10 Dinge, die man im Italien-Urlaub lernt

Marie Amenitsch vom 03.07.2019 (zuletzt geändert am 21.06.2021)

Bella Italia! Egal, ob in Venedig, Rom, Capri oder auch im allseits bekannten Touristenhotspot Jesolo: Jede Stadt hat ihre Eigenheiten und wird von österreichischen Urlauber*innen in Scharen bevölkert. Doch so manche Charakteristika haben alle dieser Orte gemein und lassen sich wohl salopp gesagt unter dem Begriff des „Italienischen Lifestyles“ am besten zusammenfassen. Wir präsentieren euch 10 Dinge, die man aus einem Italien Urlaub – ob nun gewollt oder nicht – an Kulturwissen mit nach Hause nimmt.

Nach einer guten Woche Urlaub im wunderbaren Italien mit Sightseeing in der Toskana, Sonne, Meer und Strand werden zurück in Österreich einmal mehr kulturelle Unterschiede deutlich. Was man vom Dolce Vita Italiens lernen kann und einige Auffälligkeiten, die manchen von euch vielleicht bekannt vorkommen könnten, präsentieren wir euch in diesem Beitrag. Nicht zu ernst nehmen, es könnte sich gut und gerne eine Dosis Ironie und Sarkasmus darin verstecken.

Siesta

Zwischen 12.30 Uhr und 16 Uhr gestaltet sich in Italien die Suche nach einem offenen Supermarkt vielerorts oft schwierig. Von den Spanier*innen übernommen, haben die Italiener*innen vor allem im Süden die Siesta, also die Mittagspause, zur Höchstform ausgeführt und zelebrieren diese nach wie vor mit voller Hingabe. Verständlich, sind in den Sommermonaten auch die Temperaturen zu dieser Tageszeit am höchsten und legen einen Schleier der Trägheit über alles und jede*n. Dafür verschiebt sich auch im weiteren Tagesablauf alles etwas nach hinten, die Geschäfte sind länger geöffnet und das Abendessen viel später angesetzt als es meist in Österreich der Fall sein mag. Sehr sympathisch!

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Pizza, Pasta Dolce Vita

Während sich hier in Österreich ein merkliches Umdenken in den Ernährungsgewohnheiten manifestiert, sich alles um healthy lifestyle, low carb und die neuesten Ernährungstrends dreht und man vegetarische und auch vegane Gerichte auf fast jeder Speisekarte findet, sieht es in Italien etwas anders aus: Beim Kochen wird mit Olivenöl nur selten gespart, gegessen wird mit Hingabe und meist – zumindest einmal am Tag – in großer Runde, sei es mit Freund*innen oder der Familie. Warum auch nicht, sagen wir, und haben uns die Bäuche so richtig voll geschlagen. Ist dann doch fast gut, dass der Italien-Urlaub erst wieder im nächsten Jahr ansteht.

Viva la famiglia!

Die Familie ist in Italien heilig. Im Urlaub erntet man als Familie mit mehr als zwei Kindern skeptische, wenn nicht sogar bewundernde Blicke. Ältere Menschen schütteln häufig ungläubig den Kopf, begleitet von einem anerkennenden „Mamma mia!“. Wenn auch in Italien Familien mit vielen Kindern nicht typisch sind, ist es Tradition, dass die Großfamilie eine enge Beziehung führt. Jedenfalls sind Kinder in italienischen Familien das Heiligtum, werden verhätschelt, verwöhnt und können gar nichts falsch machen. Selbst wenn der kleine Carlo am Strand wütend mit Sand um sich wirft, sind Mama, Papa und Oma oft zur Stelle, um den Kleinen mit einem Gelato bei Laune zu halten.

Kaffeekultur

Von der italienischen Kaffeekultur kann sich die österreichische Gastro-Szene wirklich ein großes Stück abschneiden, kostet doch der Kaffee in Italien – und selbst in der Bar direkt am Domplatz in Florenz – oft nur einen Euro. Aber Achtung, die Voraussetzung dafür ist, dass man ihn direkt an der Bar im Stehen trinkt. Wer den Kaffe im Gastgarten genießen möchte, zahlt schnell mehr als das Doppelte. Dafür gibt’s meist auch das cornetto – also ein Buttercroissant – um denselben läppischen Preis von einem Euro dazu. Übrigens: Wer in Italien einfach „caffè“ bestellt, wird mit einem Espresso versorgt.

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Non capito?

Wie wichtig den Italienern ihre eigene Sprache und Kultur ist, wird einem einmal mehr bewusst, wenn man abseits der touristischen Pfade in ein Restaurant einkehrt. Im touristischen Zentrum ist man noch darauf bedacht und bemüht, auch mit Englisch zu punkten und so bei Fragen weiterhelfen zu können. In einheimischem Terrain heißt es in diesen Dingen: Fehlanzeige. Gelobt seien also Papas Italienischkenntnisse. Aber wer weiß, wäre das Deutsche auch nur halb so romantisch und erotisch, wie es bei der italienischen Sprache der Fall ist, vielleicht hätten auch wir alle weniger Lust, unsere Fremdsprachenkenntnisse zu etablieren und einzusetzen.

Florenz Duomo Dom
(c) Marie Amenitsch | 1000things

Gemütlichkeit

Auch erfahrensten Italien-Urlauber*innen bleibt das Touri-Leid nicht unbedingt erspart. So finden wir unser Auto frühmorgens aufgebrochen und mit zerschlagener Seitenscheibe auf dem Parkplatz in Florenz wieder. Disgraziati! Naja, das kann uns wohl in jeder Stadt passieren. Mühsam ist eher das Drumherum und vor allem die – für die Versicherung notwendige – Schadensmeldung und Anzeige, die sich als äußerst knifflig heraus stellen. Denn wo findet man um 6 Uhr morgens im Florenz eine offene Polizeistelle?

Die erste Adresse, die uns bei der Notfallsnummer genannt wird, ist leider mit dem Auto nicht zugänglich, da die Brücke gesperrt ist. Verkehrspolizisten, die wir passieren, beschreiben uns den Weg zu einer anderen Zentrale, dumm nur, dass diese erst ab 8 Uhr geöffnet ist… In solchen Fällen lernt man die italienische Gemütlichkeit nicht schätzen. Da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, haben wir beim nächsten Anlauf Glück und finden eine offene Polizeistation. Doch auch hier heißt’s warten, da der verantwortliche Polizist erst in einer Stunde Dienstbeginn hat. Ein Hoch auf die Gemütlichkeit!

Sonnenschirm
(c) Marie Amenitsch | 1000things

Sprizz o‘clock!

Egal zu welcher Uhrzeit, in Italien scheinen die Zeiger der Uhren immer auf Aperol Sprizz und Vino zu stehen und so lümmelt man schon gegen 10 Uhr gemütlich im Strandcafé bei der prickelnden Mischung aus Weißwein beziehungsweise Sekt, Aperol und manchmal auch Sprite herum, während die anderen Urlauber*innen noch den Cappuccino-Milchschaum von ihrer Oberlippe lecken. Sehr sympathisch ist außerdem, dass man meist zu jedem bestellten Getränk ein kleines Schälchen mit Oliven, Chips oder sonstigen Snacks gratis dazu bekommt. Da kann sich Österreich gut und gerne eine Scheibe an Gastfreundlichkeit und Lebenslust abschneiden.

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Küssen verboten!

Dass auch der Vorurteil der italienischen Konservativität und Heiligkeit nicht von ungefähr kommt, wird jedes Mal aufs Neue bewusst, wenn beim Sightseeing-Programm Halt bei einer Kirche eingelegt wird: Schultern und Knie sollen im Idealfall bedeckt sein. Häufig wird jenen, die nicht selbst genug Körperbedeckung dabei haben, beim Eingang ein schlichtes einmal verwendbares Tuch ausgehändigt. Dass jedoch auch öffentliches Liebkosen nicht gerne gesehen wird, und dass knutschende Touristen-Pärchen auf der Picknickdecke im Park mit Verweis auf die Kinder am angrenzenden Spielplatz zum Aufstehen aufgefordert werden, bringt uns dann aber doch sehr zum Schmunzeln. Vor allem wenn man die so offensiven Flirtversuche und Blicke mancher Italiener*innen bedenkt.

alois drasche park marie
(c) Marie Amenitsch | 1000things

Trinkwasser als Luxus

Wie glücklich wir uns in Österreich angesichts des Trinkwassers fühlen können, das bei uns zu Hause frisch aus der Leitung kommt, wird einem in Italien mehr als nur bewusst. Nicht nur, dass es umständlich und mühsam sein kann, einen offenen Supermarkt zu finden und das Wasser zu schleppen. Das Trinkvergnügen ist dazu ganz schön kostspielig. Denn besonders in den Städten und an den touristischen Hotspots kann man für eine Flasche gekühltes Wasser schon mal ein kleines Vermögen zahlen.

Coperto

Wer in Italien auswärts essen geht, der muss in vielen Lokalen zusätzlich zu den Kosten des bestellten Essens auch noch mit coperto, also Kosten für das Gedeck, rechnen. Darunter versteht man eine Pauschale – meist um die zwei Euro – für das Gedeck: Messer und Gabel sind Teil des coperto, ebenso die Tischdecke. Oft sind auch Brot, Grissini oder diverse Antipasti inkludiert, die den ärgsten Hunger – vor allem in Verbindung mit dem so köstlichem Olivenöl – schon mal stillen und Lust auf mehr machen. Buon appetito!

(c) CC0 Public Domain | Pixabay

Alles rund um’s Thema Urlaub findet ihr übrigens hier. Wo sich Wien wie Italien-Urlaub anfühlt, lest ihr auch bei uns.