Entdeckt die gemütlichsten Wanderungen in Tirol

Evgenia Karp vom 04.06.2022 (zuletzt geändert am 10.06.2022)

Ja, es gibt sie, die wundersam gemächlichen Wanderungen entlang Tiroler Almen und Berggipfel. Wir stellen euch Touren vor, die selbst Kindern und Couchpotatoes guttun!

Tirol Alpbachtal

Auf einen Entspannungsurlaub nach Tirol fahren? Klingt erstmal ziemlich widersprüchlich, scheint doch jeder schöne Berggipfel gute 3.000 Höhenmeter und zwölf Wanderstunden vom Startpunkt entfernt zu sein. Doch wir haben uns schlau gemacht und siehe da: Wanderungen in Tirol müssen euch nicht zwingend an den Außenrand eurer leiblichen Grenzen treiben. Für alle, die es auch einmal entspannter angehen und trotzdem nicht auf die Schönheiten Tirols verzichten wollen: Wir haben ein paar gemütliche Wanderungen für euch parat, die garantiert keine Seufzer, Stöhner oder Sind-wir-schon-da-Sager aufkommen lassen.

Tirol Alpbachtal
Erlebt die unvergleichliche Schönheit Tirols (c) Alpbachtal Tourismus

Bestaunt die Almrosenblüte am Wiedersberger Horn

Ab Mitte Juni beginnt am Wiedersberger Horn ein unglaubliches Naturschauspiel: Der zuvor maigrüne Berg wechselt sein Kleid und kommt im kessen Rosarot daher. Das liegt daran, dass die Almrosen gerade zu blühen beginnen und dabei jedem*jeder glücklichen Wandernden eine ziemliche Farben- und Duft-Show liefern. Und dafür müsst ihr euch nicht einmal rucksackbeschwert den Berg hinaufrackern, sondern könnt gemächlich mit der Bergbahn auf 1.811 Höhenmeter hinauftuckern. Von hier aus ist es nur mehr eine einstündige Wanderung mit sanften Bergab- und Bergaufstrecken, dann seid ihr auch schon am Gipfel. Und hier wird schnell klar: Nicht nur wegen der Blütenlandschaft hat dieser Pfad den Beinamen „Panoramaweg“ verdient. Von hier aus überblickt ihr das Alpbachtal, das Ziller- und Inntal sowie die Kitzbüheler Alpen. Einkehrmöglichkeiten gibt es viele, von der Dauerstoa Alm bis zum Bergrestaurant Hornboden. Die Wanderung ist auch ideal für Kinder und Hunde geeignet, nehmt aber auf jeden Fall genug Wasser mit!

Tirol Alpbachtal
Erlebt die blühenden Alpenrosen mit der gesamten Familie (c) Alpbachtal Tourismus

Durchquert die Kundler Klamm

Wenn der Anblick eines Flussufers auch bei euch das innere Kind hervorlockt, seid ihr in der Kundler Klamm genau richtig. Hier stoßen Hobbygeolog*innen im wildromantischen Wasserparadies auf 235 Millionen Jahre alte Funde aus Dolomitgestein, die man auch gleich beim einzigen Steindreher Tirols zu individuellen Erinnerungsstücken schleifen lassen kann. Wenn ihr nicht nur die Füße ins Wasser halten, sondern mit ihnen auch die Schlucht auskundschaften wollt, geht ihr am besten vom Parkplatz aus los. Dieser liegt praktischerweise direkt am Klammeingang. Von hier aus führt ein breiter, kinderwagentauglicher Schotterweg leicht bergauf. Nach nur zehn Minuten gibt es schon die erste Einkehrmöglichkeit: Im Gasthaus Kundler Klamm bekommt ihr von Tiroler Hausmannskost über Thunfisch-Sashimi bis hin zu richtig guten Weinen einiges an kulinarischen Highlights serviert. Etwa eine Stunde und drei Kilometer später erreicht ihr auch schon das Ende der Schlucht. Hier könnt ihr entweder umkehren oder weiter bis nach Mühltal samt Gasthaus Klammrast spazieren.

Alpbachtal Tirol
Entspannt geht es dem glasklaren Wasser entlang (c) Alpbachtal Tourismus

Macht eine gemütliche Weitwanderung durchs Alpbachtal

Weitwandern mit Kind und Kegel und dann auch noch gemütlich – klingt für euch unmöglich? Nach unseren zwei familienfreundlichen Routen in Tirol setzen wir noch eines drauf und sagen: Ja, auch Mehrtagestouren mit den Kleinen können klappen. Bei dieser spannenden wie entspannenden kleinen Reise von 19 Kilometern seid ihr drei Tage lang on tour, könnt mit dem Nachwuchs in der Höslacke planschen und übernachtet in einer urigen Holzalm und einem waschechten Bauernhof inklusive Tieren und eigener Schnapsbrennerei. An Tag eins geht es von Alpbach bis zur Holzalm. Hier solltet ihr nicht nur übernachten, sondern auch das besonders saftige Schnitzel probieren. Am zweiten Tag lohnt es sich, einen Abstecher zum Alpbachtaler Hausberg, dem Gratlspitz hinzulegen. Der grandiose Rundumblick bis zum Großglockner, Großvenediger und Wilden Kaiser entschuldigt den kleinen Mehraufwand allemal. Übernachtet wird am Pinzgerhof, von wo aus es an Tag drei über den Oberen Höhenweg zurück nach Alpbach geht.

Alpbachtal
Am Gratlspitz (c) Alpbachtal Tourismus | G. Grießenböck

Umrundet das Badeparadies Reintalersee

Zugegeben: Dieser familienfreundliche Rundwanderweg ist mehr ein Badeerlebnis mit kleinen Fußweg-Etappen als eine wirkliche Wanderung. Daher Memo vorab: Vergesst nicht, eure Badehose einzupacken, bevor ihr in die Wanderschuhe schlüpft! Bei diesem funkelnden See ist es nämlich vollkommen verständlich, dass ihr für die etwa zweistündige Tour wohl ein wenig länger brauchen werdet. Startet im Dorfzentrum von Kramsach, das ihr per öffentlichem Bus oder Auto erreicht. Euren Trip könnt ihr zwischendurch auch mit einer Tret- oder Ruderbootfahrt aufpeppen. Beides bekommt ihr beim Café Restaurant Fischerstube. Unterwegs kommt ihr auch am Haflingerhof vorbei, wo sich die Mini-mes am Kinderspielplatz austoben können. Ein wohlverdientes, selbstgemachtes Bauernhofeis gibt es hier ebenfalls zu schnabulieren. Danach geht es entlang des Ufers und durch den Wald Richtung Krummsee und schließlich nach Kramsach zurück. Wer noch nicht müde ist, dem empfehlen wir noch einen Kurztrip zum traumhaften Berglsteinersee.

Alpbachtal Tirol
Auch ein Trip zum friedlichen Berglsteinersee zahlt sich aus (c) Alpbachtal Tourismus | B. Berger

Eines steht jetzt wohl fest: Tirol muss nicht immer nur mit Ächzen und Schnaufen zusammenhängen. Das gipfelreiche Bundesland lässt sich auch auf ganz angenehme Weise erkunden. Und wenn ihr schon mal da seid, könnt ihr gleich diese 10 heißen Ausflugstipps ansteuern, die ebenfalls einen Besuch wert sind. Ihr seid mit eurem Schatz unterwegs? Wir zeigen euch, wo die Sonnenuntergänge regelmäßig die Bergspitzen zum Glühen bringen.

*Dieser Artikel ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Alpbachtal Tourismus entstanden.


Beitragsbild:

(c) Alpbachtal Tourismus | G. Grießenböck