Skurrile Museen in Wien

Sonntag, 14. April 2019 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Skurrile Museen in Wien

Sonntag, 14. April 2019 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Wiens Vielfalt an Museen und Sehenswürdigkeiten ist uns allen bekannt und zieht immer wieder in den Bann. Wer jedoch gern einmal etwas Abwechslung zu den gängigen Touristenattraktionen wünscht, sollte sich unsere Übersicht an kuriosen und skurrilsten Museen nicht entgehen lassen. Viel Spaß!

von Marie Amenitsch & Luisa Lutter

UPDATE: August 2020

Einmal ein etwas anderes Kulturprogramm gefällig? Dann seid ihr hier in unserem Artikel über skurrile Museen in Wien und ausgefallene Touristenattraktionen bestens aufgehoben. Wien hat so einige extravagante, spannende und einzigartige Sehenswürdigkeiten zu bieten, die zum Schmunzeln bringen. Lest selbst!

Fälschermuseum

Den Start in unserem Artikel über skurrile Museen in Wien macht das Fälschermuseum. Taucht ein in die Welt der Kunstfälschung, die euch spannende Stunden und wissenswerte Fakten garantiert! Ihr findet das Privatmuseum gegenüber vom Hundertwasserhaus im 3. Bezirk. Ihr erfahrt bei eurem Besuch Kriminalgeschichten rund um die Werke der berühmtesten Kunstfälscher, wie Han van Meegeren, Konrad Kujau und Edgar Mrugalla. Dabei werdet ihr außerdem über die Unterschiede zwischen Original, Kopie und Fälschung aufgeklärt. Das Fälschermuseum ist ein wirklich abwechslungsreicher Programmpunkt, den ihr unbedingt auf eure To-do-Liste schreiben solltet.

Löwengasse 28, 1030

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Ziegelmuseum

Schon seit 1978 dreht sich in der Außenstelle des Bezirkmuseum Penzing alles um den Ziegelstein. Ja, richtig gelesen: Der quaderförmige Gebrauchsgegenstand, den wir alle kennen, steht hier im Mittelpunkt. Der Initiator des Museums und ehemalige Direktor Anton Schirmböck (1898-1982) gilt als der Begründer der Ziegelforschung in Österreich und hat im Zuge einer Ausstellung das Museum gegründet. Die große Sammlung ist über vier verschiedene Räume verteilt und gibt spannende Einblicke in die Geschichte des Ziegels, 10.000 Jahre zurück bis zu den römischen Legionären. Die Entwicklungen des Dach- und Mauerziegels und des Ziegelzeichens werden umrissen und verschiedene Ziegelöfen vorgestellt. Das Museum ist jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist zudem kostenlos. Also, ihr lieben Ziegel- und Baufans: Nichts wie hin, in dieses skurrile Museum!

Penzinger Straße 59, 1140

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Museum für Schwangerschaftsabbruch und Verhütung

Auf der Suche nach skurrilen Museen in Wien? Ein ziemlich kurioses hätten wir noch für euch parat: Das Museum für Schwangerschaftsabbruch und Verhütung entführt auf einen äußerst informativen Streifzug durch die Geschichte der Verhütung. Beginnend bei den alten Ägyptern erfährt man hier so einiges Wissenswertes zu den unterschiedlichen Kulturen und Verhütungsversuchen und -techniken. Weiters wird auch die Entwicklung des Schwangerschaftstests thematisiert. Besonders die Einblicke in die gesetzlichen Debatten rund um die Erlaubnis des Schwangerschaftsabbruchs sind in Verbindung mit den präsentierten Fällen besonders spannend.

Mariahilfer Gürtel 37/1. Stock, 1150

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Foltermuseum

Eine Spur finsterer und düsterer, aber sicherlich nicht weniger sehenswert, ist das Foltermuseum unweit der Mariahilfer Straße. In der historischen Location des Schutzbunkers aus dem 2. Weltkrieg wird die Entwicklung des Rechtssystems von der Antike bis zur Neuzeit beschrieben und anschaulich dokumentiert. Historische Fakten werden lehrreich aufbereitet und unterhaltsam präsentiert, wodurch man schnell das Gefühl bekommt, selbst in die Vergangenheit eingetaucht zu sein. Hinrichtungsstätten, Foltermethoden, Hexenverbrennungen – diese und viele andere Themen und Fragen werden mit Hilfe einer Vielzahl an originalgetreuen Exponaten und wissenschaftlichen Texten behandelt.

Fritz-Grünbaum-Platz 1, 1060

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Die Jugendstiltoilette

Zwar kein wirkliches Museum aber trotzdem ein skurriles Highlight, das in fast jedem Wien-Reiseführer angeführt wird, ist das wohl schönste stille Örtchen Wiens. 1905 wurden in Wien über fünfzig öffentliche Toiletten – genauer „unterirdische Bedürfnisanstalten für Menschen beiderlei Geschlechts“ – errichtet, um die hygienischen Zustände in der Stadt zu verbessern. Die erste davon ist die Jugendstiltoilette am Graben, die heute unter Denkmalschutz steht, aber noch immer in Betrieb ist und die man zumindest einmal gesehen haben muss. In den relativ versteckt gelegenen Keller kommt man über die streng nach Geschlechtern getrennten Abgänge. Unten angekommen taucht man in eine längst vergangene Zeit ein. Für nur 50 Cent wird man mit den für den Jugendstil typischen Farbtönen, Formen und Materialien wie Eichenholz, Messing und Glas belohnt – alles sauber und in Top-Zustand. Wer außerdem noch weitere skurrile Toiletten in Wien besuchen möchte, sollte einen Blick in unseren Beitrag dazu werfen.

Graben 22, 1010

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Stadtführung – Auf den Wegen der Lust im Alten Wien

Stadtführung einmal anders und jede Menge Spaß verspricht dieser humorvolle Stadtspaziergang, auf dem ihr auf den Spuren der Wiener Dirne Josefine Mutzenbacher wandelt und die Wiener Sittengeschichte von der Gründung der Stadt bis heute kennenlernt. Thematisiert werden unter anderem die Bordellmünzen der römischen Legionäre, die Keuschheitskommission der Kaiserin Maria Theresia und die Hurenhäuser der Deutschen Wehrmacht. Auch die aktuelle Lage der Prostituierten in Wien und ihre sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen werden aufgegriffen. Interessante und schlüpfrige Anekdoten und Geschichten über Badestuben und Bordelle oder die Rolle der Geschlechtskrankheiten in der politischen Geschichte machen die Tour zu etwas ganz Besonderem und garantieren jede Menge Schmunzeln und auch mal etwas Gelächter. Da ist es keine Überraschung, dass die Führung nur für Teilnehmende ab 14 Jahren geeignet ist. Auf der Homepage könnt ihr euch anmelden und erfahrt den in der Innenstadt gelegenen Treffpunkt.

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Original Wiener Schneekugelmanufaktur

Ein weiteres Schmankerl, das bei der Übersicht über skurrile Museen in Wien nicht fehlen darf, findet man im 17. Bezirk. Mit der Wiener Schneekugelmanufaktur ist die einzige ihrer Art in ganz Europa. Seit bereits über 100 Jahren produziert der Familienbetrieb die Original Wiener Schneekugeln, die Touristinnen und Touristen aus allen Himmelsrichtungen zu verzaubern vermögen. Die Geschichte der Schneekugel geht auf Erwin Perzy I. zurück. Der gelernte Chirurgieinstrumenten-Mechaniker und Erfinder entwickelte beim Experimentieren mit Kaltlicht und einer Schusterkugel schließlich mehr durch Zufall als nach Plan die erste Schneekugel. Für diese Idee erhielt er 1900 sogar die Ehrung des Kaisers. Wir sind der Meinung: Ihr solltet diesem einzigartigen Museum und dem dazugehörigen Shop unbedingt einmal einen Besuch abstatten.

Schumanngasse 87, 1170

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Schuhmuseum

In mühevoller Kleinarbeit wurde das Museum seit 1993 in den ehemaligen Veranstaltungsräumen der Innung umgebaut und modern eingerichtet. Der Schwerpunkt des Wiener Schuhmuseums liegt auf Österreichs einzigartiger Sammlung, die sich natürlich rund um die Fußbekleidung dreht. Auf einer Fläche von rund 100 Quadratmetern wird die Geschichte des Schuhmacher- und Orthopädieschuhmacherhandwerks im Wandel der Zeit präsentiert. Das es dabei auch ganz der Mode entsprechend schön schräg zugehen kann, wird bei eurem Besuch ganz schnell klar.

Florianigasse 66, 1080

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Hutmuseum

Aufsetzen ist hier ausdrücklich erlaubt! Das Kaiser Franz Joseph Hutmuseum im 8. Bezirk ist ein Erlebnis-Museum mitten in einem 300-jährigen klösterlichen Weinkeller des K.u.K. Restaurant Piaristenkeller. Die Hutsammlung bietet neben wertvollen Sammlerstücken in den Vitrinen auch außergewöhnliche Modelle aus alten Zeiten, welche ihr während der Besichtigung selbst aufsetzen könnt. Bewundert und erlebt die Kopfbedeckungen der noblen Wiener Gesellschaft und der Angehörigen des K.u.K.-Heeres aus der Blütezeit der Kopfbedeckung in Wien.

Piaristengasse 45, 1080

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Condomi Museum

Wir empfehlen euch einen Besuch im Condomi Museum, das in unserem Artikel über skurrile Museen in Wien nicht fehlen darf. Wie der Name schon vermuten lässt, dreht sich hier alles rund um’s Kondom. Von den frühen Anfängen bis hin zu kuriosen Erfindungen und Ideen rund um das Thema Kondom und Verhütung ist hier alles mit dabei. Wusstet ihr, dass es Kondome aus Latex schon seit den 20er-Jahren gibt und heute sogar vegane und auch Fair-Trade-Kondome erhältlich sind? Im 100 Quadratmeter großen Gewölbekeller des Geschäfts Liebenswert befindet sich eine große und kuriose Sammlung von dem seit bald 100 Jahren maschinell gefertigten Verhütungsmittel im Wandel der Zeit, die in über 20 Jahren zusammengetragen wurde.

Esterházygasse 26, 1060

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Wiener Bestattungsmuseum

Last but not least geht es es jetzt von Liebe und Sex zu etwas düsteren Angelegenheiten. Das Wiener Bestattungsmuseum präsentiert euch zahlreiche interessante Fakten zum Bestattungswesen und die kreativen Köpfe hinter der Einrichtung, werden nicht müde, sich coole Ideen für ihren Museumsshop auszudenken. Wir berichteten bereits am Blog über das Wiener Bestattungsmuseum und ihr neues Lego-Set. Wobei das längst nicht der erste PR-Move der Bestattung Wien ist, die in Sachen Morbidität gelegentlich aus dem Vollen schöpft. Während der langen Nacht der Museen konnte man etwa im Bestattungsmuseum Probe liegen und auch T-Shirts mit Sprüchen wie „Friedhöfe Wien – hier liegen Sie richtig!“ oder „Der letzte Wagen ist immer ein Kombi“ sowie Särge als USB-Sticks und Ähnliches erwerben. Okay, vielleicht sind die Sprüche, die es übrigens auch im Onlineshop des Museums gibt, nur so lange lustig, bis es ernst wird. Aber letztlich ist ja Humor, oder wie der Alt-Wiener sagt: „Hamour“, auch eine Bewältigungsstrategie. Lasst euch überraschen und plant am besten noch einen Spaziergang über den Zentralfriedhof ein – wenn schon, dann die volle Dosis Morbidität.

Simmeringer Hauptstraße 234, 1110

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Ihr wollt mehr zu Wiener Originalen wissen? Dann haben wir ein paar spannende Infos für euch parat. Außerdem wartet auf euch in Herrenbaumgarten ein ganz besonderes Ausflugsziel: das Museum voller Nonsens.

(c) Beitragsbild | Fälschermuseum
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