Fortgehen nach Corona

5 Dinge, die wir vor dem ersten Fortgehen nach Corona wieder üben müssen

Sonntag, 21. März 2021 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

5 Dinge, die wir vor dem ersten Fortgehen nach Corona wieder üben müssen

Sonntag, 21. März 2021 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Die Clubs haben leider nach wie vor geschlossen. Bis wir die Tanzflächen wieder zum Beben bringen, sollten wir aber inzwischen die eine oder andere Sache am Fortgehen üben. Low, low, low – autsch!

von Viktoria Klimpfinger

*Wir wollen euch auch während der aktuellen Maßnahmen inspirieren und versuchen, unsere Artikel laufend Covid-konform upzudaten. Bitte haltet euch weiterhin an die Maßnahmen. Nur wenn wir jetzt zusammenhalten und aufeinander schauen, können wir möglichst bald wieder all diese Inspiration gemeinsam genießen und zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren.

Dass ich das letzte Mal in einem Club mit meinen Freund*innen gefeiert habe, ist jetzt über ein Jahr her. Ein verdammtes Jahr! Ein Jahr keine derben Technobeats, bis einem vor dem DJ-Pult das Trommelfell klingelt, ein Jahr keine verschwitzten Leiber, die ekstatisch aneinander schunkeln, ein Jahr kein Schädelweh am nächsten Tag. Okay, der letzte Punkt ist vielleicht sogar ein Vorteil. Aber er wiegt nicht auf, was uns inzwischen abhandengekommen ist. Und in meinem Fall ist das so einiges. Wenn ich jetzt daran denke, dass ich vielleicht bald wieder in einem dunklen Raum voller fremder Menschen stehe, leicht alkoholisiert und in Beinkleidern, die sich nicht zum Couchknotzen eignen, werde ich peinlicher Weise etwas nervös. Kann ich das überhaupt noch? Feiern, bis die Wolken wieder lila sind? Werden Wolken überhaupt lila, wenn es Morgen wird? Für alle, denen es gerade ähnlich geht, habe ich voller Optimismus schon mal eine kleine To-do-Liste mit Dingen angelegt, die ich definitiv wieder üben muss, bevor ich mich, wenn das alles vorbei ist, wieder in einen Club traue.

Fertigmachen

Für alle, die es inzwischen vergessen haben: Fortgehen beginnt nicht erst im Club. Denn um fortzugehen, muss man erst mal von wo weggehen. Meistens ist das die eigene Wohnung oder ein Vorglühen in irgendeiner anderen Wohnung. Und bevor man so weit ist, muss man sich erst einmal darauf vorbereiten, das Haus zu verlassen. Fertigmachen, nennt sich das. Denn meistens fällt man nicht von der Couch direkt in den nächsten Club. Da gibt es ein paar Schritte dazwischen, wie etwa gründlich duschen, die Haare stylen, Make-up auftragen, wenn man will, und schließlich kurz vorm Kleiderkasten verzweifeln, weil just das liebste Party-Outfit gerade in der Schmutzwäsche ist. Vor Corona habe ich mir über Jahre hinweg hingebungsvoll ein paar Rituale erarbeitet, ja, ich hatte es gerade erst geschafft, hinter das Geheimnis des perfekten Lidstrichs zu kommen. Und jetzt, gut ein Jahr später, löst der Eyeliner mehr Unsicherheiten in mir aus als jede Video-Konferenz. Bevor ich also wieder meine Hüften am Dancefloor schwinge, muss ich erst mal wieder lernen, wie ich meine Lider bepinsle, ohne nachher auszusehen wie ein trauriger Panda auf Acid. Auch hohe Schuhe zu tragen, habe ich längst verlernt. Nach einem Jahr Kuschelsocken-Extravaganza sind meine Fußballen nicht mehr fähig, die Hauptverantwortung für den aufrechten Gang zu übernehmen. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob ich diese Übung in mein Post-Corona-Fortgeh-Training aufnehmen will. Immerhin tanzt es sich doch so gut in ausgelatschten Sneakern!

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Tanzen

Apropos tanzen: Auch daran kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern. Was waren noch mal meine Go-to-Moves, und was mache ich beim Tanzen eigentlich mit meinen Händen? Um mich mal wieder ein bisschen in Schwung zu bringen, habe ich vor Kurzem ein Online-Striptease-Workout belegt. Und ja, es ist genau das, wonach es klingt: Stripper-Moves in Highhells. Und nein, das ist kein Verschreiber. Eigentlich wollte ich so wieder ein bisschen mehr in Kontakt mit meiner erotischen Seite kommen, habe ihr aber stattdessen nur nervös aus der Ferne zugewunken. Eins habe ich jedenfalls daraus gelernt: Wenn Flo Rida mir heute befehlen würde, den Floor zu hitten und low, low, low, low zu gehen, wäre das bei mir ein visualisierter Bandscheibenvorfall auf Stöckelschuhen – au, au, au, au. Vielleicht fange ich also am nächsten Dancefloor, sobald es wieder möglich ist, doch erst mal mit der klassischen Linker-Fuß-rechter-Fuß-Combo an und taste mich erst später zu Dancebattle-würdigen Verrenkungen vor.

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Smalltalk

Verrenkungen passieren beim Fortgehen mitunter nicht nur auf der Tanzfläche, sondern auch konversatorisch. Soll heißen: Manchmal kommt man nicht um Smalltalk herum. Fragen wie: „Und, bist du öfter hier?“ werden mit einem betretenen Nicken registriert, oder man schreit sich einfach mitten auf der Tanzfläche so lange unverstanden an, bis man beschließt, zum Tratschen nach draußen zu gehen. Egal ob man am Ende ein Busserl bekommt oder doch eine prompte Abfuhr – jedenfalls hat man jemand Neues kennengelernt. Schön. Nur leider habe ich nach einem Jahr Home-alone-Feeling nicht unbedingt das Gefühl, besonders kompetent in Sachen ungezwungenem Smalltalk zu sein. Ab welchem Zeitpunkt spreche ich über meine irrationale Abneigung gegen Kompottsaft? Oder Moment: Gibt es dafür überhaupt den richtigen Zeitpunkt? Vielleicht übe ich also für den Anfang erst einmal vorm Spiegel. „Na du, darf ich dich auf etwas Kompottsaft einladen?“ Verdammt, sogar das habe ich versaut.

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Trinken

Natürlich ist Kompottsaft alles andere als das bevorzugte soziale Schmiermittel beim Feiern. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass es beim Fortgehen nur ums Saufen geht. Aber einen haben wir dann doch immer noch getrunken. Allerdings blicke ich mittlerweile selbst dem gepflegten Wochenenddusel irgendwie besorgt entgegen. Immerhin geht meine physische Toleranzgrenze für Alkohol momentan so ziemlich gegen null. Alleine zu Hause trinke ich nur selten, und wenn, dann brummt mir schon nach einem Gläschen Spritzwein ordentlich der Schädel. Das wird sicher lustig, wenn das erste Mal seit dieser gefühlten Ewigkeit jemand eine Runde Shots ausgibt. Oder eher nicht. Es wird wahrscheinlich alles andere als lustig. Für die anderen.

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Lange aufbleiben

Ein ganz wesentliches Charakteristikum des Fortgehens ist es auch, dass man länger fortbleibt. Also mindestens bis Mitternacht, meistens sogar deutlich länger. Nach einem Jahr Vorabendprogramm und Netflix and Sleep frage ich mich aber immer öfter: Wie haben wir das damals geschafft? Wie konnten wir bis um vier Uhr früh in unbequemen Outfits, dehydriert und ohne Couch in greifbarer Nähe lautstark zu Songs wie Mister Brightside eskalieren? Allein schon beim Gedanken daran kommt mir der Schlaf. Am besten übe ich das erst einmal damit, länger aufzubleiben als die Moderator*innen der ZIB2. But first: Let me take a powernap.

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Ihr wollt euch mental schon mal auf die Post-Corona-Zeit vorbereiten? Wir haben eine To-Do-Liste für die Zeit danach für euch. Außerdem haben wir eine Hymne auf die Jogginghose geschrieben.

(c) Beitragsbild | Pixabay

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