Innsbruck Hipster

Der Hipster-Guide für Innsbruck

Dienstag, 14. August 2018 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Der Hipster-Guide für Innsbruck

Dienstag, 14. August 2018 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Hipp, hipper, Hipster! Jutebeutel und Co. sind zwar keine brandneue modische Offenbarung, aber immer noch das Sinnbild des urbanen Lifestyles. Auch in Innsbruck. Deshalb haben wir hier ein paar Hotspots für euch, an denen sich die Stadt die Hornbrille bis zum Anschlag auf die Nase drückt.

von Viktoria Klimpfinger

Nach so vielen Jahren sollte man meinen, dass die Hipster-Welle irgendwann mit vollem Karacho gegen eine Felswand geknallt und zerschellt ist. Wohl kaum: Wie jede Welle zieht sie sich zwar vielleicht zurück und reißt dabei ein paar unaufmerksame Surfer mit sich. Doch dann schlägt sie uns bei der nächsten Flut aufs Neue ins Gesicht. Und plötzlich sitzen wir wieder da, klitschnass, mit Hornbrille auf der Nase, Jutebeutel um die Schulter und aufgekrempelten Karottenhosen an den Beinen. Bevor uns langsam die nautischen Metaphern für einen schon längst totgeschriebenen Urbantrend ausgehen, nehmen wir euch am besten einfach mit zu den Hipster-Hotspots von Innsbruck.

Fein shoppen

Der Hipster-Trend definiert sich – wie leider jeder größere Hype – zu einem Großteil über It-Pieces. Also Klamotten. Sagen wir es doch, wie es ist. Anspruchsvolle Jutebeutel-Schwinger können sich im feinheiten… in der Altstadt von Kopf bis Zehenring einkleiden. Hier liegen Kleidungsstücke, Accessoires und sogar Papierwaren unterschiedlichster Designer auf. Allerdings aber vor allem für Frauen. Außer die Papierwaren natürlich. Die sind unisex.

feinheiten... Innsbruck

Papierwaren im feinheiten…

Mucke, Matte und Klamotte

Klamotten für beide Pole auf dem Geschlechterspektrum hängen hingegen im Wearhouse herum. Schon allein, wenn man den großen Shop betritt, fühlt man sich irgendwie fancy: freihängende Kleiderständer, verkachelte Wände, Pflanzen und sogar eine Bar mitten im Geschäftsraum. Ja, richtig gelesen: Hier könnt ihr Shoppen und Vino süffeln. Außerdem legen hier zu späterer Stunde auch DJs auf. Doch das ist längst noch nicht die ganze Kombi: Im Obergeschoss könnt ihr euch beim Frisör die Haare schönmachen lassen, falls die Frisur beim Shoppen verrutscht ist.

Wearhouse Innsbruck

Die Bar im Wearhouse.

Zwirbelt euren Moustache!

Apropos Frisur: Was ist wohl mehr Sinnbild für die Hipsterkultur als die Gesichtsbehaarung auf der Oberlippe? Nur dass wir sie nicht mehr Porno-Schnauzer nennen, sondern Moustache. Dass wir uns auf unserer Hipster-Tour auf einen Cappuccino ins Café Moustache verziehen, liegt also auf der Hand. Hier ist es allerdings nicht haarig, sondern tropisch. Die schummrige Atmosphäre und die eigenwillige Ausstattung verbreiten irgendwie Dschungel-Feeling. Und wem’s im Sommer drinnen zu tropisch ist, der kann sich im Schanigarten die Sonne auf den Moustache scheinen lassen.

Innsbruck Stadtführer

Die Bar des Café Moustache

DIY-Burritos

Obwohl wir damit riskieren, aus unseren Röhrenjeans zu platzen, geht für uns nichts über Burritos, Tacos und so ziemlich alles, was man in eine Teigflade stecken kann. Das Machete hat sich selbst den Untertitel „Burrito Kartell“ verliehen. Und ominöse Machenschaften, die mit Kartellen meistens einhergehen, hin oder her – die Typen wissen, was sie tun. Ihr bekommt eine Karte zum Ankreuzen und könnt euch so euren Burrito selbst zusammenstellen. Und auch, wenn der Magen noch nicht knurrt, lohnt sich ein Abstecher ins Machete allein schon für die Cocktails. Denn die schmecken verhängnisvoller Weise nach mehr. Und bevor ihr nervös mit euren Birkis wippt: Ja, es gibt natürlich auch Moscow Mule. Und ja, natürlich im Häferl.

Filmnacht auf Vintage

Wie wär’s nach dem Essen mit einem Film? Für Nachos mit Käsesauce ist der Bauch wahrscheinlich zu voll. Aber echte Cineasten gehen sowieso wegen der Filme ins Kino, nicht wegen der Snacks. Das haben wir uns zumindest im Leokino sagen lassen. Dort gibt’s weder Popcorn noch Nachos und schon gar keine Trinkbecher mit Strohhalmen zum Schlürfen. Die Getränke bekommt ihr in Gläsern und snacken könnt ihr Mannerschnitten oder Chips aus der Tüte. It’s all about the movies, you Banausen! Und die sind natürlich keine Blockbuster oder seichten Rom-Coms, sondern vornehmlich im Independent-Genre angesiedelt.

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Den Kulturkater streicheln

Schon allein daran, dass Independent-Filme und -Musik zum intellektuellen Statussymbol erhoben wurden, zeigt sich zum Glück, dass hinter dem Hipster-Trend mehr steckt als Outfits mit aufdringlichem Eigencharakter. Denn eigentlich sind wir doch alle kleine special snowflakes, die sich zufällig in ihrem total individuellen Kulturgeschmack einig sind. Im Kater Noster beruhigt man nicht nur mit süßen Snacks euren knurrenden Magen, sondern stillt im Keller auch euren Kulturhunger auf allen Ebenen: Ausstellungen, Pop-Up-Shops, Konzerte – you name it!

Spontan feiern am Inn …

Auch Outdoor wissen die Innsbrucker, wie man das hippe Tanzbein schwingt und die Birkis zum Glühen bringt. Die Veranstaltungsreihe „Sonnendeck“ haut euch ab und zu am Inn-Ufer gleich hinter der Alten Uni die Bässe um die Ohren. Das alles ist aber natürlich in alter Techno-Manier total spontan, exklusiv und etwas improvisiert: Ob und wann das Sonnendeck wieder mal ausgefahren wird, erfahrt ihr meist erst am selben Tag über Facebook oder den Instagram-Account des Bonanza-Festivals, das sich mit dem Sonnendeck die Organisatoren teilt. Eintritt ist, wie es sich für einen waschechten Spontan-Rave gehört, frei. Improvisierte Getränkestände gehören aber natürlich trotzdem dazu. Und leider auch die Sperrstunde um ungefähr 22 Uhr – spontane Partys sind eben meistens nur bis zum Ende des Hauptabendprogramms geduldet.

… oder wie bei Tantchen

Dass das Spontanfeiern zeitlich begrenzt ist, macht der hippen Szene in Innsbruck aber nichts. Dann pfeift man sich eben noch einen Club Mate rein, wirft sich die zu große Vintage-Bomberjacke über und zieht weiter zur „Tante Emma“. „Ein Stück Berlin im Herzen von Innsbruck“ nennt sperrstunde.at den Szene-Laden in den Viaduktbögen. Immerhin ist Berlin doch die ungekürte Hipster-Hauptstadt. Und wie es sich für das Feiern Berliner Art gehört, schmettern hier die Elektro-Sounds bis zum Morgen aus den Boxen. Mittwochs und freitags bis sechs Uhr, samstags sogar bis neun Uhr Früh. Die Tante Emma wäre aber keine fürsorgliche Tante, würde sie euch nach einer durchzechten Nacht nicht mit einer guten Tasse Kaffee aufpäppeln.

Ihr würdet Innsbruck gerne noch besser kennenlernen? Wir sind mit dem „kleinen Einheimischen“ in der Hand durch die Stadt spaziert. Und für die Kaffee-Pause dazwischen haben wir ein paar gemütliche Cafés in Innsbruck für euch.

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