Valentinstag in Wien: Alternative Ideen

Ausgefallene Programmpunkte für den Valentinstag in Wien

Samstag, 10. Februar 2018 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Ausgefallene Programmpunkte für den Valentinstag in Wien

Samstag, 10. Februar 2018 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Der Valentinstag naht und ihr habt entweder keinen Plan oder keinen Bock? Wer nach einer Alternative zum obligatorischen Candlelight Dinner sucht oder St. Valentin am liebsten gleich den Stinkefinger zeigen würde, findet hier sicher ein paar Inspirationen.

von Viktoria Klimpfinger & Luisa Lutter

Bald ist es wieder so weit: Deko-Geschäfte quellen über vor rot-rosa Kitschkram, alle möglichen Lebensmittel werden in unnatürliche Herzformen gepresst und die Floristen reiben sich erwartungsvoll die Hände. Der Valentinstag naht in großen, lächerlich verliebt-hopsenden Schritten. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn – und wieder andere hassen sich dafür, dass sie ihn insgeheim lieben. Für alle, die die Nase voll von Kerzenschein und Michael-Bublé-Dauerschleife haben, haben wir hier ein paar Tipps für einen alternativen Valentinstag in Wien.

Romantischer Heringssalat

Dieses Jahr fallen Valentinstag und Aschermittwoch auf denselben Tag – zwei Anlässe, die auf den ersten Blick besser nichts miteinander zu tun haben sollten. Vielleicht aber die perfekte Kombi für Alternativ-Romantiker: Immerhin gibt es wohl kaum ein Gericht, das mehr sagt: „Candlelight-Dinner? Nicht mit mir!“, als der traditionelle Heringsschmaus am Aschermittwoch. Den gibt’s im Salon Schräg als Valentinsspecial erstmals in Kombination mit Kleinkunst: Ab 20 Uhr zeigt Kabarettist und Poetry Slammer Mike Hornyik Auszüge aus seinem Programm. Damit sind also auch peinliches Schweigen und verunsichernd-intensiver Blickkontakt erstmal vom Tisch – puh!

Kulinarische Lesung

Ja, ja, Leibspeisen und Literatur  – das Dreamteam für einen gelungenen Valentinstag. Das sieht auch die Buchhandlung Seeseiten so. Nicht umsonst stellt Autorin Jasmin Parapatits dort schon am 13. Februar ihr romantisches Kochbuch „Eine Portion Liebe“ vor, das neben sexy Rezepten ein historisches Eintauchen in die Affäre zwischen Essen und Erotik verspricht. Heißer Tipp für alle Präsentationsmuffel: Später setzt man hier mit Kostproben und Weinverkostung das Gehörte in die Praxis um – natürlich nur kulinarisch! Anmelden kann man sich unter buchhandlung@seeseiten.at und fünf Euro sollte man parat haben. Knausern ist immerhin unromantisch!

Erotische Stadtführung

Schnappt euch Begleitung und dann geht es direkt hinein in eine zweistündige, wilde Rätselrallye bzw. Schnitzeljagd durch den ersten Bezirk. Createyourdate  hat zusammen mit ArchäoNOW ein neues Highlight in ihre Liste aufgenommen. Euch erwartet Liebe, Lust und Leidenschaft einmal in ganz neuer Form. Deckt alte Geschichten und geheime Infos zur Sexmetropole Wien auf. Von Beichtstühlen bis hin zu Geschlechtsorganen am Stephansdom ist alles vertreten. Wien war noch nie so geheimnisvoll erotisch!

Brunnen Wien

(c) By Manfred Werner / wikimedia

Seifenoper mal anders

Wem der Gedanke an den sub-romantischen Heringsschmaus oder nicht näher definierte Kostproben nicht unbedingt den Mund wässert, der kann sich am Valentinstag auch ohne kulinarische Experimente literarisch bespaßen lassen. Die Poetry Soap „Sinn & Seife“ lockt Verliebte und Verschmähte auf Partnersuche gleichermaßen ab 19:30 Uhr ins Wohnzimmer des Café 7stern. Jeden Monat berichten hier sieben Schriftstellerinnen und Schriftsteller literarisch aus ihrer WG. Diesmal stehen natürlich vor allem die Liebe und ihre Begleiterscheinungen thematisch auf dem Plan. Nur mit sicherlich kreativeren Wortspenden als die klassischen „Rosen sind rot“-Gedichte.

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Liebe zur Natur

Bevor wir mit der geballten Mischung aus Liebe und Literatur doch wieder voll in Richtung Kitsch-Klischee abrutschen, flüchten wir lieber schnell ins Museum. Das Kunsthaus Wien veranstaltet am 14. Februar um 17 Uhr nämlich die Spezialführung „In Love with Nature“ für Paare und Individualverliebte. In der aktuellen Foto-Ausstellung „Visions of Nature“ geht es um eine Beziehung, die viel epochaler ist als Romeo und Julia, viel grundlegender als Adam und Eva und viel tiefgehender als Batman und Robin: die Problem-Liaison zwischen Mensch und Natur. So ganz ohne Kitschgeste wird man aber auch hier nicht auf die grauen Straßen entlassen: Zum Abschluss gibt’s noch ein Gläschen Sekt! Dafür legt man doch gerne mal acht Euro hin. Hier kann man sich anmelden.

Schmusende Meisterwerke

Auch in der Albertina kann man sich am Valentinstag vor rosa Herzchen und überladenen Blumensträußen in Richtung Kunst retten. Allerdings kommt man der romantischen Liebe als Thema hier nur schwer aus – wie auch, ist sie doch eines der wesentlichen Motive großer Kunst. Genau das kann man sich hier zur Feier des Tages mal genauer ansehen. Für vier Euro will eine Spezialführung ab 17 Uhr anhand ausgewählter Werke zeigen, wie vielfältig sich die Liebe vom Drama bis zum Happy End in der Kunst niederschlägt. Egal ob sich also das verliebte Pärchen glücklich seufzend in jedem zweiten Gemälde wiedererkennt oder sich der Anti-Romantiker daneben mit hämischem Seitenblick auf die prätentiösen Turteltauben an dargestellten Liebestragödien ergötzt – hier ist für jeden was dabei.

Mach dir deine Pralinen selbst!

Auch wenn wir versuchen, die typischen Valentinsklischees so gut es geht zu umschiffen, können wir auf eines einfach nicht verzichten: die Schoki! Aber auch hier gibt es die Möglichkeit, sich kreativer mit der Materie auseinanderzusetzen als im Supermarkt die Süßwarenregale zu plündern und danach erschöpft röchelnd auf dem Sofa zu vergammeln. Im Chocolate Museum im Wiener Prater darf man am Valentinstag endlich das, was die Schokotiger unter uns gleich kreischend von den Sesseln reißen wird: Schokolade selber machen! Nach einer kurzen theoretischen Einführung und Verkostung sind der Naschkatzen-Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt.

Varieté statt Klischee

Ihr wollt euren Valentinstag doch lieber verrückter, schillernder, frivoler? Dann kommt ihr bei der 17. Open Stage Night in der Eden Bar voll auf eure Kosten. Wie jedes Mal präsentiert sich auch am 14. Februar eine bunte Schar an Schauspielern, Burlesque-Tänzerinnen, Zauberern und allem, was die Varieté-Lade zu bieten hat, dem ausgelassenen Publikum.

Die Anti-Variante

Wer sich aber mit St. Valentin in persönlichem Klinsch befindet, der ist sicherlich am Anti-Valentines* Ball im WUK gut aufgehoben. Die queere Gegenveranstaltung zum Valentinswahn findet natürlich prompt nicht am 14. statt, sondern am 17. Februar. Wie jedes Mal ist auch heuer ein Film von John Waters Motto und Programm, und zwar „Pink Flamingos“. Schrill kostümiert, lässt man sich hier von einem schön-schrägen Sample aus Acts und DJs durch den Abend feiern. Die Tickets kosten 10 Euro im Vorverkauf.

Noch mehr Inspiration für eure Freizeitgestaltung findet ihr übrigens bei unseren To Do’s.

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