Kühle Seen Österreich

Die kühlsten Seen Österreichs

Freitag, 3. August 2018 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Die kühlsten Seen Österreichs

Freitag, 3. August 2018 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Bei sommerlicher Affenhitze gibt es wohl nichts Herrlicheres als ins Wasser zu springen. Umso tragischer ist dann allerdings das Auftauchen in 26 Grad Badewannen-Temperatur. Damit ihr beim Schwimmen keinen Hitzeschock kriegt, haben wir hier für euch die kühlsten Seen Österreichs aufgelistet. Also: Immer cool bleiben!

von Viktoria Klimpfinger

*letztes Update: Juni 2019

Sobald es warm genug ist, stürzen wir uns fröhlich kreischend in die Fluten der österreichischen Badeseen. Aber was, wenn es im Sommer so heiß wird, dass sich die Gewässer von angenehmen Abkühlgelegenheiten zu bacherlwarmen Badewannen entwickeln? Da kommen wir ins Spiel: Wir haben hier die aktuell kühlsten Seen der Bundesländer für euch, die euch selbst bei großer Hitze Gänsehaut verpassen.

Körbersee – 14 Grad

Der Vorarlberger Körbersee ist drei Hektar groß und liegt im Lechquellengebirge auf 1.654 Metern. Dass er nur zu Fuß erreichbar ist, zeigt schon, dass ihr hier wohl nicht schon um 6 Uhr früh da sein müsst, um euch eine Liege zu reservieren. Die gibt’s hier, nebenbei bemerkt, eh nicht. Bei all der Bergidylle ist aber das Coolste, dass der See auch im Sommer kaum wärmer wird als 14 Grad. Baden ist erlaubt – falls ihr keine kalten Füße bekommt. Aufwärmen und die Bäuche vollschlagen könnt ihr euch anschließend im Restaurant des Berghotel Körbersee. Dort könnt ihr übrigens auch Ruderboote ausleihen. Jetzt fragt ihr euch aber bestimmt: Wie kann es sein, dass der See nur zu Fuß erreichbar ist, wenn dort ein Hotel steht? Einfache Antwort: Dort kommt ihr ebenfalls nur per pedes hin. Euer Gepäck könnt ihr von der Materialseilbahn in Schröcken hochkarren lassen. Euch selbst befördert ihr wandernd in circa 40 Minuten zum Hotel. Übrigens wurde der Körbersee 2017 in der ORF-Show „9 Plätze, 9 Schätze“ zum schönsten Platz Österreichs gekürt.

Thiersee – 21 Grad

Ganz nach dem Motto „klein, fein und kühl“ geht es weiter nach Tirol – genauer gesagt in das naturbelassene Kufsteinerland. Dort sorgen nämlich nicht nur endlos scheinende Weiten und die unzähligen Berggipfel der alpinen Bergwelt für großes Staunen: Das Kufsteinerland bietet euch mit insgesamt sechs Seen auch genau die Abkühlung, die man vor allem in den Sommermonaten oft so bitternötig hat. Ganz besonders angetan hat es uns der Thiersee. DerBergsee ist mit seinen 21 Grad einer der kühlsten Seen der Region, ist leicht zu Fuß oder mit dem Auto zu erreichen und beeindruckt mit kleinen Buchten, weitläufigen Liegewiesen und allen voran dem Strandbad Thiersee am Nordufer. Ein kleiner (un)beabsichtigter Schlemperer beim Schwimmen macht also überhaupt nichts, hat unser Tiroler Lieblingssee doch Trinkwasserqualität. Apropos sauber: Der mit seinen 25 Hektar recht überschaubare Thiersee besticht vor allem durch sein glasklares Wasser und die traumhafte Landschaft, die ihn umgibt. Wer sich zwischendurch auch mal gerne an Land aufhält, kann außerdem eine wunderschöne Wanderung in mitten der Tiroler Naturlandschaft machen. Nicht umsonst wird der Thiersee seit alters her als Kraftplatz bezeichnet. Überzeugt? Auf der Webseite des Kufsteinerlands finet ihr mehr Infos zum Thiersee.

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#thiersee #sonne #geniesen #sun #hotdays☀️

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Rinnensee – 15 Grad

Auch Tirol hat einige kühle Bergseen im Angebot. Besonders schön ist etwa der Rinnensee auf 2.646 Metern Höhe in den Stubaitaler Alpen. Er erreicht im Sommer allerhöchstens 15 Grad – und manch ein mutiger Wanderer kühlt sich darin nach dem langen Aufstieg ab. Ausgangspunkt der Route ist die Ortschaft Neustift. Von dort aus geht’s zunächst zur Oberrisshütte und dann weiter zur Franz Senn Hütte, bevor ihr Richtung Rinnensee-Rinnenspitze abbiegt. Der Weg an sich ist hier ja eigentlich schon Ziel genug: Ihr passiert eine Bachschlucht, wandert über üppige Wiesenhänge und habt dabei stets ein herrliches Bergpanorama vor Augen. Das Ganze kann schon gute drei Stunden dauern. Doch dann habt ihr euch eine kleine Abkühlung redlich verdient! Und das noch dazu in Kombination mit einer unvergesslichen Aussicht.

Prebersee – 20 Grad

Mit rund 20 Grad ist der Prebersee im Salzburger Tamsweg im Lungau auch noch ziemlich frisch. Aber das ist längst nicht alles, was er zu bieten hat: Zum einen ist er ein Moorsee, dessen Wasser eine heilsame Wirkung haben soll. Die Schwebstoffe des Moores verleihen seiner Oberfläche ihre dunkle Farbe. Zum anderen hat diese Gegend seit jeher Goldgräber angezogen, von deren Suche nach dem glänzenden Glück heute noch Spuren zeugen. Dieser See ist mit dem Auto von Tamsweg aus gut erreichbar. Doch oben angelangt, könnt ihr euch auf dem Moorlehrpfad, der rund um den See führt, die Füße für eine gute Dreiviertelstunde vertreten. Auf der gemütlichen Sonnenterrasse der Ludlalm könnt ihr euch dann für euren kleinen Spaziergang mit regionalen Schmankerln belohnen.

Besonderes Highlight im August: das einzigartige Wasserscheibenschießen am Prebersee! Hier werden nämlich am Seeufer Zielscheiben aufgestellt. Doch das dürften die Schützen seit 1832 anscheinend immer noch nicht mitbekommen haben. Denn die zielen mit ihren Bleigeschossen stattdessen auf das Spiegelbild der Scheiben im See. Dieses Jahr findet das Spektakel ab Samstag, den 24. August 2019 statt. Sicher für alle ein einmaliges Erlebnis – besonders für die verdutzten Fische.

Wasserscheibenschießen Prebersee

Gößnitzsee – 18 Grad

Laut Kärntner Tourismusportal wurden am 2. August 2018 – also im hochsommerlichsten Hochsommer – 18,3 Grad im Gößnitzsee gemessen. Das ist deutlich niedriger als die gemessenen Temperaturen in den übrigen Kärntner Seen. Der grünlich-klare See liegt in der Gemeinde Stall im Mölltal und bietet eine herrliche Aussicht auf die Tauernkette. Hier kommen Wochenend-Planscher und Hardcore-Wassersportler gleichermaßen auf ihre Kosten: Auf einer großen Liegewiese können die Sonnenanbeter die Sonne anbeten, auf einem Rundweg um den See können die Spaziergeher spazieren gehen und im Wasser können die Wasserratten – nun, ja – schwimmen. Aber nicht nur das: Surfen, Fischen und sogar Wakeboarden durch eine Art Funpark geht hier nämlich auch. Mit dem WAKE Stall befindet sich hier übrigens Kärntens einziger Wakeboard-Lift.

Stausee Soboth – 18 Grad

Laut Bergfex misst der Stausee Soboth im Dreiländereck zwischen der Steiermark, Kärnten und Slowenien um die 18 Grad und ist damit kühler als andere gemessene Seen in der Steiermark. Er liegt auf der Koralpe auf 1.076 Metern über dem Meer und ist eigentlich ein Speichersee des Wasserkraftwerks Koralpe. Die Auflage, dass der See von 15. Juni bis 31. Oktober bis auf eine Schwankung des Wasserspiegels von einem Meter immer voll sein muss, garantiert reichlich kühles Wasser zum Erfrischen. Zwischen Fichtenwäldern erstreckt er sich wie eine Art Fjord in den Bergen, der an guten Tagen schon mal die Massen anlockt. Aber auf 80 Hektar Wasseroberfläche verläuft sich das Getümmel auch ganz gut.

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#stauseesoboth #austria

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Almsee – 16 Grad

Prickelnde 16 Grad hat in den Sommermonaten der Almsee im oberösterreichischen Salzkammergut, nur elf Kilometer von Grünau im Almtal entfernt. Seit 1965 steht diese idyllische Oase im Grünen unter Naturschutz. Im Prinzip ist Schwimmen im See daher verboten, aber an seinem Nordende gibt es ein ruhiges, öffentliches Badeplätzchen. Stattdessen könnt ihr aber auch einen Spaziergang durch die herrliche Landschaft entlang des Sees machen und am Südufer in einem der beiden Gasthäuser einkehren.

Lunzer See – 23 Grad

Lange galt Lunz am See in Niederösterreich als der kälteste Ort Mitteleuropas mit minus 53 Grad im Winter. Das steht zumindest im Atlas. Doch leider beruht das auf einer ungenauen Messung, die nur im alpinen Bereich durchgeführt wurde. Die am 7. Juni 2019 gemessenen 23 Grad Wassertemperatur sprechen auch nicht unbedingt dafür, dass wir es hier mit einem mysteriös sibirischen Ort zu tun haben. Dennoch ist der Lunzer See schließlich der einzige rein natürliche See Niederösterreichs und allein deshalb schon einen Köpfler wert.

(c) 1000things.at / Marie Amenitsch

Neben Bootsrundfahrten und Restaurants ist vor allem die Seebühne ein architektonisches Highlight. Tagsüber kann man hier auf der Bühnenfläche geschmeidig in der Sonne brutzeln. Und abends erhebt sich die durch Wasserkraft betriebene Sitzplatzabdeckung zur überdachten Zuschauertribüne mit 250 Plätzen. In den Sommermonaten finden hier zahlreiche Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel im Juli das wellenklänge-Festival für zeitgenössische Kunst. Doch jetzt kommt der absolute Clou: Geht der Sommer zu Ende, geht die Bühne einfach unter. Sie wird nicht aus dem Wasser gehoben, sondern darin versenkt, bis sie nächstes Jahr rechtzeitig zur heißen Jahreszeit wieder auftauchen darf.

Badesee Rauchwart – 24 Grad

Je flacher die Landschaft, desto wärmer die Wassertemperatur. Mit durchschnittlichen 24 Grad Wassertemperatur zählt der Badesee Rauchwart zu den kühlsten Seen Niederösterreichs. Damit ist er zwar nicht unbedingt zum Kneippen geeignet, aber wenn die Sonne auf uns niederbrennt, reicht es zur Abkühlung allemal. Außerdem gibt’s jede Menge Badespaß: Windsurfen, Tretboot-Fahren, dramatische Szenen aus „Shark Lake“ nachspielen – langweilig wird’s hier ganz bestimmt nicht. Die öffentliche Badeanlage hat von 1. Mai bis 30. September täglich von 9:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte für Erwachsene kostet 3,50 Euro, Studenten zahlen 2,70 Euro. Ein Tretboot mit Rutsche kommt übrigens auf 9 Euro pro Stunde, ein Paddelboot auf 4 Euro. Und wenn ihr euch hier am liebsten gleich heimisch einrichten würdet, dann könnt ihr euch für 13 Euro Platzgebühr pro Tag am Campingplatz ausbreiten.

Euch ist egal, ob warm oder kalt – Hauptsache nass? Dann sind unsere schönsten Badeseen Österreichs sicher etwas für euch. Und wenn ihr generell keine Wasserfetischisten wie wir seid, findet ihr bei unseren To Dos jede Menge andere Action.

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