Wintergerichte

Unsere liebsten Wintergerichte aus Österreich

Mittwoch, 12. Dezember 2018 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Unsere liebsten Wintergerichte aus Österreich

Mittwoch, 12. Dezember 2018 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Mmmmhhhh, gibt’s was Besseres als einen dampfend frischen Kaiserschmarrn, während draußen der Schnee fällt? Kaum. Außer vielleicht den Geruch vom fast fertigen Schweinsbraten im Ofen oder den Fäden, die die Käsespätzle auf der Gabel ziehen. Wir verraten euch, mit welchen winterlichen Gerichten wir liebend gern Winterspeck ansetzen.

von Viktoria Klimpfinger & Julia Wagner

Wenn’s draußen kalt ist, sitzen wir am liebsten drinnen möglichst nah am heißen Herd. Denn im Winter dient das Comfort Food nicht nur dem Seelenstreicheln, sondern vor allem dem Überleben. Wie sollen wir denn bitte ohne Winterspeck über den harten, kalten Winter kommen? Damit ihr während der kalten Jahreszeit auch ja nicht vom Fleisch fallt, haben wir hier ein paar typisch österreichische Wintergerichte für euch – und natürlich, wie bzw. wo ihr sie euch am besten ins Gesicht schaufelt.

Von der Leberknödel- bis zur Knoblauchsuppe

First things first, also zuerst mal eine herzhafte Vorspeise. Im Winter schlürfen wir besonders gerne warme Suppen. Die wärmen nicht nur unseren Bauch, sondern auch unser Herz. Klare Suppe mit Leberknödel, Frittaten, Buchstaben, Backerbsen – die Liste ist schier endlos, und fast jede schmeckt ein bisschen nach Kindheit. Wenn wir die Buchstaben aus der heißen Brühe klauben und versuchen, mit drei Os und fünf As unseren Namen auf den Tellerrand zu kleben, fühlen wir uns wieder wie fünf. Wenn Suppen Selbermachen euren Kochhorizont übersteigt, gibt’s eine praktische und vegane Bio-Alternative: die Suppen im Glas von kochmarie. Von Klassikern wie Zwiebel- oder Paradeisersuppe bis zu ausgefalleneren Kreationen wie Zucchini-Lupinen-Suppe oder Paradeiser-Bohnen-Suppe gibt’s alles, was schmeckt und ins Glas passt. In welchen Läden in ganz Österreich ihr die Produkte von kochmarie bekommt, lest ihr auf der Website.

Das Gröstl in Saalfelden Leogang

Wenn das gusseiserne Pfandl über das offene Feuer kommt mit den besten regionalen Spezialitäten, die Saalfelden Leogang so zu bieten hat, dann schlägt unser Winterspeisen-Herz höher. Denn was gibt es Schöneres als nach einem abenteuerlichen Winter-Tag in die Hütte einzukehren und ein herzhaftes Gröstl zu genießen? Höchstens nur das Schnapserl danach. Aber wenn ein traumhafter Ausflug im Winter die Wangen rot färbt, dann braucht der Magen eine herzhafte Winterspeise. In Saalfelden Leogang ist vor allem das Gröstl mit seinen regionalen Wurst- und Fleischspezialitäten sehr beliebt. Am besten schmeckt’s mit Erdäpfeln, Sauerkraut und den regionalen Wurst- und Fleischspezialitäten. Aber natürlich auch die richtige Würze lässt das Gröstl erst so herrlich duften und schmackhaft werden. Dazu zählen, neben den Klassikern wie Salz und Pfeffer, vor allem Kümmel und Lorbeerblätter. Den ultimativen Winterspeise-Kick bekommt das Gröstl, wenn es in der gusseisernen Pfanne über offenem Feuer gekocht wird. Wenn dann noch die Aussicht auf ein herrliches Bergpanorama von Saalfelden Leogang, das knisternde Feuerholz und der Jägertee dazukommen, dann ist der Winterzauber einfach perfekt.

(c) Robert Kittel

Käsespätzle neben der Piste

Jetzt mal ehrlich: Welches Gericht vereint die Liebe zu geschmolzenem Käse und halluzinative Dauerflashbacks an den Familien-Skiurlaub besser als Käsespätzle? Von West nach Ost haben sie viele Namen. Doch egal ob Käsknöpfle in Vorarlberg oder Kasspotzn in der Steiermark: Im Endeffekt hat man es doch immer mit Nockerln und deftigem Käse zu tun – und Röstzwiebeln, immer auch mit Röstzwiebeln. Im ganzen Land gibt es das fettige Hüftgold natürlich in fast jedem Gasthaus und jeder Ski-Hütte. Besonders gut haben uns die Käsespätzle der Deanterin im Skigebiet Dienten geschmeckt: Wunderbar aromatischer Käse, der sich fast schon pornös ziehen lässt, weiche Spätzle und knusprige Röstzwiebeln. Und das Ganze stilecht serviert im Pfanndl – mmmhhhhh, Käääse…

Wintergerichte

Die Käsespätzle der Deantnerin. (c) Viktoria Klimpfinger / 1000things Redaktion

Linsen mit Speck selber machen

Specklinsen sind das klassische Beispiel für g’schmackige Gerichte, die selbstgemacht am besten schmecken und die Lage retten, wenn’s mal schnell gehen muss. Ab und zu kommt es schon mal vor, dass wir am Abend heimkommen, angezuckert vom Schnee und angepisst von der Kälte, und einen Mordshunger haben. So groß, dass wir uns entweder gleich selbst verdauen oder vor lauter Hangryness unseren Mitbewohner annörgeln – oder schlimmer: anknabbern. Bevor es so weit kommt, schnippeln wir lieber ein paar Zwiebeln, dünsten sie glasig und geben Dosenlinsen dazu. Damit das Ganze schön sämig wird, kommt ein bisschen kaltes Wasser noch dazu. Dann rühren wir ein bisschen Mehl ein, um die Linsen zu binden. Das geht am besten im kalten Zustand, weil da das Mehl weniger leicht klumpt. Anschließend kochen wir unsere Linsen für einige Minuten auf, schmecken sie mit Suppengewürz und ungefähr einem Esslöffel Essig ab – und Mahlzeit! Fleischtiger braten sich dazu natürlich noch gewürfelten Speck an und mischen ihn darunter. Aber auch ohne Speck sind Linsen ein Dauerbrenner auf unserem Herd.

Schweinsbraten aus Omas Holzofen

Schmeißt den Ofen an, heut’ gibt’s Schweinsbraten! Das hört man im Sommer kaum. Wer will denn bei 40 Grad im Schatten auch noch das Backrohr zum Glühen bringen? Doch je kälter es wird, desto heimeliger klingt das Surren des Ofens – und desto öfter gibt’s Braten. Schweinsbraten ist da natürlich der Klassiker, und dass er bei der Oma am besten schmeckt, ist sowieso längst ein Naturgesetz. Deshalb gibt’s im Gasthaus Mariabrunn im 14. Bezirk in Wien jeden Sonntag Schweinsbraten aus Omas Holzofen. Der Chef persönlich bereitet ihn nach uraltem Familienrezept zu und serviert ihn zusammen mit Sauerkraut und hausgemachten Waldviertler Knödeln.

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Schweinsbraten jeden Sonntag

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Germknödel nach Geheimrezept

Apropos Knödeln: Nicht nur Semmel-, Erdäpfel oder Laugenknödel streicheln unsere eingefrorenen Geschmacksknospen in der kalten Jahreszeit. Auch die süßen Varianten bringen unser Herz zum Springen und unsere Münder zum Trensen. Der Klassiker unter ihnen, der Elvis unter den süßen Knödeln quasi, ist das Germknödel. Auf jeder Hütte vertreten, in jedem Tiefkühlfach zu finden. Oftmals zäh, immer deftig. Um dem Powidl-gefüllten Klops Tribut zu zollen, ist im Gasthaus Rath der Familie Smetana in Klosterneuburg seit über 20 Jahren jeder Freitag Germknödel-Tag. Den ganzen Tag über bekommt ihr ein Menü mit Germknödel-Dessert, nach traditionellem Familien-Geheimrezept frisch zubereitet.

Kaiserschmarrn – natürlich ohne Rosinen

Dass der Kaiserschmarrn ursprünglich eigens für Kaiserin Elisabeth zubereitet wurde, ihrem Gatten Kaiser Franz Joseph aber besser schmeckte als ihr, ist nur eine von vielen Theorien zur Namensgebung des Kaiserschmarrns. Belegt ist allerdings, dass der Kaiser den Schmarrn auf seinen Jagdgesellschaften durchaus gerne aß. Aber egal, wem wir ihn zu verdanken haben, den Kaiserschmarrn: Essen tun wir ihn einfach gern, wahrscheinlich fast genauso gern wie der Kaiser selbst. Klassisch ist der flaumige Gaumenstreichler mit Puderzucker bestreut und von Apfelmus oder Zwetschkenröster begleitet. Manche eigenartigen Mitmenschen essen ihn zwar gerne auch mit Rosinen gesprenkelt, aber das sind wahrscheinlich dieselben Menschen, die gerne Brokkoli auf ihre Pizza legen. Wir sind jedenfalls strikt Anti-Rosinen! Übrigens: Der Schmarrn der Schafalm im steirischen Skigebiet Schladming ist weit über die Pisten hinaus bekannt und definitiv einen Einkehrschwung wert!

Die Deanterin: Ski amadé Hochkönig Packages

Ausgezeichnet ist übrigens auch der Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster bei der Deanterin. (c) Viktoria Klimpfinger / 1000things Redaktion

Klosterkrapfen beim Krapfenwerden zusehen

Am 11.11. um 11:11 Uhr beginnt der Fasching – und damit das Krapfen-Gelage! Herrlich fluffig, am besten gefüllt mit Marillenmarmelade, gibt’s für uns fast keinen besseren Snack zum Zwischendurch-Magenfüllen. Außer er ist auch noch vor unseren Augen zubereitet worden. Das geht nicht nur, wenn wir unsere Oma dazu zwingen, sondern auch um einiges weniger sadistisch beim Kirchenwirt der Familie Auer im niederösterreichischen Maria Schutz. Dort könnt ihr in der Krapfenküche dabei zusehen, wie die legendären, großen und unglaublich guten Klosterkrapfen zubereitet werden, bevor sie später zwischen euren Zähnen landen. Ganz klassisch gibt es sie natürlich mit ausgiebig Marillenmarmelade. Aber für die, die sich mit Altbewährtem partout nicht zufrieden geben können, kommen sie auch gefüllt mit Vanille- oder Nougatcreme daher.

Jetzt wollt ihr am liebsten gleich den Herd anschmeißen und loslegen? Wir haben ein paar Kochtricks von Oma für euch, mit denen auch garantiert nichts schiefgeht. Statt Kochen doch lieber hinaus in die Welt? Unsere To Do’s verraten euch, was ihr in Österreich alles anstellen könnt.

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