Vorarlberg Haltestelle Projekt

BUS:STOP Projekt in Vorarlberg

Donnerstag, 11. Januar 2018 / Lesedauer: ca. 2 Minuten

BUS:STOP Projekt in Vorarlberg

Donnerstag, 11. Januar 2018 / Lesedauer: ca. 2 Minuten

Ihr denkt Bus fahren in Vorarlberg ist genauso unspektakulär wie überall sonst? Wir wollen euch vom Gegenteil überzeugen und richten das Augenmerk auf das BUS:STOP Projekt der Marktgemeinde und dem Verein ‚kultur krumbach‘. Es warten sieben spannende, architektonische Haltestellenprojekte auf euch, die allesamt echte Eyecatcher sind.

von Luisa Lutter

*Wir wollen euch auch während der aktuellen Maßnahmen inspirieren und versuchen, unsere Artikel laufend Covid-konform upzudaten. Bitte haltet euch weiterhin an die Maßnahmen. Nur wenn wir jetzt zusammenhalten und aufeinander schauen, können wir möglichst bald wieder all diese Inspiration gemeinsam genießen und zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren.

Wer in Vorarlberg unterwegs ist, genauer gesagt im Bregenzerwald, sollte das Auto kurzzeitig stehen lassen und unbedingt auf den Bus umsteigen – oder zumindest mit dem Auto aufmerksam an den Haltestellen in der Umgebung vorbeifahren. Das Warum und Weshalb erzählen wir euch nachstehend.

Das BUS:STOP Projekt in Vorarlberg: ein architektonisches Highlight!

Dass es hier dank dem BUS:STOP Projekt etwas Besonderes in Vorarlberg zu sehen gibt, wird spätestens beim Warten oder Vorbeifahren an einer der sieben Stationen deutlich.

Die Marktgemeinde und der Verein kultur krumbach haben den internationalen Austausch gesucht und sieben internationale Architektenbüros eingeladen, sich Gedanken zu dem Projekt BUS:STOP zu machen. Dabei kamen einzigartige und sehr unterschiedliche Konzepte heraus, wie man ein „Wartehüsle“ gestalten kann. Umgesetzt und begleitet wurden die Ideen im Anschluss von lokalen Handwerkern und Handwerkerinnen sowie regionalen Partner-Architekturbüros. Das gesamte Konzept konnte übrigens nur umgesetzt werden, da sich über 200 Unterstützer zur Realisierung fanden.

Für die Gestaltung wurden diverse Materialien genutzt, die auch Produktionsstätten in der Umgebung liefern konnten: Unter anderem fanden Holz, Glas und Metall Verwendung. Bei der Verarbeitung wurde zudem viel Wert auf das Handwerk gelegt und so kamen faszinierende und neuartige Highlights zum Schmunzeln und Staunen in die Region.
Aber macht euch am besten selber ein Bild:

BUS:STOP Projekt in Vorarlberg

(c) By Adolf Bereuter

Den Auftakt macht Japan: Der Traum einer Vereinigung von Natur und Architektur stand im Fokus des Japaners Sou Fujimoto. Ein fast schon philosophischer Ansatz trieb den Architekten an und lies ihn eine Haltestelle entwerfen, die mit der Natur spielt, ihre geometrischen Eigen -und Gegensätzlichkeiten komplett offen legt und einen Wald aus unterschiedlichsten Stahlstangen bildet.

Heraus kam ein Wartehäuschen in futuristischer Optik. Allerdings sollte man in bestimmten Jahreszeiten nicht ohne Regenschirm auf den Bus warten. Da das Wartehäuschen wahrhaftig im Einklang mit der Natur und dem Himmel ist, gibt es dort auch keine Überdachung.

BUS:STOP Projekt in Vorarlberg

(c) By Adolf Bereuter

Die Station in Unterkrumbach Nord kommt zwar mit einem Regenschutz daher, unterscheidet sich aber ansonsten völlig von der vorherigen Haltestelle. Hier verbirgt sich ein spanischer Kopf hinter der Architektur. Antón García-Abril vom Ensemble Studio probiert gerne aus und bringt Materialien und ihre Eigenschaften an ihre Belastbarkeitsgrenzen. Das Wartehäuschen besteht nur aus rohen Eichenbrettern und stellt zugleich einen öffentlichen, aber trotzdem geschützten Raum dar.

(c) By Adolf Bereuter

Chinesisch geht es in Glatzegg zu: Pritzker-Preisträger Wang Shu und Lu Wenyu haben hier ihre Hände im Spiel gehabt. Sie planten eine Camera Obscura, dies beinhaltet einen Raum, der sich zur Straße hin öffnet und durch ein Fenster in der Rückwand den Blick auf die Bergwelt frei gibt.

BUS:STOP Projekt in Vorarlberg

(c) By Adolf Bereuter

Bei Bushaltestelle Nummer vier fragt man sich unweigerlich: Wurde hier versucht ein überdimensionales Origami zu falten? Wer mit dem Auto vorbeisaust mag vielleicht an einen Knick in der Optik denken, aber die drei Architekten Jan De Vylder, Inge Vinck und
Jo Taillieu haben tatsächlich ein puristisches Wartehäuschen in Unterkrumbach Süd landen lassen. Die trianguläre Form wirkt vielleicht im ersten Moment befremdlich, hat jedoch auch seine Reize und reflektiert den Himmel.

BUS:STOP Projekt in Vorarlberg

(c) By Adolf Bereuter

Wie dieses Wartehäuschen beweist hat Chile den Durchblick: Die Haltestelle kommt mit glasklaren Materialien daher und lässt den Blick auf den Bregenzer Wald zu. Jeder Autofahrende kann einem zwar beim Warten zu sehen, aber dennoch fühlt man sich alles andere als unwohl in diesem Wartehäuschen, denn es stehen Holzsessel bereit und dadurch kommt tatsächlich ein bisschen „Stuben-Feeling“ auf.
Noch mehr Infos zu dem gesamten Projekt und weiteren Bushaltestellen bekommt ihr übrigens auf der Krumbacher-Homepage. Einen Überblick, wo sich welche Station befindet, könnt ihr zudem hier einsehen.

https://vorarlbergnetz.maps.arcgis.com

Ihr seid neugierig was es noch alles in der Region zu entdecken gibt? Schaut doch mal bei unseren 10 Ausflugszielen in Vorarlberg vorbei. Wir haben dort allerhand Schmankerl für euch gelistet.
Eine ganze Liste an Aktionen und tollen Programmpunkten findet ihr bei unseren 1000things To Dos auf der Homepage – einfach stöbern und viele Inspirationen erhalten.

(c) Adolf Bereuter

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