Bücher und Filme übers Weitwandern

Bücher und Filme übers Weitwandern

Dienstag, 23. Juni 2020 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Bücher und Filme übers Weitwandern

Dienstag, 23. Juni 2020 / Lesedauer: ca. 5 Minuten

Ihr seid auf der Suche nach etwas Wander-Inspiration, braucht noch die geeignete Urlaubslektüre oder mögt Filme über Reisen mit viel Hatscherei? Hier empfehlen wir euch ein paar Bücher und Filme zum Thema Weitwandern.

von Magdalena Mösenlechner

*Wir wollen euch auch während des zweiten Lockdowns inspirieren und versuchen, unsere Artikel laufend Covid-konform upzudaten. Bitte haltet euch weiterhin an die Maßnahmen. Nur wenn wir jetzt zusammenhalten und aufeinander schauen, können wir möglichst bald wieder all diese Inspiration gemeinsam genießen und zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren.

Einatmen, ausatmen, Schritt, Schritt. Wandern hat zeitweise fast etwas Meditatives. Kein Wunder also, dass uns das weite Zurücklegen von Strecken nur auf unseren Beinen auf gewisse Weise fasziniert. Besonders spannend sind natürlich die Geschichten und Erlebnisse jener, die sich den ersten Schritt von abertausenden schon getraut haben zu gehen. In diesem Artikel empfehlen wir euch einige Bücher und Filme übers Weitwandern, um euch vielleicht zu eurer eigenen Reise zu inspirieren, oder euch wenigstens in die Welt der Fernhatschenden zu entführen.

Der große Trip – Cheryl Strayed

Dieses Buch basiert auf den Erfahrungen der Amerikanerin Cheryl Strayed. Anfang 20 sieht sich Cheryl Strayed mit dem plötzlichen Tod ihrer Mutter konfrontiert, die nur vier Wochen nach ihrer Diagnose an Krebs stirbt. Diesem einschneidenden Erlebnis folgen Experimente mit allerlei Drogen und Sex mit wahllosen Partnern. Cheryls Ehe zerbricht und nach vier Jahren strauchelndem Dasein beschließt sie, dass sich etwas ändern muss, weshalb sie einen Teil des Pacific Crest Trails wandern möchte. Dieser Fernwanderweg führt sie 1.600 Kilometer lang von der Mojave-Wüste Kaliforniens über Oregon nach Washington. In dem Buch begleitet ihr Cheryl als Weitwanderanfängerin auf diesem spannenden aber auch zehrenden Trip, während dem die Konfrontation mit ihrer eigenen Vergangenheit sie mindestens so viel Kraft kostet wie die körperlichen Strapazen es tun. Nach vielfachem Durchwälzen hat unser Exemplar nun schon mehr Eselsohren als wir zählen können, und der Tatsachen-Roman ist uns immer wieder ein Quell der Inspiration, wenn es um das Überwinden harter Zeiten geht. 2014 wurde der Bestseller außerdem verfilmt, mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle, und räumte neben mehreren Oscar-Nominierungen auch jede Menge gute Kritik und unser Wohlwollen ab. Besonders die Filmmusik und die episodische Erzählung mittels Rückblenden gestaltet das Werk besonders spannend.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Ich bin dann mal weg – Hape Kerkeling

Ebenfalls ein autobiografisches Buch, geschrieben von Komiker, Autor und Schauspieler Hape Kerkeling. Bei einem seiner zahlreichen Bühnenauftritte bricht Hape zusammen und bekommt daraufhin ärztlich geraten, eine Schonzeit vom Showbusiness einzulegen. Gefrustet von der häuslichen Ruhe beschließt er auf Anraten seiner Großmutter auf dem Jakobsweg zu pilgern. Auch hier wird der Protagonist von einem einschneidenden Erlebnis dazu bewegt, sich dem Fernwandern zu widmen – wir erkennen langsam ein Muster. Irgendetwas spirituelles scheint das weite Zurücklegen von Strecken ausschließlich mit dem Fuß-Mercedes also innezuhaben. Getrieben von seinem Gesundheitszustand begibt sich der Sportmuffel Hape Kerkeling also auf die Reise nach Saint-Jean-Pied-de-Port, um von dort die rund 770 Kilometer nach Santiago de Compostela zurückzulegen. Die ehrlichen Darstellungen der Wander-Wehwehchen, die interessanten Wegbekanntschaften und Hape Kerkelings einnehmende, humorvolle Schreibe holen uns direkt ab und machen es schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Nicht ohne Grund schaffte es dieses Wohlfühl-Stückchen Literatur ganze zwei Jahre auf Platz eins der Spiegel-Bestseller-Liste zu verweilen. Auch die Verfilmung entlockt uns das ein oder andere Schmunzeln, reicht aber nicht ganz an das Buch heran, vor allem, was die Beschreibung der einzelnen Charaktere angeht.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Zum Glück gibt es Umwege – Anne Buist & Graeme Simsion

Ein weiterer Roman mit dem Jakobsweg als Schauplatz. Die fiktive Geschichte stammt nicht nur aus einer, sondern gleich aus zwei verschiedenen Federn. Denn das Ehepaar Graeme Simsion und Anne Buist schrieb dieses Buch gemeinsam, nachdem sie den Jakobsweg von Cluny bis Santiago de Compostela meisterten. Die Handlung dreht sich um eine frisch verwitwete Amerikanerin namens Zoe, die aus einem Impuls heraus beschließt, am Camino zu wandern. Der geschiedene Lehrer und Technik-Enthusiast Martin hingegen sieht den Jakobsweg eher als eine Art Produkttest, um den von ihm designten Wanderkarren für Rückengeschädigte auszuprobieren. Immer wieder begegnen die beiden grundverschiedenen Persönlichkeiten einander auf ihrem Weg, und sind erstmal nicht gerade beschwingt von Sympathie füreinander. Hinreißend witzig und empathisch geschrieben, klingt dieses Buch auch hinter der letzten Seite noch eine Weile nach. Außerdem zeigt es die verschiedenen Seiten des Jakobswegs sehr gut auf, da der französische Ort Cluny rund 1.800 Kilometer von Santiago entfernt liegt, und die Wege am Anfang des Buches weitaus menschenleerer und andächtiger sind, als jene kurz vor der spanischen Grenze.

Laufen. Essen. Schlafen. – Christine Thürmer

Ende 30, unsportlich und gekündigt – Anfang der 2000er stand Christine Thürmer nach Jahren in der PR-Branche plötzlich ohne Halt und ohne Plan da. Gänzlich untrainiert reist sie von Deutschland nach Mexiko, um die 4.700 Kilometer des Pacific Crest Trails bis nach Kanada zu wandern. Plattfüße, X-Beine und Übergewicht halten Christine aber nicht auf, und so bleibt dies keineswegs ihre letzte Wanderung. 2007 meistert sie den Continental Divide Trail, gefolgt von dem Appalachian Trail. Mittlerweile gilt die ehemalige Couch Potatoe als die meistgewanderte Frau der Welt mit über 50.000 Kilometern Hatscherei hinter sich. In ihrem Buch erzählt sie von ihren Erfahrungen, gefüllt mit jeder Menge erheiternden Anekdoten, nützlichen Tipps und ausgefallenen Tricks, wie dem Nicht-Tragen von Unterwäsche bei Wanderungen und dem ständigen Mitführen von Müllsackerln. Christine bietet einen recht ehrlichen und ungeschönten Blick auf die Erlebnisse des Weitwanderns und betont häufig, dass diese mehr von Dreck, Sand und Gestank geprägt sind als von Om und Rosenduft. Trotzdem wolle sie nicht damit aufhören, denn der Flow, der sich dabei einstelle, sei nirgends anders so stark und das Glücksgefühl beim Finden einer Dusche ein unfassbares Hoch.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Die Canterbury Schwestern – Kim Wright

In diesem fiktiven Roman macht sich die frisch getrennte amerikanische Sommelière Che auf eine Pilgerreise von London nach Canterbury. Dabei wird sie jedoch weder von Selbstfindung noch von ihrer zurückliegenden Trennung getrieben, sondern von ihrer Mutter – ihrer toten Mutter. Ein Brief im Testament trägt Che auf, die Pilgerreise anzutreten, und dabei die Asche zu verstreuen. Zusammen mit acht sehr verschiedenen Frauen begibt sie sich auf die einwöchige Wanderung. In alter Pilgertradition soll dabei jede von ihnen eine Geschichte über die Liebe erzählen. Die unterschiedlichen Geschichten und blumig gemalten Charaktere machen es zu einem ergreifenden Buch, wobei man zwischendurch sowohl leichtes Magenziehen vor Traurigkeit als auch Muskelkater vom Lachen bekommt. Weniger kitschig als es sich anhört, und lehrreicher als man denken würde.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Spuren – Robyn Davidson

Anfang der 1970er-Jahre kommt die 24-jährige Australierin Robyn auf eine wahnwitzige Idee. Sie möchte 2.700 Kilometer quer durch die australische Wüste zurücklegen, nur begleitet von einem Hund und vier Kamelen. Nach über zwei Jahren der Vorbereitung begibt die Studentin sich auf ihren neunmonatigen Fußmarsch durch die karge Landschaft. In ihrer Autobiografie erzählt Robyn von der Suche nach sich selbst, ihrem Annähern mit der Kultur der Aborigines und natürlich den unausweichlichen Strapazen der Reise.

„Kamelreisen beginnen oder enden nicht, sie verändern nur die Form.“

2014 wurde diese unfassbare Geschichte auch verfilmt, in den Hauptrollen besetzt mit Mia Wasikowska und Adam Driver. Allein der Bilder wegen ist dieser Film definitiv sehenswert, denn die endlose Weite und Wildnis der australischen Wüste reißt uns von Beginn an mit. Ein langsames Erzähltempo und die detaillierte Zeichnung der einzelnen Charaktere schaffen es, der packenden Autobiografie von Robyn Davidson gerecht zu werden.

Angefixt von all den Geschichten träumt ihr euch nun auch auf Weitwanderwege? Wir haben am Blog einige Wege für den Einstieg in Österreich für euch zusammengefasst. Außerdem haben wir uns die abenteuerlichsten Wanderungen für euch angeschaut. Wenn ihr noch Inspiration für euren Sommerurlaub braucht, dann findet sie auf unserer Sommer-dahoam-Seite.

(c) Beitragsbild | Reyssyndrome | Instagram

×
×
×
Blogheim.at Logo
Adventkalender PopUp Handy PopUp Adventkalender

You have Successfully Subscribed!