Der Tag der Erfinder

Freitag, 9. November 2018 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Der Tag der Erfinder

Freitag, 9. November 2018 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Am 9. November findet jährlich in ganz Europa zum Gedenken an kluge Köpfe der Tag der Erfinder statt. Wir stellen euch hier einige spannende österreichische Erfinder vor, deren Entwicklungen uns noch heute das Leben erleichtern.

von Luisa Lutter

Der Tag der Erfinder soll an große Erfinder, aber auch an die fast Vergessenen erinnern. Dieser Tag ist aber auch dazu da, alle erfinderischen Menschen zu ermutigen, trotz Rückschlägen oder fehlender Anerkennung an ihre Ideen zu glauben, an guten Projekten festzuhalten und sie in die Tat umzusetzen. Wir stellen euch hier einmal spannende und vielseitige Erfindungen aus Österreich vor. Viel Freude beim Lesen.

An all die großen Erfinder weltweit

Natürlich fällt uns beim Grübeln zum Thema Erfinder meistens zuerst der US-Amerikaner Thomas Edison ein. Er hat sprichwörtlich das Licht um unsere Köpfe herum angeknipst. Doch alle Alltagsgegenstände gehen auf anfänglich vage Überlegungen und spätere, konkrete Ideen zurück. Die schlauen Köpfe bereichern mit ihren Erfindungen unser Leben und erleichtern es auch um einiges. Im Stillen sollten wir etwa jeden Morgen der Deutschen Melitta Benz für die Erfindung des Kaffeefilters danken oder auch dem Ungarn Ladislaus Biro, der den Kugelschreiber erfand. Die Liste würde sich ins Unendliche fortsetzen lassen. Wir haben uns daher einmal österreichische Erfinder herausgepickt und stellen sie euch vor.

Hedy Lamarr

Wir starten mit Hedy Lamarr, da der Tag der Erfindungen auch ihr zu Ehren ins Leben gerufen wurde. Sie wurde 1914 in Wien geboren und war eine österreichisch-amerikanische Schauspielerin, die aber nebenbei auch noch Zeit fand, mit Georg Anteil das Frequenzspreizverfahren zu entwickeln. Dieses Verfahren wird in der Nachrichtentechnik genutzt. Für die Informationsübertragung wird ein schmalbandiges Signal in eines mit größerer Bandbreite umgewandelt. Das Verfahren hat auch große Vorarbeit für die Datenübertragung bei drahtlosen Netzwerkverbindungen oder den abhörsicheren Mobilfunk geleistet. In der Digitaltechnik werden auf Basis dieser Errungenschaft zudem Funkstörungen von benachbarten elektronischen Geräten verhindert. Hedy Lamarr ist mit ihrer Erfindung allerdings weder reich noch berühmt geworden.

Carl Djerassi

Der Chemiker wurde 1923 ebenfalls in Wien geboren. Er schrieb seinen Namen in die Köpfe der Menschen ein, unter anderem mit der Erfindung der ersten Antibabypille, womit er das Leben von Millionen von Frauen veränderte. Er lehnte jedoch Zeit seines Lebens die Bezeichnung Antibabypille ab. Denn die Pille sollte kein Mittel gegen Kinder sein, sondern für Frauen und deren Unabhängigkeit stehen. Das Leben von Carl Djerassi liest sich wie ein aufregender Roman. Anders als Hedy Lemarr kamen ihm dafür auch Reichtum und Ruhm zu. Er verstarb 2015 in San Francisco.

(c) drew hays / unsplash

Franz Sacher

Natürlich klingelt es da bei jedem Leser. Schon der Gedanke an die Sachertorte von Franz Sacher, geboren 1816 in Wien, lässt uns genüsslich über die Lippen lecken und macht große Lust auf Schokolade. Bereits als 16-jähriger Lehrling kreierte er in der Hofküche des Hauses Metternich die beliebte und weltweit bekannte Schokoladentorte. Das Café Sacher und viele weitere Cafés in Wien huldigen Franz Sacher noch heute mit dem köstlichen Dessert.

Erwin Perzy

Passend zur kalten Jahreszeit möchten wir euch auch gerne Erwin Perzy vorstellen. Der Chirurgieinstrumentenmechaniker experimentierte bei der Suche nach Kaltlicht mit einer Schusterkugel, um die Lichtausbeute der damals neuen Kohlenfadenlampe zu verstärken. Diese Schusterkugel bestand aus einer Glaskugel mit rohrförmigem Ende. Sie war gefüllt mit Wasser und wirkte dadurch wie eine Lupe. Er fügte dem Wasser verschiedene Stoffe hinzu, unter anderem auch Gries, welcher langsamer herabsank als andere Stoffe. Dieser Effekt erinnerte ihn an Schneefall. So war die erste Schneekugel geboren. Der Betrieb wird heuer in der 3. und 4. Generation weitergeführt. Wer noch mehr zu dem Thema erfahren und die Vielfalt der Schneekugelwelt erleben möchte, kann in das Museum und in der Manufaktur vorbeischauen.

Schumanngasse 87, 1170

(c) elladee / unsplash

Peter Mitterhofer

Der gelernte Tischler war offenbar ein kreativer Geist und hatte Spaß am Tüfteln. Um 1864 entwickelte Peter Mitterhofer seine erste Schreibmaschine, einen Prototyp namens “Wiener Modell 1864″. Heute könnt ihr es im Technischen Museum in Wien sehen. Diese Maschine bestand vorwiegend aus Holz und ein wenig Metall. Das erste Modell wurde allerdings nie fertiggestellt. Erst der fünfte Versuch brachte schließlich eine gebrauchsfähige Schreibmaschine hervor. Ein gewisser Christopher Latham Sholes aus den USA verbesserte sie und machte mit der Vermarktung ein beachtliches Geschäft. Mitterhofer war an der Weiterentwicklung nicht beteiligt und blieb bis zu seinem Lebensende enttäuscht über die mangelnde Anerkennung seiner Idee.

(c) elijah-o-donnell / unsplash

Ihr habt den Erfinder-Geist inhaliert? Wir haben am Blog noch weitere, sehr amüsante Inspirationen für euch, die wir euch im Beitrag über das Museum voller Nonsens vorstellen.
Wer lieber selber kreativ werden möchte, kann seine Fähigkeiten in einem der coolsten DIY-Workshops der Stadt ausprobieren.

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(c) Hassan Protons / unsplash

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