10 Wiener Wörter und ihre Bedeutung

Sonntag, 12. Februar 2017 / Lesedauer: ca. 2 Minuten

10 Wiener Wörter und ihre Bedeutung

Sonntag, 12. Februar 2017 / Lesedauer: ca. 2 Minuten

Ja, ja das Wienerische! Was für die einen Grund zum Schmunzeln gibt, lässt andere die Nase rümpfen, bietet der Dialekt so seine sprachlichen Eigenheiten. Wir haben euch 10 dieser Wörter aufgelistet und sie in ihrer Bedeutung einmal näher angeführt. Testet euer Wissen und schaut, wie viele euch bekannt vorkommen. Viel Spaß!

von Marie Amenitsch

Wie jede Sprache bietet auch das Wienerisch so seine Eigenheiten. Wir haben uns einmal 10 Worte ausgesucht, die man gehört haben und vor allem auch verstehen sollte und präsentieren sie euch hier.

Gschaftlhuawa 

Wir haben ihn wohl alle im Freundeskreis: Diesen einen Menschen, der zu allem eine Meinung zu haben scheint und vor allem immer alles besser weiß. Die Rede ist von einem so genannten Besserwisser, oder wie er auf wienerisch oft liebevoll als „Gschaftlhuawa“ bezeichnet wird. Eine Person, die immer und überall mitreden möchte, meist aber nur die Hälfte einer leisen Ahnung hat. Eine „Zwiedawurzn“ hingegen beschreibt im Wienersichen einen mürrischen Charakter, ein „Ungustl“ ist ein unangenehmer und ein „Ogrosl“ ein hässlicher Mensch.

(c) 1000things.at / Marie Amenitsch

Marknschlecka

Die wohl lustigste Bezeichnung für einen österreichischen Beamten, der eine gewisse negative Konnotation innewohnt – die Rede ist vom Postbeamten. Der Name rühmt vom Befeuchten -also dem Abschlecken – der Briefmarke für die Pakete und Umschläge.

aupumpan

Ein Wort mit zwei recht entgegengesetzten doppelten Wortbedeutungen: Einerseits spricht man – doch recht vulgär – von „aupumpan“, wenn jemand ungewollt ein Kind erwartet bzw. geschwängert wird. Andererseits steht der Begriff auch schlicht und einfach für anklopfen. Nominal verwendet ist das Wort der „Aupumperer“ die Bezeichnung für einen Dummkopf oder Dickschädel.

c) 1000things.at / Marie Amenitsch

Palawatsch

„Was für ein Palawatsch!“ Wer diese Aussage zu hören bekommt, der muss wohl oder übel mit einem großen Durcheinander oder Chaos rechnen. Sei dies nun im Bezug auf eine zwischenmenschliche Situation,  den Saustall in den eigenen vier Wänden oder die aktuelle, politische Lage der Nation. Der Begriff ist sogar im Duden verzeichnet und kann auch abwertend und synonym zu Niete und Versager verwendet werden.

Mulatschak / Mulatschag

Das Wort, das auf die K&K-Monarchie zurückgeht und seine Wurzeln im Ungarischen (ungar. mulatság) hat, steht für eine ausgelassene Feier bzw. ein Trinkgelage. Bei diesem kommt die „Hotwolee“ – also die oberen Zehntausend zusammen und es werden reihenweise an „Kriagl“ ( große Bier) konsumiert. Alle, die gerne „mulatieren“, lieben es weiters, ausgelassen zu feiern.

(c) CC0 / unsplash.com

Panier

Wenn im Wienerischen von „Panier“ die Rede ist, hat das meist nichts mit dem Nationalgericht des Wiener Schnitzels zu tun, sondern steht für Kleidung. Die „Anser Panier“ bezeichnet außerdem die Sonntagskleidung bzw. das schönere Festtagsgewand. „Paniert zu sein“, steht hingegen für betrunken zu sein und wer „in die Panier steigen will“ der hat vor, ganz gepflegt (oder eher nicht) einen über den Durst zu trinken.

(c) 1000things.at / Marie Amenitsch

Presslufthütte

Von einer „Presslufthütte“ bzw. „Pesthüttn“ ist die Rede, wenn man von einem eher heruntergekommen Beisl spricht, in dem sich meist viel „Tschecheranten“ und zwielichtige Gestalten die Nächte um die Ohren schlagen. Auch synonym zu Bordell kann der Begriff vereinzelt verwendet werden.

Eitrige

Die „Eitrige“ zählt zu den österreichischen Nationalgerichten – zumindest am Würstelstand und die Rede ist im „Würstelstandjargon“ von der Käsekrainer. Der Namen kommt davon, dass beim Anschneiden der Wurst der dickflüssige Käse Assoziationen an Eiter erweckt. Wer ein „Essigkrokodil“ dazu bestellt, für den gibt’s ein Essiggurkerl dazu.

(c) Philipp Wieser / https://www.instagram.com/damngoodcherrypie/

Drahdiwaberl / Dradiwawrel

In den Wiener Prater wird oft gegangen, um mit einem Drahidiwaberl zu fahren – gemeint ist ein Ringelspiel. Ihren Namen verdankt es dem Ausdruck: „Dreh‘ dich, Waberl (= Barbara)“. Ein „Draherer“ hingegen ist ein Nachtschwärmer.

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Beischlreißa

Die Rede ist hier von einer starken, jedoch sehr billigen Zigarette, die folglich meist die Schleimhaut reizt und zum Husten führt. Eine „Tschick“hingegen steht für die normale Zigarette, dieser Begriff ist auch heute noch sehr gebräuchlich.

(c) unsplash.com / CC0

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