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Österreich in Gesellschaftsspielen – Teil 1

Donnerstag, 19. Dezember 2019 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Österreich in Gesellschaftsspielen – Teil 1

Donnerstag, 19. Dezember 2019 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Wir haben uns nach Spielen umgesehen, in denen sich alles oder zumindest ein bisschen was um unsere kleine aber feine Alpenrepublik dreht.

von Pia Miller-Aichholz

Wir kennen ihn alle, diesen Stolz, wenn unsere Straße oder unser Lieblingssupermarkt irgendwo in der Öffentlichkeit einen etwas prominenteren Auftritt hat. „Da wohn ich!“ „Da geh ich einkaufen!“ Und auch wenn Wien oder Österreich in Gesellschaftsspielen einen Auftritt haben, können wir einen Anflug narzisstischen Stolzes nicht verbergen. Weil wir uns dachten, dass es euch vielleicht auch so geht, stellen wir euch ein paar Spiele vor, in denen Wien oder Österreich vorkommen, oder die sich sogar vollkommen um unser schönes kleines Land am Strome und dessen Hauptstadt drehen.

Catan Wien

Eines der wohl bekanntesten und erfolgreichsten Gesellschaftsspiele der vergangenen Jahre ist Die Siedler von Catan, das seit 2015 nur mehr Catan heißt. Und davon gibt es eine limitierte Wien-Edition, in der ihr Wien und sein in dem Spiel noch ländliches Umland besiedeln müsst, Straßen und Dörfer errichtet, aber auch die berühmten Sehenswürdigkeiten wie das Riesenrad, den Stephansdom oder die Luegerkirche. Wem historische Präzision wichtig ist, wird sich hier die Haare raufen. In den Karten finden sich Richard Löwenherz und eine Bürgerwehr mit Mistgabel, Wien hat noch Stadtmauern und ländliches Umland, und gleichzeitig werden das Riesenrad und der Flughafen-Tower von Wien-Schwechat errichtet? Aber wir wollen mal nicht so sein. Immerhin bleiben der Catan-Spielspaß und die strategische Herausforderungen dieselben und während des Spiels wird mit Zusatzmaterialien auch Wien-Wissen vermittelt.

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Anno Domini Österreich

Apropos Geschichte: Beim Spiel Anno Domini müsst ihr historische Ereignisse chronologisch einordnen können. Jeder Spieler und jede Spielerin bekommt neun Karten auf die Hand, auf denen Ereignisse der österreichischen Geschichte verzeichnet sind, etwa „Life is Life von Opus wird zum weltweiten Nr. 1 Hit“ oder „Braunbär Bruno wird zum Abschuss freigegeben“. Dann wird eine Karte vom Mittelstapel offen auf den Tisch gelegt und das darauf bezeichnete Ereignis. Ein Spielzug sieht so aus, dass eine Hand von der Karte abgelegt wird, das Ereignis vorgelesen wird und entweder unter die Karte in der Mitte – das Ereignis hat sich früher zugetragen – oder darauf – das Ereignis war später – gelegt, später im Spiel kann eine Karte dann auch zwischen die bereits in der Mitte liegenden Ereigniskarten gelegt werden. Zweifelt irgendwer daran, dass ein Spieler oder eine Spielerin eine Karte korrekt platziert hat und die Zeitachse stimmt, werden alle Karten umgedreht und die Jahreszahlen geprüft. Neben den Jahreszahlen steht auch Wissenswertes auf den Kartenrückseiten. War der Zweifel berechtigt, muss der- oder diejenige, der oder die sich geirrt hat, zwei Karten nachziehen. Wenn alles gestimmt hat, zieht sozusagen die Anklage zwei Karten nach. Es gewinnt, wer zuerst alle Karten los ist. Nerds vereinigt euch!

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Cluedo Wien

Das beliebte Detektiv-Brettspiel gastiert in Wien. Die Story geht so: In der Wiener Zeitung wird auf der Titelseite über den Mord am stadtbekannten Privatbankier Sebastian Goldstein berichtet. Seine Leiche wurde am Ufer der Donau gefunden. Wer hat ihn ermordet, wie überhaupt und wo in Wien befindet sich der eigentliche Tatort?

KHG – Korrupte haben Geld

Wenn ihr hier zuerst an einen gewissen schönsten Finanzminister aller Zeiten denkt, habt ihr richtig gedacht. 2015 wurde dieses Brettspiel um die spektakulärsten österreichischen Korruptionsfälle nach einem erfolgreichen Crowdfunding erstmals für Risiko auf den Markt gebracht. Drei Mal dürft ihr raten, wer dagegen geklagt hat – übrigens erfolglos. Das Spiel erinnert im Aufbau an DKT oder Monopoly: quadratisch, mit Spezialfeldern an den Ecken, etwa einem Steuerparadies oder U-Ausschuss, und ihr zieht immer nach einem Würfelwurf über die Felder. Auf diesen erwarten euch allerlei Möglichkeiten, krumme Dinger zu drehen und euch dabei auch mit Mitspielern oder Mitspielerinnen zu verbünden. Das Motto lautet: Mach‘ dir die Finger schmutzig! Das Spiel ist beendet, wenn die Staatskasse leer ist. Grundsätzlich spielen also einmal alle gegen den Staat, aber richtig reich wird nur, wer die Mitspieler und Mitspielerinnen hintergeht. Dank eines im wahrsten Sinne des Wortes blauen „Red-Bull-Brother from Austria“ gibt es jetzt übrigens ein Ibiza-Erweiterungspaket. Und wer noch immer nicht genug hat, kann sich im KHG-Zitate-Quiz messen.

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DKT

Wo wir schon bei Kohle wären: Auf dem klassischen DKT-Brett finden sich bekannterweise Adressen der österreichischen Hauptstädte. Wusstet ihr aber, dass ihr euer kaufmännisches Talent auch in einer Alpen- und einer Wien-Edition unter Beweis stellen könnt? Beim Alpen-DKT investiert ihr in Tourismus-Infrastruktur, baut Hütten und Hotels, müsst bedenken, dass Sommer- und Winterbetrieb verschieden lukrativ sind. Es gewinnt, wer den gesamten Kredit für die Investitionen zurückzahlen kann und schuldenfrei ist. Pro Spielzug würfelt ihr mit gleich drei Würfeln. Einer davon bestimmt, wohin eine der zwei Touristenfiguren zieht und ob ihr auf einem bebauten Feld landet. Die anderen beiden Würfel bewegen eure eigene Spielfigur – mal was Neues. In Wien läuft das ganze Spiel klassischer ab. Seit Oktober ist übrigens auch eine limitierte Wien-Favoriten-Edition erhältlich. Und auch die Burghauptmannschaft hat sich was für Touris und Hiesige gleichermaßen ausgedacht: Das DKT Hofburg Wien, natürlich mit dem Muster der roten Hofburg-Brokat-Tapete bedruckt.

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Monopoly Österreich

Wo DKT ist, ist Monopoly nicht weit. Die Spielidee ist nämlich in den Grundzügen dieselbe, nur dass das eine ein österreichisches Produkt ist und 1940/41 erfunden wurde und das andere ein US-amerikanisches, erfunden als The Landlord’s Game laut Patent 1904. Monopoly Wien gibt es derzeit leider nicht mehr im Handel, aber ihr bekommt die klassische Österreich-Version.

Thurn und Taxis

Das ursprünglich lombardische Adelsgeschlecht Thurn und Taxis wurde reich, nachdem die Brüder Janetto und Francesco dei Tasso 1490 im Auftrag von Kaiser Maximilian I. das europaweite Postwesen aufgebaut hatten – von Innsbruck bis Brüssel. Der Familie blieb bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reichs der Betrieb der Kaiserlichen Reichspost alleine vorbehalten. Im Spiel Thurn und Taxis schlüpft ihr in die Rolle von Francesco dei Tasso und müsst das Postkutschen-Netz aufbauen. Auch Österreich ist auf dem Spielplan vertreten, auf dem die Namen der Städte und Regionen übrigens der Schreibweise des späten 15. Jahrhunderts entsprechen. Ein Spielzug beginnt, indem der Spieler oder die Spielerin eine Stadtkarte auf die Hand nimmt – entweder eine der sechs offenliegenden oder eine vom verdeckten Stadtkarten-Stapel. Dann legt er oder sie die Stadtkarte offen vor sich aus, um eine bereits zuvor angefangene Strecke fortzusetzen, soweit die Verbindung zwischen den Städten laut Spielbrett möglich ist. Eine Strecke kann abgeschlossen werden, wenn mindestens drei Städte auf ihr verbunden worden sind. Dann können Häuser gebaut werden. Für besondere Errungenschaften beim Bau kommen nun diverse Bonus-Karten ins Spiel. Der Zug wird beendet, indem alle Karten der Strecke und von der Hand zurück in den verdeckten Stapel gelegt werden. Kann in einem Zug eine zuvor angefangene Strecke nicht ausgebaut werden, muss eine neue begonnen werden. Es gewinnt, wer während des Netzbaus die meisten Punkte sammelt.

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Übrigens: Schlechte Spiele und jene, die derzeit nicht verfügbar sind, haben wir weggelassen. Die wollten wir euch nicht empfehlen, damit ihr nicht enttäuscht seid. Im zweiten Teil dieses Artikels empfehlen wir euch bald noch mehr Spiele mit Wien- und Österreichbezug.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Spielen! Wenn ihr Gesellschaftsspiele liebt, lasst euch von einem Gesellschaftsspiele-Muffel einmal schildern, was aus ihrer Sicht so anstrengend daran ist. Was ihr außer Spielen sonst noch so zuhause machen könnt, verraten wir euch ebenfalls gerne.

(c) Beitragsbild | Nietjuh | Pixabay
(c) Facebook-Beitragsbild | Unna Micheli | 1000things

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