11 Dinge, die in den Wiener Öffis am meisten nerven

Sonntag, 11. Februar 2018 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

11 Dinge, die in den Wiener Öffis am meisten nerven

Sonntag, 11. Februar 2018 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Als tägliche Wegbegleiter sind wir den Öffis ja stets verpflichtet, treue Fahrgäste und dankbar für das Angebot. Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Sachen, die jeden von uns wohl so richtig nerven und schon am frühen Morgen für einen gesteigerten Blutdruck sorgen. Mit einer gehörigen Dosis Humor haben wir uns diesen Eigenheiten gewidmet und präsentieren euch unser Best Of.

von Marie Amenitsch

So dankbar wir auch für das großartige Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel in Wien sind, sind wir Wiener und Wienerinnen eben auch unangefochtene Weltmeister im Sudern. Aus diesem Grund präsentieren wir euch mit einem kleinen Augenzwinkern 11 Dinge, die uns in den Wiener Öffis am meisten nerven.

1. Lautstarkes Telefonieren

„Nein, Mama ich komm am Wochenende nicht nach Hause!“ Die Familie an erste Stelle zu reihen, ist ja schön und gut, nur muss darüber ja nicht gleich die halbe Bim im Bilde sein. Fahrgäste, die eine leichte Schwerhörigkeit an den Tag zu legen scheinen, oder zumindest jener ihrer Telefonpartner ausgesetzt sind und ins Handy brüllen, machen den Anfang unserer Aufzählung über Dinge, die uns in den Wiener Öffis nerven. Noch besser wird’s dann, wenn die Bettgeschichten vom vergangenen Wochenende lauthals analysiert werden. Fremdschämen ahoi! Entlockt einem das fremde Telefongeschreie dann vielleicht doch das ein oder andere Grinsen, muss man riskieren, einen entrüsteten Blick vom Telefonierenden zu ergattern. Wie kann man auch nur so dreist sein und dem Telefongespräch lauschen?

2. Alkoholleichen vom Vortag

Wer früh morgens zum Beispiel in der U3 bzw. U6 sitzt, wird wohl schon das ein oder andere Mal mit einem Gegenüber konfrontiert gewesen sein, das mit halb geschlossenen Augen gefährlich nach vorne und nach hinten wippt und in manchen Fällen sogar wie bewusstlos nach vorne kippt. Alkoholleichen, die sich am Heimweg vom Feiern befinden, während man selbst schon wieder –  ohnehin viel zu müde – am Weg in die Arbeit ist, können einem mit ihrem „Eau de Jägermeister“ vermischt mit einem Wall an kaltem Rauch schon mal den Morgen vermiesen.

3. Steigen sie aus?

Die wohl meist gehasste Frage in den Öffis unserer Lieblingsstadt. Man steht zur Stoßzeit in der überfüllten U-Bahn, dicht an dicht auf Kuschelkurs mit Menschen, die man noch nie zuvor gesehen hat. Plötzlich ertönt von etwas weiter hinten die ungestüme Frage „Steigen Sie auch aus?“ – oder auf gut Wienerisch vielmehr: „Oida, schleich di, I wü raus!“ Dass die U-Bahn gerade erst aus der Station rausfährt und die nächste noch ein paar Minuten entfernt liegt, muss wohl nicht extra betont werden.

wiener am meisten nerven

(c) https://www.facebook.com/wienleiwand/

4. Kebap mit extra Zwiebel

Wir kennen es wohl alle gut: Manchmal grummelt der Magen nach einem langen Uni-oder Arbeitstag einfach viel zu laut, um mit dem Essen noch bis man Zuhause ist zu warten. Immerhin gibt es in Wien ja auch so viele großartige Kebapbuden, die zumindest den ersten Hunger zu stillen vermögen. Alles schön und gut – nur bitte, nehmt euch die Zeit und lasst euch das fetttriefende Sandwich noch vor Antritt der Öffireise schmecken. Der Geruch von Zwiebeln und Fleisch ist nicht für jeden gut aushaltbar, sondern vor allem an heißen, stickigen Tagen vielmehr mit Würgereiz verbunden. Und die Art und Weise wie so mancher sein Kebap mit jeder Menge Leidenschaft und Schmatzen verschlingt, macht den Umstand nicht unbedingt besser. Nicht umsonst gibt’s in den Wiener Öffis ja eigentlich ein Essensverbot!

5. Mitlesen der Nachricht

Manchmal ist man einfach ziemlich versunken in eine „sehr wichtige“ WhatsApp-Konversation, ein geschäftliches Email oder den Gossip auf Facebook. Wären da nicht diese neugierigen Blicke vom Fahrgast neben einem, die mindestens genauso vertieft in die fremde Konversation zu sein scheinen, wäre ja alles kein Problem. Versuche, dem ein Ende zu setzen und das Handy offensichtlich weiter wegzuhalten, scheinen das Interesse des anderen nur noch mehr zu wecken. Wegsetzen ist leider auch keine Möglichkeit, da die U-Bahn zum Bersten voll ist. Dann lieber gleich die Unterhaltung auf Eis legen und das Handy einpacken. Mindestens genauso effektiv aber sicherlich auch etwas provokant: Beim nächsten Mal einfach Folgendes gut leserlich ins Handy getippt: „Melde mich später. Mein neugieriger Sitznachbar kann das Mitlesen nicht lassen!“.

6. Keimschleuder

Haa-haaa-haa-hatschi! Nicht nur zum Höhepunkt der Grippesaison sind uns verkühlte Mitreisende ein absolutes Dorn im Auge und zählen definitiv zu jenen Dingen, die uns in den Wiener Öffis am meisten nerven. Immerhin sind die öffentlichen Verkehrsmittel ein wahres Bazillenparadies und an den Haltegriffen und Türschnallen setzen sich diese Keime mit Vorliebe fest. Ja, wir sind alle von Zeit zu Zeit krank, aber ist es denn wirklich zu viel verlangt, sich beim Husten oder Niesen die Hand vorzuhalten bzw. sich wegzudrehen?

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7. Die Station Stephansplatz

Die Station Stephansplatz ist unangefochtene Nummer eins, wenn es ums Thema Geruchsbelastung in den Wiener Öffis geht. Wir sind uns nicht so ganz einig, ob es nach Kotze oder einfach einem undefinierbaren Mix aus diversen Speisen riecht. Auf alle Fälle stinkt es hier ziemlich ekelhaft. Nicht weniger nervig sind aber auch die tausenden Touristen, die sich über die Rolltreppe drängen, bevorzugt links stehen und Ortskundige nach dem richtigen Weg zum Stephansdom fragen. Ähhhhm!

8. U6 im Sommer zur Stoßzeit

Ein brütend heißer Augusttag, die Trägheit legt sich wie eine Wolke über unsere Lieblingsstadt. Nur nicht in der U6. Hier herrscht auch an diesem Tag wie gewohnt aufgewecktes Treiben und jeder scheint in der U6 Richtung Neue Donau unterwegs zu sein. Die Innentemperaturen stehen jenen draußen um nichts nach, scheinen sich vielmehr einen unerbittlichen Kampf zu liefern. Wer einen Sitz ergattern sollte, bleibt mit der nackten Haut an den Sitzen bleiben und hinterlässt nicht selten eine Schweißlacke. Wer stehen muss, kommt hingegen in den Genuss mit den Mitreisenden auf Tuchfühlung zu gehen und am Achselschweiß zu schnuppern. Schon mal was von Deo gehört?

#backinvienna #gruppenkuscheln

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9. Es schneit!

Wenn Schnee unsere Lieblingsstadt in ganz besonderes Licht taucht und einen zusätzlichen Hauch von Eleganz verleiht, bedeutet dies jedoch in den meisten Fällen auch: Totales Öffi-Chaos. So sorgt der Wintereinbruch von Jahr zu Jahr aufs Neue für Verspätungen, unregelmäßige Intervalle und vor allem fluchende Fahrgäste. Von der Vorstellung, pünktlich in der Arbeit, auf der Uni oder beim Termin zu erscheinen, kann man sich in der Regel recht schnell verabschieden. Hinzukommt, dass man sich bei den kälteren Temperaturen natürlich nicht gerade lieber, das werte Hinterteil beim Warten auf die nächste Bim abfriert. Auch wenn wohl niemand so wirklich was dafür kann, so nervt dieser Umstand doch ziemlich. Mimimimimimi!

wiener öffis

(c) 1000things.at / Marie Amenitsch

10. Die magische Anziehungskraft der äußeren Sitzplätze

Es gibt diese ganz besondere Spezie Menschen, die aus unerfindlichen Gründen Angst vor den inneren Sitzplätzen (also jenen am Fenster) zu haben scheint und sie sich somit immer auf die äußeren Sitze setzen. Blöd nur, dass dies bedeutet, dass alle anderen Passagiere auf der Suche nach einem Sitzplatz über diese drüberklettern müssen, um sich auf einen freiem Sitzplatz niederzulassen. Denn in der Regel fahren die Fahrgäste an den äußeren Plätzen sowieso bis zur Endstation.

11. Unregelmäßige Intervalle

Da hat man es einmal besonders eilig, ist froh rechtzeitig aufgebrochen zu sein und die richtige S-Bahn erwischt zu haben, möchte gerade durchatmen und sich auf einem freien Platz niederlassen, da stockt es und die Bahn bleibt plötzlich ohne jeder Vorankündigung abrupt stehen. Nicht vieles nervt so sehr, als in der Öffis „gefangen zu sein“ ohne zu wissen, wann es denn weiter geht. Keine Frage, technische Probleme können vorkommen, aber ist es denn wirklich so schwer, die Fahrgäste zu informieren, was los ist bzw. vor allem wenn es weiter gehen wird? So wäre zumindest der inneren Unruhe ein wenig geholfen.

öffis wien

(c) 1000things.at / Lisa Panzenboeck

Vielleicht haben ja dem ein oder anderen mit unserer Aufzählung aus dem Herzen gesprochen. Nicht vergessen jedoch, dass der Artikel mit einem großen Augenzwinkern verfasst wurde, und wir dankbar für das großartige Angebot der Wiener Öffis sind – sind es doch vielmehr die Fahrgäste die uns auf die Palme bringen. Was man in Wien generell lieber bleiben lassen sollte, das lest ihr hier.

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