Die schirchsten Orte in Wien

Sonntag, 7. Mai 2017 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die schirchsten Orte in Wien

Sonntag, 7. Mai 2017 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

So wunderbar unsere Lieblingsstadt auch ist, einige Ecken und Plätze stechen eher durch ihre unschöne Architektur und das Gegenteil von jeglicher Ästhetik ins Auge. Wir nehmen euch diesmal mit auf einen Streifzug durch Wien und präsentieren die wohl schirchsten Orte der Stadt.

von Marie Amenitsch

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, dies gilt somit genauso für das Gegenteil. Die folgende Aufzählung ist demnach rein subjektiv und misst sich an keinen allgemein gültigen Kriterien oder dergleichen und beinhaltet eine ziemlich ironische Komponente.

Franz-Josef-Bahnhof

Verdankt der Bahnhof seinen Namen dem ehrwürdigen Kaiser der einstigen K&K-Monarchie, so sind das heutige Gebäude und der angrenzende Julius-Tandler-Platz jedoch alles andere als prunkvoll und majestätisch. Man glaubt es heute kaum: Der Bahnhof, der zunächst„Kaiser-Franz-Josefs-Bahnhof“ hieß, war einst sogar mit einem luxuriösen Salon für den kaiserlichen Hof ausgestattet.

Stark beschädigt durch einen Brand im Zweiten Weltkrieg wurde das damalige Gebäude 1974 schließlich zur Gänze abgerissen und daraufhin neu konstruiert und in den Folgejahren errichtet. Dass für diese Neugestaltung Praktikabilität eine größere Rolle als Ästhetik spielte, lässt sich schon von außen erkennen und so wurde über den Gleisanlagen eine sogenannte „Betoneindeckelung“, die verspiegelt ist, errichtet. Warum dennoch soviel regelmäßig ihren Weg hierher finden? Abgesehen von der Anbindung im Nahverkehr der ÖBB und den Wiener Linien lockt vor allem der dort ansässige Billa mit seiner Sonntagsöffnungszeit.

Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien

Egal aus welcher Perspektive man Wien betrachtet, die Zwillingsbauten des Allgemeinen Krankenhauses stechen durch ihre klotzartige Architektur schon von weitem ins Auge und setzen sich deutlich von der Umgebung ab. Klar: Der Platzmangel und die Notwenigkeit für die medizinische Versorgung von über 1,8 Millionen WienerInnen leisten zu können ist hier primär und macht eine praktische Konstruktion unabdingbar, welche mit Platz für mehr als 2.000 Betten und knapp 10.000 Angestellten auch gut gelungen ist. Dennoch ist die Architektur des AKHs schlichtweg hässlich, der Anblick fast schon etwas angsteinflößend und bereits die U-Bahn-Stadtion Michelbeuern reiht sich gekonnt in diese Tristesse ein.

Matzleinsdorfer Platz

Hallo und Willkommen am Matzleinsdorfer Platz, der im Ranking um den schirchsten Ort der Stadt garantiert weit vorne mit dabei ist. An der Grenze von Margareten zu Favoriten findet man diesen wohl hässlichsten Platz der Stadt, der dennoch tagtäglich von tausenden an Pendlern gezwungenermaßen passiert wird, um sich so morgens einen Weg in bzw. abends aus der Stadt zu bahnen.

Wen wundert es da noch, dass sich hier der Wiener Grant von seiner schönsten Art und Weise zeigt, wenn Zeitdruck, Stau, Hupen und Schimpfen aufeinander treffen. Anrainer des Grätzls leiden wohl an einer nochmals höheren permanenten „CO2-Oberdosierung“als es ohnehin am Gürtel der Fall ist und die Feinstaubbelastung steht dieser um nichts nach. „50 shades of Grey“ trifft’s beim Matzleinsdorfer Platz mehr als nur auf den Punkt und bei Regen wird das Gesamtbild um eine weitere Nuance der Trostlosigkeit ergänzt. Wien, du kannst so hässlich sein!

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Juridicum

Ist die Hauptuniversität Wien selbst ein solches Prunkstück, die neben Studierenden vor allem auch Touristen aus aller Herren Länder lockt und mit ihren alt-ehrwürdigen Treppenhäusern, Stiegen-Anlagen und der Bibliothek begeistert, so ist die juristische Fakultät so ziemlich das Gegenteil. Schon von außen wird sie ihrer großen Schwester mit nichts gerecht. In der Aula fühlt man sich mehr wie in einem Warteraum eines Arztes oder auf einem Bahnhof und die Sessel sind schrecklich unbequem und hart. Die sanitären Anlagen stehen diesen um nichts nach, sind gefühlt aus dem Jahre Schnee und das Öffnen der Tür kann schon mal etwas Gewalt abverlangen. Besonderes Highlight: Die fensterlosen Hörsäle im Keller, in denen es meist sowieso viel zu überfüllt zugeht und wo somit besonders im Sommer eine wunderbare Geruchskulisse anzutreffen ist.

Kleine Anekdote am Rande: Da das Wasser letztes Jahr im Juridicum verunreinigt bzw. verfärbt war, war es den Studierenden der Rechtsfakultät einige Wochen nicht möglich, das Wasser aus den Leitungen zu trinken

Häuserfassade am Karmelitermarkt

Schönheit liegt im Auges des Betrachters! Das beweist einmal mehr das farbenprächtige Ensemble der Häuserfassade am Karmelitermarkt im zweiten Bezirk, das durch seine Pastelltönen so ganz und gar nicht ins Gesamtbild zu passen scheint. Was auf den ersten Blick für manchen vielleicht noch gar nicht so schlimm aussehen mag, erscheint bei genauerer Betrachtung gleich in ganz anderem Licht: Der Künstler scheint hier seine erotischen Fantasien verewigt zu haben und so erkennt man neben nackten Brüste, Frauen ohne Gesicht auch – diverse Körperflüssigkeiten. Wen wundert es da noch, dass bereits seit sechs Jahren vergebens nach einem Käufer für das Haus der Zeit gesucht wird?

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Der zweite Teil unserer Auflistung folgt in Kürze.

Wer auf den Geschmack gekommen ist und wissen will, welche 10 Dinge man in Wien besser bleiben lassen sollte, ist in diesem Blogbeitrag gut aufgehoben.

Hier präsentieren wir euch außerdem 10 Dinge, die in Wien am meisten nerven.

Viel Spaß beim Schlendern, Genießen und Seele baumeln lassen in unserer Lieblingsstadt. 

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