Krampusmuseum

7 düstere Ausflugsziele in Österreich

Sonntag, 25. Oktober 2020 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

7 düstere Ausflugsziele in Österreich

Sonntag, 25. Oktober 2020 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Der Herbst ist nicht nur die Zeit der Kürbissuppen und kuscheligen Pullover, sondern auch die Hochsaison des Gruselns. Weil Halloween schon fast wieder vor der Tür steht, haben wir uns auf die Suche gemacht nach besonders düsteren und morbiden Ausflugszielen im ganzen Land.

von Viktoria Klimpfinger

*Wir wollen euch auch während des zweiten Lockdowns inspirieren und versuchen, unsere Artikel laufend Covid-konform upzudaten. Bitte haltet euch weiterhin an die Maßnahmen. Nur wenn wir jetzt zusammenhalten und aufeinander schauen, können wir möglichst bald wieder all diese Inspiration gemeinsam genießen und zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren.

Grusel, Grusel, Furcht und Schreck, Angst verschwinde, Angst geh weg. Diesen Kinderreim legen wir euch wärmstens ans Herz. Denn wir nehmen euch mit zu einigen der wahrscheinlich gruseligsten Orte in Österreich. Und wenn gutes Zureden nichts hilft, dann nehmt eure Hasenfüße in die Hand und lauft davon.

Richtstättenweg Passeggen

Die Hexe ist eine der beliebtesten – oder eher unbeliebtesten – Figuren in Gruselgeschichten und Horrorfilmen, keine Frage. Viel schauriger und vor allem grausamer waren allerdings die tatsächlichen Hexenverfolgungen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit, die von Herrschenden und Kirche inszeniert wurden, um die Bevölkerung einzuschüchtern. Zwischen Tamsweg und St. Andrä erinnert ein historischer Themenweg an dieses düstere Kapitel der Geschichte des Lungaus. Schon vor 400 Jahren fanden hier an der Richtstätte des Pfleggerichts Moosham öffentliche Hinrichtungen von Menschen statt, die für Hexen und Zauberer gehalten wurden. Der Rundweg führt euch auf drei Kilometern durch den Wald und über Wiesen und Felder. Informationstafeln bringen euch dabei nahe, wie es zu den Hexenprozessen kam, wie sie abliefen und welche Gräuel damit einhergingen. Bedenkt man, dass unter dem Waldboden immer noch die Mauerreste des Galgens und der Hinrichtungsstätte lauern, überkommt einen ein kalter Schauer. Dass der Rundweg diesen dunklen Fleck in der Geschichte mit fundierter Auseinandersetzung und Originalschauplätzen beleuchtet, macht ihn in ganz Europa einzigartig.

Krampusmuseum

Die Hexenverfolgungen wurden vor der gottesfürchtigen Bevölkerung damit begründet, dass die Angeklagten mit dem Teufel im Bund seien. Der gefallene Engel ist als Inbegriff des Bösen ebenfalls ein äußerst beliebtes Motiv in Horrorgeschichten. Einige von uns können sich noch gut an ihre erste Begegnung mit ihm in Form vom Krampus erinnern, des grausigen, haarigen, brutalen Begleiters des Heiligen Nikolaus. In Kitzbühel in Tirol betreibt die Krampusgruppe Ruat’n Pass das ganze Jahr über das Krampusmuseum und widmet sich ihrem Patron vom gehörten Scheitel bis zur hufigen Sohle. Über 500 Masken von traditionellen Larven aus dem Jahr 1903 bis zu moderneren Exponaten aus 2018 könnt ihr hier genauer unter die Lupe nehmen. Dabei durchwandert ihr unterschiedliche Räume, die die verschiedenen Habitate des Krampus darstellen sollen – also zumindest jene Lebensräume, die man sich vor so eine Schreckgestalt eben imaginiert. In der Schauwerkstatt könnt ihr einem Schnitzer schließlich sogar beim Herstellen einer der Masken zusehen. Zu sehen, wie ein Krampusgesicht entsteht, nimmt ja vielleicht ein bisschen den Schauer, wer weiß.

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Museumsfriedhof Kramsach

Was tun, wenn das Herz in die Hose rutscht? Man holt es am besten mit einem ordentlichen Lacher aus dem Zwerchfell zurück an seinen Platz. Ob das anatomisch wirklich so funktioniert wissen wir nicht genau. Aber dass Humor die Angst vertreibt, ist gewiss. Wie das geht, zeigt ausgerechnet ein Museumsfriedhof. In Kramsach sind verschiedene amüsante Grabinschriften aus den vorangegangenen Jahrhunderten ausgestellt. Doch bevor ihr uns jetzt für allzu morbide haltet: Auf dem Museumsfriedhof liegt niemand begraben. Nur die Grabinschriften und aufwendig geschmiedeten Kreuze gedenken hier der Toten.

Museumsfriedhof Kramsach

(c) Museumsfriedhof Tirol

Beinhaus Hallstatt

Ganz anders sieht das hingegen in Hallstatt aus. Im aus dem 12. Jahrhundert stammenden, weltberühmten Beinhaus in der Michaelskapelle liegen die Totenschädel hier aufgereiht und sind sogar kunstvoll bemalt. Die Schädelmalerei geht zurück auf einen Brauch während des 19. Jahrhunderts: Musste ein Verstorbener aus Platzmangel sein Grab für einen neuen Sarg räumen, wurden die Schädel oder Knochen ins Beinhaus aufgenommen und so gewissermaßen ein zweites Mal bestattet. Die bunte Verzierung soll dabei die Identität der Verstorbenen bewahren. Die Sammlung in Hallstatt ist nicht nur eine der letzten, die bis heute überdauern konnten, sondern auch noch die größte, die es je gegeben hat.

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Horrorhaus Escape Your Nightmare

In Hallstatt steht vielleicht ein Beinhaus und in München ein Hofbräuhaus, aber in Rekawinkel im Wienerwald, da steht ein Horrorhaus. Was Escape-Rooms oft in einem Raum kulminieren, dehnt Escape Your Nightmare auf eine ganze verfallene Villa aus. In Österreichs angeblich erstem Escape-Theater warten nicht nur gruselige Requisiten und Rätsel auf ein, sondern auch Live-Darsteller und -Darstellerinnen, die euch das Fürchten lehren. Zwei verschiedene Missionen stellen eure Nerven auf eine harte Probe. Entweder ihr lüftet das düstere Geheimnis der Villa und schafft es am Ende (hoffentlich!), die gesamte Menschheit zu retten, oder ihr findet euch in einer verlassenen Anstalt wieder, in der nach wie vor Patienten umhergeistern. Wie ging noch schnell der Kinderreim? Grusel, Grusel, Furcht und Schreck – wir sind schon mal weg!

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Schloss Mayerling

Wir bleiben gleich im Wienerwald. Hier geistert einer der größten Cold Cases der europäischen Geschichte umher: der Mythos von Mayerling. Im damaligen Jagdschloss nahm Kronprinz Rudolf sich und seiner Geliebten Mary Vetsera das Leben. Wie genau sich diese Nacht zugetragen hat, ist bis heute nicht restlos geklärt. Beweisstücke wurden weggeschafft, die Kronzeugen schwiegen oder trafen widersprüchliche Aussagen. Bis zuletzt waren die Habsburger tunlichst darum bemüht, die Umstände zu verschleiern. Zita, die Ehefrau des letzten Kaisers Karl I., beharrte bis zu ihrem Tod darauf, dass Rudolf und Mary Vetsera durch ein politisches Attentat ums Leben kamen. Ihr Sohn Otto von Habsburg hielt die Tatwaffe bis zu seinem Ableben 2011 unter Verschluss. Erst 2014 wurden mit dem Original-Mayerling-Protokoll von Georg Markus und Katrin Unterreiner Dokumente veröffentlicht, die ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Im selben Jahr wurde die bis dahin offene Anlage rund um das ehemalige Jagdschloss, das Kaiser Franz Josef noch 1889 in ein Karmelitinnenkloster umbauen ließ, zu einem modernen Besucherzentrum. Die Einnahmen sollen dazu beitragen, das Kloster zu erhalten, in dem die Karmelitinnen bis heute in strenger Abgeschiedenheit leben und wirken.

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Leutascher Geisterklamm

Zum Abschluss noch etwas deutlich weniger Tragisches: Das einzig halbwegs Gruselige an der Leutascher Geisterklamm in Tirol ist ihr Name. Und die Sagen, die sich um sie ranken. Eine davon besagt, dass ein Geist vom Berg hinab in die Klamm gestiegen ist und seitdem in ihren dunklen Winkeln haust. Diesem spukenden Bewohner könnt ihr euch etwa am Klammgeistweg auf die Fersen heften. Er führt euch über einen 800 Meter langen Steg, vorbei an tosenden Wassermassen und märchenhaftem Dickicht. Dazwischen pflastern immer wieder Infotafeln über das Klammreich und seine sagenhaften Bewohner den Weg. Und Vorsicht: Aus einer kleinen Höhle jault euch tatsächlich der Klammgeist himself entgegen.

(c) Viktoria Klimpfinger | 1000things

Apropos Habsburger: Wir verraten euch ein paar skurrile Fakten, die ihr noch nicht über die österreichischen Monarchen wusstet. Für euren Herbst in Österreich inspirieren wir euch auf unserer Herbst-dahoam-Seite.

(c) Beitragsbild | Ruat’n Pass Kitzbühel (Krampusmuseum)

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