Wollzeile, 1. Bezirk

Auf Entdeckungstour: Stadtspaziergang durch den 1. Bezirk

Samstag, 29. August 2020 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Auf Entdeckungstour: Stadtspaziergang durch den 1. Bezirk

Samstag, 29. August 2020 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Der 1. Bezirk lädt zum Flanieren in Wien ein und überrascht mit charmanter Architektur und wunderschönen Hinterhöfen, die das Auge erfreuen. Wir nehmen euch mit auf eine kleine Tour auf Pfaden abseits der Kärntner Straße und zeigen euch den 1. Bezirk, wie wir ihn nur all zu gerne immer und immer wieder erleben.

von Luisa Lutter

Der 1. Bezirk ist leider doch zu groß, um ihn bei einem einzigen Spaziergang komplett zu erleben. Daher haben wir euch eine kleine, feine Route herausgesucht, die euch hoffentlich genauso begeistert wie uns. Flaniert umher und lasst euch all die schönen Details, rundum Architektur und Geschichte, nicht entgehen. Viel Freude beim Lesen und dem entspannten Schlendern durch die Innere Stadt.

Das Paralleluniversum in der Seitengasse

Lust auf eine Zeitreise? Hereinspaziert in das alte, ehrwürdige Wien mit seinen Pawlatschen Häusern und viel Geschichte an allen Ecken und Kanten von jedem Haus im 1. Bezirk. Idyllische Gassen und begrünte Hinterhöfe erwartet man in der Inneren Stadt in diesem Ausmaß sicherlich nicht. Die Fassaden haben sich vielleicht verändert und es sind diverse teure und nach Aufmerksamkeit heischende Boutiquen in die unteren Stockwerke eingezogen. Doch die Hinterhöfe dämmerten in all den Jahren etwas im Dornröschenschlaf. Genauso wie die Durchhäuser, also jene Wiener Raritäten, die normalerweise als Abkürzung zwischen parallel verlaufenden Straßen dienen und sich auch heute reger Begeisterung auf Instagram und Co. erfreuen. Geht mit wachen Augen durch die Innere Stadt und erfreut euch an den vielen kleinen Details.

Hinterhof 1. Bezirk

Die Hinterhöfe und Durchgänge im 1. Bezirk üben eine magische Anziehung aus. | (c) Luisa Lutter

Die geheimen Durchgänge vom 1. Bezirk

Tauchen wir nun endlich ein in den 1. Bezirk von Wien. Wenn ihr mit der U1 am Stephansplatz ankommt, möchten wir euch gleich weg von dem ganzen Touri-Trubel lotsen und empfehlen euch direkt das Teehaus Haas & Haas anzusteuern. Dort könnt ihr durch das Lokal gehen und kommt bei einem wunderschönen und überwucherten Gastgarten wieder hinaus. Entweder ihr stärkt euch dort sogleich für den Stadtspaziergang oder ihr biegt weiter nach rechts ab und gelangt so in den Hinterhof beim Mozarthaus. Hier zückt eigentlich jeder sein Handy, da der Hinterhof so überraschend und idyllisch daher kommt, dass man schlichtweg verzaubert ist.

Hinterhof 1. Bezirk Mozarthaus

Handy gezückt und die Kulisse festgehalten. Dieser Anblick mitten im 1. Bezirk überrascht viele. | (c) Luisa Lutter

Von dort begebt ihr euch wieder auf die Straße und geht die Singerstraße nach oben bis zur nächsten Ecke, wo schon die Blutgasse auf euch wartet. Das Viertel rund um diese Gasse gilt als das älteste in Wien und die Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück. Wenn ihr vor der Blutgasse 3 steht, habt ihr euer nächstes Ziel erreicht. Tretet ein und schlendert gemütlich durch den wunderschönen Hinterhof mit seinen herabhängenden und wuchernden Pflanzen. Ihr geht bis nach ganz hinten durch und kommt bei der Grünangergasse wieder heraus. Dort biegt ihr nach links ab und geht direkt auf die Schulerstraße zu. Hier habt ihr die Wahl, ob ihr nach links zur Wohnung und zum Museum von Mozart abbiegen wollt, oder doch lieber kurz davor noch auf einen Sprung in die beeindruckende Lobby vom Hotel König von Ungarn vorbei schauen möchtet. Ein bisschen genauer sind wir diesbezüglich bei unserem Beitrag zum Thema Locations für Sommerregen in Wien eingegangen.

Hinterhof 1. bezirk

Der Hinterhof der Blutgasse 3 wartet mit einem Kleinod auf. | (c) Luisa Lutter

Immer dem Duft nach

Sollten eure feinen Nasen einen köstlichen Geruch wahrgenommen haben, könnte dieser gut und gerne von der Bäckerei Parémi zu euch rüber wehen. Um zu dieser zuckersüßen und französischen Bäckerei zu gelangen müsst ihr durch die Strobelgasse, die Wollzeile überqueren und in die Essiggasse einbiegen. An der Ecke zur Bäckerstraße befindet sich dann diese lichtdurchflutete Lokalität mit offener Backstube.
Sollte es euch jedoch nach etwas richtig urigem gelüsten, müsst ihr den Weg über die Grünangergasse oder die parallel verlaufende Kumpfgasse zurück antreten.

 Tradition erleben – das Kleine Café

Wir möchten euch nämlich das kleine Café nicht vorenthalten. Wer sich über die Kumpfgasse auf das Café zubewegt, kommt beim gemütlichen Lokal Santo Spirito vorbei, welches als einschlägiges Lokal für Alte Musik bekannt ist. Auch Freunde und Freundinnen der Musik zwischen Mittelalter und Klassik kommen gerne immer wieder hierher. Doch uns zieht es ja eigentlich in eine Kultstätte des 1. Bezirks. Das kleine Café ist eine wahre Institution. Von dem besonderen Ambiente dieses Lokals scheinen auch die Macher des Films „Before Sunrise“ gewusst zu haben, die das Café als Schauplatz der erfolgreichen Wien-Romanze auswählten. Wir erzählen euch dazu übrigens mehr in dem Beitrag rund um die schönsten Filme mit Wien als Kulisse. Das Café liegt am Franziskanerplatz mit der gleichnamigen Kirche.
Wie wär’s in diesem Zusammenhang gleich mit einem Besuch bei der ältesten bespielbaren Orgel in Wien? Diese befindet sich nämlich in der Franziskanerkirche. Bereits 1642 wurde die Orgel während des Dreißigjährigen Krieges von Johann Wöckherl erbaut und in Betrieb genommen. Sie ist gut versteckt und kann immer freitags bei einer Führung besichtigt werden.

Kleine Café Wien

Das Kleine Café lockt mit seinem besonderen Charme und verspricht Nostalgie-Feeling. | (c) Luisa Lutter

Wenn ihr nach eurer Pause noch weiterhin Lust auf einen Spaziergang durch den 1. Bezirk habt, könnt ihr vis à vis vom Platz in die Ballgasse eintauchen. Ihr kommt an einem der Wiener Stadtheurigen vorbei und steuert auf die Rauhensteingasse, und somit auch direkt auf das Sterbehaus von Mozart, zu.

Wo Geheimnisse schlummern

Bleiben wir doch gleich noch etwas bei morbiden Themen und nehmen den Weg über die Donnergasse und den Neuen Markt und gelangen so zur Kaisergruft. Wahlweise wird sie auch Kapuzinergruft genannt. Dort werden die sterblichen Überreste der Kaiser und Kaiserinnen der Habsburgerlinie und deren Familienangehörigen aufgebahrt. Besonders beeindruckend sind die kunstvollen Sarkophage, sowie die zahlreichen Werke, welche uns durch rund vier Jahrhunderte der Geschichte Österreichs und Europas führen.

Essen mit Ausblick

Manchen wird die Kaisergruft sicherlich etwas im Magen liegen. Darum runden wir unsere kleinen Spaziergang durch den 1. Bezirk mit einem Snack aus der bekannten und köstlichen Josephs Brot Bäckerei ab. Die Filialen sprießen aktuell wie Schwammerl aus dem Boden. Doch verwundert es kaum, denn die Bäckerei erlebt einen wahren Hype und ist stets gut besucht. Das Geschäft unserer Wahl befindet sich, genau wie die Kaisergruft, auf der Tegetthoffstraße, an der Ecke zum Helmut Zilk-Platz. Zum Verspeisen eures frisch erstandenen Snacks könnt ihr euch dann auf die Treppen der Albertina setzen oder ihr biegt dahinter in die kleine Hanuschgasse ein und sucht euch einen gemütlichen Platz im schönen Burggarten.

Palmenhaus Burggarten

Das Palmenhaus im Burggarten in der Nachmittagssonne | (c) Luisa Lutter

Der Spaziergang durch den 1. Bezirk hat euch hungrig gemacht und ihr möchtet noch mehr von Wien erkunden? Perfekt, dann schaut euch unbedingt einmal die verschiedenen Stadtwanderwege in Wien an. Optional haben wir bei unseren To Dos ebenfalls zahlreiche Inspirationen, die euch in all die schönen Ecken von Wien locken.

(c) Beitragsbild | Luisa Lutter | 1000things

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