Die coolsten Weinkeller Österreichs

Freitag, 25. Mai 2018 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Die coolsten Weinkeller Österreichs

Freitag, 25. Mai 2018 / Lesedauer: ca. 6 Minuten

Hoch die Tassen! Heute stoßen wir mal auf den Wein an, der hat’s verdient. Immerhin hat er uns schon ein paar schön-schummrige Stunden beschert. Und besonders stimmungsvoll ist der Weinrausch natürlich in einem echten Weinkeller. Wo ihr die coolsten in ganz Österreich findet, verraten wir euch hier.

von Viktoria Klimpfinger

Ein Glaserl in Ehr’n kann keiner verwehr’n. Oder zwei, oder drei… Am authentischsten süffelt man den berauschenden Rebensaft natürlich im Weinkeller, wo sonst? Deshalb haben wir hier ein paar coole unterirdische Gewölbe in ganz Österreich für euch, in denen ihr gepflegt einen heben könnt – mit Stil natürlich.

Labyrinthkeller Umschaid

Ganz unscheinbar ist der Eingang, der in das unfassbar weitläufige Kellerlabyrinth in Herrnbaumgarten hinabführt. In mühsamer Handarbeit hat Friedl Umschaid hier jahrelang verlassene Weinkeller aufgekauft und miteinander verbunden. Das Ergebnis? Verschachtelte Gänge, selbstgebaute Rittersitze aus Ziegeln, mit Kerzen bestückte Verkostungsnischen. Hier schreit einfach alles: Kelleridylle! Noch dazu sieht jeder Trakt des riesigen Labyrinths anders aus. Das ist Friedl Umschaid wichtig. Ein Raum ist in kühles, blaues Licht getaucht, längs gezogen mit massiven Steinsitzen. Ein anderer hüllt sich und seine Stehtische in sanftes Rot. Was man aber natürlich in jeder Ecke findet: Wein aus der Region, genauer gesagt von Umschaids eigenem Weingut. Deshalb sind wir ja auch hier. Doch Achtung: Nach dem einen oder anderen Schlückchen kann’s schon mal passieren, dass man sich torkelnd in den verschlungenen Gänge verirrt.

Ausgefallene Weinkeller Österreich

(c) Ines Futterknecht

Doch keine Panik: Ohne Voranmeldung kommt ihr hier sowieso nicht rein. Das Wein-Labyrinth öffnet sich nämlich nur für angemeldete Gruppenverkostungen, Führungen auf Anfrage und spezielle Events. Zum Beispiel veranstaltet Umschaid hier einmal im Jahr den legendären Erd-Ball, bei dem unterschiedlichste Musiker und Bands einmal im Jahr das Gewölbe zum Beben bringen.

Coole Weinkeller Österreich

(c) Ines Futterknecht

Retzer Erlebniskeller

Ähnlich labyrinthisch geht’s auch im Erlebniskeller Retz zu. Das Jahrhunderte alte Bauwerk aus Röhren und Stollen, dicht miteinander vernetzt, ist insgesamt 20 Kilometer lang. Einige Kellerräume sind dreistöckig und bis zu 20 Meter tief. Jedenfalls macht all das den Retzer Erlebniskeller zum größten historischen Weinkeller Österreichs. Immerhin wird hier seit 1279 Wein gelagert.

Auch diesen Keller könnt ihr aber natürlich nicht einfach mit erhobenem Weinglas stürmen. Ein erfahrener Kellerführer nimmt euch mit in die Retzer Tiefen. In eineinhalb Stunden gibt er euch einen kurzen Überblick über den hübschen Retzer Hauptplatz, dann macht ihr eine ausführliche Kellerbesichtigung und am Ende kommt das, worauf wir alle insgeheim schon warten: das obligatorische Gläschen Wein. Das gibt’s aber leider nicht im Keller selbst, sondern in der Vinothek im Hotel Althof. Von Mai bis Oktober finden die Führungen täglich um 10:30, 14:00 und 16:00 Uhr statt. Seid ihr unter acht Personen, ist keine Voranmeldung nötig. Zahlen müsst ihr aber schon, und zwar 11 Euro pro Person.

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Barockkeller im Stift Klosterneuburg

Wenn jemand eine innige, fast sakrale Beziehung zum Wein hat, dann ist das die Kirche. Passend also, dass das Stift Klosterneuburg im historischen Barockkeller seinen eigenen Wein presst. Und das schon seit seiner Gründung im Jahr 1114. Damit haben wir es hier mit dem ältesten aktiven Weingut Österreichs zu tun. Die Kelleranlage aus der Barockzeit erstreckt sich über vier Etagen und liegt bis zu 36 Meter tief unter dem Stiftsplatz. Zwar sind die Gemäuer steinalt, doch umso neuzeitlicher läuft mittlerweile die Weinherstellung ab, die tatsächlich noch im historischen Keller stattfindet.

Historische, weingetränkte Luft könnt ihr bei der einstündigen Weinkellerführung atmen. Ihr bekommt einigen Input über die Geschichte des Weinguts, könnt euch das uralte Gewölbe genauer ansehen und dürft natürlich auch den hausgemachten Wein verkosten. Im Winter finden die Führungen täglich um 14:30 Uhr statt, im Sommer montags bis freitags um 15:00 Uhr, samstags und sonntags um 13:00 und um 15:00 Uhr. Der Eintritt ins Stift kostet € 9,-; für die Weinkellerführung zahlt man noch mal € 2,- oben drauf.

Bischöflicher Weinkeller in Seggau

Ähnlich klerikal ist auch der Bischöfliche Weinkeller unter dem Schloss Seggau in der Steiermark. Seit über 300 Jahren behüten die Mauern den Rebensaft, den hier zunächst die Erzbischöfe von Salzburg kultivierten. Das hohe Gewölbe mit seinen alten Weinfässern und Verkostungstischen aus Holz atmet ein ganz eigenes Flair aus. Allerdings ist es als Weinproduktionsstätte im Ruhestand – nur mehr auf den Verkauf ausgerichtet.

#seggau #schlossseggau #wein #vine #barrell

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Gruppen ab zehn Personen können hier das ganze Jahr über Weinverkostungen buchen. Entweder ihr beschränkt euch auf drei Proben mit Gebäck – dann kommt das Ganze auf 9 Euro pro Person und dauert 45 Minuten. Oder ihr lasst es mit fünf Proben mit Gebäck und Mineralwasser standesgemäß krachen. Dann seid ihr bei 11 Euro pro leicht geröteter Nase und einer vollen Stunde. Zu beiden Varianten gibt’s neben den herrlichen Weinen auch ein paar Infos über die Geschichte des geschichtsträchtigen Weinkellers. Die volle klerikale Dröhnung könnt ihr euch übrigens mit der Messweinverkostung geben, die für drei Messweine unterschiedlicher Winzer ebenfalls auf 11 Euro pro Kopf kommt.

Ehemalige „Opiumhöhle“ in Wien

Im Villon Weinkeller in der Habsburgergasse in Wien ging es ursprünglich etwas weniger fromm zu. Ziemlich offenherzig sogar. Denn die mindestens 500 Jahre alten Kellerräume dienten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dem kaiserlichen Wild- und Geflügelhandel und in der zweiten Hälfte pikanter Weise den Lastern. Als „Opiumhöhle“ bezeichnete man die Gemäuer. Eigentlich handelte es sich dabei allerdings um eine Art unterirdisches Bordell. Das gibt’s natürlich schon längst nicht mehr – und 2004 wurde aus der Lustgrotte der Villon Weinkeller.

Underground 400 year old opium bar/brothel 🍷#vienna #opiumbar #delicious

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Die vier Kelleretagen teilen sich die 16 Meter Tiefe auf in eine Weinbar, ein Weinmuseum, den Historykeller a.k.a. Opiumhöhle und Luftschutzkeller während des Zweiten Weltkriegs und zu unterst einen historischen Weinkeller mit Ziegelgewölbe und alten Holzplatten zum Verkosten. Entweder ihr macht eine Kellertour mit Audio-Guide. Dazu braucht ihr euch nicht anmelden – kommt einfach montags bis samstags zwischen 10:00 und 22:00 Uhr vorbei. Oder ihr verkostet im Weinmuseum 44 offene österreichische Weine und Champagner, während ihr leicht beschwipst die antiken Gerätschaften unter die Lupe nehmt. Kleiner Tipp: Die alkoholischen Schwachstellen teilen sich die 44 Gläschen vielleicht doch besser auf mehrere Besuche auf. Anmelden müsst ihr auch dafür nicht. Die wichtigsten Infos bekommt ihr ebenfalls vom Audio-Guide.

Gepostet von Villon Keller am Donnerstag, 31. August 2017

Wenn ihr’s lieber persönlich und erlesen habt, dann gibt’s natürlich auch eine kommentierte Weinverkostung und Kellerführung. Immer freitags um 16:00 Uhr und samstags um 17:00 Uhr führt euch Guide Calisto durch die Gewölbe und durch acht ausgewählte österreichische Weine. Das Ganze dauert ungefähr zwei Stunden und kostet pro Person stolze 56 Euro. Hier kommt ihr nur mit Voranmeldung rein.

Genuss- und Relaxkeller Lössiade

Auch die Lössiade in Niederösterreich ist mehr als bloß ein gewöhnlicher Weinkeller. Nämlich ein Genuss- und Relaxkeller. Hier hat man sich ganz den Schlagworten Erlebnis, Bewegung und Kultur verschrieben. In einem Entspannungsraum könnt ihr in völliger Ruhe unterirdisch mal so richtig abschalten. Oder ihr gönnt euch ein paar gepflegte Gläschen Wein in der Erlebnis-Vinothek. Auf einer Bühne im Nebenkeller gibt’s auch immer wieder kulturelle Veranstaltungen. Und auch die Bewegung kommt hier nicht zu kurz: Immer wieder gibt es Termine für gemeinsame Wanderungen, Walking-Touren oder Ähnliches.

Gepostet von Genuss- und Relaxkeller Lössiade & Bühnenwirtshaus am Dienstag, 23. August 2016

Für Vinophile ist besonders die Kellergassenführung ein Muss. Eigentümer Martin Schmit führt durch die Absberger Kellergasse und erzählt euch einiges über ihre Geschichte und das regionale Brauchtum, aber auch jede Menge zum Thema Wein. Beendet wird die Tour – wie könnte es anders sein- mit einem Glaserl Wagramer Wein in der Erlebnis-Vinothek des Kellers. Pro Person kostet das Ganze sieben Euro, dauert ungefähr eineinhalb Stunden und findet nur nach Voranmeldung statt.

Gepostet von Genuss- und Relaxkeller Lössiade & Bühnenwirtshaus am Dienstag, 28. November 2017

Schlumberger Kellerwelten

Wenn Wein – unverständlicher Weise – nicht so ganz euer Ding ist, empfehlen wir die prickelnde Alternative: Sekt! Und wer in Österreich „Sekt“ sagt, muss zwangsweise auch „Schlumberger“ sagen. In Wien könnt ihr eine Führung durch die Schlumberger Kellerwelten machen, die älteste Sektkellerei Österreichs. Und selbstverständlich werden die hauseigenen Spezialitäten auch hier im Anschluss genüsslich verköstigt. Die Kellerwelten haben mittwochs von 11:00 bis 21:30 Uhr geöffnet, Donnerstag bis Samstag von 11:00 bis 18:00 Uhr. Die öffentlichen Führungen jeweils um 16:00 Uhr dauern circa 45 Minuten. Abgesehen davon könnt ihr die Kellerwelten auch auf eigene Faust mit einem Audioguide erkunden. Erwachsene zahlen zehn Euro Eintritt. Wenn euch das eine inkludierte Sektglas nach der Führung zu wenig ist, zahlt ihr 19 Euro und bekommt fünf Sektflöten zum Kosten.

Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH; Copyright: Schlumberger/Bildagentur Zolles KG/Leo Hagen, 21.6.2012

Na dann: Prost!

Wo ihr in Wien ein Glaserl Spritzwein trinken und die Sonne genießen könnt, erfahrt ihr bei uns am Blog. Und bei unseren To Do’s findet ihr natürlich auch noch jede Menge anti-alkoholische Unternehmungen, die auch Spaß machen.

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