen auf den Spuren der Beziehung zwischen Andreas und Stefan herum und erleben Glück, Liebe und Zusammenkommen und das Zerbrechen dieser schönen Dinge auf dramatische Art mit. Restkarten für das Spektakel gibt es noch. Am 1. November um 17.30 Uhr freihalten und im Gartenbaukino vorbei schauen.

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Für die Ladys – Personal Shopper

Eigentlich sind wir nicht unbedingt Kirsten Stewart Fans, aber -bevor hier alle Fans gleich aufschreien- seit geraumer Zeit mausert sie sich und spielt in spannenden Produktionen mit. So auch in dem Film „Personal Shopper“ in dem sie die junge Amerikanerin Maureen spielt, welche eine spirituelle Begabung hat und auf den Spuren ihres verstorbenen Zwillingsbruders ist. Nebenbei ist sie mit ihrem Job beschäftigt und immer auf der Suche nach neuen, hippen Klamotten für ihre prominente Kundin. Zwischen der Modewelt und dem persönlichen Drama entspinnt sich eine zarte Geschichte in die Trauer, Verlust und die Suche nach dem eigenen Weg im Vordergrund stehen. Zu sehen gibt es diesen Film am 29. Oktober um 20.30 Uhr im Gartenbaukino. Für diese Vorstellung sind noch Resttickets verfügbar – am Veranstaltungstag schnell sein lohnt sich also. Optional könnt ihr ihn am 30. Oktober um 13 Uhr ebenfalls in den weichen Samtsesseln versinken und den Film verfolgen.  Der Ticketpreis liegt bei 9,50€.

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Berührend – Angst essen Seele auf

Das Melodrama von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1974 behandelt eine auch für die heutige Zeit so aktuelle Thematik und den Konflikt zwischen alt und jung – Fremd- und Vertrautheit. Im Mittelpunkt der Handlung steht die 60-jährige deutsche Putzfrau Emmi (Brigitte Mira), die den 29 Jahre jüngeren marokkanischen Gastarbeiter Salem (El Hedi ben Salem) kennen und lieben lernt. Die Einsamkeit beider führt die Witwe und dem von der Gesellschaft isolierten Migranten zusammen. Gegen die Widerstände ihrer Umwelt beschließen die beide jedoch zu heiraten, worauf der soziale Druck jedoch immer größer wird und die beiden von beiden Seiten Unverständnis für ihr Handeln ernten. Berührende Erzählweise und starke filmische Aufnahmen machen den Film zu etwas ganz besonderem – zu sehen gibt’s das Melodrama am 23. Oktober und 24. November im Filmmuseum.

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Fotos:

(c) By Viennale
(c) By Alexander Tuma
(c) Urania / Metro / Alexi Pelekanos
(c) Filmmuseum /  ÖFM/Bruno Klomfar

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