nudeln essen

Kulinarische Tipps, die du daheim ausprobieren solltest

Samstag, 4. April 2020 / Lesedauer: ca. 9 Minuten

Kulinarische Tipps, die du daheim ausprobieren solltest

Samstag, 4. April 2020 / Lesedauer: ca. 9 Minuten

Wie viele von euch ist auch unsere Redaktion seit einigen Wochen im Homeoffice. Dort haben wir, neben unseren Lieblingsbeschäftigungen und dem Schreiben und Recherchieren, allerhand ausprobiert und uns in der Küche ausgetobt. So sind viele kulinarische Tipps entstanden, die sich zum Ausprobieren eignen.

von Luisa Lutter

Das öffentliche Leben ist größtenteils eingestellt und wir verbringen sehr viel Zeit daheim. Dass dieser Umstand nicht unbedingt nur die Decke auf den Kopf fallen lassen kann, sondern vielmehr auch die Kreativität locken und unsere Neugier gegenüber neuen kulinarischen Tipps und Rezepten inspirieren kann, möchten wir nachstehend unter Beweis stellen. Viel Freude beim Lesen und selber ausprobieren!

Ginger Beer ansetzen

Da nun alle Bars zugesperrt haben, eure Küche zum Schauplatz des Cocktails mixen mutiert und euer Wohnzimmertisch zum Tresen umgewandelt wird, sollte es auch Zeit werden, dass ihr euch an selbstgemachte Mischgetränken für eure Spirituosen wagt.

Als kulinarischen Tipp zum Herstellen empfehlen wir euch Ginger Beer. Das Wort Beer führt an dieser Stelle etwas in die Irre, denn Ginger Beer ist gänzlich alkoholfrei. Es ist leicht herzustellen, passt zu vielen Spirituosen und schmeckt auch pur wunderbar erfrischend und prickelnd. Es bedarf jedoch vorab ein bisschen Geduld in der Vorbereitungsphase.

DIY

Die ersten Schritte zum eigenen Ginger Beer (c) Luisa Lutter | 1000things

Um den Ginger-Bug, eine Art Starterkultur, herzustellen, benötigt ihr im ersten Schritt ein hohes Gefäß, zum Beispiel ein Weckglas sowie ein Gummiband und ein Geschirrtuch oder einfach Krepppapier. Hinzu kommen eine große, frische Ingwerknolle und Rohrzucker.
Jeden Tag schneidet oder raspelt ihr nun so viel Ingwer mit Schale (!), dass am Ende ein gehäufter Teelöffel rauskommt. Diesen gebt ihr, zusammen mit einem Teelöffel Rohrzucker, in das Gefäß und gießt es beim ersten Mal mit rund 250 Milliliter Wasser auf. Ein bisschen schwenken, damit der Rohrzucker sich löst und diese Prozedur wiederholt ihr täglich, bis es im Glas anfängt zu blubbern und zwischen dem Ingwer kleine Bläschen entstehen. Dabei ist es wichtig, dass ihr das Gefäß mit dem Krepppapier oder vergleichbaren luftdurchlässigen Stoff abdeckt, damit kein Staub oder kleine Insekten hineinkönnen. Letztere werden nämlich magisch von dem Sud angezogen. Der Fermentier-Vorgang kann übrigens zwischen drei und fünf Tagen dauern. Vorsicht ist jedoch geboten, wartet nicht zu lange, sonst beginnt euer Ginger-Bug noch zu schimmeln und dann war alles umsonst.

Es muss blubbern

Der zweite Schritt wird eingeleitet, sobald der Ginger-Bug fertig ist. Hierfür benötigt ihr mehrere gut ausgewaschene Plastikflaschen, eine weitere Ingwerknolle, ein Bund Minze, zwei bis drei Zitronen und Rohrzucker. Zum abseihen der Starter-Kultur benutzt ihr entweder ein Geschirrtuch oder ein Sieb und stellt darunter eine Schüssel zum Auffangen auf.
Jetzt legt ihr die neue Ingwerknolle bereit, die zwischen 20 und 30 Gramm auf die Waage bringen sollte, je nachdem wie scharf ihr euer Ginger Beer mögt. Dann wird der Ingwer klein geraspelt. Währenddessen erhitzt ihr in einem Topf 1 Liter Wasser und löst darin rund 500 Gramm Zucker auf. Danach nehmt ihr den Topf vom Herd und fügt ein Bündel Pfefferminze und den Saft von zwei bis drei Zitronen hinzu. Auch hier gilt wieder: Je spritziger ihr es mögt, desto mehr Zitronensaft nehmt ihr. Probiert an dieser Stelle einfach verschiedene Varianten aus und schaut, was euch am besten schmeckt. Lasst den Sud eine Viertelstunde lang ruhen. Im Anschluss wird die Mischung mit einem Tuch abgeseiht oder ihr nehmt wieder ein großes Sieb, je nachdem was ihr gerade zur Verfügung habt. Fügt dann 3 Liter kaltes Wasser dazu und rührt, unter Zuhilfenahme eines Siebs, eure vorab angesetzte Starterkultur, den Ginger-Bug, unter. Füllt im Anschluss alles in gut ausgespülte Plastikflaschen. Achtung, es müssen Plastikflaschen sein. Bei Glas besteht die Gefahr, dass diese unter dem großen Druck zerspringen. Füllt die Flaschen daher auch nur Dreiviertel voll, damit sich besagter Druck aufbauen kann. Nun müsst ihr die Flaschen nur noch an einen warmen Ort stellen, damit das Ginger Beer fermentieren kann, gelegentlich den Druck in den Flaschen kontrollieren und gegebenenfalls ein bisschen Luft entweichen lassen. Nippt zwischendrin gerne an dem Ginger Beer, sobald sich der gewünschte Geschmack entfaltet, stellt ihr die Flaschen in den Kühlschrank. Mit eurem selbstgemachten Ginger Beer schmeckt jeder gemixte Drink zuhause sicherlich doppelt so gut.

DIY

Das fertige Ginger Beer sprudelt schön und schmeckt intensiv. (c) Luisa Lutter | 1000things

All time favorite: Bananenbrot

Es scheint, als wären Bananenbrote die neuen Schwammerl, die überall aus dem Boden sprießen. Glaub man den verschiedenen Social-Media-Kanälen, steht die Hälfte der österreichischen Bevölkerung aktuell in der Küche und bäckt Bananenbrot. Man kann es aber auch niemanden verübeln, den Bananenbrot ist einfach fantastisch. Es ist schnell gemacht, bietet sich als Snack genauso wie als Dessert an und frisch aus dem Ofen ist es einfach unwiderstehlich. Ihr glaubt der letzten Textzeilen nicht? Dann solltet ihr aber ganz flott eure Kastenform ölen und euch selbst daran versuchen. Denn im Anschluss werdet ihr anderer Meinung sein, es sei denn ihr mögt generell keine Banane oder esst ungerne Desserts. Aber dann könnt ihr dieses Rezept eh überspringen.

Für fluffiges Bananenbrot benötigt ihr vier bis fünf reife Bananen, 180 Gramm Mehl, 125 Gramm Butter, 150 Gramm Zucker, eine Prise Salz, ein Päckchen Backpulver, zwei Eier, zwei Löffel Zitronensaft und ein Geheimtipp obendrauf: ein Päckchen Vanillepuddingpulver.
Wer möchte, kann für zusätzliche Geschmacksintensität außerdem Haselnüsse oder Kokosflocken reinmischen. Achtung, hebt euch eine halbe Banane noch bis zum Schluss auf.

Alles Banane

Ihr vermischt Back- und Vanillepuddingpulver mit den geschälten und in Stücke geschnittenen Bananen und dem Zitronensaft. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Bananen zuvor auch zerdrücken, je nachdem ob ihr gerne Stückchen im fertigen Bananenbrot habt oder nicht. Im zweiten Schritt rührt ihr die weiche Butter mit dem Zucker und dem Salz cremig. Die Eier schlagt ihr währenddessen auf und mischt sie unter die Buttermasse. Direkt danach fügt ihr das Bananengemisch bei und quirlt kurz weiter. Den fertigen Teig gießt ihr in die eingefettete Form. Bevor ihr die Springform in den Ofen schiebt, kommt noch die halbe Banane zum Einsatz: schneidet diese in dünne Streifen und garniert das Ganze, indem ihr die Scheiben oben auf den Teig legt. Dann schiebt ihr euer Bananenbrot für rund eine Stunde in den auf 180 Grad geheizten Ofen. Bisschen Geduld braucht ihr während des Backprozesses noch, aber bald heißt es endlich: Drei, zwei, eins und genießen!

Frisch aus dem Ofen und noch warm ein absolutes Schmankerl (c) Luisa Lutter | 1000things

Nudeln herstellen

Zugegeben, Nudeln selber zu machen ist nicht ganz so leicht, wie zum Beispiel Ginger Beer herzustellen. Ihr benötigt dazu im Idealfall eine Nudelmaschine. Wer keine parat hat und sich auch in der Nachbarschaft keine ausborgen kann, muss nicht verzweifeln. Nudeln kann man auch ohne extra angeschaffte Maschine herstellen. Besorgt euch frische und regionale Zutaten. Wer gerne bunte Nudeln auf dem Teller mag, kann den Teig vorab mit Rote-Rübe-Saft, Kurkuma oder Spinat einfärben. Jetzt nur noch Ärmel hochgekrempelt und schon kann es losgehen.

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Der Teig muss gut durchgeknetet werden, damit die Nudeln gelingen. (c) Luisa Lutter | 1000things

Ihr benötigt für den Teig lediglich 250 Gramm griffiges Mehl, zwei Eier, eine Prise Salz, zwei Teelöffel Öl und je nach Bedarf einen Teelöffel Wasser. In der Mitte des Mehlbergs formt ihr eine Mulde, gebt die anderen Zutaten hinein und knetet alles ungefähr 10 Minuten lang ordentlich durch. Der Teig soll am Ende glänzen und sich leicht zu einer Kugel formen lassen. Ist das nicht der Fall, gebt ihr noch ein bisschen Wasser hinzu. Im Anschluss lasst ihr den Teig rund 30 Minuten ruhen.

Yoga für die Hände

Je nachdem, welche Nudelsorte hergestellt werden soll, walzt ihr den Teig danach mit einem Nudelholz bis zu einer Dicke von 2 bis 3 Millimetern aus. Denkt daran, die Arbeitsfläche mit Mehl zu bestäuben. Auch wenn es knifflig ist und länger dauert, empfehlen wir, Ravioli zu machen. Diese Nudelart herzustellen erinnert ein bisschen an Yoga für die Hände. Es ist irgendwann meditativ, davor muss man jedoch alle Gliedmaßen, in diesem Fall zum Glück nur die Hände, ganz gewaltig verbiegen. Um Ravioli herzustellen, stecht ihr viele Stückchen aus dem ausgerollten Teig aus. Mit einem großen Glas geht das unkompliziert und einfach. Die Teigkreise werden dann in der Mitte mit einer Füllung eurer Wahl bestückt und zugeklappt. Achtung, die Faustregel hierbei: Nicht mehr Füllung als auf euren Teelöffel passt. Je nachdem wie groß eure ausgestochenen Teigkreise sind, quillt ansonsten die Füllung heraus oder der Teig reißt sehr leicht ein. Mithilfe einer Gabel drückt ihr nach dem Zusammenklappen die Teigränder vorsichtig zusammen. Es entsteht dabei auch ein hübsches Muster, wenn man es akkurat ausführt. Nun müssen eure frischen Nudeln nur noch für 2 bis 3 Minuten in das kochende Wasser und sind danach bereit serviert zu werden. Bon appétit!

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Hunger mitbringen: Es wird zu Tisch gebeten. (c) Luisa Lutter | 1000things

Marmelade einkochen

Süßmäuler aufgepasst! Die Zeit daheim könnt ihr euch nun sprichwörtlich versüßen und auch gleich euren Partner oder Partnerin sowie die Wohngemeinschaft zum Frühstück mit selbstgemachter Marmelade überraschen. Marmelade jeglicher Art ist schnell hergestellt und man kann der Kreativität bei den Zutaten komplett freien Lauf lassen. Vielleicht habt ihr noch Restobst daheim, welches sonst bald verdirbt. Wir haben den kurzen Spaziergang während der Ausgangsbeschränkung genutzt und das Beine vertreten mit einem Einkauf auf einem lokalen Markt verbunden, somit auch gleich ein paar regionale Händler und Bäuerinnen unterstützt. Diese Option solltet ihr jedoch nur in Erwägung ziehen, wenn ihr unmittelbar in eurer Nachbarschaft einen Markt habt. Bitte fahrt nicht extra zu einem hin. Wir weisen an dieser Stelle auch nochmal darauf hin: Bitte achtet darauf, dass ihr den notwendigen Abstand zwischen den anderen Marktbesuchern einhaltet und die Händler und Händlerinnen euch das Obst mit Handschuhen einpacken.

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So könnte das Resultat aussehen. (c) Keri Titley | Unsplash

Habt ihr nun eure Obst-Wahl getroffen, benötigt ihr nur noch Gelierzucker und einige gut ausgewaschene Gläser. Im Supermarkt findet ihr Gelierzucker 3:1 und 2:1. Es ist euch überlassen ob ihr die zuckrige Variante bevorzugt oder lieber weniger Süße in eurer Marmelade möchtet. Entscheidet ihr euch für den Gelierzucker 3:1, dann bedeutet das, dass ihr zum Beispiel 3 Kilo Marillen mit 1 Kilo Zucker einkocht.

Der ideale Frühstücksbegleiter

Achtet bei eurem Obst auf den Reifegrad. Je reifer, desto mehr Eigensüße hat das Obst oftmals und ihr benötigt dann etwas weniger Zucker. Kontrolliert außerdem, dass keine verdorbene Frucht dabei ist, sonst schimmelt die ganze Marmelade sehr schnell.
Jetzt nur noch nach eigenem Gusto würzen oder Specials hineingeben. Ich mag es persönlich gern etwas schärfer und finde, dass es einen guten Kontrast zur Süße der Marmelade gibt, wenn etwas Chili beigemengt wird. Außerdem füge ich gerne noch Kokosflocken oder zerdrückte Wallnüsse hinzu. Die Marmelade muss während des Kochvorgangs abschäumen und sollte nicht länger gekocht werden als es auf der Verpackung steht, da sonst das enthaltene Pektin seine Wirkung verliert und die Marmelade nicht mehr richtig gelieren kann. Im Anschluss füllt ihr die zähe Flüssigkeit in die vorbereiteten Gläser, lasst so wenig Platz wie möglich bis zum Rand, verschraubt den Deckel dann fest und lasst die Gläser abkühlen. Fertig ist die selbstgemachte Marmelade und das nächste Frühstück kann kommen!

Rezepte mit Knoblauch

Aus aktuellem Anlass sind wir ja fast alle ständig daheim. Nun ist die Zeit gekommen, in welcher der Knoblauch sein Comeback feiert. Schließlich seid ihr jetzt mit eurem Knoblauchatem allein, beziehungsweise unter Freunden und Familie. Und solange Kameras keine Gerüche übertragen könnt ihr auch bei der nächsten Videokonferenz so viel ihr wollt in Richtung eurer Gesprächspartner und -partnerinnen hauchen. Auch Menschen, die normalerweise Abstand davon nehmen, Knoblauch zu essen, sind nun wagemutiger und werfen die ein oder andere Zehe in ihr Speisen. An dieser Stelle möchten wir euch kein konkretes Rezept präsentieren, sondern lediglich ermuntern, die Knolle als Gewürz in der Küche einzusetzen.

Karma, baby!

Die lieben Menschen von Karma Food zum Beispiel bieten regelmäßig auf Instagram kleine Koch-Tutorials an, mit denen ihre köstlichen Gerichte nachgekocht werden können. Schaut bei Zeiten einfach mal rein und lasst euch inspirieren.

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Kaffee-Entzug

Zum Abschluss haben wir noch einen eher ungewöhnlichen Vorschlag für euch. In diesem Sinne ist es nicht wirklich ein kulinarischer Tipp, aber ein Anreiz, um eure Geschmacksknospen wieder zu sensibilisieren und Kaffee wieder zu schmecken und zu spüren, als wäre es das erste Mal. Und seien wir ehrlich, wann könnte man besser auf Kaffee verzichten, als in dem aktuellen auferlegten Homeoffice? So kommen keine Kollegen zu Schaden und niemand anderer muss eure Laune ertragen, wenn ihr ein paar Tage lang morgens ohne Kaffee durch die Wohnung wandelt. Umso intensiver wird das Empfinden und der Koffeinschub danach, bei der ersten Tasse Kaffee, wieder sein. Klingt interessant? Um es in aller Einfachheit zu erklären, es ist dank der Adenosinrezeptoren möglich: Diese regenerieren sich ziemlich schnell. Nach rund 10 bis 14 Tagen, in denen ihr euch kein Koffein zuführt, haben sich die Adenosinrezeptoren erneuert und somit fand quasi ein Reset statt. Dadurch wirkt Koffein nach Ablauf des Zeitfensters auf euren Körper, als hättet ihr nie eine Koffein-Konditionierung gehabt. Aber Achtung, ihr dürft in dieser Zeit auch keinen grünen oder schwarzen Tee trinken und wirklich nichts konsumieren, in dem eventuell auch nur ein Hauch von Koffein enthalten ist. Wir wünschen euch gutes Durchhalten und einen fröhlichen Koffein-Kick vorab!

Coffee Pirates

Zur Belohnung des Durchhaltens gibt es tolle Kaffee-Sorten zum Verkosten. (c) Luisa Lutter | 1000things

Apropos Kaffee, wenn ihr große Fans von Kaffee seid und eure lokalen Cafés unterstützen möchtet, bestellt doch online eure Bohnen für daheim. Wir haben euch eine Liste geschrieben, in der ihr die geöffneten Lokale mit Lieferservice findet.

Stöbert euch außerdem durch unsere Programmvorschau für den April. Es finden viele Online-Events statt, die ihr nicht verpassen solltet.

(c) Beitragsbild | Luisa Lutter | 1000things

Wir sind uns bewusst, dass in diesem Artikel Gutscheine, To Dos und Gewinnspiele aufscheinen, die momentan eventuell aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht umsetzbar sind. Dennoch haben wir uns dazu entschieden, sie auch weiterhin einzubetten, um euch schon jetzt für die Zeit nach der Krise zu inspirieren.

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