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10 Dinge mehr, die ihr über die Öffis in Wien nicht wusstet

Samstag, 29. Februar 2020 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

10 Dinge mehr, die ihr über die Öffis in Wien nicht wusstet

Samstag, 29. Februar 2020 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Viele von uns sind täglich mit den Wiener Öffis unterwegs. Aber was wissen wir eigentlich über unsere täglichen Wegbegleiter und Wegbegleiterinnen? Wir haben ein paar witzige, spannende Fakten für euch gesammelt.

von Pia Miller-Aichholz

UPDATE: August 2020

Nachdem man niemals genug Fun Facts haben kann, um Smalltalk aufzumischen und ein bisschen Eindruck zu schinden, verraten wir euch nach unserem ersten Teil noch zehn weitere Dinge, die ihr über die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien wahrscheinlich noch nicht gewusst habt.

Streckenrekorde

Die längsten Strecken im öffentlichen Wiener Stadtverkehr pro Transportmittel legen die U-Bahn-Linie U1, die Straßenbahnlinie 11 und die Buslinie 66A zurück. Zwischen den Endstationen der U1, Leopoldau und Oberlaa, liegen rund 19,1 Kilometer, zwischen jenen des 11er-Wagens, dem Otto-Probst-Platz und Kaiserebersdorf, liegen rund 13,2 Kilometer. Und der 66A legt zwischen Reumannplatz und Bahnhof Liesing 12,5 Kilometer zurück. Den Rekord am anderen Ende des Spektrums halten die U-Bahn-Linie U3 mit 13,4 Kilometern, die Straßenbahn 42 mit nur 3,4 Kilometern und die Innenstadt-Buslinie 1A mit süßen 2,4 Kilometern. Wer sich das jetzt auf Anhieb merkt, darf sich Herr oder Herrin der Zahlen nennen.

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Mehrmals täglich von Wien nach Utrecht

Zählt man die Strecken aller 162 U-Bahn, Bus- und Straßenbahn-Linien in Wien zusammen, kommt man auf 1.155,9 Kilometer Gesamtlänge. Das entspricht in etwa der Strecke zwischen Wien und dem niederländischen Städtchen Utrecht. Mit dem Bau der U5 und dem Ausbau der U2 kommen noch neun Kilometer dazu.

Schneckentempo zwischen Taborstraße und Schottenring

Habt ihr euch des nächtens schon einmal gewundert, wieso die U2 zwischen Schottenring und Taborstraße gefühlt dahinschleicht? Wir haben des Rätsels Lösung: Seit 2014 darf dort die U-Bahn zwischen 22 und 6 Uhr in beide Richtungen nur mehr maximal 25 Kilometer pro Stunde fahren. Bei der Planung der U2-Verlängerung nach Aspern und in die Seestadt wurde nämlich die Schallbelastung falsch berechnet. Um den Anrainern und Anrainerinnen, die etwa 25 Meter über der U-Bahn-Röhre wohnen, den Lärm zumindest in der Nacht zu ersparen, geht es also zwischen den beiden Stationen langsamer voran.

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Mehr Jahreskarten als Privatautos

In Wien besitzen bereits seit vier Jahren in Folge mehr Menschen eine Jahreskarte als ein eigenes Auto. 2019 wurden 852.000 Jahreskarten ausgestellt. PKWs im Privatbesitz gibt es um 143.000 weniger. 38 Prozent ihrer Wege legten die in Wien Wohnenden vergangenes Jahr mit den Öffis zurück. Weitere 38 Prozent der Wege wurden zu Fuß bewältigt und nur 27 Prozent mit dem Auto. Way to go, Wien!

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Passagierrekord

Die U-Bahn-Linie U1 transportiert jährlich die meisten Passagiere. Das überrascht bei näherem Nachdenken nicht weiter, denn sie ist erstens, wie oben erwähnt, die längste unter den U-Bahn-Linien. Und zweitens bringt sie Fahrgäste an Hotspots wie die Donauinsel, die Alte Donau, den Schweden- und den Stephansplatz. Außerdem bleibt die U1 bei der UNO-City stehen, wo täglich viele internationale Besucherinnen und Besucher ein- und ausgehen, die die direkte Zugverbindung in die Stadt nützen.

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Zahlen- und Buchstabensalat

Die Benennung der Wiener U-Bahnlinien ist leicht nachvollziehbar, aber habt ihr euch nicht auch schon darüber gewundert, dass manche Straßenbahnen mit einer Zahl und manche mit Buchstaben gekennzeichnet sind? Dieses im Grunde noch heute gültige Benennungssystem wurde 1907 eingeführt. Die Straßenbahnlinien wurden damals in drei Kategorien unterschieden: Rund- oder Tangentiallinien, Radiallinien und Durchgangslinien. Man wollte mit ihnen ein so dichtes Straßenbahnnetz schaffen, dass jede Haltestelle im Wiener Stadtgebiet mit maximal zwei Umstiegen erreicht werden konnte. Rundlinien verliefen kreisförmig um die Innenstadt und wurden von eins bis 20 durchnummeriert –19 und 20 wurden aber tatsächlich nie verwendet. Radiallinien mit den Nummern 21 bis 80 verbanden das Stadtzentrum mit den damaligen Vororten und heutigen Außenbezirken.

Station Jonasreindl-Schottenring im Jahr 1962 (c) Bildstrecke.at

Durchgangslinien waren Kombinationen aus einer Rundlinie und ein oder zwei Radiallinien und wurden mit den Buchstaben A bis Z benannt, wenn sie für einen Teil der Strecke über den Ring oder den Franz-Josefs-Kai fuhren. Die Linie Z wurde übrigens bereits 1911 wieder eingestellt. Natürlich haben sich die Streckenverläufe seit damals mal mehr und mal weniger verändert. 2008 wurden etwa die Ringlinien neu organisiert. Die Straßenbahnlinien 1 und 2, die bis dahin ausschließlich den Ring entlanggefahren waren, wurden mit den Linien 65, J und N verbunden und damit zu Durchgangslinien. Streng genommen müssten sie also jetzt Buchstaben-Namen tragen. Die Straßenbahnlinie D ist heute die letzte Linie, deren Bezeichnung noch mit dem ursprünglichen System übereinstimmt. Sie fährt von Nußdorf aus in Richtung Ring, dann über den Ring bis zum Schwarzenbergplatz, biegt dort Richtung Gürtel ab und erreicht im neuen Sonnwendviertel ihre Endstation.

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Weggegangen, Platz gefangen

Es gibt in Wien 28 Straßenbahnlinien. Zurecht wundert ihr euch jetzt, wie es sich dann ausgehen soll, dass für sie fast alle Nummern von eins bis 80 und den Buchstaben A bis Z verwendet wurden. Einige Linien wurden im Zuge der zunehmenden Motorisierung des Verkehrs von Bussen ersetzt. Die Straßenbahnlinie 75 wurde also beispielsweise durch die Buslinie 75A ersetzt. Andere wurden obsolet, weil das U-Bahn-Netz erweitert wurde, oder gingen im Zuge von Streckenverlängerungen und -konsolidierungen in andere Linien auf, wie etwa bei den Linien 1 und 2.

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Straßenbahnen auf der U6

Die Vorgängerin der U-Bahn war die Stadtbahn, die 1898 eröffnet wurde. Die Dampflokomotive fuhr auf Teilstrecken der heutigen U4 und U6 durch Wien. 1925 wurde die Stadtbahn wiedereröffnet, nachdem sie elektrifiziert worden war. Allerdings wurden fortan Straßenbahngarnituren eingesetzt. Manche von euch können sich an diese „alte U6“ vielleicht sogar noch erinnern. Bis heute schauen die Züge der U6 anders aus, als auf anderen U-Bahn-Strecken.

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Achtung, Stufe!

Über die Jahre waren in Wien verschiedene Busmodelle unterwegs. Für junge Leute heute kaum mehr vorstellbar: Früher waren in Wien Busse unterwegs, deren Fahrgastraum man wie bei der Straßenbahn über Stufen erreichte. Der letzte dieser Hochflurbusse der Wiener Linien wurde erst 2007 in Pension geschickt. Er war bis dahin auf der Strecke des 14A gefahren. Nachdem im Verkehrsmuseum Remise schon ein solches Exemplar ausgestellt war, wurde der letzte Wiener Hochflurbus an einen privaten Sammler verkauft.

Einer der historischen Busse im Verkehrsmuseum der Wiener Linien (c) Johannes Zinner | Bildstrecke.at

Die Eintagsfliegen unter den Wiener Öffis

Wien, als Hauptstadt eines katholisch geprägten Landes, richtete einst Allerheiligenlinien ein, die ausschließlich am 1. November zum Einsatz kamen. Sie erleichterten den zahlreichen Angehörigen den Weg zum Friedhof und entlasteten den restlichen Verkehr. Allerheiligen wurde somit zu einer wichtigen Einnahmequelle für die Wiener Verkehrsbetriebe. Erst als in den 60ern und 70ern immer mehr Menschen eigene Fahrzeuge anschafften, nahm die Bedeutung der Allerheiligenlinien ab. Heute bestehen nur mehr die Buslinie 38B zum Heiligenstädter Friedhof und die Buslinie 39B zum Sieveringer Friedhof, die übrigens neben Allerheiligen auch an Heiligabend verkehren. Und noch ein seltener Gast tingelt ab und an durch den öffentlichen Verkehr in Wien: der E-Wagen, wobei das E nicht für „Eintagsfliege“ steht, sondern für „Einlagewagen“. Die Straßenbahnlinie wird bei Bedarf zur Unterstützung auf verschiedenen Strecken eingesetzt, etwa bei Großereignissen oder während Sanierungsarbeiten anderer Linien.

Die Linie 46 im Zentralfriedhofverkehr im Zweiten Weltkrieg, circa 1939 (c) Wiener Linien

Wenn ihr noch nicht genug Fakten aufgesaugt habt, verraten wir euch gerne noch einige über das schöne Wien. Übrigens, tut ihr euch auch schwer damit zu entscheiden, wann ihr anderen Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln einen Sitzplatz anbietet und wann nicht? Oder gehört ihr zu der Sorte Mensch, die sich einfach prophylaktisch in den Öffis nicht mehr hinsetzt, um solche Konflikte zu vermeiden?

(c) Beitragsbild | Manfred Helmer | Bildstrecke.at

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