Wiener Geheimnisse – Teil 1

Samstag, 6. Januar 2018 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wiener Geheimnisse – Teil 1

Samstag, 6. Januar 2018 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Ein heimlicher Friedhof, ein Nadelbaum aus der Römerzeit und ein idyllisches Wasserschloss – kommt mit uns auf eine etwas andere Tour durch Wien. Wir haben uns auf die Suche nach uns unbekannten Plätzen und Locations begeben, uns vom Mythos leiten lassen, sind in die Vergangenheit eingetaucht und auf wunderschöne Plätze gestoßen.

von Marie Amenitsch

Wir nehmen euch mit auf einen kleinen Streifzug abseits der gut bekannten Pfade und Locations und präsentieren mit dem ersten Teil unserer Serie „Wiener Geheimnisse“ verborgene Orte und wissenswerte Fakten, die unsere Lieblingsstadt so einzigartig machen.

Wiens einziges Wasserschloss

Den Anfang in unserem Artikel über Wiener Geheimnisse macht das Schloss Laudon – auch Schloss Hadersdorf genannt – im 14. Bezirk. Wiens einziges Wasserschloss und der ca. 10 Hektar große Landschaftsgarten sind ein wunderbares Ausflugsziel am Wiener Stadtrand. Bereits 1130 wurde das Schloss zum ersten Mal urkundlich im Besitz der Herren von Hadersdorf erwähnt, bevor es in den darauffolgenden Jahrhunderten mehrmals den Besitzer wechselte und während der Ersten Türkenbelagerung 1529 zerstört wurde. Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss 1744 von Franz Wilhelm Schellerer. Im Schloss befindet sich heute ein Trakt der FH Wien sowie die Ausbildungsstätte des Verwaltungspersonals Österreichs. Der weitläufige Garten ist im Gegensatz zum Schloss öffentlich zugänglich und mit den Bussen der Linie 249 (Wien/Schloss Laudon) und 50B (Anzengruberstraße) gut erreichbar.

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Mizzi-Langer-Wand

Kletterfans aufgepasst! Wir haben ein absolutes Highlight für euch, das in unserem Artikel über Wiener Geheimnisse nicht fehlen darf. Benannt nach der Skipionierin Marie Langer-Kauba (1872-1955) befindet sich die Kletterwand am Südhang des Zugbergs über der Kaltenleutgebner Straße im 23. Bezirk. Die Besonderheit der Mizzi-Langer-Wand liegt darin, dass sie aus den Felsen des einstigen Rodauner Steinbruchs besteht. Auf bis zu 40 Metern Höhe ist hier Kletterspaß in den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden möglich. Wer sich selbst dem Adrenalinkick stellen möchte, kann öffentlich mit den Bussen 60A bis zur Haltestelle Willergasse/Schule anreisen, oder mit dem Auto am Parkplatz bei der Schule Santa Christiana parken. Wenn ihr außerdem schon in der Nähe seid, solltet ihr unbedingt dem Kaltenleutgebner Steinbruch-See einen Besuch abstatten.

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Versteckte Wöckherl Orgel

Wie wär’s mit einem Besuch bei der ältesten bespielbaren Orgel in Wien? Diese befindet sich in der Franziskanerkirche im 1. Bezirk und darf im Artikel über Wiener Geheimnisse nicht fehlen. Bereits 1642 wurde die Orgel während des Dreißigjährigen Krieges von Johann Wöckherl erbaut und in Betrieb genommen. Im 18. Jahrhundert wurde im Zuge der Erneuerung des Hochaltars die bestehende Orgel jedoch quasi eingemauert und durch eine neue Orgel auf der Empore abgelöst. Gut geschützt blieb sie von jeglichen Restaurations- und Umbauarbeiten verschont und ist noch heute im Original erhalten. Einzigartig ist sie auch dadurch, dass sie sowohl bei offenen als auch geschlossenen Türen bespielt werden kann. Heute is die Orgel durch den Altar gut versteckt und kann nur mittels einer Führung – jeden Freitag 14 Uhr – über das Konvent aus besichtigt werden. Die Führung (6€ pro Person, Treffpunkt vor der Franziskanerkirche) inkludiert auch eine Klang-Kostprobe der Orgel und sie wird im Zuge dieser bespielt. Nähere Infos erhaltet ihr hier.

Mystische Grabsteine beim Wienfluss

Auf zum Ufer des Wienflusses in Hütteldorf, wo es sich hervorragend auf historische Entdeckungstour gehen lässt. Denn wer einen genaueren Blick auf den Boden wirft, kann hier Grabsteine inklusive Inschriften erkennen. Der Grund dafür soll ein Baustoffmangel sein, weswegen bei der Befestigung des Flussbetts auch auf Grabsteine von aufgelassenen Friedhöfen zurückgegriffen wurde. Eigentlich hätten diese  jedoch so verbaut werden sollen, dass die Inschriften nach unten zeigen. Dies war jedoch nicht der Fall und manche Grabsteine sind auch heute noch gut zu lesen und geben Aufschluss über die Namen, Geburts- und Sterbedaten oder sogar Berufe der Verstorbenen. Wer sich davon selbst ein Bild machen möchte, wandert entlang des Wienflusses zwischen Bahnhof Hütteldorf und Bräuhausbrücke stadtauswärts im 14. Bezirk.

Wiener Geheimnisse

(c) Felix Welzenbach / http://www.inntranetz.at/

Wiens ältester Baum

Glaubt man der Überlieferung, so geht die große Eibe im Garten des „Europäischen Patentamts“ im 3. Bezirk bereits auf die Römerzeit zurück, ist der Rest eines großen Hains und der älteste Baum in Wien. Beachtet man den sehr langsamen Wachstum und die Bevorzugung von schattigen Plätzen der immergrünen Nadelbäume könnte dies rein biologisch durchaus der Wahrheit entsprechen. Der Baum wurde bereits 1936 unter Naturschutz gestellt und kann unter Voranmeldung beim Portier des Patentamts (Rennweg 12A, 1030) von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr betrachtet und bestaunt werden.

(c) Austriantraveler (Own work) [CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons]

Habsburgwarte

Am höchsten Berg von Wien, dem Hermannskogel, erinnert die 27 Meter hohe Habsburgwarte an das 40-jährige Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph und sie wurde 1880 errichtet. In der Habsburger Monarchie war der mittelalterliche Wehrturm der wichtigste Vermessungspunkt für Österreich-Ungarn. Die Warte kann von Anfang April bis Ende Oktober bei Schönwetter an Samstagen von 13 bis 18 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr erklommen werden. Die Aussicht ist atemberaubend und besonders empfehlenswert ist eine Besichtigung im Zuge des Stadtwanderwegs Nummer 2, der in Sievering startet und sich über rund zehn Kilometer erstreckt. Wer nicht so viel Zeit hat, kann auch auf der Höhenstraße beim Parkplatz vom „Grüaß di a Gott-Wirt“ parken und über den Hermannskogelweg in ca. 30 Minuten zur Warte kommen.

Hier entlang geht’s zum zweiten Teil unserer Serie. Für noch mehr Anreize für Erkundungstouren findet ihr hier unsere 10 Geheimtipps für Wien und in diesem Artikel könnt ihr euch über 10 Orte, an denen man in Wien noch nie gewesen ist, informieren.

(c) Titelbild /  Haeferl (talk) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 at, https://commons.wikimedia.org
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