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6 unheimliche Plätze in Salzburg

Samstag, 31. Oktober 2020 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

6 unheimliche Plätze in Salzburg

Samstag, 31. Oktober 2020 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Ein versteckter Friedhof, felsige Katakomben und unheimliche Statuen – und das in Salzburg. Richtig gehört! Die Mozartstadt wartet neben Sound of Music und Mozartkugeln nämlich auch mit einem auf: erhöhtem Gruselfaktor. Erkundet mit uns die versteckten und unheimlichen Ecken, die Salzburg zu bieten hat.

von Magdalena Mösenlechner

*Wir wollen euch auch während des zweiten Lockdowns inspirieren und versuchen, unsere Artikel laufend Covid-konform upzudaten. Bitte haltet euch weiterhin an die Maßnahmen. Nur wenn wir jetzt zusammenhalten und aufeinander schauen, können wir möglichst bald wieder all diese Inspiration gemeinsam genießen und zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren.

Es wird früher dunkel, die Luft wird klarer und das Blättermeer auf den Straßen kündigt den Herbst an. Und Herbstzeit ist vor allem auch eines: Gruselzeit! Wir verraten euch, wo ihr in Salzburg mystische, unheimliche und skurrile Orte findet. Ihr könnt euch von schaurigen Zwergen, Hexenhöhlen und lange ruhenden Toten bezaubern lassen.

Soldatenfriedhof

Der Hans-Donnenberg-Park im Nonntal erstrahlt besonders im Herbst in seiner vollen Farbenpracht. Die weitläufigen Alleen, sanften Hügel und viele bunte Blätter versüßen euch hier den Tag. Versteckt am südlichsten Ende liegt der mystisch anmutende Soldatenfriedhof. In der morgendlichen Nebelsuppe, die oft über Salzburg liegt, beschert euch dieser Ort eine leichte Gänsehaut. Die im Kreis angeordneten Begräbnisstätten liegen seit über 200 Jahren dort, mit einem schon etwas von Pflanzen überwucherten Denkmal im Zentrum. Bei genauerem Hinsehen könnt ihr erspähen, dass es sich beim Denkmal um einen riesigen steinernen Soldatenhelm handelt. Dieser ruhige Ort fern ab vom Zentrum ist definitiv einen Besuch wert.

(c) Magdalena Mösenlechner

Hexenloch Aigen

Im Stadtteil Aigen herrscht ebenfalls Gruselfaktor. Schon seit Hunderten von Jahren verzaubern die verschnörkelten Wege und verwunschenen Plätzchen im Aigner Park Besucher und Besucherinnen. Von Adeligen auf Sommerfrische über geheime Treffen von Freimaurern bis hin zur Familie Mozart hat dieser Park schon einiges gesehen. Moosige Felsen säumen die Pfade und die Natur wuchert wildromantisch vor sich hin. Über der Schleusenbrücke am Felberbach wartet aber noch eine magische kleine Überraschung auf euch: das Hexenloch, eine Art mannshohes Portal im Felsen, aus dem eine Quelle entspringt. Wer besonders gewagt ist, kann sogar in die Höhle hineinspazieren. Da ihr dabei jedoch durch knöchelhohes Wasser waten müsst, raten wir euch an dieser Stelle zu Gummistiefeln. Für die ganz Krassen ist es natürlich auch barfuß möglich, die Wassertemperatur liegt im Herbst aber nur einige Grad über Null. Das Passieren der Grotte mit ihrem dunkel klaffenden Maul erfordert definitiv eine Menge Mut, aber das ist es auf jeden Fall wert. Drinnen erwartet euch nämlich eine lichtdurchflutete Mulde samt Schleierwasserfall. Und eventuell auch das ein oder andere magische Wesen, denn hier sollen schon Feen und Trolle gesichtet worden sein. Haben wir auf jeden Fall mal gehört. Oder so.

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Friedhof St. Peter

Sagenhafte 1.300 Jahre haben das Kloster und die Kirche St. Peter im Salzburger Zentrum schon auf dem Buckel. Man kann nur vermuten, wieviel Geschichte dieser Ort schon miterlebt hat. Der Friedhof gilt als einer der schönsten und ältesten der Welt und liegt direkt zwischen der Felswand des Mönchsbergs und dem Kapitelplatz. Beim Wandern durch die Gänge dieser hügeligen Stätte lassen uns die vielen Statuen und Figuren immer wieder innehalten. Trotz der zentralen Lage ist dies ein Ort der Ruhe und Besinnung. Die Inschrift am Eingang lässt uns erschaudern:

„Ringsum ist Felseneinsamkeit,
des Todes bleiche Blumen schauern
auf Gräber die im Dunkel trauern –
doch diese Trauer hat kein Leid.“

(c) Magdalena Mösenlechner

Besondere Mythen ranken sich um das Grab der sieben Kreuze. Dort liegt ein Ehepaar, ihr Sohn und vier seiner ehemals fünf Ehefrauen. Eine alte Sage erzählt, dass der Sohn jeder seiner Ehefrauen irgendwann überdrüssig wurde. Deshalb soll er sie in Decken eingeschnürt und dann zu Tode gekitzelt haben. Falls ihr nun nicht wisst, ob ihr euch gruseln sollt, oder doch eher Lachen, dann können wir euch an dieser Stelle beruhigen. Die Erzählung wurde mittlerweile widerlegt.

Katakomben

Direkt am Friedhof St. Peter könnt ihr auch noch weiter das Reich der Toten erkunden, nämlich durch die Kommunegruft. Wer keine Angst vorm Dunkeln hat und steile Treppen nicht scheut, der kann für 2 Euro Eintritt die Salzburger Katakomben durchwandern. Direkt in den Mönchsberg hineingehauen, führen euch die schiefen Stufen zu einer Höhlenkapelle mit Grabnischen. Das flackernde Licht des Altars schafft eine unheimliche Atmosphäre.

(c) Magdalena Mösenlechner

Weiter oben begegnet ihr in der dunkelsten Kammer der Katakomben auch noch einem Mausoleum. Über dem Bogengrab hängt eine Gedenktafel, die auf Latein die Legende vom Priester Maximus erzählt. Der soll sich vor über 1.500 Jahren gemeinsam mit 50 Gefährten auf der Flucht vor König Odoaker in dieser Höhle versteckt haben. Schließlich wurden sie jedoch entdeckt und wegen ihres christlichen Glaubens ermordet und in die Tiefe gestürzt. Die schiefen Treppen, die euch wieder nach unten und ins Freie führen, sind nicht ganz ohne, also achtet darauf, wo ihr hintretet. Nicht, dass euch am Ende ein ähnliches Schicksal ereilt, wie Maximus.

(c) Magdalena Mösenlechner

Der Tod im Mantel

Wem die Katakomben und der Friedhof noch nicht genug waren, der kann sich von dort auch noch die wenigen Meter über den Kapitelplatz zur Pietà-Statue aufmachen. Am Rundbogen des Doms findet ihr sie recht unauffällig an einer schattigen Stelle platziert. Die Figur scheint auf den ersten Blick eine hockende Person in einem großen Mantel darzustellen. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der Mantel aber als leer, und das hat auch einen guten Grund. Am Fuße der Statue findet ihr folgende Inschrift: „Die leere Hülle als Symbol dessen was uns überlebt: die Liebe, die wir gaben, die Werke, die wir schufen, das Leid, das wir erdulden.“ Die hockende, düstere Figur soll also aufzeigen, was nach dem Tod tatsächlich noch von uns bleibt.

(c) Magdalena Mösenlechner

Zwergerl im Mirabellgarten

So schön wir normalerweise den Mirabellgarten finden, mit seinem Blumenmeer und dem Schlosspanorama, so gruselig und schräg finden wir den Zwergerlgarten. Beim Eingang über den Kurgarten findet ihr die Holzbrücke, die euch in das Zwergenreich führt. Sie wird bewacht von zwei patenten, kleinen Grollmännlein, die auf uns alles andere als einladend wirken. Tatsächlich sind die Zwergerlfiguren schon rund 300 Jahre alt, aber einige von ihnen wurde im Laufe der Zeit zerstört. Die übrig gebliebenen 15 Zwerge, welche größtenteils im Kreis angeordnet sind, wirken dafür umso grimmiger. Fast scheinen sie den Verlust der anderen zu bedauern. Wenn man hier durchspaziert, merkt man schnell, dass die Zwerge im Mirabellgarten nur wenig mit den lustigen Fantasiegeschöpfen zu tun haben, die wir aus Kindermärchen kennen. Gerade zur Dämmerung geben sie einem das Gefühl, dass sie einen mit ihren leeren Augen verfolgen und ihre ohnehin schon schauerlichen Fratzen werfen noch grusligere Schatten als sonst.

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Wenn ihr jetzt auf der Suche seid, nach noch mehr Grusel-Feeling, dann verraten wir euch gerne noch weitere düstere Ausflugsziele in Österreich. Auf unserer Herbst-dahoam-Seite findet ihr weitere Tipps für Unternehmungen und herbstliche To Dos.

(c) Beitragsbild | Soldatenfriedhof | Magdalena Mösenlechner

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