Lokale der Bundesländer in Wien

Lokale der einzelnen Bundesländer in Wien

Sonntag, 13. Mai 2018 / Lesedauer: ca. 7 Minuten

Lokale der einzelnen Bundesländer in Wien

Sonntag, 13. Mai 2018 / Lesedauer: ca. 7 Minuten

Jedes österreichische Bundesland hat seinen ganz eigenen Reiz. Verständlich also, dass man als gebürtiger Vorarlberger bis Burgenländer in Wien manchmal Heimweh bekommt. Aber das ist noch lange kein Grund, der Bundeshauptstadt wieder den Rücken zu kehren. Denn wir haben für euch ein paar Lokale in Wien gefunden, in denen zumindest für einen Abend ein bisschen Bundesländer-Feeling aufkommt.

von Viktoria Klimpfinger

Aus allen österreichischen Himmelsrichtungen strömen die Menschen ins schöne Wien. Zum Studieren, für einen kleinen Städtetrip, jobbedingt oder für die Liebe – oder eben einfach bloß so. Besonders in der Großstadt mit ihren anonymen Menschenmassen kann es aber schon mal einsam werden. Deshalb haben wir für euch ein paar Lokale in Wien zusammengesucht, die euer Heimweh nach Vorarlberg bis ins Burgenland lindern werden.

Niederösterreich

Gleich an Wien angrenzend und doch so fern – ihr seid vom weitläufigen niederösterreichischen Waldviertel ins dicht bebaute Wien gezogen und wollt euch für einen Abend wie daham fühlen? Dann schaut doch mal im Waldviertlerhof auf der Schönbrunnerstraße 20 vorbei. In rustikalem Ambiente gibt’s hier österreichische Spezialitäten, aber auch speziell Waldviertlerisches, wie zum Beispiel die Waldviertler Knödel. Runtergspült wird’s mit Zwettler Bier oder Wein aus der Wachau.

Mehr Typisches aus dem Waldviertel gibt’s in gemütlich beislmäßiger Atmosphäre im Gasthaus „Zum Waldviertler“ in Ottakring. Seit 1955 bietet der Familienbetrieb Bodenständiges aus der Waldviertler Küche an, aber auch saisonale Schmankerln.

Weinviertler, die ihre heimische Leibspeis aus Kindertagen lieber selbst nach Omas Rezept nachkochen, findet ihr die authentischen Zutaten dafür am Schwendermarkt (Stand 13) bei der Weinviertlerie. Hier gibt’s nämlich fast ausschließlich biologische Lebensmittel aus dem Weinviertel. Egal ob Obst, Gemüse, Eier, Fleisch oder Getreideprodukte – dieser Wocheneinkauf trocknet eure heimwehgeplagten Tränen, hach! Noch schneller geht das nur mit Wein und Bier. Das gibt’s hier nämlich auch.

#pflanzensamen #regenwurmhumus #daerdwurm #gelaochsenherz

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Steiermark

Besonders dicht haben sich vor allem die Steirer kulinarisch in Wien angesiedelt. Nicht umsonst gibt’s jedes Frühjahr aufs Neue das feucht-fröhliche Steirerfest am Rathausplatz. Dass die Steirer auf diesem Gebiet aber weit mehr zu bieten haben als viel, viel Wein und Kernöl-Aussprachekurse für lallende Wiener, beweist zum Beispiel das „Gasthaus zur steirischen Jagastubn“ im ersten Bezirk. Und hier ist die Jagastubn echt Programm: Die zwei Gasträume strotzen nur so vor Holzvertäfelungen und schummrigem Licht. Und auch die Karte ist denkbar urig, mit Steirerschmankerln wie der Klachlsuppe, Reindlfleisch und natürlich dem steirischen Backhendlsalat.

Im Schweizergarten haben sich die Steirer sogar so etwas wie eine eigene, kleine Kolonie geschafften. Quasi das Little Styria in Wien. Also das „Klein Steiermark“. Hier trifft klassische Steirer Küche auf Wiener Klassiker. Im auf old school getrimmten Gastraum mit verkachelten Wänden und heller Holzgarnitur oder im einladenden Gastgarten mitten im verwucherten Schweizergarten ist’s auch am Abend mit Spritzwein und Co. wirklich gemütlich.

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Apropos verwuchert: Weil die Steiermark ja das selbsterklärte grüne Herz Österreichs ist, erscheint es uns nur passend, dass auch das Steirerstöckl im 18. Bezirk mitten im Grünen seine Zelte aufgeschlagen hat. „Ein Stück echte Steiermark in Wien“ lautet der Slogan, und der ist hier wirklich Programm. Denn fast jedes Stück kommt wirklich aus der Steiermark, und zwar vom Stammhaus der Betreiber, dem Jagawirt. Der versorgt die Wiener Abgesandten mit Fleisch von steirischen Waldschweinen, steirischem Gemüse und Obst und sogar Selbstgebranntem aus der hauseigenen Brennerei. Auch steirische Winzer werden hier promotet.

Wer sich also so breitbeinig eine Kolonie in Wien angesiedelt hat, der braucht natürlich auch eine eigene Botschaft – die „Steirische Botschaft“ im dritten Bezirk. Sie sieht zwar von außen vielleicht zunächst etwas spelunkig aus mit ihrem brachialen Schriftzug über der mit Milchglas ausgekleideten grünen Eingangstür. Aber drinnen ist es umso netter. Auch hier kombiniert man Wiener und Steirer Küche, regional naheliegende Lieferanten mit Bauern aus der Steiermark. Besonderes Highlight ist hier allerdings der authentische Weinkeller mit stimmungsvollem, rohem Backsteingewölbe.

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Tirol

Auch die Tiroler sind fleißige Kolonialisten. Nicht nur, dass sie ihre Spezialitäten im 19. Jahrhundert bis in den peruanischen Urwald nach Pozuzo gebracht haben, nein, sie füttern auch hartnäckig den Wiener Wasserkopf. In Hietzig gibt’s zum Beispiel in der „Tiroler Alm“ Klassisches aus Wien und Tirol, gepaart mit einer kräftigen Portion Wiener Beisl-Atmosphäre. Hier ist man aber längst kein „Bankldrucker“, sondern organisiert regelmäßig neue Events – letztens zum Beispiel das typisch heimische Maibaum-Aufstellen.

#tiroleralm #rustikal #meinwien

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Wer’s noch authentischer will, der fühlt sich im Gasthaus „Tirolergarten“ sicher wohler. Angrenzend an den Schönbrunner Tiergarten und direkt neben dem Schau-Bauernhaus „Tirolerhof“ steht seit 1997 der Nachbau eines Tiroler Bauernhauses. Die holzigen Stuben bieten auf zwei Etagen echtes Tirol-Feeling. Und auch im herrlich grünen Gastgarten kommen beim einen oder anderen Tiroler sicher ein paar Erinnerungen an dahoam. Die Karte besteht vornehmlich aus gesamtösterreichischer Küche, aber eine authentische Tiroler Brettljaus’n oder ein originaler Osttiroler Schlipfkrapfen dürfen darauf natürlich auch nicht fehlen.

Kärnten

Brettljausn mit Speck und Käse in allen Variationen gibt’s auch im Kärnter Lokal „Schrittesser“ direkt hinter der Hauptuni. Die Einrichtung ist zwar unaufgeregt modern, aber die Speisekarte könnte urig-kärntnerischer gar nicht sein: Speck direkt vom Bauern, Bergkäse oder auch mal Kasnudeln, Flammkuchen und selbstgemachtes Gulasch. Hier kommt man übrigens nicht nur her, um den Gaumen für einen Abend ins Kärntnerland zu entführen. Sondern auch für einen gepflegten Barabend ist das „Schrittesser“ ideal bei gutem Wein, Bier und eben allem, was dazugehört. Kleiner Tipp: Sollte euch zuhause doch noch der Guster kommen, könnt ihr euch eine Brötchen- oder eine Speckbox direkt nachhause bestellen.

Burgenland

Burgenland ist überall!“ Das behaupten jedenfalls die Betreiber des gleichnamigen Lokals im Wiener Gasometer. Naja, zumindest nach Wien ist damit ein Stück Burgenland exportiert. Das Ambiente ist mit dunklen Hochtischen und hervorblitzender roher Mauer eben so gemütlich, wie es mitten in einer Shopping-Mall möglich ist. Kulinarisch setzt man hier auf vor allem auf deftig Altbewährtes. Besonders spürt man das Burgenland allerdings an der Weinkarte: Hier ist man beständig auf der Suche nach neuen, köstlichen Weinen aus dem pannonischen Raum.

Gepostet von Burgenland Ist Überall am Mittwoch, 7. September 2016

Neben dem einen oder anderen süffigen Weißwein ist das Burgenland ja vor allem für seine ausgezeichneten Rotweine bekannt. Davon kann man sich in Wien in der Golser Bier- und Weinbar nahe der Staatsoper überzeugen, einem Ableger der Privatbrauerei Gols. Wenigstens ein kleines Golser Bier sollte man hier also schon mal anstandshalber probieren. Und bei dem wird’s wahrscheinlich nicht bleiben: Bei moderner, aber gemütlicher Einrichtung lässt es sich hier schon ein Weilchen aushalten.

Salzburg

Die nach Wien übersiedelten Salzburger müssen wir an dieser Stelle leider etwas enttäuschen: Ein dezidiertes Salzburger-Lokal haben wir in Wien leider noch nicht entdeckt. Wenn ihr eines kennt, schreibt uns gerne jederzeit. Denn wir würden wirklich gerne mal in authentischem Ambiente originale Salzburger Schmankerl essen oder Weine kosten, ohne dafür extra nach Salzburg düsen zu müssen. Ein kleiner Trost für alle, die das Heimweh nach Salzburg jetzt sogar noch mehr plagt: Wenigstens gibt’s in gutbürgerlichen Wiener Gasthäusern immer mal wieder Salzburger Nockerln auf der Speisekarte. Verlässlich gut sind sie im „Zum weißen Rauchfangkehrer„.

Salzburger Nockerln #salzburgernockerln #cafesacher #salzburg #austriandessert

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Vielleicht liegt die dünne Salzburger-Kulinarik in Wien aber auch daran, dass die Wiener lieber nach Salzburg gehen als umgekehrt. Dafür spricht zum Beispiel das Wiener Café und Restaurant Johann, das mitten am Salzburger Bahnhof die Wiener Küche und Kaffeehaustradition aus der Bundeshauptstadt importiert. Lampen im Industrial-Design treffen hier auf klassische Thornet-Sessel, Hipster-Items paaren sich mit Kaffeehaus-Requisiten. Natürlich kratzt die Location direkt am Bahnhof ein bisschen am authentischen Charme, aber: „Für ein Bahnhofsrestaurant überraschend gut“, schreibt ein Kunde auf Tripadvisor. Immerhin!

#salzburg #onenightonly 😎

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Oberösterreich

Auch den Oberösterreichern, die in Wien nach dem Geschmack der Heimat lechzen, müssen wir leider das Wasser aus dem Mund absaugen. Ein speziell oberösterreichisches Lokal haben wir zwar nicht gefunden, aber wenigstens gibt’s den Linzer Leberkas-Pepi mittlerweile sogar schon zweimal hier: in der Operngasse und am Hauptbahnhof. Wenn ihr euer Heimweh ohnehin nicht mit Essen trösten wollt – kaum nachvollziehbar zwar, aber okay –, dann könnt ihr ja mal unauffällig ums „Haus Oberösterreich“ im siebten Bezirk schlendern, wo viele oberösterreichische Studenten wohnen. Die eskalativen Homepartys und Hoffeste hier sind legendär. Vielleicht könnt ihr euch ja dazuschmuggeln. Ein Tipp vorweg: Gespielt unbekümmertes Pfeifen ist nicht besonders unauffällig!

Typical Austrian Dessert 😂 The "Leberkäs"

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Vorarlberg

Obwohl sie den weitesten Weg nach Wien haben, findet sich hier doch das eine oder andere Vorarlberger Lokal, das gehörig in der Szene mitmischt. Allerdings auf den ersten Blick nicht unbedingt typisch xi-bergerisch. Vorarlberger Originale sind im hippen „Ludwig und Adele“ im Künstlerhaus und am Yppenplatz und in der „Tonstube“ im sechsten Bezirk vor allem die Betreiber. Das sind nämlich dieselben, also ungefähr: Lukas Bereuter und Mathias Kappaurer betrieben zuerst die „Tonstube“ und gründeten danach mit zwei weiteren Freunden als Vorarlberg das kulinarische Kollektiv „Ludwig und Adele“. Während die Tonstube fast schon der Inbegriff der trendigen Hipster-Bar ist, verleiht man im „Ludwig und Adele“ einer saisonalen, regionalen Karte etwas Pepp. Dafür kommt aber aus der Tonstube der selbstgebraute Eistee „Kaluko“, mit Unterstützung vom Vorarlberger Getränkemogul „Rauch“, und ein eigener Tonstuben-Gin.

Tonstubenbetreiber braut eigenen Eistee: Bundesländer-Lokale in Wien

Und dann gibt’s da auch noch die Xi Beisl-Bar, ein schrullig-skurriles Beisl im zweiten Bezirk. Einzig typisch Voarlbergisches auf der Karte ist allerdings das Xi-Berger „Mohrenbräu“. Dafür sitzt es sich aber ziemlich gemütlich, besonders auch im alten Kellergewölbe bei Lesungen und anderen Veranstaltungen.

Das ganze Gerede über die verschiedenen Bundesländer und ihre Leckereien hat dich ins Grübeln gebracht? Mit unserem Quiz findest du ganz leicht heraus, wo du in Österreich leben solltest. Oder du schaust dir mithilfe unserer To Do’s die anderen Bundesländer mal genauer an.

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