Kärnten

10 Dinge, die man in Kärnten lieber bleiben lassen sollte

Montag, 9. März 2020 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

10 Dinge, die man in Kärnten lieber bleiben lassen sollte

Montag, 9. März 2020 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

In Kärnten gibt es jede Menge zu unternehmen: Die Zehen ins kalte Wasser der Bergseen tauchen, durch die Wälder wandern oder den Lindwurm streicheln –  klar, warum nicht? Aber einiges sollte man doch lieber vermeiden, wenn man nicht unangenehm auffallen will.

von Sarah Kampitsch & Viktoria Klimpfinger

Das südlichste aller Bundesländer ist bekannt für seine Warmherzigkeit und Gastfreundschaft – und den schnuckeligen Dialekt. Trotz der tollen Seen und den süßen Duftnoten der Alm in der Luft kann es in Kärnten aber schon auch mal ungemütlich werden. Hier sind zehn Fettnäpfchen, in die man in Kärnten lieber nicht stapft – wahr im Kern, mit einem Fünkchen Sarkasmus im Abgang.

Auf der Schattenseite urlauben – oder gar wohnen

Kärnten teilt sich weniger in Nord und Süd, in Ober- und Unterkärnten oder Tal und Berg, als in Sonnen- und Schattenseiten. Die Teilung baut jedoch nicht auf einer Streitfrage auf, welche Seite denn nun besser sei. Dafür ist die Antwort viel zu simpel. Wenn man im Urlaub versehentlich ein Hotel auf der Schattenseite gebucht hat, oder gar dort wohnt, ist das Mitleid groß. Wer im Schattenhang lebt, hat im Winter noch weniger Sonnenstunden, als man haben sollte – an einigen Orten herrschen gar skandinavische Verhältnisse. So kann es einen etwa im Hang noch bis in den April hinein frieren, während man ein paar Meter weiter im Dorf die Bewohnerinnen und Bewohner beim Fußballspielen in praller Sonne und T-Shirts beobachtet. Das kann sich schon mal aufs Gemüt schlagen: Kärnten ist Österreichs trauriger Spitzenreiter in puncto Selbstmorde. Selbst die wehmütigen Klänge der Kärntnerlieder lassen das Leid der tief dunklen, vom Sonnenlicht verschonten Täler fühlen. Wer aus Kärnten ist, wird das verstehen. Und wer dorthin auf Urlaub fährt: Besonders im Winter lieber erst Expertinnen und Experten befragen, bevor man Airbnb oder Hotel auf der falschen Seite bucht und dann tagelang im Dunkeln hockt.

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Den Dialekt verniedlichen

Jeder Kärntner, jede Kärntnerin, der oder die von Menschen aus anderen Bundesländern mit “mei liab” konfrontiert wird, sobald er oder sie den Mund auf macht, nickt genugtuend. Als Kärntner oder Kärntnerin weiß man natürlich, dass keiner der anderen österreichischen Dialekte an den eigenen rankommt: Ganze 16 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher finden den südlichsten am sympathischsten. Das Besondere ist vor allem die Dehnung der Vokale, der großzügige Verzicht auf Präpositionen (i foa Villach, gemma Kino?) und die Einleitung von Fragen mit “a” (a bist du schon do?). Verführen können sie auch: Laut einer Umfrage des Datingportals parship.at klingt Kärntnerisch für 25 Prozent der befragten Singles sexy! Kein Grund also, sich über die zahlreichen Verniedlichungsformen des Kärntner Dialekts lustig zu machen oder bei jeder Gelegenheit ein süffisantes „Lei Lei“ hervorzustammeln.

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Den Villacher mit dem Klagenfurter Fasching verwechseln

Keine Frage: Die Kärntnerinnen und Kärntner sind schon stolz auf ihren Fasching. Immerhin ist das kärntnerische “Lei Lei” nicht ohne Grund Parole des kindischsten Festes Österreichs. Kärnten ist Faschingshochburg, kein anderes Bundesland feiert so intensiv und penetrant. Doch wer auf die Idee kommt, den Villacher mit dem Klagenfurter Fasching zu verwechseln, der kriegt in Kärnten was zu hören. Immerhin gibt es da ja einige wesentliche Unterschiede: Crasht man den Fasching in der Hauptstadt mit einem beherzten „Lei Lei“, erntet man wahrscheinlich einige brüskierte Blicke und outet sich schlagartig als unwissende Touristin, unwissender Tourist. Denn hier lautet der Kampfschrei zum Rudelbesäufnis „Bla Bla“ oder speziell in Waidmannsdorf „Wai Wai“, bitteschön! Wobei die artikulatorischen Differenzen mit zunehmendem Pegel schon mal verschwimmen können. Die Konkurrenz der beiden Ballungszentren des Narrentums ist jedenfalls auch bei ihren jeweiligen Faschingssitzungen immer wieder beliebter Anlass zum gegenseitigen Sticheln. Dabei war doch ausgerechnet der allererste Villacher Faschingsprinz ein gebürtiger Klagenfurter. Why, why? Am besten nicht dran rühren.

Keine (oder die falsche) Meinung zu Eishockey haben

Eine weitere Sache spaltet Kärnten in zwei sich seit jeher bekriegende Fronten: das Thema Eishockey. Wie überall im Sport ist auch hier die Wahl des richtigen Teams von ungeheurer Bedeutung. Sagst du vor der falschen Person das Falsche, gibt es Haue – oder zumindest eine ordentliche Standpauke. Die Entscheidung ist bedeutend, mitunter entscheidend für dein Sozialleben und kann schon mal ganze Familienfeiern sprengen: Bist du KAC oder VSV? Eine weitere Antwortmöglichkeit wird auf diese Frage übrigens gar nicht erst zugelassen. Hier musst du dich entscheiden, damit sich auch die Geister scheiden können: Der zähe Kampf Klagenfurts gegen Villach zieht sich also von der Faschingsbühne bis auf die Eisfläche und wird mit Puck und Schläger ausgefochten. Also: Rink frei!

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In Schwarz auf die Fête Blanche gehen oder mit dem BMW beim GTI-Treffen vorfahren

Wie überall gibt es auch in Kärnten eine Handvoll Events, die eine ganz bestimmte Szene ansprechen. Will man mitfeiern, muss man sich anpassen. Bei der Fête Blanche zeigt man etwa im weißen Outfit guten Willen. Wer sich nicht daran hält und noch dazu Treuhandfonds und Rinderfond nicht auseinanderhalten kann, der ist hier leider fehl am Platz. Andere Szene, ähnliche Problematik: Am GTI-Treffen mit dem BMW der Großeltern aufzukreuzen, verächtlich über Dosenbier zu schnauben und stattdessen nach der Champagner-Ausschank zu fragen, ist ebenfalls keine besonders gute Idee.

Schlecht über andere reden

Wer steht nicht auf ein wenig Klatsch und Tratsch? Natürlich verbreitet sich der neueste Shit von Oma Gertraud schneller im Dorf als auf Instagram und der leibliche Vater vom Baby von Annemarie ist schon gefunden, bevor sie sich ihrer Schwangerschaft sicher ist. Aber aufpassen: In Kärnten kennt wirklich jeder jeden über mindestens drei Ecken, ist über mindestens vier Ecken miteinander verwandt oder verschwibschwägert. Gossip macht also super schnell die Runde – und böses Blut kann keimen, ohne dass man sich dessen selbst so bewusst ist.

Über Jörg Haider oder die Hypo sprechen

Eines der gängigsten Kärnten-Klischees ist sein angeblich hartnäckiger Rechtsdrall, mit dem man das Bundesland in Restösterreich gerne aufzieht. Und tatsächlich besitzt Jörg Haider in Kärnten absoluten Helden-, wenn nicht sogar Märtyrerstatus. Selbst Jahre nach seinem Tod ist seine Person heftig umstritten und die Wunden in den Herzen vieler bluten noch. Wer als Nicht-Kärntnerin oder Nicht-Kärntner meint, ein Gespräch über Haider anfangen zu müssen und gar über ihn schimpft, der tut sich nichts Gutes. Man verzettelt sich nur zu leicht in eine emotionale Diskussion, die man mit rationalen Argumenten nicht gewinnen kann. Gleiches gilt übrigens für jegliche Bemerkungen zur Hypo – egal ob kritisch oder nicht. Manche Themen sollte man der guten Stimmung zuliebe in Kärnten lieber großräumig vermeiden.

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Am Samstag auf den Villacher Kirchtag gehen

Auch wenn man sich nicht gerne in Tracht schmeißt oder Kirchtage a.k.a. regionale Mini-Oktoberfeste prinzipiell boykottiert: Auf gar keinen Fall auslassen darf man den Villacher Kirchtag. Hier trifft man auch jegliche Volksfestverweigernde an, fröhlich mit Italienerinnen und Italienern um die Wette saufend. Wer sich hier nicht blicken lässt, hat besser einen ganz triftigen Grund – unverschiebbarer Auslandsaufenthalt, schlimme Krankheit, plötzlicher Handytod und so weiter. Der Villacher Kirchtag ist eine Art Woodstock für alle Jahrmarkt-Fans, Bierprophetinnen und -propheten und Schlagerstars. Die ganz Harten kleben sich beim Bieranstich auf einer Zeltbank fest und gehen erst wieder heim, wenn sie rausgetragen werden – oder die Uhren Samstag schlagen. Denn einen Fehler sollte man hier definitiv nicht begehen: erst am Wochenende auf dem Kirchtag aufschlagen! Da wälzen sich nämlich die Massen durch Villachs enge Gässchen. Die Straßen der Altstadt sind so rappelvoll, dass man die eigenen Füße nicht mehr sieht und weder Saufen, Feiern noch Achterbahn und Co. machen noch Spaß.

Sich als Wienerin oder Wiener outen

Mögen sie noch so spitze Ecken und Kanten haben, die Südländerinnen und Südländer Österreichs sind ein sympathisches Völkchen, das ihren Ruf als Best Buds der Nation durchaus verdient haben. Wo auch immer sie auftauchen, werden sie für gute Stimmung, Harmonie und ganz viel Nächstenliebe sorgen. Ein Klischee, mit dem man sich zur Abwechslung gerne identifiziert. Selbstverständlich gilt dies nur, solange sie nicht auf jemanden treffen, der oder die Hochdeutsch oder gar Wienerisch spricht. Da könnte der pikante schwarze Humor dann durchaus mal ein bisschen spitzer rüberkommen als nötig. Denn: Der Wiener Wasserkopf ist ihnen nicht geheuer. Also lieber ein paar Floskeln Dialekt einstudieren oder zumindest mit kompromittierenden Wörtern wie “ur” oder „leiwand“ sparen.

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Ihr seid demnächst in der Kärntner Hauptstadt unterwegs? Wir haben ein paar Dinge für euch, die man nur kennt, wenn man mal in Klagenfurt gelebt hat. Was man in ganz Österreich definitiv machen sollte, verraten euch unsere To Dos.

(c) Beitragsbild | Pixabay

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