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Unsere liebsten Apps für Retro-Spiele – Teil 1

Samstag, 15. Februar 2020 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Unsere liebsten Apps für Retro-Spiele – Teil 1

Samstag, 15. Februar 2020 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Wir wollen ein Spiel spielen, und zwar wie früher. Aber lasst die Brett- und Kartenspiele lieber stecken – ganz so retro wird’s hier nicht. Ein bisschen aber schon. Denn wir haben uns angesehen, welche Retro-Spiele aus unserer Kindheit und Jugend wir heute am Smartphone spielen können.

von Viktoria Klimpfinger

Das waren noch Zeiten: Die Erwachsenen dazu überreden, uns an den Computer oder ans vorsintflutliche Antennen-Handy zu lassen. Die einzige Sorge, die wir damals hatten, war der „Internet-Knopf“ am Siemens-mehr-oder-weniger-Mobiltelefon mit dem Mini-Bildschirm, beziehungsweise dass wir ihn versehentlich drücken und damit von elterlicher Seite nicht näher definierte Katastrophen biblischen Ausmaßes auslösen würden. Zeitsprung zurück in die Zukunft: Heute ist das natürlich alles anders. Den Computer dürfen wir mittlerweile alleine hochfahren, dieses mysteriöse Internet ist längst schon überall und Panik löst der „Internet-Knopf“ am Smartphone höchstens dann aus, wenn wir unser immenses Datenvolumen überschritten haben und Facebook langsamer lädt als üblich.

Aber obwohl die Möglichkeiten des technischen Fortschritts uns Otto und Anna Normalverbrauchern schier endlos erscheinen, sehnen wir uns manchmal zurück in unsere Jugendzeit, als das Internet noch durch den Festnetzhörer pfiff und Mario und Luigi noch zweidimensional und verpixelt waren. Überflüssige Nostalgie, findet ihr? Haltet unser Bier, sagen wir. Denn wir haben sie gefunden, kostenlose Apps für iOS und Android, mit denen eine Zeitreise zumindest zeitweise möglich ist.

Snake

Für die einen war es das erste eigene Handy, für die anderen Flugobjekt aus dem fünften Stock zu privaten Forschungszwecken: das Nokia 3310! Seine hohe materielle Leidensfähigkeit ist bis heute legendär. Ungefähr genauso ikonisch ist aber sein Inhalt. Und nein, wir veröffentlichen hier nicht unsere ersten SMS mit unserem Unterstufen-Schwarm. Die Rede ist natürlich vom one and only portablen Digitalspiel der damaligen Zeit: Snake! Wenn bei euch jetzt die Sehnsucht aufsteigt, pegelt sie gleich mal wieder runter. Denn das lustige Schlangenspiel gibt’s nach wie vor, und zwar als App und in unterschiedlichen Ausführungen. Echte Oldschool-Hardliner können sich Retro Snake im Original-Pixellook herunterladen, Nostalgie-Flexible probieren sich vielleicht einstweilen an der ästhetisch überarbeiteten Version mit vielen bunten Schlangen, die nicht nur undefinierbare Pünktchen und sich selbst, sondern auch einander verschlingen. Darüber denken wir jetzt besser nicht intensiver nach, sonst holt uns unser Snakes-on-a-Plane-Flashback wieder ein.

Tetris

Und schon sitzen wir in Embryostellung in der Ecke und singen: „Dim, dim dim dim, dim dim dim, dim dim dim, dim dim dim, dim dim dim, dim, dim, dim. Dim.“ Für alle Banausen, die diese Raffinesse an verschriftlichter Vokalmusik im Bebop-Stil nicht zu schätzen wissen: Wir singen die Tetris-Melodie. Auch wenn sie unsere Eltern früher vielleicht auf die Palme brachte, wenn wir lautstark auf dem Autorücksitz von ihr begleitet auf unseren Gameboy-Colour einhämmerten – uns beruhigt sie irgendwie. Umso schöner, dass wir sie nicht mehr nur manisch vor uns hinsummen müssen, nein, wir können das volle Tetris-Feeling auf unserem Smartphone wieder aufleben lassen. Denn ja, natürlich gibt es Tetris-Apps, und auch davon unzählig viele.

Pac-Man

Pac-Man ist auch so eines von den Spielen, die mit wunderbarer Vehemenz an den Nervensträngen sägen, wenn man sie auf volle Lautstärke dreht. Das Spiel selbst gibt es schon so lange, dass wir uns insgeheim fragen, ob in der Genesis insgeheim nicht vielleicht doch von Pac-Man und Eva die Rede ist. Okay, ganz so alt ist der gelbe Nimmersatt auch wieder nicht: 1980 machte er zum ersten Mal die Pixel-Geister auf einem Arcade-Automaten verrückt. Und bis heute begeistert er die Spielenden. Deshalb können wir ihn auch auf dem mobilen Arcade-Automaten in unserer Jackentasche spielen. Pac-Man-Apps gibt es ebenfalls in Hülle und Fülle.

Super Mario

Wie es wohl aussehen würde, wenn Pac-Man endlich den Führerschein machen würde? Keine Ahnung. Wahrscheinlich hätte er eine saftige Klage wegen Fahrerflucht an der Backe, weil ihm ein paar unliebsame Geister vor die Stoßstange gelaufen sind. Um uns virtuell auf vier Rädern fortzubewegen, greifen wir dann doch lieber auf den guten alten Italo-Klempner zurück. Bis heute werden Erwachsene wieder zu verpickelten Zwölfjährigen, wenn es bei irgendeiner Homeparty heißt: „Spiel ma Mario Kart?“ Doch dafür braucht ihr nicht erst die passende Konsole und Sit-in-Stimmung, das geht auch ganz lässig in der U-Bahn mit der App Mario Kart Tour. Und für alle, die lieber zu Fuß auf Abenteuerreise gehen, gibt es natürlich auch die App Super Mario Run. Viel Spaß beim Schwammerln-Treten und In-Röhren-Verschwinden!

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Sonic

Apropos Herumrennen: Das hat besonders der Highspeed-Igel Sonic ganz gut drauf. Er rennt, und rennt, und rennt. Und rennt. Warum, weiß keiner so genau, aber der Weg ist ja bekanntlich das Ziel. Dank App- und Playstore sprintet der Methamphetamin-Igel nicht nur über große, sondern auch über kleine Bildschirme. Und auch da ist die Auswahl enorm: Egal ob die klassische Variante, die Fortsetzungen in verschiedenen Episoden oder Special Editions wie Speed Battle oder Dash – damit kann man schon mal ein ganzes Wochenende verplempern. Der Vor- und Nachteil: Als Erwachsene droht uns niemand mit Computerverbot.

Tamagotchi

Bei den digitalen Spielen unserer Kindheit ging es aber nicht immer nur um Wettbewerb, Speed und Ausdauer. Nein, manchmal ging es einfach bloß ums Überleben. Denn gab es damals etwas Traurigeres, als wenn wieder einmal ein sorgsam gehegtes und gepflegtes Tamagotchi nach kurzer Vernachlässigung den Geist aufgab? Es sind unzählige virtuelle Leben, die wahrscheinlich jeder und jede von uns auf dem Gewissen hat. Dabei hätten wir das kleine, quietschende Ding doch bloß bei Laune halten sollen, auch wenn unsere eigene darunter litt. Tamagotchi – Verantwortungsbewusstsein als Schlüsselanhänger. Wer davon nicht nach den ersten Rückschlägen schon genug hatte, kann die Misere auf dem Smartphone fortsetzen. Wie geht noch mal eine Herz-Muskel-Massage via Touchscreen.

The Sims

Das zu wissen, wäre auch für The-Sims-Spielende ratsam. Wer die wehrlosen Avatare nicht mindestens einmal elendiglich in Pool, in der Toilette oder vor dem Kühlschrank krepieren lassen hat – absichtlich oder unabsichtlich tut hier nichts zur Sache –, werfe den ersten grünen Diamanten. Da unsere Redaktion bis heute keine kristallenen Wurfgeschosse erreicht haben, gehen wir jetzt mal von eurer stillen Zustimmung aus. Jedenfalls könnt ihr eure Jugendsünden auf dem Smartphone wieder gut machen. Denn The Sims gibt es in den verschiedensten Varianten als Gratis-App.

Pokémon

Sie brauchen regelmäßige Aufmerksamkeit, wollen gefüttert und gebadet werden und ringen uns eine seltsame emotionale Bindung zu ihnen ab. Irgendwie sind Avatare fast vergleichbar mit virtuellen Haustieren, betreibt man das Ganze etwas zu exzessiv. Besonders nahe kommen diesem Verhältnis die Poké-Monster von Pokémon. Das Spiel hat vor einigen Jahren einen massiven Hype erfahren, als es als Pokémon GO scheinbar den Sprung in die Wirklichkeit schaffte und wir endlich unser eigener Ash sein konnten. Wenn sich am Sonntagnachmittag die Massen mit Smartphone im Gesicht durch den Stadtpark schieben, nur im in einer Ecke ein vermeintliches Pikachu zu erwischen, fragt man sich allerdings, ob das überhaupt erstrebenswert ist. Wie auch immer – jedenfalls fühlen wir uns auch trotz der weit fortgeschrittenen technischen Poké-Möglichkeiten damit immer wieder in die gute alte Zeit der Batterien und Festnetze zurückversetzt. Schnapp sie dir!

Moorhuhn

Ihr seid eher auf der sadistischen Seite des Webs unterwegs? Gute Neuigkeiten: Die Moorhühner sind zurück – und zum Abschuss freigegeben! Den Silberrücken unter den Ego-Shootern gibt es mittlerweile längst fürs Smartphone. Das Prinzip ist denkbar einfach: entsichern und laden und schon fliegen die Federn. Bedenklich? Definitiv. Aber leider auch ziemlich retro.

Lemminge

In den 90ern haben es die Lemminge geschafft, ihren realen Pendants ein ziemlich bemitleidenswertes Image zu verpassen: unreflektiert Hinterherlaufende, die sich des Mitlaufens wegen sogar in den Tod stürzen würden, ohne auch nur zweimal darüber nachzudenken. Okay, dieses Bild kommt nicht von ungefähr. Immerhin sind die echten Lemminge tatsächlich für ihre emsigen Massenmäusewanderungen aufgrund hoher Populationsschwankungen bekannt. Massenselbstmorde, wie in Skandinavien lange angenommen wurde, sind das allerdings keine. Die Wühlmäuse brechen lediglich auf, um der Überbevölkerung eines Territoriums zu entfliehen und sich woanders anzusiedeln. Dabei schaffen es leider einige nicht ans Ziel. Doch wenn schon nicht in echt, so könnt ihr die Lemminge wenigstens via Smartphone vor dem Absturz von Klippen oder Ähnlichem bewahren. Mit der App führst du deine vertrauensvollen Follower durch Levels voller Gefahren und Fallen, ganz wie in den 90ern eben.

Ihr habt noch nicht genug vom 90er-Flashback? Dann schwelgt mit uns in ein paar Erinnerungen an Dinge, die jedes 90s-Kid bestimmt kennt. Und könnt ihr euch noch an die trashigen MTV-Serien erinnern, die wir damals geschaut haben?

(c) Beitragsbild | Pixabay

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