Golden Gate Brücke

Urlaub in Österreich: Wo du dich in Österreich fühlst wie in den USA

Dienstag, 12. Mai 2020 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Urlaub in Österreich: Wo du dich in Österreich fühlst wie in den USA

Dienstag, 12. Mai 2020 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Don’t tell my heart, my achey breaky heart – doch, wir verraten’s euch eh. Wir haben ein paar Orte in Österreich gefunden, an denen ihr euch fast fühlt wie in den USA. Das können wir euch natürlich nicht verschweigen.

von Viktoria Klimpfinger

Zugegeben: Weltpolitisch sind die USA vor allem aufgrund ihres umnachteten, eigenartig frisierten Oberhaupts in letzter Zeit ziemlich negativ aufgefallen. Aber sehenswertes Reiseziel sind die Vereinigten Staaten für viele allemal. Da das aber diesen Sommer ins Wasser fallen muss, haben wir uns angesehen, wo auch innerhalb der österreichischen Landesgrenzen ein bisschen USA-Feeling aufkommt.

Golden Gate Brücke der Alpen

Neben der Freiheitsstatue ist die Golden Gate Bridge in San Francisco eines der markantesten Wahrzeiten der Vereinigten Staaten. Majestätisch erstreckt sich die rostrote, über 2.000 Meter lange Hängebrücke über die Bucht von San Francisco. In Österreich haben wir ihre kleine, „o’zwickte“ Cousine gefunden: Die Golden Gate Brücke der Alpen hat aufgrund ihrer Farbe und Form tatsächlich einige Ähnlichkeit mit ihrer Namensvetterin in Übersee. Während diese allerdings durch und durch eine Stadtpflanze ist, ist die österreichische Version deutlich weniger urban. Aber deshalb nicht minder eindrucksvoll. In einer Hochebene in Saalbach-Hinterglemm führt sie euch über das Tal hinweg und mündet nicht in einer schillernden Großstadt, sondern in einem Baumwipfelweg auf der anderen Seite. Wer lieber Hochhäuser gegen Hochstände und Motorenlärm gegen Vogelgezwitscher eintauschen würde, für den ist diese Version der Golden Gate Bridge definitiv die entschleunigendere Version.

Golden Gate Brücke

Die Golden Gate Bridge mündet in Europas höchstgelegenen Baumwipfelweg. (c) Viktoria Klimpfiger | 1000things

Route 66 im Vulkanland

Für viele ist ein Urlaub in den USA ohnehin nicht gleichbedeutend mit urbaner Reizüberflutung, sondern mit ewig weiter Landschaft und breiten, scheinbar endlosen Highways, und natürlich der Mutter aller Roadtrips auf der Route 66. Heute ist sie zwar nur mehr in Teilstücken vorhanden, aber für Touristinnen und Touristen, Nostalgikerinnen und Nostalgiker dennoch Freiheit suggerierender Sehnsuchsort mit vielen Sehenswürdigkeiten along the way. Die österreichische Version schlängelt sich durch das hügelige und wunderschöne Vulkanland in der Steiermark und versteht sich als „Highway der Kulinarik“. Statt shady Motels und Diners in the middle of nowhere pflastern hier Manufakturen, Winzer, traditionelle Buschenschenken und Gasthäuser den Weg der Straße, die früher ganz profan B66 hieß. Life is a highway, I wanna ride it – from Ilz to Bad Gleichenberg.

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Der Grand Canyon Österreichs

Meist geht in der romantisierten Darstellung ein Route-66-Roadtrip Hand in Hand mit einem Abstecher zu den beeindruckenden Tiefen des Grand Canyons, vornehmlich zu Sonnenauf- oder Sonnenuntergang. Die 450 Kilometer lange Schlucht eins zu eins nach Österreich zu verfrachten, geht natürlich nicht. Aber schroffe Gesteinsschichten und wilde Landschaften haben wir auch, und den Sonnenauf- und -untergang natürlich sowieso. Nicht umsonst gelten die Ötschergräben in Niederösterreich als der „Grand Canyon Österreichs“. Und an der Südseite des Ötschers erstreckt sich nicht nur eine einzigartige Schluchtenlandschaft, sie ist sogar auf Brücken und Stegen begehbar, unter denen der türkisblaue Ötscherbach durchrauscht. Mach das mal nach, Arizona!

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Geburtshaus des Terminators

Der Terminator himself ist wohl eines der markantesten Beispiele für die etwas schrullige Österreich-USA-Connection. Gut, strenggenommen ist ein Besuch in seinem Geburtshaus in Thal bei Graz nicht ein Abstecher nach Little America, sondern Arnold Schwarzenegger wohl eher ein Stückchen Österreich in den USA. Aber nach all der Zeit verschwimmen nun mal die Grenzen, genauso wie Arnies Dialekte, ineinander. Jedenfalls ist ein Abstecher ins Arnold Schwarzenegger Museum definitiv ein Ausflug in eine andere Welt – oder gleich mehrere. Denn einerseits wandelt man hier durch die urigen Räumlichkeiten, in denen Klein-Arnie zur steirischen Eiche heranwuchs, sieht etwa den alten Küchentisch, an dem er zusammen mit seiner Familie gespeist hat, alte Brillen und Zeitschriften, die Gewichte, mit denen er seine Arme bis ins Universum aufgepumpt hat. Andererseits staunt man über Originalrequisiten aus seinen Filmen wie dem Motorrad aus Terminator, steht vor Plakaten aus seiner Bodybuilder-Zeit und sogar Aug‘ in Aug‘ mit einem echten Terminator. Das hat schon ziemlich viel von Traumfabrik.

Arnold Schwarzenegger Museum

(c) Ines Futterknecht | 1000things

Western Ranches

In Österreich gibt es aber auch einige Western-Ranches, die sich das Motto „USA“ deutlich plakativer auf die Fahnen schreiben, wie etwa die StoneHill Ranch in Oberösterreich. Hier fühlt man sich zwischen rustikaler Einrichtung und weitläufiger Landschaft fast wie ein echter Cowboy, ein echtes Cowgirl. Und wie es sich fürs Kühetreiben gehört, braucht man dafür natürlich Pferde (und Kühe, aber um die geht es hier nicht). Die Pferde sind die erklärten Stars der Ranch. Aktuell bewohnen 12 Huftiere den Offenstall, mit denen man in den verschiedenen mehrtägigen Reitkursen der Ranch auf Tuchfühlung gehen kann. Untergebracht ist man dabei in einem der acht Blockhäuser, die die Namen unterschiedlicher amerikanischer Bundesstaaten tragen. So könnt ihr also guten Gewissens behaupten, ihr hättet euren Sommerurlaub doch in Arizona verbracht.

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Oder in Neu Amerika. So heißt nämlich die Ranch in Tirol, die bereits 1880 von einem Amerika-Rückkehrer auf diesen Namen getauft wurde und ihrem Namen bis heute nachkommt. Hobby-Reiterinnen und -Reiter kommen hier genauso auf ihre Kosten wie Wander-Fans und sogar Bikerinnen und Biker, die auf ihren Tagestouren durch die Alpen kurven wollen.

Eine Zeitlang gab es mit der No Name City in in Wöllersdorf übrigens einen Ort in Österreich, der tatsächlich dem Wilden Westen nachempfunden war, zumindest jenem Wild-West-Stereotyp, das man aus Filmen kennt. Ein Western-Erlebnispark eben, wo die Saloon-Türen wachelten, Western-Shows stattfanden und man selbst nach Gold schürfen konnte. Seit 2008 ist der Park nun bereits geschlossen. Obwohl manche Gebäude bereits abgerissen wurden, sieht man aber noch ein paar Ruinen stehen – die Westernstadt wurde zur Geisterstadt. Und irgendwo hüpft ein einsamer Heuballen über den Boden.

Line Dance

Jetzt seid ihr so richtig in Lucky-Luke-Stimmung? Dann rückt eure Cowboy-Hüte zurecht, steckt euch ein Stück Stroh zum Kauen in den Mund und schwingt die Cowboy-Stiefel. Denn in Österreich gibt es jede Menge Linedance-Vereine und –Kurse, die sich von den Schutzhäusern in den Kleingartenvereinen bis in die Turnhallen tummeln. Wobei bei dem gemütlichen Wanken zur Country-Musik mit offenbar obligatorischem teilnahmslosen Gesichtsausdruck wahrscheinlich kaum von tummeln die Rede sein kann. Skurril, würden es manche vielleicht nennen. Aber wir wollen hier nicht die Herzen brechen, die achey breaky Herzen.

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Fast wie die Cable Cars in San Francisco

Denkt man an San Francisco, denkt man unumgänglich irgendwann auch an die nostalgischen Cable Cars, die die hügeligen Straßen rauf- und runtertingeln. Straßenbahnen gibt es in Österreich natürlich auch jede Menge, das allein macht sie noch nicht zu etwas Besonderem. Wenn ihr aber das Erlebnis einer Bahnfahrt in einem historischen Wagon, der dabei eine signifikante Zahl an Höhenmetern hinter sich lässt, nachstellen wollt, könnt ihr das mit der Zahnradbahn am Schneeberg versuchen. 1873 starteten die Cable Cars in San Francisco ihren öffentlichen Betrieb, 1897 dampfe die erste Zahnradbahn das erste Mal auf den höchsten Berg Niederösterreichs hinauf. Aufgrund der Corona-Krise startet sie heuer voraussichtlich am 4. Juli 2020 in die Sommersaison.

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Der wahre Big Apple?

Und gleich noch eine Ähnlichkeit zu einem beliebten Reiseziel in den USA haben wir herbeikonstruiert: Ist man bereit, sich etwas weiter aus dem Fenster zu lehnen, könnte man doch glatt behaupten, auch Österreich hätte einen Big Apple. Nur dass in unserem Fall damit nicht die schillernde Metropole New York gemeint ist, sondern ein Ort, in dem sich tatsächlich alles um die gesunde Baumfrucht dreht: das Apfeldorf Puch in der Oststeiermark. Die größte Obstbaugemeinde des Landes zieren im Frühling Millionen von Obstbaumblüten und im Herbst huldigt bei der Apfelstraßen-Erlebnisfahrt alles der verführerischsten aller Fallobstsorten. Vom Bratapfel in der Adventzeit bis zum Apfelschnaps ist der Apfel hier tatsächlich riesengroß geschrieben, während die Herkunft des Spitznamens „Big Apple“ für New York nicht eindeutig belegt ist. Könnte man also letzten Endes vielleicht sogar behaupten, Puch bei Weiz sei der wahre Big Apple? Wer weiß.

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Das einzige Johnny Cash Museum diesseits des Mississippi

Einer wahren Country-Ikone kann man in Österreich ebenfalls Tribut zollen. Das Johnny Cash Museum in Riedlingsdorf im Burgenland nennt sich immerhin nicht bloß aus Jux nach dem ikonischen Musiker. Der flammende Cash-Fan Walter Ringhofer sammelt seit Jahrzehnten alles, was er von seinem Musikidol zu fassen bekommt. Über 2.000 Gegenstände mit Johnny-Cash-Bezug sind hier mittlerweile ausgestellt. Und damit nicht genug: Im vergangenen Jahr organisierte man vor Ort sogar das erste Europäische Johnny Cash Festival (die zweite Ausgabe musste aufgrund der Corona-Krise auf 2021 verschoben werden) und auch Cash-Imitatoren sind immer wieder zu Gast im einzigen Johnny Cash Museum außerhalb der USA. Wenn das nicht Amerika-Stimmung aufkommen lässt, dann müssen wir euch ernsthaft fragen: Oh say, can’t you see?

Johnny Cash Museum Riedlingsdorf

(c) Walter Ringhofer

Übrigens gibt es auch einen eigenen Ortsteil in Österreich, der Amerika heißt. Wir haben uns angesehen, wo Österreich sonst noch so nach Fernreiseziel klingt. Außerdem verraten wir euch unsere Tipps für einen gelungenen Sommerurlaub in Österreich.

(c) Beitragsbild | Viktoria Klimpfinger | 1000things

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