Von der Pampa in die City: Der Umzug vom Land in die Stadt

Donnerstag, 13. Oktober 2016 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Von der Pampa in die City: Der Umzug vom Land in die Stadt

Donnerstag, 13. Oktober 2016 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die Kindheit am Land verbringen – was für ein Geschenk. Das denken sich zumindest viele Paare, die mit Kind, Haus und Hund ein Familienleben am Land beginnen möchten. Die Kinder sehen das jedoch oft nicht ganz so. In den rebellischen Jahren zwischen 13 und… naja, bis zum Auszug eben… gibt es nur einen Wunsch: Weg von diesem ewiggleichen, stets langweiligen Dorfleben! Über die Hürden, Herausforderungen, großen und kleinen Freuden eines Dorfkindes in der Großstadt erzählen wir euch jetzt mehr.

von Lisa Panzenböck

Tausche krähende Hähne gegen lärmende Autos und lasse das behütete Landleben hinter mir, denn endlich heißt es: Raus aus Hotel Mama in der Provinz, rein in die erste eigene Wohnung in der großen Stadt. Was einen als gebürtiges Landei so alles beim Umzug in eine Metropole erwartet verraten wir euch hier.

Pampa: Halbe Stunde gehen? Kein Problem. Stadt: 10 Minuten? Gibt’s keinen Bus?

Dass die Verkehrsanbindungen in die ländlichen Regionen oftmals nicht gerade die allerbesten sind, ist kein Geheimnis. Es gibt Orte, da fährt zweimal täglich ein Bus hin und retour und das war’s dann auch schon; eine Stunde auf den Bus warten ist da noch lange keine große Sache. Und alles, das in einem halbstündigen Fußmarsch bewältigbar ist, wird sowie so gegangen.

In der Stadt ist das schon anders: Die Vernetzungen sind teilweise so gut, dass man sich sogar entscheiden kann, bei welcher Bus-, Bahn-, oder U-Bahn-Station man sich die meisten Meter spart. Ein Luxus, der vor allem abends Gold wert ist. Doch wie das mit Luxus so ist, lässt leider auch eine gewisse Art von Gier nicht lange auf sich warten: Nach nur wenigen Monaten in der Bundeshauptstadt ertappe ich mich auch schon dabei, wie ich mir bei Weg-Vorschlägen von Scotty, Qando, Google Maps und Co. denke: „10 Minuten Fußweg? Gibt’s denn da keine bessere Anbindung?“ Das hat mich schon ein wenig erschreckt, wie unglaublich bequem ich in bloß so kurzer Zeit geworden bin.

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(c) 1000things Redaktion

Sport in der Stadt: Von einer roten Ampel zur nächsten sprinten

Ok, das ist zugegebenermaßen ein großer Minuspunkt! Am Land ziehe ich mir meine Laufschuhe an und bin innerhalb weniger Minuten auf den örtlichen Feldern, wo ich während meiner sportlichen Aktivität die Natur genießen und einfach abschalten kann. Mir wurde nie bewusst, wie schön das eigentlich ist, bis ich begonnen habe in der Stadt zu laufen. Natürlich werden die eingefleischten Stadt-Fans unter euch jetzt sagen, dass es auch in der Stadt tolle Laufmöglichkeiten gibt, doch ehrlich gesagt ist es mir schon zu mühsam, an einen Ort eigens zum Laufen zu fahren.

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(c) 1000things Redaktion / Lisa Panzenböck

Tote Hose vs. Steppender Bär

In meiner schönen Marktgemeinde im Herzen Niederösterreichs kann man am Abend leider nicht allzu viel machen. Etwas Essen oder Trinken gehen, mit dem Hund eine nette Feldrunde machen, oder bei Freunden vorbeischauen. Ab und zu gibt es Feuerwehrfeste, Volksfeste, etc., doch dann war’s das im Großen und Ganzen auch schon wieder.

Eine 180° Drehung später, angelangt in der Bundeshauptstadt, gibt es immer etwas zu sehen, zu unternehmen, auszuprobieren – langweilig wird’s hier gewiss nie. Vielleicht spricht da gerade auch nur die Euphorie einer Neu-Großstädterin aus mir, doch ich habe mich in die Vielzahl der möglichen Elemente zur Freizeitgestaltung verliebt.

Und das allerbeste? Während sich am Land beim Ausgehen stets einer dem Team in der Rolle des Chauffeurs, aka Party-Taxi, aka „Ich fahr’ in der Nacht noch eine Stunde herum, bis ich endlich alle in ihren Dörfern abgesetzt habe“ opfern muss (Denn let’s face it: Immer Taxifahren ist als Schüler finanziell einfach nicht drinnen, da die Strecken von der Party in’s Bett meist nie unter 20€ sind), fährt man in der Stadt auch einfach mitten in der Nacht mit öffentlichen Verkehrsmitteln, oder mit Uber zu richtig guten Preisen nach Hause.

Snack-Attack mitten in der Nacht – was nun?

Beim Nachhausekommen vom Feiern darf eine Sache natürlich nie fehlen: Essen. Wenn ich bei mir am Land ausgegangen bin, die Lichter des gelben Rettungs-„M“ erloschen sind, der örtliche Bäcker noch geschlossen hat und keine Tankstelle für eine leckere Käs-Leberkäs-Semmel am Heimweg lag, so gab es endlich zu Hause angekommen einen selbstgemachten Schinken-Käse-Toast – sofern am Sonntagmorgen noch Schinken, Käse, und Toast zu Hause waren. Ist dies nicht der Fall, hat man halt „a Pech g’habt“ und musste hungrig in’s Bett gehen. Mache ich mich nun auf den Weg zu meinem neuen Heim, so stolpere ich – auch spät nachts – an mindestens drei noch offenen Essensständen vorbei. Hot Dog, Kebap, Pizza – was immer ich mir gerade gönnen möchte, gibt es vor meiner Nase.

Wer gewinnt – Großstadtschickeria oder provinzieller Charme?

Nach einem halben Jahr in der Großstadt habe ich mich nun schon ganz gut zurechtgefunden, bin nach wie vor fasziniert von all den Eindrücken, Lokalen und Unternehmungen und würde derzeit schlichtweg nirgendwo anders lieber wohnen als in unserer schönen Bundeshauptstadt. JEDOCH (ha, jetzt dachtet ihr schon, die Stadt hat konkurrenzlos gewonnen, oder?) weiß ich viele Dinge erst seit meinem Umzug vom Vorort in die Stadt zu schätzen; Dinge, die mir früher als selbstverständlich erschienen, wie beispielsweise die Ruhe beim Schlafen in der Nacht, oder die unzähligen Laufstrecken. Mittlerweile kann ich meine Eltern – und sämtliche Menschen, die lieber am Land als in der Großstadt leben – verstehen und habe die Ruhe am Land durchaus lieben gelernt. Zusammenfassend stelle ich fest, dass – so gerne ich auch in meinen Mitzwanzigern in der Stadt lebe – ich mich jedes Mal sehr freue, wenn ich im Zug nach Niederösterreich zur Familie sitze und die Hochhäuser plötzlich Bäumen platzmachen. Und wer weiß, vielleicht ziehe ich ja auch eines Tages wieder zurück auf’s Land.

Wenn euch unser Artikel über den Umzug in die Stadt vom Land gefallen hat,  dann haben wir hier 8 Dinge die jeder von zu Hause am Land kennt.

Für noch mehr Tipps solltet ihr unseren WhatsApp Service nützen, hier findet ihr eine genaue Anleitung.

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