Shutdown Babyelefant

7 Dinge, die den Alltag nach dem Shutdown prägen

Mittwoch, 10. Juni 2020 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

7 Dinge, die den Alltag nach dem Shutdown prägen

Mittwoch, 10. Juni 2020 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Der Shutdown lockert sich von Woche zu Woche. Normal fühlt sich unser Alltag aber auch jetzt noch nicht an. Und wir sind mit diesem Gefühl bestimmt nicht alleine.

von Viktoria Klimpfinger

Die Isolationszeit ist gekommen und gegangen. Corona ist aber geblieben. Deshalb sieht unser Alltag momentan erheblich anders aus als vorher. Nämlich deutlich eigenartiger. Oder wie hättet ihr reagiert, wenn man euch im Dezember 2019 gesagt hätte, dass wir nur wenige Monate später Mund-Nasen-Schutz-Masken – lässig abgekürzt „MNS-Masken“ – tragen und über die tatsächliche Größe von Babyelefanten diskutieren würden? Ihr dachtet damals, turbulenter als Ibiza und Co. wird’s nicht? 2020 so:

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Nach den ersten Lockerungen ist mir jedenfalls aufgefallen, dass nicht nur die Welt da draußen, sondern auch ich selbst während der Isolation offenbar ziemlich schrullig geworden bin. Und ich habe den leisen Verdacht, dass ich damit nicht alleine bin.

Lächeln mit den Augen

Da haben wir sie auch schon, die MNS-Maske, unsere ständige Begleiterin. In den vergangenen Wochen hat sie uns neben anlaufenden Brillen und dezentem Mundgeruch vor allem eines vor Augen geführt: Lächeln ist in der zwischenmenschlichen Kommunikation verdammt wichtig. Wie oft habe ich mich in den vergangenen Wochen gefragt, warum mein impertinentes Gegenüber nicht auf meine extrem lustigen Masken-Schmähs reagiert? Ach ja stimmt, es trägt ja ebenfalls eine. Man weiß es also nicht. Weil der stimmungsmachende Teil meines Gesichtes momentan größtenteils von Stoff bedeckt ist, versuche ich immer wieder, die nonverbale Kommunikation an meine Augen outzusourcen. Die sind ja bekanntlich ohnehin das Tor zur Seele. Wenn man allerdings verkrampft versucht, mit ihnen ein Lächeln nachzuzwinkern, wirkt diese Seele wohl eher, als hätte sie Verstopfung.

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Kennen wir uns?

Offenbar ist das untere Teil meines Gesichts auch die Körperregion an mir mit dem größten Wiedererkennungswert. Zumindest wenn man nach den verblüfften Reaktionen einiger entfernter Bekannter auf mein hektisches Winken urteilt. Ich weiß nicht, ob ich das als Kompliment nehmen soll oder als Reminder an mich selbst, mir doch einen etwas individuelleren Kleidungsstil zuzulegen. Jedenfalls ist es mir in den vergangenen Wochen verdächtig oft passiert, dass ich andere Maskentragende freudig gegrüßt habe und sie sich im Gegenzug erst mal stirnrunzelnd umsahen, ob ich nicht vielleicht eine Person hinter ihnen meine. Vielleicht liegt’s an der Maske, vielleicht mögen sie mich auch einfach nicht. Autsch.

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„Bin zu spät. Maske vergessen.“

So oft ich mir also den Stofffetzen zwischen die Ohren spanne, schaffe ich es aber doch regelmäßig, ihn zu Hause liegen zu lassen. Geldbörse? Handy? Federboa als neues Wiedererkennungsmerkmal? Passt. Und raus aus der Haustür. Nur um dann kurz vor der U-Bahn-Station doch beschämten Schrittes den Rückweg anzutreten, weil das wichtigste Accessoire schadenfroh von der Garderobe baumelt. Aber hey, wenigstens habe ich jetzt endlich eine valide Ausrede für mein chronisches Zu-spät-Kommen. „Brauche noch fünf Minuten. Maske vergessen.“ Fünf Minuten, ja klar.

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Berti Blockwart

Denn man will ja nicht in den Öffis ohne Maske ungut auffallen. Zu oft haben wir Geschichten von Stänkereien aufgrund von fehlendem Spuckschutz in den vergangenen Wochen gehört. Und obwohl ich eine derartige Blockwart-Mentalität keinesfalls gutheiße, weil ich weiß, dass manche Menschen die Maske aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen können, regt sich unbewusst auch in mir der kleine Berti Blockwart, der zumindest ein ungutes Gefühl entwickelt, wenn Menschen ohne MNS-Maske das Öffi-Abteil betreten.

Wie tun wir jetzt?

Und hat man es dann endlich doch geschafft, sich zu treffen, ist man erst einmal amtlich unsicher. Das ist schon fast zu einem eigenen Begrüßungsritual geworden: Wie tun wir jetzt? Ellenbogen? Faust auf Faust? Oder vielleicht doch gar eine verwegene Umarmung? Noch nie mussten wir den Anfang einer Begegnung so offen verbal durchexerzieren wie momentan.

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Babyelefanten überall

Ebenso haben wir wohl zuvor noch nie in einer derartig hohen Frequenz über die Größe von Babyelefanten diskutiert wie jetzt. Außer ihr seid zufällig Tierpflegerinnen oder Tierpfleger in Schönbrunn. Wer als Kind einen unsichtbaren Freund oder einen unsichtbaren Hund hatte, dem ist der Umgang mit imaginierten Haustieren vielleicht nicht ganz so fremd. Aber was fressen die eigentlich? Und muss man sie in der U-Bahn an die Leine nehmen? „Entschuldigen Sie, Sie sitzen auf meinem Babyelefanten“ oder „Hast du etwa deinen Babyelefanten zu Hause vergessen?“ sind allerdings erstaunlich charmante Hinweise darauf, dass einem jemand unaufgefordert zu nahe kommt.

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So viele Menschen

Zu spät zu größeren Gruppen dazuzustoßen, hat mich schon vor der Corona-Krise mäßig überfordert. Mittlerweile ist es allerdings zum stichfesten Beweis meiner sozialen Seltsamkeit ausgeartet. Mehr Menschen als den einen, mit dem ich sowieso zusammenlebe und der während der Isolation der einzige physische Protagonist meines Soziallebens war, gleichzeitig zu sehen und – um Himmels Willen – mit ihnen auch noch gleichzeitig zu interagieren, fühlte sich vor allem kurz nach dem Shutdown an wie die unangenehmste Familienfeier meines Lebens. Mit zehn aufdringlichen Onkeln und Tanten, die mich alle fragen, warum ich mich noch nicht fortgepflanzt habe. Wem soll ich zuerst antworten? Warum warte ich immer noch drei Sekunden auf die Zeitverzögerung der Video-Konferenz? Und was mache ich beim Reden normalerweise mit meinen Händen? Puh. Sozialkompetenz, der Soft Skill des Jahres.

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Und schon hat man einen picken

Übrigens genauso wie eine gewisse Rauschresistenz. Zugegeben: Auch vor Corona war ich nicht unbedingt das standhafteste Fähnchen im Wind in Sachen Schwips. Und es ist ja auch nicht so, als hätte ich die Isolationszeit total abstinent verbracht. Aber aus irgendeinem Grund bringt mich Spritzwein, den ich nicht mehr verstohlen in meinen eigenen vier Wänden süffeln muss, deutlich schneller aus dem Konzept als gewohnt. Zwei optimistische Schlucke und schon sind die Backerln rot, die Augen glasig und die Zunge faul. Da hilft wahrscheinlich nur Training.

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Während der Isolationszeit haben wir uns angesehen, was unsere Freundinnen und Freunde laut Instagram angeblich so machen. Außerdem haben wir ein paar Isolationstypen ausgemacht, die euch bestimmt bekannt vorkommen.

(c) Beitragsbild | Pixabay

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