10 Wiener Wörter – Teil 2

Sonntag, 26. Februar 2017 / Lesedauer: ca. 2 Minuten

10 Wiener Wörter – Teil 2

Sonntag, 26. Februar 2017 / Lesedauer: ca. 2 Minuten

Das grantige Schimpfen ist typisch für das Wienerische und macht einen wesentlichen Bestandteil dieses Charmes aus. In Teil 2 unserer Blogserie haben wir uns deshalb auf diese – teils doch recht vulgären – Ausdrücke fokussiert und präsentieren euch eine Übersicht dieser. Immerhin ist auch das Wien.

von Marie Amenitsch

Im zweiten Teil unserer Blogserie präsentieren wir euch 10 Schimpfwörter, die man in Wien gehört haben sollte oder sicherlich schon gehört hat.

Heast du Beidl, schleich di!

„Heast“ als Universalwort des Wienerischen steht sowohl für Empörung als auch für eine Aufforderung und wird meist am Satzanfang verwendet. „Beidl“ rührt vom männlichen Glied und wird für alle unerwünschten Zeitgenossen als Beleidigung angebracht. Anstelle von „schleich di!“ kann oft auch „ziag oh!“ verwendet werden.

Oasch!

Dieser Ausdruck geht in Wien einfach immer und tritt in den unterschiedlichsten Kombinationen und Situationen auf. Sei es ein „geh in Oasch“ (hau ab!) oder ein „des is si ums Oaschlecken net ausgangen.” (es ist sich etwas gerade nicht mehr ausgegangen zu erledigen) Unser Favorit ist jedoch definitiv: „I prack da ane, dass’t mitn Oasch auf’d Uhr schaust!“Für alle, die das nicht gleich übersetzen können: Hier ist von einer Androhung einer Prügel, an die man sich noch lange erinnern wird, die Rede.

Schiache Funsn!

Von dieser ist die Rede, wenn man meist recht abwertend und empört im Streit von einer Frau spricht. Das „schiach“ kann sich sowohl auf charakterliche als auch auf äußerliche Eigenschaften beziehen. Ähnlich dazu ist auch die Äußerung „blade Blunzn!“ bezeichnet dieses jedoch eine eher beleibtere Dame. „Wampata“ wird hingegen für männliche Kreaturen der Schöpfung verwendet.

Fetznschedl!

Dieser Ausdruck steht für einen Dummkopf, wird meist in recht negativem Kontext verwendet, beinhaltet jedoch dennoch eine gewisse süffisante Komponente. So ist dieser Mensch meist von einer großen Naivität gekennzeichnet, die ihn schon wieder liebenswert erscheinen lässt. Dieser Dummkopf kann auch als  „bled wia 10 Pinkel Fetzen“ bezeichnet werden.

(c) 1000things.at / Marie Amenitsch

Drah di, Deppata!

In der Standardsprache bedeutet dies so viel wie „Dreh dich um und geh weg, du Blödmann!“ Oder auf gut Österreichisch auch: „Schau, dass’d weiter kommst!“ So oder so, eine doch recht viel verwendete Phrase.

Augschwabter Donaufetzn!

Wenn dieser Ausdruck zu hören ist, ist die Sprache von einer recht langweiligen Person, die nicht viel zu sagen hat und in die typische Kategorie der „Ja-Sager“ und Mitschwimmer fällt.

Gschöda

Eine Berufsgruppe, die in Österreich so viele liebenswürdige Bezeichnungen widerfährt, ist garantiert jene der Polizei. So spricht man neben dem Geläufigen „Kieberer“ in Wien im negativen Zusammenhang auch vom „Gschöden“. Diese Bezeichnung rührt von der Uniform, da dies wie aus dem Ei gepellt bzw. geschält „g’schöd“ wirkt. In diesem Sinne: „A Kieberer is ka Hawara!“ – Der Polizist ist kein Freund…

Hände foitn, Goschn hoitn

Diese Aussage steht meist im Bezug auf eine recht sinnfreie kirchliche oder auch politische Einstellung oder Meinungsäußerung und weist bestimmt daraufhin, doch still zu sein und den Mund zu halten.

si de Erdöpfe vo unten oschaugn

Für das „Sterben“ gibt es in Wien so allerlei Bezeichnungen. Neben vorher genannten zählt mit der „mitn Anasiebzga fahrn“ (also mit der 71er Straßenbahn Richtung Zentralfriedhof fahren) und  „die Wiama fiadan“ (die Würmer füttern) zu unseren Favoriten.

Woamduscher!

Was für eine liebenswürdige Bezeichnung für eine ängstliche Person, ein Weichei sozusagen. Doch ganz ehrlich: Wer duscht nicht am liebsten warm?

Hier geht’s zu Teil 1 der Wiener Wörter.  Außerdem haben wir euch in diesem Blogbeitrag 10 Sätze, die jeder in Wien kennt, aufgelistet.

Lust bekommen, neue Ecken unserer Lieblingsstadt zu entdecken? Hier geht’s zu Cafés und Lokalen, die auf euren Besuch warten. Für Tipps rund um Kultur und Hotspots, die man in Wien gesehen haben muss, seid ihr am Blog ebenfalls bestens aufgehoben. Viel Spaß!

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