Skurrile Museen Wien

Skurrile Museen in Wien

Sonntag, 14. Februar 2021 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Skurrile Museen in Wien

Sonntag, 14. Februar 2021 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Es ist wieder möglich: Die Museen dürfen wieder aufsperren! Wiens Vielfalt an Museen und Sehenswürdigkeiten ist uns allen bekannt und zieht immer wieder in den Bann. Wer jedoch gern einmal etwas Abwechslung zu den gängigen Touristenattraktionen wünscht, sollte sich unsere Übersicht an kuriosen und skurrilsten Museen nicht entgehen lassen. Viel Spaß!

von Marie Amenitsch & Luisa Lutter

*Wir wollen euch auch während der aktuellen Maßnahmen inspirieren und versuchen, unsere Artikel laufend Covid-konform upzudaten. Bitte haltet euch weiterhin an die Maßnahmen. Nur wenn wir jetzt zusammenhalten und aufeinander schauen, können wir möglichst bald wieder all diese Inspiration gemeinsam genießen und zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren.

Einmal ein etwas anderes Kulturprogramm gefällig? Jetzt wo die ersten Öffnungsschritte es wieder möglich machen, seid ihr hier in unserem Artikel über skurrile Museen in Wien bestens aufgehoben. Denn Wien hat so einige extravagante, spannende und einzigartige Sehenswürdigkeiten zu bieten, die zum Schmunzeln bringen.

Fälschermuseum

Den Start in unserem Artikel über skurrile Museen in Wien macht das Fälschermuseum. Taucht ein in die Welt der Kunstfälschung, die euch spannende Stunden und wissenswerte Fakten garantiert! Ihr findet das Privatmuseum gegenüber vom Hundertwasserhaus im 3. Bezirk. Ihr erfahrt bei eurem Besuch Kriminalgeschichten rund um die Werke der berühmtesten Kunstfälscher wie Han van Meegeren, Konrad Kujau und Edgar Mrugalla. Dabei werdet ihr außerdem über die Unterschiede zwischen Original, Kopie und Fälschung aufgeklärt. Das Fälschermuseum ist ein wirklich abwechslungsreicher Programmpunkt, den ihr unbedingt auf eure To-do-Liste schreiben solltet.

Löwengasse 28, 1030

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Ziegelmuseum

Schon seit 1978 dreht sich in der Außenstelle des Bezirksmuseums Penzing alles um den Ziegelstein. Ja, richtig gelesen: Der quaderförmige Gebrauchsgegenstand, den wir alle kennen, steht hier im Mittelpunkt. Der Initiator des Museums und ehemalige Direktor Anton Schirmböck (1898-1982) gilt als der Begründer der Ziegelforschung in Österreich und hat im Zuge einer Ausstellung das Museum gegründet. Die große Sammlung ist über vier verschiedene Räume verteilt und gibt spannende Einblicke in die Geschichte des Ziegels, 10.000 Jahre zurück bis zu den römischen Legionären. Die Entwicklungen des Dach- und Mauerziegels und des Ziegelzeichens werden umrissen und verschiedene Ziegelöfen vorgestellt. Das Museum ist jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist zudem kostenlos. Also, ihr lieben Ziegel- und Baufans: Nichts wie hin in dieses skurrile Museum! Und zudem, vergesst nicht, einen Ziegel ins Museum mitzunehmen.

Penzinger Straße 59, 1140

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Museum für Schwangerschaftsabbruch und Verhütung

Auf der Suche nach skurrilen Museen in Wien? Ein ziemlich kurioses hätten wir noch für euch parat: Das Museum für Schwangerschaftsabbruch und Verhütung entführt auf einen äußerst informativen Streifzug durch die Geschichte der Verhütung. Beginnend bei den alten Ägyptern erfährt man hier so einiges Wissenswertes zu den unterschiedlichen Kulturen und Verhütungsversuchen und -techniken. Weiters wird auch die Entwicklung des Schwangerschaftstests thematisiert. Besonders die Einblicke in die gesetzlichen Debatten rund um die Erlaubnis des Schwangerschaftsabbruchs sind in Verbindung mit den präsentierten Fällen besonders spannend. Ab dem 4. Mai 2021 hat das Museum wieder geöffnet. Mittwochs bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

Mariahilfer Gürtel 37/1. Stock, 1150

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Die Jugendstiltoilette

Zwar kein wirkliches Museum, aber trotzdem ein skurriles Highlight, das in fast jedem Wien-Reiseführer angeführt wird, ist das wohl schönste stille Örtchen Wiens. 1905 wurden in Wien über 50 öffentliche Toiletten – genauer: „unterirdische Bedürfnisanstalten für Menschen beiderlei Geschlechts“ – errichtet, um die hygienischen Zustände in der Stadt zu verbessern. Die erste davon ist die Jugendstiltoilette am Graben, die heute unter Denkmalschutz steht, aber noch immer in Betrieb ist und die man zumindest einmal gesehen haben muss. In den relativ versteckt gelegenen Keller kommt man über die streng nach Geschlechtern getrennten Abgänge. Unten angekommen taucht man in eine längst vergangene Zeit ein. Für nur 50 Cent wird man mit den für den Jugendstil typischen Farbtönen, Formen und Materialien wie Eichenholz, Messing und Glas belohnt – alles sauber und in Top-Zustand. Wer außerdem noch weitere skurrile Toiletten in Wien besuchen möchte, sollte einen Blick in unseren Beitrag dazu werfen. Wir haben für euch zudem einen Beitrag rund um die Spaziergänge mit öffentlichen Toiletten auf dem Weg verfasst.

Graben 22, 1010

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Original Wiener Schneekugelmanufaktur

Ein weiteres Schmankerl, das bei der Übersicht über skurrile Museen in Wien nicht fehlen darf, findet man im 17. Bezirk. Mit der Wiener Schneekugelmanufaktur ist die einzige ihrer Art in ganz Europa. Seit bereits über 100 Jahren produziert der Familienbetrieb die Original Wiener Schneekugeln, die Touristinnen und Touristen aus allen Himmelsrichtungen zu verzaubern vermögen. Die Geschichte der Schneekugel geht auf Erwin Perzy I. zurück. Der gelernte Chirurgieinstrumenten-Mechaniker und Erfinder entwickelte beim Experimentieren mit Kaltlicht und einer Schusterkugel schließlich mehr durch Zufall als nach Plan die erste Schneekugel. Für diese Idee erhielt er 1900 sogar die Ehrung des Kaisers. Wir sind der Meinung: Ihr solltet diesem einzigartigen Museum und dem dazugehörigen Shop unbedingt einmal einen Besuch abstatten. Derzeit könnt ihr das Museum, den Shop und die Manufaktur montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr besuchen. Der Eintritt ist kostenlos.

Schumanngasse 87, 1170

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Schuhmuseum

In mühevoller Kleinarbeit wurde das Museum seit 1993 in den ehemaligen Veranstaltungsräumen der Innung umgebaut und modern eingerichtet. Der Schwerpunkt des Wiener Schuhmuseums liegt auf Österreichs einzigartiger Sammlung, die sich natürlich rund um die Fußbekleidung dreht. Auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern wird die Geschichte des Schuhmacher- und Orthopädieschuhmacherhandwerks im Wandel der Zeit präsentiert. Das es dabei auch ganz der Mode entsprechend schön schräg zugehen kann, wird bei eurem Besuch ganz schnell klar. Das Museum hat einmal im Monat, und zwar jeweils am zweiten Dienstag des Monats von 16 bis 19 Uhr geöffnet.

Florianigasse 66, 1080

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Condomi Museum

Wir empfehlen euch einen Besuch im Condomi Museum, das in unserem Artikel über skurrile Museen in Wien nicht fehlen darf. Wie der Name schon vermuten lässt, dreht sich hier alles rund ums Kondom. Von den frühen Anfängen bis hin zu kuriosen Erfindungen und Ideen rund um das Thema Kondom und Verhütung ist hier alles mit dabei. Wusstet ihr, dass es Kondome aus Latex schon seit den 20er-Jahren gibt und heute sogar vegane und auch Fair-Trade-Kondome erhältlich sind? Im 100 Quadratmeter großen Gewölbekeller des Geschäfts Liebenswert befindet sich eine große und kuriose Sammlung von dem seit bald 100 Jahren maschinell gefertigten Verhütungsmittel im Wandel der Zeit, die in über 20 Jahren zusammengetragen wurde.

Esterházygasse 26, 1060

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Wiener Bestattungsmuseum

Last but not least geht es es jetzt von Liebe und Sex zu etwas düsteren Angelegenheiten. Das Wiener Bestattungsmuseum präsentiert euch zahlreiche interessante Fakten zum Bestattungswesen und die kreativen Köpfe hinter der Einrichtung werden nicht müde, sich coole Ideen für ihren Museumsshop auszudenken. Wir berichteten bereits über das das Lego-Set der Bestattung Wien. Wobei das längst nicht der erste PR-Move der Bestattung Wien ist, die in Sachen Morbidität gelegentlich aus dem Vollen schöpft. Während der langen Nacht der Museen konnte man etwa im Bestattungsmuseum Probe liegen und auch T-Shirts mit Sprüchen wie „Friedhöfe Wien – hier liegen Sie richtig!“ oder „Der letzte Wagen ist immer ein Kombi“ sowie Särge als USB-Sticks und Ähnliches erwerben. Okay, vielleicht sind die Sprüche, die es übrigens auch im Onlineshop des Museums gibt, nur so lange lustig, bis es ernst wird. Aber letztlich ist ja Humor, oder wie der Alt-Wiener sagt: „Hamour“, auch eine Bewältigungsstrategie. Lasst euch überraschen und plant am besten noch einen Spaziergang über den Zentralfriedhof ein – wenn schon, dann die volle Dosis Morbidität. Derzeit ist für euch wieder von 9 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Simmeringer Hauptstraße 234, 1110

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Wir zeigen euch noch weitere skurrile Museen in ganz Österreich. Eines davon wartet auf euch in Herrenbaumgarten: das Museum voller Nonsens.

(c) Beitragsbild | Pixabay

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