Beitragsbild

Mit diesen Büchern bildet ihr euch zum Thema Rassismus fort

Donnerstag, 18. Juni 2020 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Mit diesen Büchern bildet ihr euch zum Thema Rassismus fort

Donnerstag, 18. Juni 2020 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Die Demos in ganz Österreich dürfen nur ein lautstarker Anfang gewesen sein! Wir empfehlen euch eine Handvoll Bücher, die guter Stoff für euren Weg zum Antirassist oder zur Antirassistin sind.

von 1000things-Redaktion

Egal um welches Thema es geht, eine abgeschlossene Leseliste zur Weiterbildung dazu kann es niemals geben genauso wie auch der Prozess der Fortbildung niemals vollständig abgeschlossen ist. Ganz besonders gilt das in unseren Augen für Themen, die nichts mit individuellem Interesse oder persönlicher Leidenschaft zu tun haben, sondern mit Vergangenheitsaufarbeitung und der Arbeit hin zu einer gleichberechtigten Gesellschaft. Einleitend wollen wir darlegen, wieso wir uns als Inspirations-Plattform für Unternehmungen und Reisen in Österreich und Wien dieses Themas annehmen.

Vorteile verpflichten zu Verantwortung

Wenn ihr einen Blick auf unsere Team-Seite werft, seht ihr, dass wir alle weiß sind. Wir gehören zu dem Anteil der österreichischen Bevölkerung, der nicht regelmäßig beim Fortgehen von der Polizei kontrolliert wird. Wir gehören zu dem Teil der Bevölkerung, der nicht daran denken muss, immer einen Ausweis dabei zu haben, selbst wenn wir nur beim Supermarkt ums Eck einen Snack besorgen. Wir gehören zu dem Teil der Bevölkerung, der von der gesellschaftlichen Ungleichheit profitiert, und das meist unbewusst. Um nur ein Beispiel aus der Arbeitswelt zu nennen: Unsere Namen klingen nicht ausländisch und unsere Haut lässt keine Schlüsse darauf zu, dass unsere Vorfahren nicht weiß waren, was uns nachweislich bessere Chancen bei Bewerbungen verschafft.

Bewusstseinsbildung ist der erste Schritt von vielen

Um unser Bewusstsein für unsere Privilegien zu schärfen und ein tieferes Verständnis für die alltäglichen Hürden und Belastungen nicht-weißer Menschen auf der ganzen Welt zu gewinnen, haben wir eine Leseliste zusammengestellt. Mit diesen und weiteren Büchern und diversen Quellen wollen wir unser Wissen erweitern und unser Bewusstsein bilden: zum Thema Rassismus und über die systematische Benachteiligung der Gruppe, die zusammenfassend kurz BIPoC (Black/Indigenous People of Color) genannt wird. Der Begriff BIPoC fasst abstrakt eine breite Gruppe möglichst umfassend zusammen. Aber im Grunde ist es doch so: Es handelt sich hier um unsere Mitbürger und Mitbürgerinnen, um unsere Mitmenschen. Wir wollen nicht nur sondern müssen uns dessen bewusst werden, wieso und inwiefern diese aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Namen oder ihrer nach außen hin sichtbaren nicht-christlichen religiösen Symbole und Merkmale diskriminiert, verfolgt und getötet wurden und immer noch werden.

Taten müssen folgen

Wir bilden uns und bilden uns weiter. Damit wir uns aktiv an dem Kampf gegen die Ungleichheit, gegen Diskriminierung und Rassismus beteiligen können. Damit wir nicht mehr unbewusst profitieren. Damit wir unsere Vorteile erkennen und sie nicht nur nicht bewusst einsetzen, sondern sie bewusst nicht einsetzen. Damit wir im Alltag Rassismus und Diskriminierung entschieden entgegentreten und unseren betroffenen Mitmenschen beiseite stehen. Damit wir Teil des Systemwandels sind und damit dieser möglichst schnell und drastisch passiert. Diese Leseliste ist nur ein Anfang. Wir werden euch in den kommenden Wochen weitere Quellen für Anti-Rassismus-Bildung empfehlen. Wir sind uns dabei bewusst, dass es das Privileg der weißen Bevölkerung ist, sich auszusuchen, sich mit diesem Thema zu befassen. Für die Betroffenen ist es keine Wahl, sondern alltägliche, aufoktroyierte Realität.

Mit dem Laden des Inhaltes akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Giphy.
Mehr erfahren

GIF laden

via GIPHY

Me And White Supremacy. Combat Racism, Change the World, and Become a Good Ancestor – Layla F. Saad

Dieses Buch hat seinen Ursprung in einer Challenge auf Instagram. Unter dem Hashtag #MeAndWhiteSupremacy forderte die Autorin Layla F. Saad im Sommer 2018 Weiße dazu auf, ihre eigenen kleineren oder größeren rassistischen Verhaltensweisen zu hinterfragen und preiszugeben. Dazu gab sie auch ein Workbook zum Download frei. Das Buch Me And White Supremacy ist eine upgedatete und um historischen und kulturellen Hintergrund erweiterte Version dieses Workbooks. Außerdem enthält es Anekdoten zum Thema, Beispiele, Definitionen und mehr. Das Buch ist eure persönliche 28-Tage-Challenge, um ein guter Vorfahre oder eine gute Vorfahrin zu werden.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Exit Racism. Rassismuskritisch denken lernen – Tupoka Ogette

In das Buch Exit Racism sind die Erfahrungen der Autorin Tupoka Ogette als schwarze, in der DDR geborene Deutsche und als Antirassismus- und Vielfaltstrainerin und ihr Wissen als Wissenschaftlerin eingeflossen. Und weil die Arbeit gegen Rassismus immer auch eine interaktive ist, hat Ogette das Buch als Mitmach-Buch gestaltet. Bis auf ein Kapitel sind alle Abschnitte aufgeteilt in einen Input-Teil, in dem Wissen zum Thema des Kapitels vermittelt wird, geschichtliche Hintergründe und Erklärungen, und einen interaktiven Teil, quasi ein Fern-Workshop. Im interaktiven Teil bekommt man Anregungen für Gespräche mit Mitmenschen auf den Weg mit und Tipps für weiterführende Beobachtungen, fürs Hinschauen, Zuhören und Entdecken im Alltag. Im Logbuch-Teil teilt Ogette anonymisierte Auszüge aus Logbüchern verschiedener ehemaliger Workshop-Teilnehmenden. So gewinnt man einen Einblick in den Reflexionsprozess anderer, was einem selbst helfen kann, andere Prozesse und den eigenen zu verstehen, zu hinterfragen und zu vertiefen.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Why I’m No Longer Talking to White People About Race – Reni Eddo-Lodge

Die britische Kolumnistin und Schriftstellerin Reni Eddo-Lodge führt mit ihrem 2017 publizierten Buch derzeit die offizielle britische Buch-Bestseller-Liste an und ist damit die erste schwarze britische Frau, die jemals an der Spitze der britischen Buch-Charts gestanden ist. Der Titel des Buches stand genauso bereits 2014 über einem Blogpost von Eddo-Lodge. Der Text wurde von tausenden Menschen gelesen und war der Grundstein für das Buch. Im Guardian hat sie 2017 einen adaptierten Ausschnitt ihres Bestsellers Why I’m No Longer Talking to White People About Race veröffentlicht. Sie schreibt darin:

„We tell ourselves that good people can’t be racist. We seem to think that true racism only exists in the hearts of evil people. We tell ourselves that racism is about moral values, when instead it is about the survival strategy of systemic power.”

Der Buchtitel hat neben seiner Bestimmtheit auch eine gewisse Ironie. Denn jedes Mal, wenn eine weiße Person diesen Text in die Hand nimmt, spricht die Autorin ein weiteres letztes Mal zu Weißen über Rassismus.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten – Alice Hasters

Die Journalistin Alice Hasters zeigt in ihrem Buch Weißen auf, was sie endlich über Rassismus begreifen müssen. Sie erzählt von ihren eigenen Erfahrungen als schwarze Deutsche und zeigt strukturelle Ungerechtigkeiten auf, die der privilegierten weißen Bevölkerung nicht oder zumindest nicht negativ auffallen, weil sie von ihnen nicht betroffen sind. Sie übernimmt mit diesem Buch die Arbeit unserer nicht-weißen Freundinnen und Freunde, uns zu erklären, wie sich das Leben als farbige Person in für Weiße gemachten Strukturen Tag für Tag anfühlt, und uns dringend dazu aufzufordern, unser Weißsein und die damit einhergehenden Vorteile kritisch zu hinterfragen. Eine Grundaussage ihres Buches ist: Weiße müssen aufhören, Rassismus als konkrete Handlung zu begreifen. Rassismus steckt in historisch gewachsenen Strukturen und globalen Machtverhältnissen.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

White Fragility. Why It’s So Hard for White People to Talk About Racism – Robin DiAngelo

Dieses Buch ist das erste und einzige auf unserer Liste, das von einer weißen Frau geschrieben wurde. Robin DiAngelo forscht und lehrt in den USA zu Weißsein, sozialer Ungerechtigkeit und der Analyse von kritischem Diskurs. Ihr Beruf ist es, sich ganz genau anzusehen, was für eine Auswirkungen Weißsein auf den Alltag hat. Sie hat den Begriff „white fragility“ geprägt, der auch der Titel ihres 2018 erstmals erschienenen Buches zum Thema Rassismus ist. Sie gibt Weißen aus eigener Erfahrung einen Fahrplan auf dem Weg zum antirassistischen Leben mit. Die Stationen darauf, die auf ihrer Website aufgelistet sind, sind fortwährende Bildung und Bewusstseinsbildung zum Thema, das Aufbauen authentischer Beziehungen zu Menschen verschiedener Herkünfte, das Bilden eines Support-Zirkels mit diesen Menschen und das Gespräch mit anderen Weißen zum Thema zu suchen, in denen man die Vorteile und Muster erkennt, die das Weißsein mit sich bringt, um dann entsprechend zu handeln.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

How to Be an Antiracist – Ibram X. Kendi

Der Historiker und Autor Ibram X. Kendi hat bereits mehrere Bücher zum Thema Antirassismus geschrieben. Sein Bestseller How to Be an Antiracist ist, wie der Titel schon vermuten lässt, ein guter, übersichtlicher Anfang auf der Reise dahin, antirassistisch zu werden. Auch Kendi zeigt auf, dass Rassismus nicht einfach individuelle Handlungen sind, sondern vor allem in historisch gewachsenen und zu Strukturen gewordenen Ansichten, Vorurteilen, Werten und Hierarchien zum Ausdruck kommt. Dabei vernetzt er geschickt die Bereiche Ethik, Recht, Wissenschaft und seine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse zu einem umfassenden Ganzen, das dennoch nur ein Anfang sein kann. Euren Weg weitergehen könnt ihr etwa mit seinen Titeln The Black Campus Movement, Stamped From The Beginning: The Definitive History of Racist Ideas in America und Stamped: Racism, Antiracism, And You.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

So You Want to Talk About Race – Ijeoma Oluo

Die amerikanische Schriftstellerin und Journalistin Ijeoma Oluo hat schon vor der Veröffentlichung ihres Buches So You Want to Talk About Race großen Einfluss gehabt als Kämpferin für Feminismus und gegen Rassismus. Ihre erste Publikation war ein Ausmalbuch, in dem feministische Menschen abgebildet sind, immer begleitet von einer persönlichen Botschaft. 2018 hat sie mit So You Want to Talk About Race ein für alle Mal alle Antworten und Argumente geliefert, die in Diskussionen mit Weißen wieder und wieder zu wiederholen sie längst satt hatte. Sie bezieht sich dabei vor allem auf die Situation in den USA.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Instagram Post laden

Wir hoffen, dass euch diese Empfehlungen weiterhelfen und freuen uns über weitere Tipps zu dem Thema – seien es Bücher, Podcasts oder andere Quellen – und werden euch künftig noch mehr Bildungsmaterial empfehlen. Jetzt wünschen wir euch mal eine spannende und augenöffnende Lektüre und viel Mut beim Reflektieren und Handeln!

(c) Beitragsbild | James Eades | Unsplash

×
×
×
Blogheim.at Logo