feministische Bücher

10 Bücher, die der Feminismus immer noch braucht

Sonntag, 28. März 2021 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

10 Bücher, die der Feminismus immer noch braucht

Sonntag, 28. März 2021 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Kennt ihr das, wenn ihr Bücher ohne Ende kauft und diese sich dann auf dem Nachtkästchen stapeln, ohne dass ihr sie jemals lest? Im Japanischen gibt es dafür den Ausdruck: Tsundoku. Wir haben zehn Bücher gesammelt, bei denen euch das auf keinen Fall passieren darf. Klickt euch durch unsere Liste und schnappt euch euren Notizblock, denn für feministischen Lesestoff ist nun gesorgt.

von David Samhaber

*Wir wollen euch auch während der aktuellen Maßnahmen inspirieren und versuchen, unsere Artikel laufend Covid-konform upzudaten. Bitte haltet euch weiterhin an die Maßnahmen. Nur wenn wir jetzt zusammenhalten und aufeinander schauen, können wir möglichst bald wieder all diese Inspiration gemeinsam genießen und zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren.

Feminismus geht uns alle etwas an, ganz egal, ob und welchem Geschlecht wir uns zugehörig fühlen. In den folgenden Büchern werden Systeme durchleuchtet, durchbrochen, in Frage gestellt und Alternativen geboten. Die Liste ist lang und sie könnte noch viel länger sein, denn zum Glück gibt es immer mehr Autor*innen, die sich den wichtigen Geschichten zum Thema Feminismus widmen und auch ihre eigenen Erfahrungen preisgeben. Danke dafür!

Biografien & Porträts

Kim Jiyoung, geboren 1982 von Nam-Joo Cho

Nam-Joo Cho porträtiert in ihrem Roman eine junge Frau namens Kim, die in Korea aufwächst. Und damit wird sie in einem System sozialisiert, in dem Frauen grundsätzlich untergeordnet werden. Es ist ein schockierendes Porträt über die Protagonistin selbst, aber auch generell über das Frau sein und die Gesellschaft in Korea. Kim selbst ist eine intelligente und scharfsinnige Frau, die genau weiß, was sie will. Sie will Erfolg, sie will einen Job, der ihr Spaß macht, und sie will das alles selbst erreichen. Doch in Korea dominieren Männer die Arbeitswelt – und auch so ziemlich den Rest des Lebens. Frauen sind in Chef*innenetagen und gut bezahlten Jobs kaum zu finden. Die Kindererziehung ist Frauensache, sexuelle Belästigung und Missachtung jeglicher Privatsphäre ist selbst auf der Damentoilette Gang und Gebe. Kim hält diesem Druck nicht stand und flüchtet sich in andere Persönlichkeiten. Beim Lesen werdet ihr aus dem Staunen kaum herauskommen. Ihr werdet euch fragen, wie es dort in Korea noch immer so schlimm sein kann. Doch so wenige Parallelen zu unserer Gesellschaft in Westeuropa gibt es gar nicht. Leider.

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Mädchen, Frau etc. von Bernardine Evaristo

Der Roman von Bernardine Evaristo bringt alle Leser*innen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn so “woke” wir uns manchmal in unserer Blase schon fühlen, umso aufmerksamer müssen wir werden, nicht in Selbstgefälligkeit und Selbstverständlichkeit zu verfallen. Unsere eigenen Erfahrungen sind nie gleichzusetzen mit denen anderer Menschen – und genau da trifft die Autorin von Mädchen, Frau etc. den Nerv der Zeit. Denn sie porträtiert zwölf Frauen mit afrikanischen Wurzeln, die in England leben und die gegen eine Gesellschaft kämpfen, die schwarze Frauen kaum berücksichtigt. Das Buch erhielt bereits mehrfach Preise und Auszeichnungen und sollte unbedingt in eurem Bücherregal stehen. Oder noch besser – in euren Händen ruhen, während ihr es lest.

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Science Fiction

Die Gabe von Naomi Alderman

Dass Frauen Angst haben (müssen), im Dunkeln alleine die Straße entlang zu gehen, oder sich großes Unwohlsein in ihnen ausbreitet, wenn sie an einer Gruppe Männer vorbeigehen und die Blicke auf sich spüren, hat mit Science Fiction wenig zu tun. Das ist die bittere Realität. Die Autorin Naomi Alderman hat deshalb den Spieß umgedreht. Von Männern behauptet eine veraltete Redewendung immer noch, sie seien das „starke Geschlecht“. In Die Gabe ist dem nicht so. In ihrem Roman verleiht die Autorin nämlich allen Frauen die Fähigkeit, Stromstöße über ihre Hände abzugeben. Somit sind Frauen den Männern körperlich weit überlegen. Der Roman skizziert Szenarien rund um den Globus, in denen Frauen diese Kraft entdecken, und zeichnet ein Bild dessen, wie es wäre, wenn Frauen in einer Welt wie der unseren das Sagen hätten.

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Vox von Christina Dalcher

Ganz anders läuft es im Debütroman von Christina Dalcher. Denn in ihrem Buch Vox haben Frauen gar nichts zu sagen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Anzahl der Worte, die Frauen am Tag sprechen dürfen, werden von der Regierung reguliert. Pro Tag sind 100 Wörter erlaubt. Wer sich nicht daran hält, muss mit harten Konsequenzen rechnen. Mit jedem Verstoß gegen dieses Limit gibt ein Armband mit immer höher werdender Intensität Stromschläge ab. Auch Straflager stehen als Konsequenz an der Tagesordnung, auch für junge Mädchen, die sich nicht an die Vorschriften halten. Die Protagonistin und Wissenschafterin Dr. Jean McCellan kämpft gemeinsam mit ihrem Postboten gegen dieses frauenfeindliche Regime und versucht alles, um den Kampf der Wörter zu gewinnen.

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Klassiker

Ein Zimmer für sich allein von Virginia Woolf

Zwei Klassiker in der feministischen Literatur möchten wir selbstverständlich nicht unerwähnt lassen. Sie sollten unbedingt fixer Bestandteil eurer Bücherregale sein, denn erschütternd ist, wie aktuell Thematiken noch heute sind, die es auch schon vor fast 100 Jahren waren. Ein Zimmer für sich allein ist 1929 als Essay erschienen. Virginia Woolf hat also vor fast einem ganzen Jahrhundert den Nagel schon ziemlich auf den Kopf getroffen. Denn sie stellte sich die Frage, was wohl gewesen wäre, wenn Shakespeare eine Schwester gehabt hätte, die genauso intelligent und begabt gewesen wäre, wie er selbst. Hätte sie einen ähnlichen Erfolg gefeiert? Für eine sehr lange Zeit haben Männer die Literaturszene dominiert. Auch Literatur über Frauen wurde meist von Männern verfasst. Virginia Woolf hat mit ihrer Arbeit zum Glück einen riesigen Stein ins Rollen gebracht. Und darüber sind wir froh, denn so kann unsere Liste mit zum Großteil von Frauen geschriebenen Büchern befüllt werden.

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Das andere Geschlecht von Simone de Beauvoire

Ein weiterer Klassiker stammt von Simone de Beauvoir und ist ein ziemlich dicker Schinken. Die 1.300 Seiten sind jedoch prall gefüllt mit Erlebnisberichten und philosophischen sowie analysierenden Gedanken, die beim Lesen nicht nur fesseln, sondern verschlingen. Mit Haut und Haar. Nicht ohne Grund gilt das Werk von Simone de Beauvoir als Auslöser für die zweite Welle des Feminismus und somit als Wegbegleiter hin zu den heute bekannten Gender Studies und der Unterscheidung zwischen dem biologischen und dem sozialen Geschlecht. Eine extrem wichtige und grundlegende Arbeit also, die mit diesem Buch ihren Anfang fand und unbedingt auf eure Leseliste sollte.

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Kinderbücher

Ein Mädchen wie du von Carla & Frank Murphy

Die Gesellschaft besteht nicht nur aus Erwachsenen. Einen sehr großen Teil dieser Welt machen die jüngeren Generationen aus. Und diese Generationen sind es, die unsere Zukunft prägen werden. Wenn wir also wollen, dass sich etwas in unserer Gesellschaft und in unserem Denken ändert, sollten wir bei den Jüngsten anfangen. Den Kindern. Ein Mädchen wie du ist ein Bilderbuch, in dem der Facettenreichtum aller Mädchen gezeigt wird. Nicht alle Mädchen lieben Pferde. Nicht allen Mädchen gefällt die Farbe Pink. Nicht alle Mädchen wollen gerne Prinzessin sein. Nicht alle Mädchen hassen Fußball. Rollenklischees haben in diesem Bilderbuch keinen Platz. Sondern alle Mädchen, die es so gibt.

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Good Night Stories for Rebel Girls von Elena Favilli & Francesca Cavallo

Diese Gute-Nacht-Geschichten gehören in jedes Kinderzimmer. Nicht nur in die der Mädchen, in wirklich jedes. Die Autorinnen haben Geschichten von 100 Frauen gesammelt, die Großes geleistet haben: die im Weltall waren, die Entdeckerinnen waren, die Länder regiert haben, die Seefahrerinnen waren. Nicht nur im Traum ist alles möglich. Diese 100 Frauen haben das eindeutig bewiesen.

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Sachbücher

Überforderungen von Magdalena Baran-Szoltys & Christian Berger

Nun geht es darum, was ihr selbst tun könnt, damit der Kampf um Gleichberechtigung noch weiter vorangetrieben wird. Das Frauenvolksbegehren 2018 haben eine halbe Million Menschen in Österreich unterschrieben. Das war ein wichtiger Schritt und ein großes Ausrufezeichen, dass viele Menschen bereit sind, dafür einzustehen und zu kämpfen, damit es Frauen in Zukunft besser haben. Die Herausgeber*innen von Überforderungen liefern euch mit ihrem Buch eine Art Handbuch, das euch zeigt, wie leicht es sein kann, Aktivist*in zu sein. Es ist voll mit Visionen, die mit euch gemeinsam in Taten umgewandelt werden können. Besonders spannend sind die Erfahrungsberichte von bekannten Persönlichkeiten wie zum Beispiel der Unternehmerin, Influencerin, Autorin und Aktivistin DariaDaria.

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Riot, don’t diet von Elisabeth Lechner

Ganz neu erscheint im April 2021 Riot, don’t diet. Denn wenn es um Feminismus geht, darf vor allem ein Thema nicht fehlen: das Thema Körper. Und dieses Thema beleuchtet die Autorin Elisabeth Lechner von Grund auf. Was in unserer Gesellschaft nicht der Norm entspricht, das wird ausgegrenzt. Doch was ist die Norm und wer bestimmt, was der Norm angehört? Und die wichtigste aller Fragen: Was können wir dagegen tun? Dieses Buch liefert Antworten, Erfahrungsberichte, bringt schockierende Wahrheiten ans Licht und gibt Mut.

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Wenn ihr euch noch tiefer in die Thematik einlesen wollt, haben wir Gründe gesammelt, die beweisen, warum wir den Feminismus brauchen. Wenn ihr schon mit dem Lesen loslegen wollt, können wir euch dafür ein paar schöne Parks in Wien empfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

(c) Beitragsbild | David Samhaber | 1000things

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