Stadtführungen Österreich

Die ausgefallensten Führungen durch Österreichs Hauptstädte

Mittwoch, 9. Oktober 2019 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Die ausgefallensten Führungen durch Österreichs Hauptstädte

Mittwoch, 9. Oktober 2019 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Von Bregenz bis Eisenstadt: Die österreichischen Hauptstädte sind immer wieder einen Erkundungstrip wert. Denn abseits der ausgetrampelten Touri-Pfade, jenseits von der Bregenzer Seebühne oder dem Schloss Esterházy gibt es hier noch allerhand Verborgenes zu entdecken. Deshalb haben wir die ausgefallensten Touren durch die österreichischen Citys für euch zusammengestellt.

von Viktoria Klimpfinger

Egal ob durch Schulausflüge oder übereifrig-unternehmungslustige Eltern – die Hauptstädte der Bundesländer kennt ihr jedenfalls schon zur Genüge? Wenn ihr die klassischen Stadtführungen schon längst nicht mehr nötig habt, dann haben wir hier ein paar alternative Touren für euch, die euch ganz neue, unerwartete Seiten der österreichischen Hauptstädte zeigen.

Bregenz

Wir arbeiten uns am besten strategisch von West nach Ost vor. Also erst mal Bregenz: Das hatte seine goldene Zeit unter anderem zur Jahrhundertwende, vor dem ersten Weltkrieg. Macht also Sinn, sich für eineinhalb Stunde in diese Zeit zurückversetzen zu lassen, um den Atem der Stadt im Genick zu spüren. Und wie würde das besser klappen als in Begleitung einer waschechten Lady aus dem Fin de Siècle? Na gut, waschecht ist sie vielleicht nicht unbedingt – so weit sind wir mit den Zeitreisen ja noch nicht. Aber immerhin ist Austria Guide Karin Fetz der damaligen bürgerlichen Gesellschaft konform gekleidet und im um 1900 brandaktuellen Klatsch und Trasch versiert. Wie nebenbei nimmt sie euch zwischen dem einen oder anderen pikanten G’schicht’l mit zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zu ihrer Blütezeit, vom Hafen bis zur mittelalterlichen Oberstadt.

Die Führung kostet pauschal € 120,- für maximal 30 Personen.

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Innsbruck

Auch in Innsbruck könnt ihr eine kleine Zeitreise machen, und das sogar mit Gruselfaktor: Jeden ersten Donnerstag im Monat führt Kulturhistoriker Ewald Strohmar-Mauler durch die Stadt und ihre Kriminalgeschichte. Mit Wams und Zylinder verkleidet als Erzähler aus dem 19. Jahrhundert schildert Strohmar-Mauler etwa zwei Stunden lang die Geschichten von Mördern, Räubern, Gesetzeshütern und Henkern und führt zu ihren Schauplätzen.

Die Standard-Führung kostet für eine Gruppenstärke von sechs bis 25 Personen 130 Euro und kann ganzjährig individuell gebucht werden. Treffpunkt ist üblicherweise die Annasäule, also nicht unweit von dem Ort, wo im Mittelalter der Pranger stand. Trifft sich perfekt – welches Zeitalter hat in Sachen Folter und Bestrafung wohl mehr zu bieten als das Mittelalter?

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Salzburg

Salzburg ist ebenfalls zum Fürchten! Also nicht wirklich, natürlich ist Salzburg wunderschön. Aber wie jede Schönheit lässt oft gerade eine dunkle, verborgene Seite das Schöne umso heller strahlen. Hach. Deshalb könnt ihr bei der Führung „Gruselgeschichten und Düsteres über Salzburg“ von Tourguide Sabine Rath genau diese Seite etwas besser kennenlernen. Eineinhalb Stunden führt sie als Hexe verkleidet über den St.-Peter-Friedhof und vorbei am Rathaus, dem Waagplatz, der neuen Residenz und an der Festung Hohensalzburg. Da soll nämlich die „Weiße Frau“ herumgespenstert sein, vornehmlich bei Vollmond. Mit Scheinwerferlicht hat man sie dann schließlich vertrieben. Gespenster mögen’s eben dunkel, weiß doch jeder! Pro Person kostet die Führung 15 Euro. Öffentliche Touren finden einmal im Monat statt und beginnen um 20 Uhr.

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Klagenfurt

Die Kärntner Hauptstadt hat offenbar viele Gesichter. Zumindest, wenn man sich durch das vielfältige Angebot auf der Website der Stadtführerin Mag. Maria Hartlieb scrollt: Von Medizingeschichte über vergangene Esskultur bis zur Geschichte des Honigs führt sie euch durch unterschiedlichste Themen und Gassen. Besonders ausgefallen: die Kostümführung „Von Sinnesfreuden und Todesängsten“, bei der die original barocke Kammerzofe Elsa durch Klagenfurt führt. Sie tratscht ungeniert über Sorgen und Geheimnisse ihrer Herrin, verbreitet den Klatsch und Tratsch der Stadt und gibt Einblick in Schönheitsideale, Liebesgeschichten und Heiratssachen des Barocks.

Der Preis ist abhängig von der Gruppengröße und beginnt bei 100 Euro. Die Führung ist auf Anfrage jederzeit buchbar.

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Linz

Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Wenn das stimmt, kann man sich schnell mal in Linz verknallen. Denn neben vielen unterschiedlichen Thementouren, die euch durch die Graffiti-Galerie Mural Harbor und bis in den Limonistollen führen, gibt es hier auch kulinarisch einiges zu entdecken. Die Kultur- und Genusstouren schreiben sich verschiedene Schwerpunkte auf die Fahnen: „Wirtshaus Classic“, „Donau Gourmet“ oder „Südbahnhofmarkt“. So ist vom Feinspitz bis zum Würstelstand-Stammgast für alle was dabei. Die Touren sind ab acht Personen jederzeit buchbar, dauern zwischen zweieinhalb und drei Stunden und kosten je nach Package zwischen 49 und 129 Euro.

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Graz

Graz hat so viele Facetten, dass wir gar nicht wissen, welche Führung wir zuerst machen sollen. Besonders DieGrazGuides machen uns die Entscheidung schwer – von Innenhof-Touren über Art Walks bis hin zu einer akustischen und taktilen Tour für Leute mit Sehbehinderung. Besonders spannend ist die „Graz weiblich“-Führung, die die Stadt im Zeichen ihrer Frauen abgeht und zeigt, wo sie wohnten und wie sie wirkten – und heute noch wirken. Buchbar ist das Ganze über die Homepage von DieGrazGuides.

Wenn ihr nach Innsbruck und Salzburg voll auf den urbanen Gruselgeschmack gekommen seid, könnt ihr daran in Graz gleich anknüpfen. Der „Ghostwalk of Graez“ findet jeden Freitag und Samstag um 20:00 Uhr statt und nimmt euch mit auf schaurig-schöne Stadterkundung. Zugegeben, vieles von dem Gegrusel ist eher Legende als Faktum, aber darum geht’s beim Gruseln ja auch! Jedenfalls wird eure Schauer-Fantasie so definitiv angekurbelt und das schöne Graz bekommt einen Hauch von spannender Unzähmbarkeit – rawr! Treffpunkt ist die Neutorgasse 5. Das Ganze dauert etwa 90 Minuten und kostet 15 Euro pro Person.

Ghostwalk Graz

Josef Tschida ist der Ghostwalker. (c) Josef Tschida

St. Pölten

In der Nacht schaut alles ein bisschen anders aus. Auch St. Pölten. Gut, dass euch der authentisch verkleidete Nachtwächter und Berufsharlekin Werner Sandhacker einmal im Monat auf seine Tour mitnimmt. Mit seiner Laterne führt er euch durch die Gassen der Altstadt, während sich die Nacht über das schlummernde St. Pölten legt. Wenn’s euch zu düster wird, könnt ihr gerne eigene Taschenlampen oder Laternen mitbringen – und vielleicht sogar den eigenen Nachtwächter-Umhang, der schon seit Jahren ungetragen im Kasten hängt?

Treffpunkt ist jedenfalls im Oktober um 20:00 Uhr und im November und Dezember schon um 18.30 Uhr auf den Glockenschlag genau vor dem Rathaus. Das Ganze dauert ungefähr eineinhalb Stunden, und jetzt kommt das Beste: Es ist gratis!

Werner Sandhacker Harlekin
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Wien

So hübsch Wien ist, so verrückt kann es doch auch sein. Auf dem Crazyness-Spektrum irgendwo zwischen Berlin und Buxtehude anzusiedeln, ist es nur zu verständlich, dass verschiedenste Touren sich lieber auf Um- und Abwegen der viel besungenen Landeshauptstadt verirren. Der Veranstalter space and place bietet zum Beispiel alles Mögliche an von Geruchstouren, bei denen ihr Wiens olfaktorische Vielfalt erschnuppert, über Insta-Walks bis hin zu einer Tour, bei der die typisch-touristischen Statuen der Innenstadt plötzlich lebendig werden und für sich selbst sprechen. Der Klassiker unter den Anti-Klassikern: die Vienna Ugly Touren mit Eugene Quinn. Er zeigt den Wienerinnen und Wienern, wie schön schirch ihre geliebte Stadt eigentlich ist, indem er ihr die vergoldete Habsburger-Maske vom Gesicht reißt und zu Orten führt, die eben besonders hässlich sind. Passt doch gut, immerhin sagt man den Wienern doch eine gewisse Obsession mit Tod und Melancholie nach.

Auch der Anbieter Secret Vienna verspricht mit seinem Namen nicht zu viel. Zahlreiche Thementouren machen’s möglich, die Stadt nach Interessenschwerpunkt zu erkunden. Zum Beispiel führt eine Tour durch versteckte Seitengassen und Hinterhöfe mitten in der Innenstadt. Auch Profi-Grusler und Hobby-Schocker sind natürlich in Wien bestens aufgehoben, zum Beispiel bei der „The Dark Side of Vienna“-Tour, die zeigt, dass es in der jetzt so lebenswerten Weltstadt einst alles andere als plüschig zuging.

Die wöchentlich stattfindenden Touren kosten 18 Euro pro Person. Der genaue Treffpunkt wird erst nach der Anmeldung zu einer bestimmten Tour bekanntgegeben.

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Eisenstadt

Puh, auch schon so erschöpft vom bloßen Gedanken an alle Touren, die ihr euch jetzt im Terminkalender notiert habt? Dann haben wir zum Abschluss etwas Erholsameres für euch. Wie fast jede Stadt könnt ihr mittlerweile auch das schnuckelige Eisenstadt auf den seltsam-futuristischen Segways erkunden. Bei der geführten Spaß-und-Erlebnis-Tour stehen, no na, Spaß und Erlebnis im Vordergrund. Also setzt ihr euch zuerst mal ausgiebig mit eurem fahrbaren Trend-Untersatz auseinander, bevor ihr locker-flockig durch die Altstadt, den Schlosspark, das jüdische Viertel und die Weingärten cruist. Zwei Stunden geführter Segway-Spaß kosten 65 Euro pro Person. Wenn ihr doch etwas ausgedehnteren Input zur Stadtgeschichte wollt, ist vielleicht eher die Kultur-Tour etwas für euch. Sie dauert ganze drei Stunden, in denen euch staatlich geprüfte Guides das volle Touri-Programm bieten. Das kommt allerdings auch auf 80 Euro pro Person.

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Bei so viel Schönem kannst du dich jetzt gar nicht entscheiden, wo du dich in Österreich am besten niederlässt? Dann hilft dir sicher unser Quiz, wo in Österreich du leben solltest, weiter. Für kurze Ausflüge findest du allerhand Sehenswertes bei unseren To Dos.

(c) Beitragsbild | Pixabay

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