Verpackungsarm einkaufen in Oberösterreich

Mittwoch, 24. April 2019 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Verpackungsarm einkaufen in Oberösterreich

Mittwoch, 24. April 2019 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

So richtige Zero-Waste-Stores gibt es in Oberösterreich bisher kaum. Einige Unternehmer und Unternehmerinnen versuchen aber, möglichst verpackungsfreie Ware anzubieten.

von Pia Miller-Aichholz

In Oberösterreich ist das Angebot an Geschäften, die sich an dem Zero-Waste-Trend orientieren, sehr bescheiden. Wir haben ein paar Läden ausfindig gemacht, die sich bemühen, ihren Teil zu einem nachhaltigen und möglichst verpackungsarmen Konsum beizutragen.

Zur Berta

Ottensheim und Umgebung können seit 2015 bei Michael Madlmayr regional, teils unverpackt und jedenfalls mit möglichst wenig Plastikverpackung einkaufen. Bei Zur Berta liegt der Fokus darauf, qualitative Ware aus der Region anzubieten und direkt mit den Herstellern und Herstellerinnen zu handeln – dahinter kommt der Verpackungsverzicht. Alle Lieferanten und Lieferantinnen sind auf der Website aufgelistet und verlinkt. Die Milchprodukte kommen großteils in Mehrweggläsern und auch Säfte und Bier gibt‘s im Pfandglas. Viele andere Produkte, wie Marmeladen und Honig, verkauft Madlmayr im Einwegglas. Gänzlich unverpackt sind Obst und Gemüse, die in Mehrwegkisten geliefert werden, und auch Käse.

Obst und Gemüse stammen wie auch die restlichen Produkte ausschließlich von Produzentinnen und Produzenten aus dem Wald-, Mühl- und Hausruckviertel, weswegen das Angebot an Früchten der Saison unterliegt. Einzig das Olivenöl kommt aus Griechenland, allerdings direkt von einem lokalen Bauern. Per Newsletter erfahren Madlmayrs Kunden von Aktionstagen, zu denen er größere Mengen Fleisch oder Fisch zum Verkauf anbietet. Madlmayr nimmt dann ihre Vorbestellungen auf. Aus Hygienegründen werden Fisch und Fleisch vakuumverpackt geliefert. Zur Berta hat immer nur freitags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Linzerstraße 15, 4100 Ottensheim

Zur Berta Geschäft innen

(c) Michael Madlmayr

frau holle Bioladen

Sigrid und Michael Kitzinger sind eher zufällig ins Lebensmittelgeschäft gekommen – einerseits aus der Politik andererseits aus der Werbebranche. Sie haben einen schon bestehenden Bioladen 2014 übernommen und zur ihrem frau holle Bioladen gemacht. Sie bemühen sich, möglichst an Verpackung zu sparen und regionale Produkte anzubieten. Obst, Gemüse, Getreide, Trockenfrüchte und mehr sind unverpackt und einige Produkte befinden sich in Mehrwegbehältern. Die Backware kommt von drei verschiedenen Bäckern aus der Region. Die Sortiment-Breite geht vor verpackungslos und regional. Bananen findet ihr dort also auch. Alles in allem ist der Großteil der Produkte verpackt, aber nicht unbedingt in Plastik. Hygieneartikel wie Bambus-Zahnbürsten sind beispielsweise in recycelten Karton verpackt. Für Kinder, die zum Einkaufen mitkommen, gibt es übrigens ein kleines Extra: Nach jedem Einkauf bekommen sie einen Stempel in einen Apfel-Pass. Wenn dieser mit zehn Stempeln voll ist, dürfen sie sich einen Apfel oder ein ähnliches Produkt kostenlos mitnehmen. In den zwei Filialen von frau holle könnt ihr übrigens auch zu Mittag essen. Das Menü wechselt täglich. Ungefähr alle zwei Wochen haben die Kitzingers übrigens Special-Guests in ihren Läden, wie Baristas und Bäcker. Über diese Besucher erfahrt ihr auf Facebook mehr.

Mühlbachgasse 3, 4710 Grieskirchen | Linzer Straße 2, 4701 Bad Schallerbach

Ansicht frau holle Bioladen

(c) frau holle Bioladen

Sierninger Kerndlgreisslerei

Als die Kinder von Doris Pirafellner und ihrem Mann ausgezogen waren stellte das Paar fest, dass sie zu zweit zwar relativ wenig Restmüll produzierten, sich das Plastik aber häufte. Verpackungsarm einzukaufen stellte sich in Oberösterreich als schwer heraus. Und da Doris Pirafellner mit ihrem Job als Bilanzbuchhalterin ohnehin nicht mehr zufrieden war, eröffneten die Pirafellners 2016 ihre Kerndlgreisslerei in Sierning, in der sie möglichst regionale Produkte in möglichst wenig oder wiederverwendbarer Verpackung anbieten. Das grundlegende Motto lautet: saisonal, regional, unverpackt. Frau Pirafellners Gleichung bei der Produktauswahl geht so: Unverpackt geht vor bio, regional vor bio. Bananen, Kiwis und andere nicht regionale Produkte bieten sie allerdings auch an. Konkurrenzfähigkeit im Vergleich mit herkömmlichen Supermärkten geht vor.

Milchprodukte stehen in Pfandbehältern zum Verkauf. Daneben gibt’s in der Kerndlgreisslerei Ersatzprodukte für herkömmliche Alltags- und Lifestyleprodukte wie Bambus-Zahnbürsten, ein Vier-Gewinnt-Spiel aus Bambus, wiederverwendbare Blechdosen zur Lebensmittelaufbewahrung und Glas-Trinkflaschen. Shampoos und Waschmittel gibt’s zum Abfüllen, aber die Kerndlgreisslerei führt auch Seifenstücke und Kosmetikprodukte im Pfandsystem. Der Großteil des Sortiments steht entweder unverpackt bereit oder befindet sich in Mehrwegbehältern. Einmal im Monat bestellen die Pirafellners Huhn und Fisch auf Wunsch vor. Die Ziegenmilchprodukte kommen übrigens direkt von einem Bauern in der Region.

Neustraße 13, 4522 Sierning

Auch in anderen Bundesländern versuchen Unternehmer und Unternehmerinnen ihren Teil zu bewussterem und verantwortungsvollem Konsum beizutragen – nicht nur in Wien, beispielsweise auch in der Steiermark , Niederösterreich und Vorarlberg. Am besten gewöhnt ihr euch an, immer eigene Tragetaschen zum Einkauf mitzubringen. Wir hätten da ein paar tolle Modelle in unserem Webshop für euch.

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