Skurrile Museen in Wien

Sonntag, 14. April 2019 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Skurrile Museen in Wien

Sonntag, 14. April 2019 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Wiens Vielfalt an Museen und Sehenswürdigkeiten ist uns allen bekannt und zieht mit dem breiten Angebot immer wieder in den Bann. Für wen es jedoch einmal etwas Abwechslung zu den gängigen Touristenattraktionen sein darf, der sollte sich unsere Übersicht an kuriosen und skurrilsten Museen nicht entgehen lassen. Viel Spaß!

von Marie Amenitsch und Luisa Lutter

UPDATE: Dezember 2019

Einmal ein etwas anders Kulturprogramm gefällig? Dann seid ihr hier in unserem Artikel über skurrile Museen in Wien und ausgefallene Touristenattraktionen bestens aufgehoben. Extravagant, spannend und einzigartig bringen diese zum Schmunzeln und freuen sich auf euren Besuch, lest selbst.

Fälschermuseum

Den Start in unserem Artikel über skurrile Museen in Wien macht das Fälschermuseum. Taucht ein in eine Welt der Kunstfälschung, die euch spannende Stunden und wissenswerte Fakten garantiert. Gegenüber vom Hundertwasserhaus im dritten Bezirk findet man das Privatmuseum, das sich – als einziges im europäischen Raum – ganz diesem spektakulären Thema verschrieben hat. Kriminalgeschichten rund um die gefälschten Werke der berühmtesten Kunstfälscher, wie Han van Meegeren, Konrad Kujau und Edgar Mrugalla werden dem Besucher näher gebracht. Dabei wird außerdem über die Unterschiede zwischen Original, Kopie und Fälschung aufgeklärt. Ein wirklich abwechslungsreiches Museum, das ihr euch unbedingt im Hinterkopf behalten solltet. Der Eintritt pro Person beträgt sechs Euro.

Löwengasse 28, 1030

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Ziegelmuseum

Schon seit 1978 dreht sich in der Außenstelle des Bezirkmuseums Penzing alles um den Ziegelstein. Ja, richtig gelesen: dieser Gebrauchsgegenstand, den wir alle kennen, steht hier im Mittelpunkt. Der Initiator des Museums und ehemalige Direktor Anton Schirmböck (1898-1982) gilt als der Begründer der „Ziegelforschung“ in Österreich und hat im Zuge einer Ausstellung das Museum gegründet. Die große Sammlung präsentiert sich in vier verschiedenen Räumen und gibt spannende Einblicke in die Geschichte des Ziegels durch zehntausend Jahre bis zurück zu den römischen Legionären. Die Entwicklung des Dachziegels, Mauerziegels und Ziegelzeichens werden ebenso umrissen und verschiedene Ziegelöfen vorgestellt. Eine Adresse, die in unserer Aufzählung über ausgefallene Museen in Wien nicht fehlen darf. Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat ist von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist zudem kostenlos. Also, ihr lieben Ziegelfans: Nichts wie hin in dieses skurrile Museum!

Penzinger Straße 59, 1140

Museum für Schwangerschaftsabbruch und Verhütung

Auf der Suche nach skurrilen Museen in Wien? Ein ziemlich kurioses hätten wir noch für euch parat: Das Museum für Schwangerschaftsabbruch und Verhütung entführt auf einen äußerst informativen historischen Streifzug durch die Geschichte der Verhütung. Beginnend bei den alten Ägyptern bis hin zu den heutigen Methoden erfährt man hier so einiges Wissenswertes aus den unterschiedlichen Kulturen. Weiters wird auch die Entwicklung des Schwangerschaftstests thematisiert. Besonders die Einblicke in die gesetzlichen Debatten rund um die Erlaubnis des Schwangerschaftsabbruchs sind in Verbindung mit den präsentierten Fällen besonders spannend. Der Eintritt kostet acht Euro und ermäßigt, für Besucher unter 22 Jahren, vier Euro.

Mariahilfer Gürtel 37/1. Stock, 1150

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Foltermuseum

Eine Spur finsterer und dunkler aber sicherlich nicht weniger sehenswert ist das Foltermuseum unweit der Mariahilfer Straße. In der historischen Location des Schutzbunkers aus dem 2. Weltkrieg wird die Entwicklung des Rechtssystems von der Antike bis zur Neuzeit beschrieben und anschaulich dokumentiert. Historische Fakten werden lehrreich aufbearbeitet und unterhaltsam präsentiert, wodurch man schnell das Gefühl bekommt, selbst in der Vergangenheit eingetaucht zu sein. Hinrichtungsstätten, Foltermethoden, Hexenverbrennungen – diese und viele andere Themen und Fragen werden mit Hilfe einer Vielzahl an originalgetreuen Exponaten und wissenschaftlichen Texten beantwortet.
Ein bisschen Grusel gibt es dort bereits um sechs Euro. Wer mit Ermäßigung rechnen kann, gelangt für vier Euro hinein.

Fritz-Grünbaum-Platz 1, 1060

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Die Jugendstiltoilette

Zwar kein wirkliches Museum aber trotzdem ein skurriles Highlight, das in fast jedem Wien Reiseführer angeführt wird, ist mit dem wohl schönsten „stillen Örtchen“ Wiens zu nennen. 1905 wurden in Wien über fünfzig öffentliche Toiletten „unterirdische Bedürfnisanstalten für Menschen beiderlei Geschlechts“ errichtet, um die hygienischen Zustände der Stadt zu verbessern. Die erste davon ist die Jugendstiltoilette am Graben, die heute unter Denkmalschutz steht, aber noch immer in Betrieb ist und die man zumindest einmal gesehen haben muss. In den relativ versteckt gelegenen Keller kommt man über die streng nach Geschlechtern getrennten Abgänge und taucht unten angekommen in eine längst vergangene Zeit ein. Für nur 50 Cent wird man mit den für den Jugendstil typischen Farbtönen, Formen und Materialien wie Eichenholz, Messing und Glas belohnt – alles sauber und in top Zustand.
Wer außerdem noch weitere sowie skurrile Toiletten in Wien besuchen mag, sollte einen Blick in unseren Beitrag zu den skurrilsten Toiletten Wiens werfen.

Graben 22, 1010

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Stadtführung – Auf den Wegen der Lust im Alten Wien

Stadtführung einmal anders und jede Menge Spaß verspricht dieser humorvolle Stadtspaziergang, der auf den Spuren der Wiener Dirne Josefine Mutzenbacher die Wiener Sittengeschichte von der Gründung der Stadt bis heute behandelt. Thematisiert werden unter anderem die Bordellmünzen der römischen Legionäre, die Keuschheitskommission Maria Theresias und die Hurenhäuser der Deutschen Wehrmacht. Auch die aktuelle Lage der Prostituierten in Wien und ihre sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen werden aufgegriffen.
Interessante und schlüpfrige Anekdoten und Geschichten über  Badestuben und Bordelle, oder die Rolle der Geschlechtskrankheiten in der politischen Geschichte machen die Tour zu etwas ganz Besonderem und garantieren jede Menge Schmunzeln und Gelächter. Auf der Homepage könnt ihr euch anmelden und erfahrt den Treffpunkt in der Innenstadt. Die Tour kostet 17 Euro pro Teilnehmer.

Original Wiener Schneekugelmanufaktur

Ein weiteres Schmankerl, das bei der Übersicht über skurrile Museen in Wien nicht fehlen darf, findet man im 17. Bezirk. Mit der Wiener Schneekugelmanufaktur gibt es dort die Einzige dieser Art in ganz Europa. Seit bereits 116 Jahren produziert der Familienbetrieb die Original Wiener Schneekugel, die Touristinnen und Touristen aus allen Himmelsrichtungen zu verzaubern vermag. Die Geschichte der Schneekugel geht auf Erwin Perzy I zurück. Der gelernte Chirurgieinstrumenten-Mechaniker und Erfinder entwickelte beim Experimentieren mit Kaltlicht und einer Schusterkugel schließlich mehr durch Zufall als geplant die erste Schneekugel. Für diese Idee erhielt er 1900 sogar die Ehrung des Kaisers. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr. Von Mitte November bis Ende Dezember ist das Museum täglich und durchgehend von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Wir sind der Meinung: Ihr solltet diesem einzigartigen Museum und dem dazugehörigen Shop unbedingt einmal einen Besuch abstatten.

Schumanngasse 87, 1170

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Schuhmuseum

In mühevoller Kleinarbeit wurde das Museum seit 1993 in den ehemaligen Veranstaltungsräumen der Innung umgebaut und modern eingerichtet. Der Schwerpunkt des Wiener Schuhmuseums liegt auf Österreichs einzigartiger Sammlung, die sich natürlich rund um die Fußbekleidung dreht. Auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern wird die Geschichte des Schuhmacher- und Orthopädieschuhmacherhandwerks im Wandel der Zeit präsentiert. Das es dabei auch ganz der Mode entsprechend schön schräg zugehen kann, werdet ihr bald an den eigenen Füßen, … äh mit den eigenen Augen bemerken.

Florianigasse 66, 1080

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Hutmuseum

Aufsetzten ist hier ausdrücklich erlaubt. Das Kaiser Franz Joseph Hutmuseum im 8. Bezirk ist ein Erlebnis-Museum mitten in einem 300 jährigen klösterlichen Weinkeller des K.u.K. Restaurant Piaristenkellers. Die Hutsammlung bietet neben wertvollen Sammlerstücken in den Vitrinen auch außergewöhnliche Modelle aus alten Zeiten, welche zum Tragen während der Besichtigung des Museums bereit stehen. Erlebt Kopfbedeckungen der noblen Wiener Gesellschaft und der prunkvollen Uniformen des K.u.K. Heeres, welche eine Blütezeit der Hutmode in Wien war.

Piaristengasse 45, 1080

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Condomi Museum

Wir empfehlen euch einen Besuch im Condomi Museum, das in unserem Artikel über skurrile Museen in Wien nicht fehlen darf. Was der Name schon vermuten lässt, dreht sich hier alles rund um’s Kondom. Von den frühen Anfängen bis hin zu kuriosen Erfindungen und Ideen rund um das Thema Kondom und Verhütung ist hier alles mit dabei. Wusstet ihr, dass es Kondome aus Latex schon seit den 20er Jahren gibt und heute sogar vegane und auch Fair Trade-Produkte erhältlich sind? Im 100 Quadratmetern großen Gewölbekeller des Geschäftes Liebenswert befindet sich eine große und kuriose, in über 20 Jahren zusammengetragene Sammlung, von seit bald 100 Jahren maschinell gefertigten Kondomen im Wandel der Zeit.

Esterhazygasse 26, 1060

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Wiener Bestattungsmuseum

Last but not least, geht es es jetzt von der Liebe zu etwas düsteren Angelegenheiten. Das Wiener Bestattungsunternehmen wartet mit zahlreichen interessanten Fakten und die kreativen Köpfe dahinter, werden nicht müde, sich coole Ideen für ihren Museumsshop auszudenken. Wir berichteten bereits am Blog über das Wiener Bestattungsmuseum und ihr neues Lego-Set. Wobei das längst nicht der erste PR-Move der Bestattung Wien ist, die in Sachen morbide Wiener gelegentlich aus dem Vollen schöpft. Während der langen Nacht der Museen konnte man etwa im Bestattungsmuseum Probe liegen und auch T-Shirts mit Sprüchen wie „Friedhöfe Wien – hier liegen Sie richtig!“ oder „Der letzte Wagen ist immer ein Kombi“ sowie Särge als USB-Sticks und Ähnliches erwerben. Okay, vielleicht sind die Sprüche, die es übrigens auch im Onlineshop des Museums gibt, nur so lange lustig, bis es ernst wird. Aber letztlich ist ja auch Humor, oder wie der Alt-Wiener sagt: „Hamour“, eine Bewältigungsstrategie. Lasst euch überraschen und plant am besten noch einen Spaziergang über den Zentralfriedhof ein, wenn schon, dann die volle Dosis Morbidität.

Simmeringer Hauptstraße 234, 1110

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Ihr wollt mehr zu Wiener Originalen wissen? Dann haben wir ein paar spannende Infos für euch parat. Außerdem wartet auf euch in Herrenbaumgarten ein ganz besonderes Ausflugsziel: Das Museum voller Nonsens

Auf der Suche nach weiteren neuen Locations und Erlebnissen? Bei uns im Blog findet ihr viele nützliche Infos, Veranstaltungstipps und kulinarische Highlights, die ständig erweitert und upgedatet werden und darauf warten, euch einmal mehr von Wiens Vielfalt zu überzeugen.

(c) Beitragsbild | Fälschermuseum
(c) Facebookheader | https://www.instagram.com/archaeonow/

×
×
×
Blogheim.at Logo