Waldbaden – Der Trend aus Japan

Freitag, 28. September 2018 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Waldbaden – Der Trend aus Japan

Freitag, 28. September 2018 / Lesedauer: ca. 3 Minuten

Yoga und Pilates sind zwar toll, aber ihr seid  neugierig auf einen neuen sportlichen Trend? Die Japaner setzen schon seit langem auf Waldbaden und auch zu uns schwappt diese Form des Wald-Erlebens langsam hinüber. Ein Sport der den Körper und die Sinne bewegt.

von Luisa Lutter

UPDATE: September 2019

Yoga, Meditation, Coaching: Die Liste könnte noch sehr lang fortgesetzt werden – all diese Methoden haben in den letzten Jahren einen regelrechten Hype erfahren, um für die gestressten Großstadtgemüter eine Work-Life-Balance zu kreieren. Nun also etwas Neues: Wald… was?! Bereits im letzten Jahr schwappte der neue Trend Waldbaden zu uns herüber.
Auch wenn einige nur den Kopf über diesen neuen Trend schütteln können, so muss er doch etwas an sich haben, denn viele japanische Forscher haben sich in der Vergangenheit  mit „Shinrin Yoku„, übersetzt Waldbaden, beschäftigt.
Was es damit genau auf sich hat und wo ihr in Österreich Waldbaden könnt, erfahrt ihr nachstehend.  Wir wünschen euch erholsame Stunden!

Einmal tief durchatmen, bitte (c)  Annie Spratt | Unsplash

Mit allen Sinnen

Gleich vorweg, es reicht nicht aus einfach durch den Wald zu gehen oder zu wandern. Ein Spaziergang ist herrlich, kann die Wangen rot färben und uns erholt wieder in den Alltag entlassen. Waldbaden jedoch geht noch einen Schritt weiter. Das Handy wird am besten erst gar nicht mitgenommen, ebenso wenig Musik oder andere Störfaktoren. Es sollen nämlich die Sinne für den Wald geschärft werden: Jedes Geräusch, jede Farbe und all die unterschiedlichen Düfte. Tief durchatmen, Achtsamkeit und wache Augen gehören sozusagen zur Standardcheckliste um korrekt Waldbaden zu können. Was zur nächsten Frage führt:

Hast du dich dabei?

Das Wesentliche beim Waldbaden ist das Schlendern. Man soll sich Zeit nehmen, am besten die Uhr völlig außer Acht lassen. Der Geist ist im Idealfall wach und ruhig. Für gestresste Städter leichter gesagt, als umgesetzt. Aber Training macht den Meister. Am Anfang kann man schon viel durch die Atmung regulieren. Atmet man tief und langsam Ein- und Aus, macht das bereits automatisch etwas mit dem gesamten Körper. Die japanische Theorie besagt, dass es genau diese sanfte und bewusste Waldatmosphäre ist, die uns mit unserem Geist in Einklang bringt. Auch wenn wir uns zu Beginn noch nicht komplett gesammelt haben: durch das Waldbaden finden wir mehr zu uns selbst. Manche sprechen sogar von einer neuen Form von Wellness. Wer also den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen durch Stress und Arbeit nicht mehr sieht, sollte folglich unbedingt in den Wald gehen.

Die unaufgeregte Medizin des Waldes

Wie bereits erwähnt kommt die Idee des Waldbadens aus Japan, wo die japanische Forstbehörde bereits in den frühen Achtzigern eine Initiative startete, um das erhöhte Stressaufkommen der Menschen zu lindern. Mittlerweile bieten japanische Unis sogar eine fachärztliche Spezialisierung in „Waldmedizin“ an. Der Wald kommuniziert- und all seine Pflanzen, Bäume, Gewächse und Büsche sind dabei involviert. Es werden sogenannte Terpene, chemische Verbindungen, freigesetzt. Auch wir Menschen reagieren darauf. Waldbaden soll demnach das Immunsystem stärken, kognitiven Fähigkeiten verbessern und das Stresslevel senken. Voraussetzung ist natürlich, man lässt sich auf diese Art der wahrlich natürlichen Behandlung ein. Denn eines muss einem bewusst sein: Der Wald bietet kein spezielles Programm für seine Besucher. Mal ist er still, manchmal laut durch Vogelgesang oder anderen Geräuschen. Man muss bereit sein die Unaufgeregtheit der Natur zu erleben. Die Medizin heißt in diesem Fall Entschleunigung.

Waldbaden in Österreich

Auch in Österreich kann man dem Waldbaden nachgehen. Zum Beispiel bietet der Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen im Naturparkhotel Lambrechterhof geführte Touren an, um einen ersten Einstieg zu erleichtern. Der Naturpark eignet sich hervorragend, da er viele entlegene Wege und Pfade hat, um sich ganz auf die Umgebung einzustellen. Wer weitere Infos dazu erhalten möchte, kann in unserem To Do zum Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen stöbern.
Generell werden in ganz Österreich viele diverse Touren angeboten. Auch Workshops und Lesungen zu dem Thema finden statt.

Unser Fazit: Waldbaden klingt im ersten Moment vielleicht befremdlich, doch hat es einen ganz eigenen Reiz, da es über das normale Spazierengehen und Wandern hinausgeht.
Es bleibt spannend, ob es nur ein kurzer Hype sein wird oder bestehen kann in der Hektik des Alltags, wo die Menschen zwar Entspannen wollen, sich aber selten wirklich die Zeit nehmen, um mit allen Sinnen abzuschalten.

Momentaufnahmen im Wald einfach mal ohne Kamera genießen | (c) david izquierdo | unsplash

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Beitragsbild | (c) christian buehner | unsplash

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