Servitenviertel

Französischer Flair, Geschichtsträchtigkeit und eine wunderbare Architektur machen das Servitenviertel zu einer der wohl schönsten Gegenden Wiens.

Klein aber oho! Mit dem wunderbaren Servitenviertel und der gleichnamigen Gasse findet man garantiert eine der schönsten Gegenden in ganz Wien, in der Eleganz, Gemütlichkeit und Geschichtsträchtigkeit aufeinandertreffen. Das Viertel, dessen Bezeichnung auf das 1639 gegründete Servitenkloster zurückgeht, erstreckt sich zwischen Währinger Straße, Schottenring und Rossauer Lände.

Besonders in den letzten Jahren haben einige hippe Cafés und Lokale dem Grätzl ihren eigenen Charme verliehen und wer einfach mal die Seele baumeln lassen möchte und spontan seinen Gusto folgen möchte, der ist hier bestens aufgehoben, denn Verführungen locken quasi aus jedem Hauseingang.

Da wäre zum Beispiel die erst kürzlich eröffnete La Mercerie – Ruheoase im französischen Stil, die Suppenwirtschaft – reichhaltiges, kreatives und preiswertes Mittagessen, das Curry me Home – Gewürzladen mit Angeboten aus aller Herren Ländern, die Xocolat Manufaktur – absolute Empfehlung für alle Naschkatzen, das Caffè a Casa – im Rennen um den besten Kaffee der Stadt weit vorne mit dabei, das Leo – österreichische Schmankerln und süßer Gastgarten oder auch die Ristorante Scale – eine Ode an die italienische Küche.

Außerdem zahlt sich ein Blick in die Servitenkirche garantiert aus. Den Blick nach oben gerichtet, begeistern die historischen Bauten und Fassaden, die auch dezent an Paris erinnern und für eine Sorge Fernweh sorgen werden.

v i e n n a ✨

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Ziemlich versteckt, in der Seegasse gelegen, findet man mit dem Jüdischen Friedhof Rossau außerdem den ältesten jüdischen Friedhof Wiens und einen besonders mystischen, aber stimmungsvollen Ort. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde wurden zwischen 1540 und 1783 in dem 2.000 Quadratmeter großen Areal begraben. Zugänglich ist der Friedhof über das heutige Seniorenheim in der Seegasse 9-11.

Schlendert man ein Stückchen weiter über die Porzellangasse wartet mit der Strudelhofstiege noch ein weiteres Highlight auf euch. Die Stiegenanlage, die Hermito von Doderer sogar als Inspiration zur Titelgebung seines gleichnamigen Romans inspiriert hat, ist rund ums Jahr einer der wohl romantischsten Orte der Stadt.

Im Frühling erfreut das satte Grün der Zweige, im Sommer kann man hier wunderbar auf einer der Bänke die Sonne genießen, im Herbst die farbenrohe Blätterdecke bewundern und im Winter strahlt die Stiege durch Schnee und Eis eine ganz eigene Ruhe und Eleganz aus. Der untere Teil der Stiege ist symmetrisch angelegt und umfasst außerdem zwei Brunnen. Unbedingt vorbeischauen und sich von Wiens Geschichtsträchtigkeit begeistern lassen. Auf einer Tafel neben dem größeren Brunnen sind seit der Stiegenrenovierung 1962 folgende Zeilen von Heimito von Doderer zu lesen:

Wenn die Blätter auf den Stufen liegen
herbstlich atmet aus den alten Stiegen
was vor Zeiten über sie gegangen.
Mond darin sich zweie dicht umfangen
hielten, leichte Schuh und schwere Tritte,
die bemooste Vase in der Mitte
überdauert Jahre zwischen Kriegen.

Viel ist hingesunken uns zur Trauer
und das Schöne zeigt die kleinste Dauer.

Gönnt euch einen Stadtspaziergang und genießt die Ruhe in diesem zauberhaften Grätzl.

Wer Lust auf einen Kaffee hat, findet hier 10 Cafés im 9,  die auf euren Besuch warten.

Beitragsbild (c) https://www.instagram.com/k_kelesoglu/

  • Location
  • Servitengasse, 1090
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