Luisa Initiative

Codewort für Belästigung: „Ist Luisa hier?“

Freitag, 3. Mai 2019 / Lesedauer: ca. 2 Minuten

Codewort für Belästigung: „Ist Luisa hier?“

Freitag, 3. Mai 2019 / Lesedauer: ca. 2 Minuten

Ist Luisa hier? Wenn Frauen in Bars und Clubs, die an der deutschen Initiative Luisa ist hier teilnehmen, diese Frage stellen, signalisieren sie damit, dass sie belästigt oder bedrängt werden. Innsbruck ist die erste Stadt, die Luisa auch nach Österreich holt.

von Viktoria Klimpfinger

Als Frau kennt man das Szenario beim Fortgehen leider nur zu gut: Irgendein versoffener Typ in der Ecke fixiert dich mit Schlafzimmerblicken, kommt auf dich zu und lallt dich an, ja, grapscht vielleicht sogar zu. Du ekelst dich, wehrst ihn ab, beschließt aber sicherheitshalber doch, das Lokal zu verlassen. Deine Stimmung hat er dir sowieso gründlich versaut. In Innsbruck hilft dir seit 1. Mai Luisa in solchen Fällen weiter.

Codewort senkt Hemmschwelle

Luisa ist allerdings keine Security-Kraft oder gar eine Ordnungshüterin, sondern die Kurzform für die Initiative „Luisa ist hier“. Das Codewort „Ist Luisa hier?“ soll Frauen in Lokalen und Clubs dabei helfen zu melden, wenn sie sich belästigt fühlen. Gerade in einer lauten, stressigen Clubatmosphäre ist es oft sogar schon eine Herausforderung, den richtigen Drink zu bestellen, geschweige denn ausführlich zu erklären, wie man von wem belästigt wurde. Noch dazu, wenn derjenige vielleicht knapp neben einem steht. Richtet man sich mit der Frage nach Luisa an das Barpersonal, ist es darauf geschult, die fragende Person an einen ruhigen Ort zu bringen und weitere Hilfeschritte anzubieten. Sei es entweder das Rufen eines Taxis, die Benachrichtigung einer Vertrauensperson oder der Rauswurf des unguten Gastes.

Wie Luisa nach Innsbruck kam

Sexualisierte Gewalt sei zwar in Innsbruck kein großes Thema, aber dennoch kenne Clubbetreiber Frederick Lordick Fälle, in denen Frauen belästigt und damit aus dem Club vertrieben wurden. Doch warum sollen die Frauen heimgehen und nicht die, die ihnen auf die Pelle rücken? Mit Luisa ist beides möglich – eine sichere Heimfahrt oder sicheres Weiterfeiern. Lordick stieß auf die Initiative und holte sie gemeinsam mit anderen Innsbrucker Clubbetreibern in die Tiroler Hauptstadt. 20 Clubs und Bars machen mit – ihr Personal bekommt in den nächsten Wochen eine Einschulung zum Thema. Darunter etwa: Cafe Bar Moustache, Cloud 9, Club Cubique, Dachsbau, Felix, Gang & Gebe, Jimmy’s, Kater Noster, Machete, p.m.k., Sixty Twenty, Tante Emma. Welche Lokale teilnehmen, erkennt ihr vor Ort klar an Stickern und Logos der Initiative.

Gebürtige Deutsche, erstmals in Österreich

Ursprünglich stammt Luisa aus Deutschland – das erste Mal wurde sie in Münster vom Frauen-Notruf ins Leben gerufen. Einige Jahre, nachdem sie ins Nachtleben integriert wurde, erklärten viele Frauen, dass sie sich nun sicherer beim Fortgehen fühlen würden. Mittlerweile ist Luisa in mehreren Städten in Deutschland und der Schweiz vertreten – und mit dem Innsbrucker Nachtleben erstmals auch in Österreich.

Wenn ihr als Frauen innerhalb der Familie oder eurer Beziehung mit Gewalt konfrontiert seid, könnt ihr euch österreichweit an die Frauenhelpline wenden unter: 0800 / 222 555. Weitere wichtige Nummern findet ihr etwa auch auf feminy.de.

Wichtig ist, dass wir uns von unangenehmen Vorfällen und übergriffigen Partygästen nicht das Feiern nehmen lassen. Also auf ins Innsbrucker Nachtleben! Außerdem haben wir uns angesehen, was man in Innsbruck tagsüber alles anstellen kann.

(c) Beitragsbild | Drew Hays | Unsplash

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