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Naschmarkt: Der Bauch von Wien

Naschen und Flanieren im Herzen Wiens

Es gibt ja diverse Adressen mit dem Wortteil „-markt“ in Wien und immer kann man sich ein Stück weit vorstellen, was sich vor ein paar Jahrzehnten an dem jeweiligen Fleckchen der Stadt ausgesehen getan haben muss – am Heumarkt, am Getreidemarkt, am Fleischmarkt und so weiter. Beim Naschmarkt muss man es sich nicht vorstellen, sondern kann es nach wie vor erleben: das Naschen, das Genießen, das Flanieren.

Nomen est omen

Der Naschmarkt liegt auf der Wienziele, zwischen zwei der wichtigsten Stadtein- und ausfahrten, der Rechten und der Linken Wienzeile. Offiziell gehört das Marktareal heute zum 6. Bezirk, aber de facto fühlt er sich an wie ein eigener kleiner Stadtteil. Der Naschmarkt ist der größte innerstädtische Markt Wiens. Seine Geschichte geht auf einen kleinen Bauernmarkt auf dem Karlsplatz im 18. Jahrhundert zurück, auf dem hauptsächlich Milchprodukte verkauft wurden. Ende desselben Jahrhunderts wurde festgelegt, dass das nach Wien gelieferte Obst- und Gemüse vor dem Kärntnertor verkauft werden musste. So kam es, dass auf dem damals als „Aschenmarkt“ bezeichnete Areal – entweder wegen der früher dort befindlichen Aschen- und Mistdeponie oder von der „Asch“, einem hölzernen Milchbehälter – vor allem Obst- und Gemüse, darunter auch Exotisches verkauft wurde. Aus dem Aschenmarkt wurde im Volksmund der Naschmarkt, womöglich wegen der exotischen Süßigkeiten, die dort angeboten wurden. Seit 1905 ist diese Bezeichnung amtlich.

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Der Bauch von Wien

Wo sich der Naschmarkt heute befindet verläuft auch der Wienfluss. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Fluss reguliert und teilweise überwölbt. So wurde neue Fläche für die Stadt Wien gewonnen. Gleichzeitig wurde die Wiener Stadtbahn gebaut, von Otto Wagner geplant. Kurz nach deren Fertigstellung siedelte der Naschmarkt von der Wiedner Hauptstraße zu seinem heutigen Platz um. Die gemauerten Stände und die fixen Gebäude des Marktes – gebaut nach Plänen von Friedrich Jäckel – harmonieren stilistisch mit der Infrastruktur der ehemaligen Stadtbahn, die heute Teil der U4-Strecke ist. Heute wie damals findet man hier diverse Obst- und Gemüsesorten, mittlerweile aber auch Gebäck, Käse, heimische und exotische Gewürze, Fleisch, Fisch, Käse und mehr. Seit 2000 mischen sich Gastronomen und Gastronominnen unter die Marktbetreibenden. Der Beiname des Naschmarkts, „Bauch von Wien“, ist damit zutreffender als je zuvor.

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Herein- und durchspaziert!

Bei einem Spaziergang durch den gesamten Markt startet man beim Getreidemarkt und spaziert hinauf bis auf die Höhe der Kettenbrückengasse. Wer aufmerksam ist, registriert die Ordnung, die sich vor Ort eingestellt hat: Zum Zentrum hin liegen Fisch- und Fleischlokale und -stände. Danach ballen sich asiatische Gastronomiebetriebe, gefolgt von Lokalen, deren Angebot vom Mittelmehrraum und Vorderasien inspiriert ist. Dazwischen stößt man auf ein paar österreichische Lokale. Eine kulinarische Weltreise war noch nie einfacher. Ob Burger beim Rinderwahn, Fisch bei Umarfisch, im Nautilus oder beim Fischviertel, Hummus und Co. bei NENI, Orient Occident oder Tewa oder asiatische Gerichte von Thailand bis Japan bei Li’s Cooking, Yumi Dim Sum Teppanyaki.

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Aber nicht nur zum Essen, sondern auch für Drinks ist der Naschmarkt eine äußerst beliebte Destination. Egal, wofür man vorbeikommt, wenn man von der Wienzeile aus durch eine der Lücken zwischen den Standeln und Restaurants ins Markttreiben eintaucht, lässt man die Großstadt Wien hinter sich. Wer Freitagabend nicht zu sehr auf den Putz haut kann Samstagfrüh gleich wiederkommen und über den Flohmarkt schlendern. Auf dem Parkplatz bei der Station Kettenbrückengasse bieten von 7 bis 13 Uhr Privatpersonen und professionelle Händler und Händlerinnen Altwaren und Trödel an. Außerdem bieten samstags heimische Bäuerinnen und Bauern im sogenannten Bio-Eck ihre Produkte feil. Einen Fehler dürft ihr nicht machen: sonntags vorbeischauen. Da hat am Naschmarkt nämlich alles zu.

(c) Gugerell | Wikimedia Commons

Übrigens: Auch wenn ihr auf dem Naschmarkt Platz genommen habt, hört das Staunen nicht auf. Denn unter den Gebäuden an der Wienzeile sind prächtige Jugendstilbauten, deren Details man bei einem Spritzer oder einer Tasse Kaffee in aller Ruhe inspizieren kann.

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Wenn ihr genug vom bunten Markttreiben habt, könnt ihr eine Erkundungstour durch den 5. Bezirk oder einen Spaziergang durch den 6. Bezirk anschließen.

(c) Beitragsbild | Dguendel | Wikimedia Commons CC BY SA 4.0

Zur Website des Naschmarkts

Aktuelles

Aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen gegen Corona können Öffnungszeiten variieren. Werft am besten vor eurem Besuch einen Blick auf die Website, um gut informiert zu sein.

Öffnungszeiten

Verkaufsstände
Montag bis Freitag maximal 6 bis 21 Uhr, mindestens Dienstag bis Freitag 15 bis 18 Uhr
Samstag maximal 6 bis 18 Uhr, mindestens 8 bis 12 Uhr
Gastronomiebetriebe
Montag bis Samstag maximal 6 bis 23 Uhr
an Sonn- und Feiertagen geschlossen

Zu erreichen ist der Naschmarkt am besten mit U1, U2 oder U4 bis Karlsplatz oder mit der U4 über die Station Kettenbrückengasse.

  • Location
  • Naschmarkt, 1060
Location map  Naschmarkt: Der Bauch von Wien
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