Beitragsbild

10 Dinge, die ihr über die Öffis in Wien noch nicht wusstet

Montag, 7. Januar 2019 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

10 Dinge, die ihr über die Öffis in Wien noch nicht wusstet

Montag, 7. Januar 2019 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Mit welcher Höchstgeschwindigkeit ist eigentlich eine Straßenbahn unterwegs? In welcher U-Bahn-Station gibt es die meisten Rolltreppen? Wir haben die öffentlichen Verkehrsmittel Wiens unter die Lupe genommen und präsentieren euch spannende Fakten rund um U-Bahn, Bim und Bus.

von Marie Amenitsch

Als unsere täglichen Wegbegleiter sind uns die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien gut bekannt. Aber wer weiß eigentlich, mit welcher Geschwindigkeit die U-Bahn unterwegs ist, warum es bisher keine U5 gab und wie viele Kilometer täglich zurückgelegt werden? Wir präsentieren euch zehn Dinge – streng genommen etwas mehr – , die ihr über die Öffis in Wien wahrscheinlich noch nicht gehört habt.

Die verflixte eine Minute

Wir kennen es wohl alle ziemlich gut: Man steht an der Haltestelle und die Wartezeit auf die nächste Bim, U-Bahn oder den Bus beläuft sich laut elektronischer Anzeige auf eine Minute. Da sich nach über einer Minute ungeduldigen Wartens jedoch nichts an der Anzeige geändert hat, folgt mal wieder ärgerliches Kopfschütteln und die Schlussfolgerung, dass die Anzeigetafel wohl kaputt sein muss. Denkste! Die Anzeigetafel zeigt nämlich nicht die Wartezeit in der Station an sondern die errechnete Fahrzeit, die das Verkehrsmittel von der jeweiligen Haltestelle entfernt ist. Diese Zeit stimmt nur dann mit der tatsächlichen Fahrzeit überein, wenn alles nach Plan läuft. Verzögerungen durch längere Aufenthalte, Stau oder Falschparker können die tatsächliche Fahrzeit folglich verlängern. Das Fahrzeug ist dann zwar rein rechnerisch weiterhin eine Minute Fahrzeit von der Haltestelle entfernt, die Weiterfahrt kann aber mehrere Minuten lang verzögert werden. Nächstes Mal also nicht gleich los schimpfen, auch wenn es dem Wiener Grant entspricht, sondern die Leidensgenossen und -genossinnen lieber mit diesem Fakt verblüffen.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Bitte alle ein- und aussteigen!

Die Wiener U-Bahn ist zu 100 Prozent barrierefrei. Dafür sorgen 294 Aufzüge und 352 Rolltreppen in den Stationen. Die Station mit den meisten Rolltreppen ist jene am Karlsplatz, Wiens bislang einziger Knotenpunkt, an dem drei U-Bahnlinien zusammenführen und 26 Rolltreppen, die Fahrgäste transportieren. Die mit 53 Metern längste Rolltreppe Wiens findet ihr in der U3-Station Zippererstraße. Die Rolltreppen der Wiener Linien werden zudem mit einer Maximalgeschwindigkeit von 0,65 Metern pro Sekunde betrieben, was umgerechnet 2,34 Kilometern pro Stunde entspricht.

Wiener Linien

(c) Johannes Zinner | bildstrecke.at

Der Mythos von der geheimen U-Bahn-Station

Immer wieder hört man Geschichten von einem geheimen U-Bahn-Tunnel, der den Mitgliedern der Regierung im Falle einer Katastrophe zur Evakuierung dienen soll. Doch wie viel Wahrheit steckt in diesem Mythos? Fakt ist, dass es im Wiener Untergrund tatsächlich zahlreiche dem Durchschnitts-Fahrgast unbekannte Tunnel und Gleise gibt. Diese dienen jedoch der Beförderung von Zügen von den Betriebsbahnhöfen auf unterschiedliche Linien. Ein eigenes geheimes Gleis für die Regierung gibt es im U-Bahn-Netz aber nicht.

wiener linien

(c) Manfred Helmer | bildstrecke.at

Kleine Zeitreise

Ihr wolltet immer schon wissen, wie denn die Straßenbahn früher ausgesehen hat und welche Linien wann und wo unterwegs waren? Mit der Plattform Bildstrecke könnt ihr euch auf nostalgische Zeitreise begeben und zurück bis zum Jahre 1890 im Archiv der Wiener Linien stöbern. Neben alten Straßenbahn- und U-Bahnmodellen sind besonders auch die Aufnahmen von den Straßenzügen Wiens spannend anzusehen und man sieht, wie sich im Laufe der Jahre alles verändert hat. Im Bild zu sehen die Straßen rund um das Schottentor im Jahr 1906, inklusive historischer Straßenbahnen.

wiener linien

(c) bildstrecke.at

Von Geschwindigkeiten und Haltestellen

Nachdem sich die Türen der U-Bahn zu Biepen und rot pulsierendem Lichtsignal geschlossen haben, nimmt die U-Bahn Fahrt auf. Durchschnittlich ist die Wiener U-Bahn mit einer Reisegeschwindigkeit von 32,47 Kilometern pro Stunde unterwegs, maximal mit 80 Kilometern pro Stunde. Die Straßenbahn – oder liebevoll auch Bim genannt – ist mit durchschnittlich 15 Kilometern pro Stunde deutlich langsamer unterwegs. Dafür beläuft sich der mittlere Haltestellen-Abstand der Wiener U-Bahn auf 761,9 Meter, wohingegen die Stationen der Straßenbahn mit durchschnittlich 396,2 Metern deutlich dichter zusammenliegen.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Der doppelstöckige 13A

Bis 1990 lag ein Hauch von London-Feeling in den Straßen Wiens, zumindest auf der Bus-Linie 13A. Diese waren nämlich bis zum Jahr 1990 noch als Stockautobus unterwegs. Kinder der 80er Jahre werden sich wohl noch wehmütig an den fabelhaften Blick erinnern, den man aus dem großen Panoramafenster in Reihe 1 im Oberdeck genossen hat. Die meisten Fahrgäste mieden jedoch die steile Stiege hinauf, denn es wollte niemand riskieren, nicht rechtzeitig aussteigen zu können.

Wiener Linien

(c) bildstrecke.at

Die fehlende U5

2018 fiel der Startschuss für das Projekt U5 und bis 2024 soll es nun endlich soweit sein und die sechste U-Bahnlinie U5 als erste vollautomatische U-Bahn im Wiener Öffi-Netz unterwegs sein. Aber warum wurde bisher die Zahl fünf in der Nummerierung übersprungen und es erfolgte der Sprung von U4 auf U6? Im Laufe der Planung des Wiener U-Bahnnetzes wurde eine U5 immer und immer wieder angedacht. Doch der Bau der U5 wurde jedes Mal verworfen, da sich andere Linienführungen schlicht und einfach als wichtiger herausgestellt haben. So zeichnete sich Wien im Laufe der Jahre durch die Eigenart einer in der Nummerierung fehlenden U-Bahn-Linie aus.

Wiener Linien

Das neue U-Bahn-Netz mit U5 (c) Wiener Linien

Ein Bus geht baden

Als frühmorgens am Sonntag dem 1. August 1976 die Reichsbrücke einstürzte, befanden sich vier Fahrzeuge auf dieser. Eines davon war der Linienbus GU 230, Nummer 8084 der Wiener Linien, der zum Glück noch ohne Fahrgäste unterwegs war. Der Bus wurde dabei in die Tiefe gerissen und stürzte in die Fluten. Wie durch ein Wunder blieb der Fahrer beinahe unverletzt. Die Bilder des 16,6 Meter langen „Donaubus“, wie er in den Medien genannt wurde, gingen um die Welt. Nach einigen Tagen im Wasser konnte der Bus per Schwimmkran geborgen werden und blieb nach der Restaurierung sogar noch über zehn Jahr im Einsatz. Der Bus ist im Verkehrsmuseum Remise zu besichtigen und 40 Jahre nach seinem Unfall beim Einsturz der Reichsbrücke gab es noch eine denkwürdige Ausfahrt über die heutige Reichsbrücke.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Skurrile Fakten

Zu guter Letzt dürfen auch ein paar außergewöhnliche Zahlen und Fakten der Wiener Linien nicht fehlen, mit denen ihr eure Mitmenschen garantiert beeindrucken könnt. So ist beispielsweise die U-Bahn Station Donauinsel die einzige Station, in deren Namen alle fünf Vokale genau einmal vorkommen. Die Gesamtlänge der gelben Sicherheitslinien in den U-Bahn-Stationen beläuft sich auf über 25.000 Metern und ein Meter U-Bahn-Schiene wiegt um die 50 Kilogramm. 2018 haben die Fahrzeuge der Wiener Linien zudem rund 77,7 Millionen Kilometer zurückgelegt, das entspricht 213.000 Kilometer täglich. In anderen Worten: Die Fahrzeuge der Wiener Linien fahren täglich fünf Mal rund um die Erde.

Diese Gewinnspiele könnten dich interessieren

Verkehrsmuseum Remise

Die Wiener Linien haben ihr eigenes Museum: Im Verkehrsmuseum Remise erfahrt ihr noch mehr zum öffentlichen Verkehrsbetrieb in Wien. In den Räumlichkeiten der ehemaligen Tramway-Remise Erdberg erzählen die Wiener Linien 150 Jahre Öffi-Geschichte, von der ersten Fahrt der Pferdetramway bis hin zum Ausblick in die Zukunft der Wiener Öffis. Der Audioguide Hearonymus versorgt mit den wichtigsten Infos und kann praktisch als App aufs Smartphone geladen werden.

Wiener Linien

(c) bildstrecke.at

Übrigens, auch über die Habsburger gibt’s einiges Wissenswertes, das euch überraschen dürfte. Wir verraten außerdem, was euch an der U2-Endstation Seestadt erwartet.

(c) Beitragsbild | Jan Pöltner | 1000things

×
×
×
Blogheim.at Logo