Burgen Niederösterreich Aggstein

Die schönsten Burgen in Niederösterreich – Teil 1

Mittwoch, 30. Oktober 2019 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Die schönsten Burgen in Niederösterreich – Teil 1

Mittwoch, 30. Oktober 2019 / Lesedauer: ca. 4 Minuten

Niederösterreich, du Burgenland. Oder so. Jedenfalls ragen in Österreichs flächenmäßig größtem Bundesland unzählige imposante Festungen und wildromantische Burgruinen aus der Landschaft. In dem ersten Teil unserer Burg-Tour klappern wir ein paar unserer absoluten Favoriten ab.

von Marion Perschy

Mittelalterliche Roben, stattliche Ritterrüstungen, glänzende Schwerter und tollkühne Schlachten hoch zu Ross – daran denken wir, wenn wir von Burgen reden. Gerade in Niederösterreich, dem größten Bundesland Österreichs, stehen zahlreiche wildromantische Burgen und ihre Ruinen, die von einer längst vergangenen Zeit erzählen. Viele von ihnen wurden renoviert und für Besucherinnen und Besucher geöffnet, andere bestehen heute nur noch aus den geschichtsträchtigen Überresten des Mauerwerks, das darum aber nicht weniger interessant ist. Bei einem gemütlichen Spaziergang oder einfach nur einem historisch inspirierten Ausflug sind sie auf jeden Fall alle einen Besuch wert.

Burg Plankenstein

Burg Plankenstein ist etwas mehr als ein klassisches Ausflugsziel – nachdem die Burg in früheren Jahrhunderten zum Schloss wurde, ist sie heute ein Hotel. Ja, richtig gelesen, hier kann man sich ganz als Burgfräulein oder Burgherr mit eigenem Gemach fühlen. Dennoch gibt es ganzjährig Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag jeweils um 10.30 Uhr Führungen, bei denen verborgene Winkeln des Gemäuers zugänglich werden. In der idyllischen Burgtaverne gibt’s auch ohne Übernachtung täglich warme Speisen und kühle Getränke zur Stärkung. Am 7., 8., 14. und 15. Dezember lädt die Burg außerdem zum Adventmarkt.

Plankenstein 1, 3242 Texing

Burg Greifenstein

Die Ruhe vor dem Sturm, wenn in Ritterfilmen die Warnfeuer auf den Burgen nach und nach entzündet werden, ist meistens besonders eindrucksvoll. Genau so eine „Kreidfeuerstation“ befand sich auf der Burg Greifenstein im Tullnerfeld. Sie ermöglichte den Nachrichtenaustausch zum Beispiel mit der Burg Kreuzenstein. Heute ist die Burg in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich, soll aber nach der abgeschlossenen Renovierung voraussichtlich wieder für Feierlichkeiten und Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Wandert man allerdings rechts an der Burg vorbei in den Wienerwald hinauf, findet man mit etwas Glück nach einem guten Stück links des Weges einen eher unscheinbaren Abzweiger. Von dort gelangt man auf einen Felsen, der den Blick auf die Burg und die dahinter liegende Donau wie auf einem Ölgemälde freigibt. Weiter gewandert, gelangt ihr zur etwa zwei Kilometer entfernten Tempelbergwarte, die ein noch besseres Panorama des Tullnerfelds bietet.

Kostersitzgasse 5, 3422 St. Andrä-Wördern

Burg Liechtenstein

Die Burg ist bis heute im Besitz des Fürstenhauses Liechtenstein, dem ältesten Adelsgeschlecht Europas. Damit ist sie die einzige Burg in ganz Österreich, die sich als Stammburg von anderen unterscheidet. Im Naturpark Föhrenberge, nahe Maria Enzersdorf gelegen, ist die Burg heute wieder original eingerichtet – ihr könnt sie also im Rahmen von Führungen fast ganzjährig besichtigen. Eine kleine Besonderheit ist auch, dass sie gemeinsam mit der Burg Kreuzenstein und der Wiener Votivkirche Kulisse für die Verfilmung des Romans von Ken Follet „Die Säulen der Erde“ war. Im November finden die täglichen Führungen jeweils um 11, 12, 13 und 14 Uhr statt, im Dezember stehen die Türen samstags, sonntags und feiertags jeweils um 12, 13 und 14 Uhr offen.

Am Hausberg 2, 2344 Maria Enzersdorf

Burgruine Rauheneck

Nur wenige Kilometer von Baden bei Wien entfernt, wachen im Helenental auf Felsklippen eines Vorbergs des Lindkogels die Überreste der Burg Rauheneck. Besonders markant ist der 25 Meter hohe dreieckige Bergfried. Von seiner Aussichtsplattform kann man die gegenüberliegende Burg Rauhenstein erkennen, mit deren Hilfe und der Hilfe der Ritter von Burg Scharfeneck der Verkehrsweg durch das Helenental gesichert wurde. Aber Vorsicht beim Besichtigen, denn einer Sage nach irrt der Erbauer der Burg bis in alle Ewigkeit klagend in den Gängen umher. Die Burg ist öffentlich zugänglich und über Wanderrouten erreichbar. Am Weg solltet ihr unbedingt auch einen Abstecher zur Königshöhle machen.

Brusattiplatz 3, 2500 Baden

Burgruine Dürnstein

Vom Stadtzentrum Dürnsteins ist es nicht weit zur Burg, die einer Sage nach einst auch das königliche Gefängnis von Richard Löwenherz war. Der etwa 20-minütige Aufstieg wird das ganze Jahr mit einem atemberaubenden Panorama über die Wachau belohnt. Wer besonders motiviert ist, kann auch die etwas längere, aber dafür besonders spektakuläre Route über den Vogelbergsteig wählen. Am Weg hat man hier von der „Kanzel“ auch einen besonders schönen Blick auf die Windung der Donau. Die ganz lange Aufstiegsvariante über den Weitwanderweg Welterbesteig ist zwar nur was für echte Wanderfreaks, doch auf seinen 180 Kilometern kann man zumindest gleich 19 weitere Burgen, Schlösser und Ruinen besichtigen.

3601 Dürnstein

Die Burgruine Dürnstein (c) 1000things.at, Katharina Tesch

Die Burgruine Dürnstein (c) Katharina Tesch | 1000things.at

Burgruine Aggstein

300 Meter über der Donau bietet sich allen Ausflüglerinnen und Ausflügerln auch von der Burgruine Aggstein ein traumhafter Blick über die Wachau. Die Geschichte der weitläufigen Burg reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, aber auch heute noch ist die Ruine von Leben erfüllt. Hier könnt ihr versteckte Stiegen, Höfe und Türme entdecken oder einen Blick auf das „Rosengärtlein“ werfen, das vielmehr ein Gefängnis als eine hübsche Parkanlage war. Zudem finden auf der Burg jedes Jahr die unterschiedlichsten Veranstaltungen statt. Vom Musikcircus & Arts Festival SPECTACULUM über Mittelalterfeste bis hin zum Burgadvent, der kommende Woche am 8. November für diesen Winter das erste Mal seine Pforten öffnet, wird einem hier nur schwer langweilig. Die Burgruine ist in den kommenden Wochen bis 24. November immer Freitag bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Aggstein, 3642 Aggsbach Dorf

Burgruine Dobra

Im Kamptal, genauer gesagt im Bezirk Zwettel, nicht weit entfernt vom Stausee Ottenstein, liegt eine der schönsten Ruinen einer mittelalterlichen Burg. Etwa über den beschilderten Sagenweg Pölla ab Franzen erreicht man die Ruine und andere geschichtsträchtige Orte. Die Ruine Dobra selbst wird seit 1996 vom Verein Pölla Aktiv renoviert und ist mittlerweile wieder fast komplett zugänglich. Der Bergfried wurde in einen Aussichtsturm umgebaut – den Schlüssel zur Begehung erhaltet ihr für 1,50 Euro im Gasthaus Trapel, von dem man einen atemberaubenden Ausblick über den Kampsee Dobra hat.

Dobra, 3594 Franzen

Burg Grimmenstein

Schließlich führt uns der erste Teil unserer Burgen-Tour durch Niederösterreich noch zur Burg Grimmenstein. Die seit dem 12. Jahrhundert bestehende Festung erlitt jedoch in den letzten Jahrhunderten ein wildwüchsigeres Schicksal als ihre Schwestern – schon seit dem 15. Jahrhundert ist die Burg verfallen. Familie Grimmenstein begann 2014 mit den Renovierungsarbeiten, sodass heute wieder Führungen angeboten werden können. Erreichbar ist sie nur über einen Fußweg von 35 bis 50 Minuten vom Parkplatz aus. Nach der kurzen Wanderung hat man sich dafür eine Abkühlung in der Burgtaverne verdient. Bevor die Burgdamen und -herren in Winterpause gehen, öffnen sie nochmal am 1. und 3. November ihre Tore.

Burgweg 3, 2840 Grimmenstein

Ihr habt noch nicht genug Burg-Luft geschnuppert? Wir zeigen euch die schönsten Burgen in ganz Österreich. Was ihr außer Burgen in Österreich sonst noch so besichtigen könnt, verraten euch unsere To Dos.

(c) Beitragsbild | Katharina Tesch | 1000things.at

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