Wien ist eine der unfreundlichsten Städte der Welt

Dienstag, 20. November 2018 / Lesedauer: ca. 2 Minuten

Wien ist eine der unfreundlichsten Städte der Welt

Dienstag, 20. November 2018 / Lesedauer: ca. 2 Minuten

Das Expat City Ranking 2018 kürt Wien wieder einmal zu einer der unfreundlichsten Städte der Welt. Auf welchem Platz die österreichische Hauptstadt in Sachen Freundlichkeit liegt und was die Befragten sonst noch so über Wien denken, erfahrt ihr hier.

von Viktoria Klimpfinger

Ja, ja, Wien ist die lebenswerteste Stadt. Das belegt die berühmte Mercer-Studie seit neun Jahren in Folge. Angesichts der unbestreitbaren Schönheit unserer Hauptstadt ist es nur gerechtfertigt, dass die meisten Wiener dieses Ranking mit stolz geschwellter Brust vor sich hertragen, wenn ihnen irgendwer ihr schönes Wien madig machen will. „Mei Wien is’ net deppert“ – da hat Ex-Bürgermeister Michael Häupl schon ganz recht. Aber ein bisserl unfreundlich ist es halt.

Wiener Grant ist kein Mythos

Das, was man den Wienern ohnehin immer schon unterstellt, hat das „Expat City Ranking 2018“ erneut bestätigt: Der Wiener Grant kann schon ziemlich ungut sein, wenn er ohne Vorwarnung in den Öffis oder auf der Straße über einen hereinbricht. Offene Aggression mit Sprüchen wie „Heast euda, schleich di!“ „Wos is’, Deppata, suachst an Bahöö?“ sind da aber nur die Spitze des Eisbergs. Viel subtiler und nuancenreicher zeigt sich der Hang der Wiener zum Granteln in Sätzen wie „Steigen Sie aus?“ Jemand außerhalb dieses Kosmos’ würde mit dieser Frage zunächst eine höfliche soziale Interaktion in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbinden. Diesen Fehler macht man in Wien nur einmal. Ähnlich wie die Abercrombie-and-Fitch-Verkäufer, die einen mit einem fröhlichen „Hi! How are you?“ im Geschäft begrüßen, aber verdammt verwirrt reagieren, wenn man ihnen ehrlich erzählt, wie es einem geht, reagiert man auch in Wien, wenn der Gefragte antwortet: „Nein, ich stehe hier nur so rum.“

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Sprachliche Schwierigkeiten für Expats

Ich mein’, oida? Das will doch keiner wissen! Denn die Frage „Steigen Sie aus?“ steht für Vieles, nur nicht für soziales Interesse. Meistens bedeutet sie einfach: „Schieb dich auf die Seite, Wappla, ich will aussteigen.“ Die Sprachbarriere war wohl auch einer der wesentlichen Gründe, warum Wien in Sachen Freundlichkeit im Ranking auf Platz 65 von 72 fiel. Denn die Umfrage richtete sich an 18.000 Expats, also an Menschen, die im Ausland arbeiten und leben. Laut STANDARD haben 200 in Wien lebende Expats an der Umfrage teilgenommen. Fast die Hälfte ist der Meinung, dass man als Expat in Wien ohne die Kenntnisse der Landessprache aufgeschmissen ist.

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Wiener sind gute Freunde

Die Unfreundlichkeit hat sich allerdings im Vergleich zum Vorjahr um einiges verbessert. 2017 lag Wien in dieser Kategorie noch auf dem vorletzten Platz vor Paris. Heuer sind wenigstens sieben Städte unfreundlicher als die österreichische Hauptstadt: unter anderem Riad, Stockholm und Stuttgart. Und offenbar ist der Wiener Grant auch einer, der schnell wieder verfliegt. 42 Prozent der befragten Expats in Wien finden, dass es einfach ist, hier Freundschaften zu knüpfen. „Wenn man erst einmal mit den Österreichern Freundschaft geschlossen hat, dann ist ihnen diese sehr wichtig“, sagt ein Expat aus Venezuela. Im Gesamtranking von 72 Städten liegt Wien mit Platz 34 im guten Mittelfeld.

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In Wien ist’s ja momentan ziemlich winterlich. Lest euch durch, was der erste Schnee in Wien jedes Jahr in unserer Redakteurin auslöst. Was ihr in Wien so alles anstellen könnt, verraten euch unsere To Do’s.

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