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Wiener Geheimnisse – Teil 2

Samstag, 13. Januar 2018 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wiener Geheimnisse – Teil 2

Samstag, 13. Januar 2018 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Eine goldene Krypta, ein Naturschutzgebiet mitten in der Stadt und eine versteckte Kapelle. Auch im zweiten Teil unserer Blogserie haben wir unsere Fühler ausgestreckt und uns auf die Suche nach verborgenen und in Vergessenheit geratenen Orten in Wien gemacht. Welche Wiener Geheimnisse auf euch warten, lest ihr hier.

von Marie Amenitsch

Nachdem wir euch bereits im ersten Teil unserer Blogserie wissenswerte Wiener Geheimnisse näher gebracht haben, geht’s nun weiter mit der Fortsetzung über unbekannte Pfade und versteckte Orte in Wien.

Kasierin-Elisabeth-Ruhe

Hinter der Kirche St. Josef und oberhalb des Stiegenaufgangs, der zur Höhenstraße führt, trifft man auf das 1904 errichtete Denkmal „Kaiserin-Elisabeth-Ruhe“. Der Erinnerungsort ist der Kaiserin Elisabeth gewidmet und über die Jahre hinweg in Vergessenheit geraten. Kaiserin Elisabeth – im Volksmund Sisi genannt – ist ja für ihre Naturverbundenheit und Wanderliebe bekannt und es wird gemunkelt, dass sie auf ihren Spaziergängen in den Wiener Wäldern des öfteren hier Rast eingelegt haben solle. Man genießt von hier übrigens einen einzigartigen Ausblick auf Wien und es ist deutlich ruhiger und idyllischer als an den bekannten Aussichtspunkten am Kahlenberg. Wer noch weiter auf Erkundungstour gehen möchte, sollte außerdem der Stefaniewarte einen Beusch abstatten, die sich in unmittelbarer Nähe befindet. Kleines Detail am Rande: Diese verdankt ihren Namen der Kronprinzessin Stefanie, also der Frau von Sisis Sohn Rudolf, mit der sie ein eher angespanntes Verhältnis pflegte.

Villenweg 30, 1190

#kaiserinelisabethruhe #beautyinbronze

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Öffentliche Bedürfnisanstalt am Graben

Wie wär’s mit einem Besuch in der ältesten Toilette der Stadt? Das wohl schönste „stille Örtchen“ Wiens – wenn nicht sogar der ganzen Welt – findet man am Graben. Man geht davon aus, dass dieses der Hand des Wegbereiters der modernen Architekturs Adolf Loos entstammt. Errichtet wurde es 1905 als in Wien über fünfzig öffentliche Toiletten „unterirdische Bedürfnisanstalten für Menschen beiderlei Geschlechts“ gebaut wurden, um die hygienischen Zustände der Stadt zu verbessern. Die erste davon ist eben die prunkvolle Jugendstiltoilette am Graben, die heute unter Denkmalschutz steht und immer noch in Betrieb ist.  In den relativ versteckt gelegenen Keller kommt man über die streng nach Geschlechtern getrennten Abgänge und taucht unten angekommen in eine längst vergangene Zeit ein. Für nur 50 Cent wird man mit den für den Jugendstil typischen Farbtönen, Formen und Materialien wie Eichenholz, Messing und Glas belohnt – alles sauber und in top Zustand besonders die vergoldeten Wasserhähne.

Graben 22, 1010

Letzte #jugendstiltoilette in Wien #findesiecle #jugendstil

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Erdberger Stadtwildnis

Der nächste Tipp im Bezug auf unsere Wiener Geheimnisse wäre mit der Stadtwildnis im 3. Bezirk gefunden. Zugegeben, das Areal rund um die Schlachthausgasse zählt wohl nicht zu den idyllischsten Wiens. Die Stadt wirkt hier kahl und grau und Industrielärm liegt in der Lust. Umso größer das Erstaunen, dass sich in unmittelbarer Umgebung an der Kreuzung der Maiselgasse zur Baumgasse ein Naturschutzgebiet mitten in der Stadt befindet. Das Schild der Stadtverwaltung beseitigt jeglichen Zweifel: Willkommen in der Stadtwildnis in Erdberg.  Im Laufe von Jahrzehnten ist hier entlang des Linienwalls – die Reste der Stadtmauer sind noch gut zu sehen – ein Hochplateau mit einzigartiger Vegetation herangewachsen, die eine außergewöhnliche Atmosphäre verbreitet. Grund für das Entstehen ist wohl, dass ein Arm der Donau einst hier durchgeflossen ist. Ein einzigartiges Stück Natur, das von euch entdeckt werden will.

By Gugerell, [CC0], via Wikimedia Commons

Linienkapelle

Unscheinbar und versteckt zwischen zahlreichen Büschen und Gestrüpp findet man am Fuße des Bierhäuslbergs im 14. Bezirk die Linienkapelle „Zur schmerzhaften Muttergottes“. Auf Höhe der Linzer Straße 457, wo einst beim alten Linienamt die Verkehrssteuer eingehoben wurde, führt an der gegenüberliegenden Seite eine Treppe zur1897 errichteten Kapelle. Von dem prunkvollen Park, der einst rund um die Kapelle zu finden war, ist heute leider nichts mehr übrig. Wer sich selbst ein Bild der Kapelle machen möchte, erreicht diese am besten mit dem Bus der Linie 50A bis zur Station „Samptwadnergasse“. Messen werden von Mai bis Oktober an jedem ersten Samstag des Monats um 8 Uhr abgehalten.

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(c) GuentherZ, [CC3.0], via Wikimedia Commons

Zahnmuseum

Weiter geht’s mit einem etwas makaberen Museum, das in unserem Artikel über Wiener Geheimnisse nicht fehlen darf. Das Zahnmuseum im Alsergrund entführt auf einen historischen Streifzug in die Welt der Zahngesundheit. Es geht zu den alten Ägyptern hin zu einem Alchemisten im Mittelalter und seinen Behandlungsmethoden. Spannende Einblicke und so manche skurrile Fakten sind euch hier sicher. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es vor 1800 gar keinen Zahnarzt gab und man auf Bader, Barbiere etc. angewiesen war? Richtig angsteinflößend sind vor allem die Instrumente, die einst zum Einsatz kamen. Geöffnet ist am Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 13 Uhr, außerdem können Führungen nach Vereinbarung  wahrgenommen werden. Alle Infos findet ihr hier.

Währinger Straße 25, 1090

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Gruft von Karl Lueger

Der Zentralfriedhof Wien zählt ja gemeinsam mit der prunkvollen Karl Borromäus-Kirche zu den beliebten Ausflugszielen in Wien. Die wenigsten werden wohl jedoch bisher die Gruft des „Hergott von Wien“ Karl Lueger besichtigt haben, die sich direkt unter der Firedhofskirche, auch „Lueger-Kirche“ genannt, befindet. Mit einem Aufzug erreicht man die Gruftkapelle unter der Kirche, die täglich von 8 bis 18 Uhr besichtig werden kann. Gilt Lueger heute aufgrund seiner antisemitischen Einstellung als eine der meist umstrittenen Persönlichkeiten, erfreute sich dieser zu Lebzeiten wie kaum ein anderer Politiker einer großen Beliebtheit. Bürgermeister Lueger starb 1910 kurz vor Fertigstellung der Kirchengruft und wurde vorerst bei seiner Mutter provisorisch beigesetzt, wo noch heute eine Inschrift am Grabstein daran erinnert. Makaberes Detail am Rande: Lueger wurde nach seinem Tod mit Formol einbalsamiert, was zu einer Mumifizierung, die einer Versteinerung ähnelt, führt. Würde man den Sarg also heute öffnen, würde dieser immer noch gut erkennbar sein. Definitiv eines der coolsten Wiener Geheimnisse!

Viel Spaß beim Erkunden!

Für noch mehr Tipps solltet ihr unseren WhatsApp Service nützen, hier findet ihr eine genaue Anleitung.

(c) Beitragsbild / GuentherZ, [CC3.0], via Wikimedia Commons

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